Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim

 

31.01.2015, Mühlacker Tagblatt

Konzerterlebnis im Wohnzimmer

Neue Doppel-CD erschienen

Mühlacker. Auch bei einem umjubelten Konzert sind irgendwann der letzte Ton und der begeisterte Beifall verklungen. Was im Optimalfall bleibt, ist die Erinnerung – und im allerbesten Fall wird diese auf eine silbern glänzende Scheibe gebannt. Freunde der Klassikreihen „Musikalischer Sommer“ und „MühlackerConcerto“ dürfen sich jetzt auf ein Wiederhören freuen, ist doch jüngst eine Doppel-CD mit Live-Mitschnitten entstanden.

Unter dem Titel „Jubiläumsedition 2014 live“ sind Werke von Rossini bis Beethoven vereint, die im vergangenen Jahr in der Lienzinger Frauenkirche, im Uhlandbau in Mühlacker und im Kronenzentrum Bietigheim-Bissingen erklungen sind. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger sowie die Solistinnen Ursula Schoch und Sachiko Kobayashi (Violine) haben bei den zwischen Januar und Dezember gegebenen Konzerten in stimmungsvoller Atmosphäre die Zuhörer begeistert. Sie halten aber auch auf das pure Hörerlebnis reduziert mit ihrer Leistung dem kritischen Urteil des Klassikliebhabers stand. Zu professionell ist der Klangkörper in allen Registern besetzt, zu souverän bewegt sich der Dirigent in den Epochen und Genres, um das ungeschminkte Abbilden durch das digitale Aufnahmegerät fürchten zu müssen.

Auf eine 30-jährige Geschichte blickt das Orchester zurück, seit zehn Jahren hat sich mit der Reihe „MühlackerConcerto“ ein weiteres Podium aufgetan, und beide Jubiläen werden dank der neuen CD das Jahr 2014 überdauern. Über einen Zeitraum von mehreren Hundert Jahren erstreckt sich der Entstehungszeitraum der enthaltenen Werke. Ludwig van Beethoven ist unter anderem mit seiner „Egmont“-Ouvertüre vertreten, Johann Sebastian Bach hat mit seiner Gavotte aus der E-Dur-Partita für Violine Eingang gefunden, und dazu gesellen sich Glanzstücke der Romantik wie das Violinkonzert in e-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy und die „Böhmische Suite“ von Antonín Dvorák. Die bunte Zusammenstellung der Höhepunkte aus verschiedenen Konzertprogrammen führt eine der großen Qualitäten der Kammersinfonie vor Ohren: die Fähigkeit, ganz unterschiedliche Stimmungen vom „Gebet des Toreros“ bis zur Spielmannsmusik fein auszuloten.

Geradezu gefeiert wurde die Interpretation von Beethovens dritter Sinfonie. Nicht zu Unrecht: Die vier Sätze der „Eroica“ erklingen in einer Gestaltungsvielfalt, die wie ein Versprechen auf die nächsten anspruchsvollen Konzertprogramme wirkt.

Verkaufsstellen sind Buch-Elser, die Buchhandlung Krüger in Maulbronn und das Büro Musikalischer Sommer, Telefon 07043/40410. Auch per E-Mail an cd@sueddeutsche-kammersinfonie.de können CDs bestellt werden.

Carolin Becker

06.02.2015, Pforzheimer Zeitung

Jubiläumsedition 2014

Konzertsaison der „sueddeutschen kammersinfonie“ auf Doppel-CD festgehalten

Mühlacker. Live-Mitschnitte von Konzerten haben einen besonderen, auch atmosphärischen Reiz – vor allem dann, wenn das eigene Erlebnis der auf Schallplatten festgehaltenen Ereignisse hinzu-kommt. Die vielen Besucher der Konzerte von Peter Wallingers sueddeutscher kammersinfonie bietigheim und natürlich auch andere Musikfreunde werden deshalb für die vorgelegte Doppel-CD dankbar sein, die Höhepunkte der Konzertsaison 2014 dokumentiert und gleichzeitig das Doppel-Jubiläum „30 Jahre Kammersinfonie“ und „10 Jahre MühlackerConcerto“ gebührend würdigt.

Zu hören sind auf den von Wallinger in Eigenregie produzierten Tonträgern Gioacchino Rossinis „Sonata per archi Nr.1 G-Dur“ mit Chihiro Saito (Solo-Cello) und Simon Wallinger (Kontrabass). Als Raritäten gibt es „Nordische Impressionen“ - ein Marsch aus Max Bruchs Serenade nach schwedischen Volksmelodien, Edvard Griegs „Nordische Weisen“ (op.63,2), eine „Humoreske“ (op. 89b) von Jan Sibelius für Solovioline und Orchester (mit Sachiko Kobayashi), Carl Nielsens „Suite für Streichorchester“ (op.1) und Pehr Henrik Nordgrens „Des Spielmanns Lieblingsmusik“ (op.26). Dieser Programmteil aus dem Neujahrskonzert 2014 spiegelt die Vorliebe der Interpreten für skandinavische Komponisten wieder. Freilich ist auch ein anderer Lieblingsautor, nämlich Antonín Dvorák, mit drei Sätzen aus seiner „Böhmischen Suite op.39“ (Adventskonzert) vertreten.

Die Highlights aber sind die Einspielungen von Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll (op.64) mit der Konzertmeisterin des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters Ursula Schoch sowie Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr.3 Es-Dur op.55 („Eroica“). Das Mendelssohn-Konzert wird in einer klangschönen, im Solo spieltechnisch makellosen Interpretation geboten, die mit jeder Star-Besetzung konkurrieren kann. Mit der „Eroica“ stemmen Wallingers Orchestermusiker ein klassisch-sinfonisches Meisterwerk in einer originell und frisch wirkenden Wiedergabe, die ihre Überzeugungskraft gerade aus der reduzierten, aber auch konzentrierten kammerphilharmonischen Besetzung des Orchesters bezieht.
Also eine empfehlenswerte Doppel-CD, die beim Hören rundum Freude bereitet.

