Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim

 

12.03.2014, Pforzheimer Zeitung

Klartext funkelt in jeder Note
Wallingers sueddeutsche kammersinfonie stellt ihre Jahres-CD vor

Seit Jahrzehnten beschenken Maestro Peter Wallinger und die sueddeutsche kammersin-fonie bietigheim die Region mit facettenreichen Konzertprogrammen – beim „Musikalischen Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche und mit der „Concerto“-Reihe im Mühlacker Uhlandbau. Seit 2005 dokumentieren Wallinger und sein Orchester jeweils auf einer Jahres-CD Höhepunkte der Konzertsaison mit live-Aufnahmen. Die CD „live 2013“ ist soeben erschienen und erfreut die Lien-zinger und Mühlacker Konzertbesucher mit musikalischen „Wiederbegegnungen“, andere Klassik-Freunde mit der Qualität einer renommierten Kammersinfonie und herausragenden Solisten.

Diesmal wurden das Programm des Adventskonzertes 2013, das im Uhlandbau zu hören war, sowie die beim „Musikalischen Sommer“ gespielte Serenade für Streichorchester in E-Dur op.22 von Anto-nín Dvorák ausgewählt.

Jubilierende adventliche Festfreude in Antonio Vivaldis C-Dur-Konzert für 2 Trompeten und Streicher (op.46, Nr.1) eröffnet den Live-Mitschnitt. Mit erfrischendem Bläser-Glanz brillieren die beiden jungen Trompeter Eline Beumer und Saleem Khan (aus Reinhold Friedrichs Meisterklasse) und zeigen ihr Können in den virtuos entzündeten, strahlenden Allegro-Ecksätzen. Stimmungsvolle Melancholie bestimmt die von Mezzo-Sopranistin Maria Rebekka Stöhr sehr zart und andächtig gesungene Arie „When I am laid in earth“ aus Henry Purcells Oper „Dido und Äneas“. Dieser me-lancholische Grundton findet eine feierliche Ausgestaltung in Georg Friedrich Händels Instrumen-tal-Ode zum Geburtstag von Queen Anne (1713) mit dem Titel „Eternal source of Light divine“. Das „Alleluja“ aus Exsultate, jubilate“ (KV 165) von Wolfgang Amadeus Mozart – vokal-affekten-reich wiederum von Stöhr ausgeführt – leitet zum festlichen Konzertanlass zurück.

Das Hauptstück der CD, Mozarts Sinfonie Nr.41 in C-Dur (KV 551), auch als „Jupiter-Sinfonie“ bekannt, ist eine interpretatorische Meisterleistung. Zügig und gezügelt gleichermaßen bestreiten Dirigent Wallinger und sein Ensemble ihren Part, Klartext funkelt in jeder Note. Insbesondere fällt die traumhafte Transparenz in den dynamisch ausdifferenzierten vier Sätzen auf: Klassizismus, der weder langweilt noch einschüchtert, sondern mit intensivem Musizieren beglückt. Die Interpretation der populären Dvorák-Serenade zeichnet sich durch die Betonung volkstümlich-tänzerischer Klang-Stimmungen aus. Das Süße und das Bittere der liedhaften Melodielinien halten auf wunderbare Weise Balance. Insgesamt ist die solide Wiedergabe-Qualität der CD auch in technischer Hinsicht zu loben.

Die CD ist für 12€ über E-Mail cd@sueddeutsche-kammersinfonie.de zu beziehen und in den Buchhandlungen Elser (Bahnhofstraße Mühlacker) und Krüger (Klosterhof Maulbronn) erhältlich. Hörbeispiele gibt es auf der Website www.sueddeutsche-kammersinfonie.de

Eckehard Uhlig

06.02.2014, Mühlacker Tagblatt

Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim legt neue CD vor – Live-Mitschnitte aus Lienzingen und Bietigheim-Bissingen

Ein simpler, absteigend gebrochener C-Dur-Dreiklang steht am Beginn des Vivaldi-Konzerts für zwei Trompeten, das dem Hörer der neuen CD der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim zuerst begegnet. So festlich, schwebend, gelöst, wie das eröffnende Motiv interpretiert wird, so souverän präsentieren sich Solisten und Orchestermitglieder unter der Leitung von Peter Wallinger auch in den weiteren Stücken, die als Konzertmitschnitte festgehalten wurden. Dokumentiert sind auf der neuen CD „Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim live 2013“ Ausschnitte aus dem Adventskonzert, das am 8. Dezember im Kronenzentrum Bietigheim-Bissingen stattfand, und aus dem Konzert vom 7. Juli, das die Fans der Reihe „Musikalischer Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche erfreute.

