Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim

 

05.12.2005, Pforzheimer Zeitung

Sinfonische Musik vom Feinsten Konzert mit Peter Wallingers „sueddeutscher kammersinfonie“ im Uhlandbau in Mühlacker

Inzwischen haben die Mühlacker Musikfreunde begriffen, dass ihnen mit den Auftritten von Wallingers „sueddeutscher kammersinfonie“ im Uhlandbau kulturelle Highlights ins Haus stehen. Wo sonst gibt es heute noch Konzerte auf solchem Niveau für 15 Euro (ermäßigt 7 Euro) Eintritt? Wo ein an allen Pulten mit hochmotivierten Jungprofis besetztes sinfonisches Ensemble zu diesem Preis? Geführt von der Konzertmeisterin und Sologeigerin Ursula Schoch, deren Renommee europaweit ausstrahlt? Mit dem Solotrompeter Frits Damrow, der eigentlich nur in Konzertsälen der Metropolen zu hören ist? Erstaunlich, wie Peter Wallinger das alles zusammenführt.

Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr.3 in D-Dur, BWV 1068, verschaffte dem neuerlichen Konzertabend einen überaus festlichen Eingang. Man kennt die populäre Musik, die Bläserpracht der Ouvertüre samt virtuosen Violinsoli, die sanft dahinschreitenden, lyrisch blühenden Linien der „Air“. Aber selten wird die aufwändig instrumentierte Barocksuite mit so frischem Glanz und so repräsentativen Klangregistern geboten.

Auf die Tradition folgte mit Arvo Pärts Komposition „Wenn Bach Bienen gezüchtet hätte...“ (für Klavier, Streichorchester und Bläserquintett) in sinnfälliger Korrespondenz die Moderne. Man spürte die Freude, mit der die Instrumentalisten die farbintensive Programm-Musik ausführten. Die Lust, mit artistischen Streicherflageoletts, effektvollen Bläsereinwürfen, der vorwärtstreibenden Klavierstimme und dem maschinenhaften Rhythmusfundament der Bässe das anschwellende Geflirre und Gesummse aufgeregter Bienenschwärme einzufangen.

Johann Nepomuk Hummels „Trompetenkonzert E-Dur“ führte zum Höhepunkt des ereignisreichen Abends. Das mozartianisch sprühende Konzertstück steht und fällt mit der Qualität des ausführenden Solisten, der alle Erwartungen übertraf. Vom Orchester unter Wallinger aufmerksam umrahmt und begleitet, bot Frits Damrow, der schon unter Georg Solti, Lorin Maazel, oder Seji Osawa konzertierte, einen herausragenden Part – fantastische Trillerketten, metallisch gleißende Spitzentöne vom Feinsten, Skalen von äußerster Präzision, rasante akkordische Sprünge, aber auch klangsatte Haltetöne und Bögen.

Beflügelnd schwungvoll musizierten Peter Wallinger Wolfgang Amadeus Mozarts „Haffner-Symphonie“ in D-Dur (KV 385). „Feurig“ gestalteten die Interpreten gleich im Satzbeginn, der über zwei Oktaven hinauf- und hinunterspringt, das einleitende „Allegro con spirito“.

Im „Andante“ wurde der schwärmerische Serenadentonfall mit zärtlich melodischen Gesten herausgearbeitet. Eher verspielt das „Menuett“. Und als Bravourstück, der „Figaro“-Ouvertüre verwandt, führte der Finalsatz zu einem strettahaften Abschluss. Das klang sehr gut im voll besetzen Uhlandbau, in dem der Beifall nicht enden wollte.

Eckehard Uhlig

11.04.2005, Pforzheimer Zeitung

Konzertant gefasste Melodienseligkeit Die Süddeutsche Kammersinfonie unter Peter Wallinger eröffnete mit dem Jubiläumskonzert im Mühlacker Uhlandbau den "Musikalischen Sommer 2005"

Mühlacker darf sich, was die Aufführung hochkarätiger Klassik-Konzerte und Operninszenierungen betrifft, einer großen Vergangenheit rühmen. Das hängt mit dem kunstsinnigen Fabrikanten und Sponsor Alfred Emrich zusammen, der sich 1921, mitten in Not und Elend der Nachkriegsjahre des 1. Weltkriegs, erfolgreich für die Errichtung einer Kulturhalle einsetzte.

In diesem "Uhlandbau" mit Bühne, Schnürboden und versenkbarem Orchestergraben sorgte in den 20er-Jahren der legendäre Generalmusikdirektor Fritz Busch für regelmäßige Gastspiele seiner Stuttgarter Oper und in Zusammenarbeit mit dem Rundfunk für Konzertabende auf höchstem Niveau (mit dem Geiger Adolf Busch oder den Pianisten Rudolf Serkin und Walter Gieseking).