Die CD ist für 15 EUR über cd@sueddeutsche-kammersinfonie.de oder Tel 07043-7512 erhältlich.

Eckehard Uhlig

20.02.2014, Bietigheimer Zeitung

Doppel-CD stimmt auf Konzert ein

Die "sueddeutsche kammersinfonie" hat im Vorfeld eines Konzertes im Kronenzentrum am 6. März eine CD mit dem Titel "Jubiläumsedition 2014" veröffentlicht. Eine Einstimmung auf das Programm "Leidenschaft der Töne".

Die "sueddeutsche kammersinfonie bietigheim", hier bei einem Konzert im Lous-Bührer-Saal der Kreissparkasse in Ludwigsburg, hat eine neue Doppel-CD veröffentlicht. Live ist das Orchester am 6. März in Bietigheim mit Werken von Brahms, Haydn und Mendelssohn Bartholdy.
Foto: Martin Kalb.

Kennzeichnend für die Kammersinfonie Bietigheim ist ihr Mut, Kompositionen mit einer gewissen Leichtigkeit anzugehen, um ihnen so den Schrecken der Schwere zu nehmen. Rund um den künstlerischen Leiter Peter Wallinger hat sich ein Ensemble versammelt, das in seiner Spielfreude ein hohes Niveau erreicht hat.

Beleg dafür mag die neue Doppel-CD sein, die als ersten Höhepunkt das "Gebet des Torero" von Joaquin Turina enthält. Das Stück besteht aus einer dramatischen Einleitung, einem Pasodoble, einem bewegenden lyrischen Andante, einem Lento und die Reprise des Pasodoble, die im Lento schließt. Erzählt wird die Geschichte eines Torero, der nach dem Trubel in der Arena und dem Lärm der Zuschauer am Ende Ruhe und Trost im Gebet findet. Der Kammersinfonie gelingt es auf beeindruckende Weise, die Musik bis hin zur mystischen Verklärung zu steigern.

Wie ein Kontrast dazu sind die "Nordischen Weisen" von Edvard Grieg und "Des Spielmanns Lieblingsmusik" von Pehr Henrik Nordgren anzuhören. Leicht präsentiert, wird der Hörer in rasch wechselnde Gefühlslagen hineingestoßen und musikalisch wird dies von der Kammersinfonie kräftig in Szene gesetzt. Diese spielerische Einfärbung der ersten CD endet mit Johann Sebastian Bachs "Gavotte". "Soli Deo Gloria", Gott allein zum Ruhm, wie der Komponist gesagt hätte - und dem Hörer zum Wohlgefallen. Auf der zweiten CD wurde bei der Auswahl der Stücke, die alle zwischen Juli und Dezember 2014 aufgezeichnet wurden, Ludwig van Beethoven in den Mittelpunkt gerückt. Die Ouvertüre von Goethes Trauerspiel "Egmont", op. 84, ist ein Orchesterwerk von Beethoven, wobei die Ouvertüre besonders bekannt wurde. Zu empfehlen ist das komplette Stück bis hin zum pompösen Finale und der Hinrichtung des freiheitsliebenden Grafen Egmont. Mit einer Spielzeit von insgesamt rund 45 Minuten bietet die "sueddeutsche kammersinfonie bietigheim" mit der Sinfonie Nr. 3 aus "Eroica" dann Beethoven satt. Die erste öffentliche Aufführung fand am 7. April 1805 im Theater an der Wien statt. Mit "Eroica" gelang Beethoven der Schritt von der "klassischen" Symphonie des 18. Jahrhunderts zur "großen" Symphonie des 19. Jahrhunderts. Musikalisch in einem ungewöhnlichen Ausmaße, kühn klingenden Instrumentation und eine damit hergehende weltbürgerliche Sprache. "Eroica" ist der Schlusspunkt der CD - übrigens gar nicht im Sinne des großen Komponisten. Man möge diese Symphonie, die über das gewohnte Maß ausgedehnt sei, doch bitte lieber kurz nach Beginn, als gegen das Ende einer musikalischen Veranstaltung ansetzen. "Sie würde sonst, wenn der Zuhörer von dem Vorhergegangenen bereits ermüdet ist, von ihrer Wirkung verlieren", schrieb Beethoven 1806 in der Erstausgabe der Partitur. Bei der Kammersinfonie Bietigheim wurde "Eroica" ganz ans Ende gesetzt, was der Anordnung der insgesamt höchst gelungenen Einspielung jedoch nicht schadet.

Am Freitag, 6. März, können sich Zuhörer der "Leidenschaft der Töne" der Kammersinfonie ab 20 Uhr im Bietigheimer Kronenzentrum völlig hingeben. Eine Einführung in das Konzert findet um 19.15 Uhr mit Christina Dollinger statt. Das Orchester spielt Johannes Brahms "Ungarische Tänze", Joseph Haydns Klavierkonzert D-Dur und Felix Mendelssohn Bartholdys Klavierkonzert Nr. 2 d-moll op. 40. Solistinnen sind Marina und Magdalena Müllerperth am Klavier.

Info: Vorverkauf bei der Stadtinformation, Hauptstraße 65, in Bietigheim-Bissingen und im Internet.
Die CD kann auf der Homepage der Kammersinfonie bestellt werden: www.sueddeutsche-kammersinfonie.de

Jörg Palitzsch