Festlichen Charakter trägt neben dem berühmten Trompetenkonzert, in dem sich Eline Beumer und Saleem Khan als virtuose, auch in der hohen Lage nicht forcierende Solisten profilieren, auch Georg Friedrich Händels Ode für Queen Anne „Eternal source of light divine“. Als stilsichere Begleiter bereiten die Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie in Henry Purcells berührender Arie „When I am laid in earth“ aus der Oper „Dido und Äneas“ der Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr den wohltönenden Boden, auf dem sie ihre warme Stimme klagend und tragend ausbreitet. Dass sie auch Koloraturen makellos gestalten kann, beweist die Sängerin in Wolfgang Amadeus Mozarts „Alleluja“ aus „Exsultate, jubilate“.

Der viel gespielten „Jupiter-Sinfonie“ des Meisters neue Seiten abzugewinnen, stellt eine Herausforderung dar. Peter Wallinger setzt in seiner Interpretation auf feine dynamische Abstufungen, präzisen Rhythmus und reizvolle Kontraste zwischen energiegeladenen und entspannt-lyrischen Passagen. Warm, fließend, selbstverständlich in den Übergängen und sauber intoniert erklingt Antonin Dvoráks Serenade E-Dur für Streichorchester, deren Finale den Reigen der ausgewählten Stücke furios beschließt.

Das Erscheinen der elften CD der Dokumentationsreihe „Kammersinfonie live“ bildet den Auftakt zum Jubiläumsjahr „30 Jahre Kammersinfonie“. Der Tonträger ist erhältlich bei Buch-Elser an der Bahnhofstraße und per E-Mail an die Adresse cd@sueddeutsche-kammersinfonie.de.

Carolin Becker

20.02.2014, Bietigheimer Zeitung

„Forte subito“ erklingt mit Bravour
Neue Live-CD der Kammersinfonie Bietigheim

Die neue CD der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ bietet den Auftakt zum Jubiläumsjahr 2014, in dem das Orchester sein 30-jähriges Bestehen feiert. Alles rankt sich um Mozart.

Bietigheim-Bissingen. Mit Werken aus der Saison 2013 wird die Dokumentationsreihe „Kammersinfonie live“ bereits in der elften Folge fortgesetzt. Unter der Leitung von Peter Wallinger, Schüler des rumänischen Dirigenten Sergiu Celibidache, rückt das Orchester für die CD – wieder einmal – die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart in den Mittelpunkt. Zum Jubiläumsjahr 2014 kann es folgerichtig dann auch nur die „Jupiter-Sinfonie“ sein, jener musikalische Kontrapunkt zur barocken Schule. Sie wird als eines der gelungensten Stücke der Sinfonik angesehen und als „höchster Triumph der Instrumentalkomposition“ gefeiert. Die Kammersinfonie Bietigheim spielt die vier Sätze der Sinfonie in einer eigenen klassischen Sprache und mit beeindruckender Leichtigkeit. Alles glänzt und ist musikalischer Ausdruck für Optimismus.

Der österreichische Dirigent und Musikwissenschaftler Kurt Pahlen schrieb über das Finale: „Hier kann uns Mozart selbst als Gott erscheinen, der nach freiem Willen Sternbilder in der Unendlichkeit des Weltraums schafft. Die Großartigkeit entgeht keinem Hörer; aber sein volles Verständnis erschließt sich nur den Eingeweihten.“ Hörbar wird dies beim zweiten Satz. „Andante cantabile“ überzeugt durch inniges Spiel, eine expressive Harmonik und den Wechsel zwischen Streichern und starken Holzbläsern. Das „ forte subito“, die Veränderung der Dynamik und Lautstärke, der Wechsel zwischen dem vollen Orchesterklang und den „piano“ gespielten Passagen, beherrscht das Ensemble mit Bravour.

Freilich darf man die neue CD nicht auf Mozart reduzieren, wenngleich noch ein Blick auf die lateinische Solo-Motette „Exsultate, jubilate“ gerichtet werden muss. Das Allegro mit der Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr berührt tief: „Jauchzet, jubelt, o ihr glücklichen Seelen, singt süße Lieder“.

Eingebettet ist dies alles in Antonio Vivaldis Trompetenkonzert C-Dur op. 46 , dessen berührendes Largo den musikalischen Himmel viel zu kurz öffnet, sowie Antonín Dvoraks Serenade in E-Dur, op. 22 für Streichorchester… Voll brillanter Schönheit ragt das Larghetto hervor. Dieser Satz hat zum Auftakt einen zerbrechlichen Charme, eine spätromantische Harmonie, die über Moll dem funkelnden Höhepunkt in Dur entgegenfiebert. Ein musikalischer Leuchtturm am Ende der CD. Diese kostet zwölf Euro und kann im Internet bestellt werden.

Jörg Palitzsch