Dass nun die Senderstadt aus Anlass ihres 75. Stadtjubiläums an die "Uhlandbau-Zeit" anknüpft, ist lobenswert. Und dass Peter Wallingers "sueddeutsche kammersinfonie bietigheim" mit einem Konzertprogramm, wie es traditionsbewusster kaum hätte sein können, im Uhlandbau den Auftakt machte, zeigt zudem, dass sich die in der Region "gewachsenen" künstlerisch-kreativen Kräfte auch heute keinesfalls zu verstecken brauchen. Zumal wenn man eine Ausnahmekünstlerin wie die Sachsenheimer Geigerin Ursula Schoch präsentieren kann.

Die beim Jubiläumskonzert einleitend gebotene "Symphonie Classique" in D-Dur, op. 25, von Sergej Prokofjew erfreute im ersten Satz (Allegro) mit fein herausgearbeiteten spielerischen Effekten, etwa im wunderschön verzierten Dialog zwischen ersten Geigen und Fagott, aber auch in klangmächtigen Tuttipassagen. Die Sensibilität der Interpreten zeigte sich in den hingetupften Pizzicati des folgenden "Larghetto", ihr außerordentliches Gespür für musikantische Tänze, für Tempoverzögerungen und dynamische Kontraste in der kurzen "Gavotta". Im kraftvoll vorgetragenen Finalsatz bündelten Wallinger und sein Orchester alle diese bunten Farbakzente.

Mit geigerischem Glanz fügte sich Ursula Schoch, die Konzertmeisterin des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters, in den Musikabend ein. Ihr Solopart im Violinkonzert e-Moll, op. 64, von Felix Mendelssohn Bartholdy glich einem bravourösen Meisterstück, das mit unerhörter Professionalität geboten wurde. Natürlich war die Violinistin auf der Uhlandbau-Bühne in ihrem schulterfreien, weit dekolletierten schwarzen Abendkleid eine Augenweide.

Der musikalische Charme, mit dem die Künstlerin die Melodienseligkeit des singulären Konzertes entfaltete, übertraf alles. Wie sie sich im ersten Satz gegenüber dem manchmal etwas lärmenden Orchester behauptete, romantische Verträumtheit zelebrierte und die großartige Kadenz absolvierte; wie sie die schwärmerische Gefühligkeit des Mittelsatzes in klare Konturen fasste; wie sie die auftrumpfende Virtuosität des Finales in bewundernswerte "konzertante" Ausgewogenheit überführte - das war reiner Ohrenschmaus.

Nach der Pause erlebte das begeisterte Publikum erneut einen souveränen Peter Wallinger am Pult und ein hochmotiviertes Orchester mit einer lebendigen Wiedergabe von Joseph Haydns Sinfonie Nr. 94 in G-Dur. Der berühmte "Paukenschlag" im Andante, der in dem von rührender Schlichtheit geprägten, kinderliedartigen Streicheridyll plötzlich in die Fortissimi einer pompösen Orchesterwucht einführt, illustrierte auch in Mühlacker den Humor des Komponisten. So mündete der Konzertabend in ein Hörerlebnis von heiterer, wohltuender Gelassenheit.

Eckehard Uhlig

Auszüge: 11.04.2005, Bietigheimer Zeitung

Erst die Neoklassik - dann zurück zur Klassik Ursula Schochs Violinkunst wurde von Peter Wallingers Sinfonie-Interpretationen umrahmt

Es ist immer wieder ein Genuss, Ursula Schoch, die einstige Geigerin und Konzertmeisterin der alten „Bietigheimer Kammersinfonie“ als Solistin in einem Konzert des zur „Süddeutschen Kammersinfonie“ erhobenen Hausorchesters der Region Bietigheim – Mühlacker zu erleben. Vor einem Jahr hörte man sie in einer brillanten Aufführung des Violinkonzertes von Johannes Brahms sowohl in Bietigheim-Bissingen als auch bei der Neu-Eröffnung des Uhland-Konzertsaales in Mühlacker. Dann wieder als Kammermusikerin, und jetzt spielte die zur Konzertmeisterin im „Concertgebouw-Orchester Amsterdam“ aufgestiegene Künstlerin am Freitagabend im ausverkauften Bietigheimer Kronensaal und am Samstag erneut in Mühlacker das köstliche, romantisch gefärbte „Konzert für Violine und Orchester e-Moll“ (op. 64) von Felix Mendelssohn-Bartholdy....

Das Konzert begann mit der jüngsten Komposition, die der russische Komponist Prokofjew im Anschluss an eine Europareise und nach der Begegnung mit der westlichen Moderne in der Musik 1916/1917 schrieb. Die vier Sätze der „Symphonie Classique“ sind eine Synthese von Klassik und Moderne geworden und wirken wie eine Ballettmusik, wie sie auch die Tanz-Choreografen umgesetzt haben. Der Kopfsatz wurde von Wallinger quirlig angelegt, im Larghetto stiegen die Violinen sauber in höchste Lagen, die Gavotte enthielt Rückungen, Reibungen und Trugschlüsse zu einer russischen Volksliedmelodie, das Finale brauste wie ein Galopp vorüber. Es war ein Genuss, diese spritzige Sinfonie so frisch gespielt zu hören und klassische mit moderneren Formen verbunden zu erfahren...

Ursula Schoch spielte das schwierige Mendelssohn-Werk technisch perfekt und gestaltete ihren Notentext musikalisch gereift. Im ersten Satz markierte sie gleich zu Beginn das Thema in virtuoser Form, hob sich aus dem Orchesterklang immer wieder edel tönend heraus, verband aber auch ihre Passagen mit dem Spiel der Orchestersolisten, der Gruppen und des Tuttis. Hervorragend die vom Komponisten vorgeschriebene Kadenz, die bei der Uraufführung vom damaligen Stargeiger Ferdinand David eine hohe Leistung forderte und später mit Joseph Joachim Violingeschichte machte. Nun war Ursula Schoch die Künstlerin, die diese Kadenz meisterte. Attacca schlossen sich die anderen Sätze des Konzertes an, eine ebenfalls enorme pausenlose Spiel-Leistung.

Das „Andante“ erklang wie ein Lied ohne Worte, der Finalsatz fasste noch einmal Mendelssohns Kunst mit der der Interpreten zusammen und wurde ein fulminantes Bekenntnis romantischer Musik....

Helmut Müller

Auszüge: 12.04.05, Mühlacker Tagblatt

Brillanter Geigenklang - markante Pauke sueddeutsche kammersinfonie bietigheim und Violinsolistin Ursula Schoch musizieren im Mühlacker Uhlandbau

Bereits im vergangenen Jahr veranstaltete die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ unter der Leitung von Peter Wallinger im traditionsreichen Uhlandbau ein Frühjahrskonzert. Von den Musikfreunden wurde dies sehr begrüßt, weshalb hier auch in diesem Jahr wieder ein eindrucksvolles, recht gut besuchtes Sinfoniekonzert dieses Orchesters stattfand.

Bevor Peter Wallinger den Taktstock zur Symphonie Classique von Sergej Prokofjew erhob, begrüßte Mühlackers Bürgermeister Hans-Jürgen Pisch die Besucher und erinnerte an die Entstehungsgeschichte des Uhlandbaus, der im Jahr 1921 auf Initiative von Alfred Emrich, einem sehr engagierten Unternehmer der Stadt, innerhalb von 99 Tagen entstand.

Namhafte Orchester und Opernensembles - unter anderem aus Stuttgart – und etliche musikalische Größen der Vergangenheit waren in diesem Saal mit seiner außerordentlich klaren Akustik zu hören. Der Bürgermeister dankte Peter Wallinger für dessen Bemühungen, den Uhlandbau wieder häufiger für Konzerte zu nutzen.

Am Samstag standen neben der Prokofjew-Komposition Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Josef Haydn auf dem Programm. Als Solistin wirkte die Violinvirtuosin Ursula Schoch, einst Schülerin von Peter Wallinger und jetzt Konzertmeisterin des Concertgebouw Orchesters Amsterdam, mit...

Eröffnet wurde das Konzert mit der Symphonie Classique, einer musikalischen Köstlichkeit, die Sergej Prokofjew selbst 1918 in St. Petersburg uraufführte. Das kurze Werk mit seinen sehr farbenreichen, fröhlichen Stimmungen wurde erfrischend und freudig musiziert. Peter Wallinger achtete auf lebhafte Tempi und führte das Orchester zu leuchtender Klangfülle...

Mit Bravour und hochkarätiger Virtuosität bewältigte Ursula Schoch die künstlerische Herausforderung des Violinkonzertes e-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Den Solopart des dreisätzigen Werkes gestaltete sie dynamisch, voller freudigem Esprit und mit einem hohen Maß an Empfindungsreichtum... Unter Peter Wallingers lebhafter und anfeuernder Leitung musizierte die Süddeutsche Kammersinfonie zur Begleitung der Geigerin...

Eines der bekanntesten Werke von Joseph Haydn ist seine Sinfonie Nr. 94 G-Dur, die den Zusatz „Mit dem Paukenschlag“ trägt. Diesem im Jahre 1791 entstandenen Werk entlockte Peter Wallinger zusammen mit seinen Musikerinnen und Musikern den ganzen kompositorischen Ideenreichtum....

Damit gestaltete das Orchester einen heiteren Schlussakkord in seinem Frühjahrskonzert im Uhlandbau, das unter anhaltendem Beifall und mit einer kurzen Wiederholung aus dem Menuett-Satz der Haydn-Sinfonie endete.

Rudolf Wesner

28.01.05, Bietigheimer Zeitung

Besinnliche Klänge beschwingt umrahmt Neujahrskonzert – sueddeutsche kammersinfonie bietigheim spielte in der Kelter.

Peter Wallinger überraschte die Zuhörer mit einer originellen Programmfolge

Womit kann man Musikkenner, wie es die Freunde der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim sind, immer neu zum Konzertbesuch anlocken und zum aufmerksamen Zuhören motivieren? Dirigent und Musikerzieher Peter Wallinger weiß Wege dazu, so wie beim traditionellen Neujahrskonzert in der Bietigheimer Kelter am Sonntag.

Nicht alltägliches Programm

Da ist zunächst die Programmplanung zu bedenken, die Neues, entweder noch nicht geläufige Musik oder wenigstens eine nicht alltägliche Zusammenstellung von Kompositionen bietet. Dann natürlich die Formierung des Orchesters mit technisch versierten, werkkundigen Spielern und deren intensives Üben. Nicht zuletzt aber auch ein möglichst interessanter Solist, der Abwechslung in das Konzert einbringen kann. Das alles war am Sonntag bereitet, wie man hören und erfahren konnte.

Zunächst sei der Solist genannt: Es war Arvid Christoph Dorn, in Weimar ausgebildeter und diplomierter, dann in großen Orchestern und solistisch tätiger Kontrabassist, derzeit bei Roger Norringtons Radio-Sinfonie-Stuttgart engagiert. Mit seinem Auftreten hatte das Programm bereits einen „Knüller“, nämlich das „Konzert für Kontrabass und Orchester Nr. 2“ (h-Moll) des Italieners Giovanni Bottesini, der als Freund Verdis 1871 in Kairo die Uraufführung von dessen Oper „Aida“ dirigierte. Wann hört man schon den meist nur stützenden und gründenden Kontrabass solistisch?

Das Spiel in Bietigheim war zwar auch nicht jauchzend forte gesetzt und gespielt, aber um so feinfühliger im Ton, im Strich und in der Gestaltung der drei Bottesini-Sätze, die teilweise eine fast celloartige Wirkung hatten. In ungewohnt hohen Lagen und in Flageoletts bewies Dorn den Zuhörern, dass er sein Instrument in sinfonischer, aber auch tänzerisch-lockerer Art vorzüglich beherrscht und dabei das Orchester auch solistisch animieren kann, Begleitungen wie Tutti-Passagen musikalisch fein zu gestalten.

Dem Konzertbeginn mit dem Kontrabass stellte Peter Wallinger als Schluss-Stück das viersätzige „Concerto per Archi“ gegenüber, das der im 20. Jahrhundert wirkende italienische Sinfoniker und Filmkomponist Nino Rota schrieb. Von der neuen Musik seiner zeit hat Rota einiges in diese Komposition einfließen lassen, sie blieb aber in der Gesamtwirkung durchaus harmonisch.

Der Allegro-Kopfsatz wurde „cantabile“ gespielt, das Scherzo in mäßigem Tempo enthielt neben einigen Reibungen auch herrlich gespielte und klingende Violin-Soli der Konzertmeisterin Emily Bowman. Der „Aria“-Satz brachte schönen Streicherklang und neben weiteren Violinsoli auch solche der Bratscherin Tomoko Yamasaki und des Cellisten Philipp Körner. Im virtuosen Finale, das vom ganzen Orchester durch Tempo, Dynamik und vor allem durch technisch schwierige Läufe hohes Können verlangte, überzeugte die Kammersinfonie insgesamt in großartiger Weise.

Beeindruckendes Können

Zwischen die beiden Rahmen-Werke schob Peter Wallinger drei besinnliche Kompositionen ein, die pausenlos aufeinander folgten und eine Einheit bilden sollten. Jede für sich erforderte ein hohes Maß an spielerischem Können, die Koppelung war so beeindruckend, dass man als Zuhörer unwillkürlich an die Bilder aus Südasien über die dortige Naturkatastrophe dachte. Anton Bruckners „Adagio“ aus dessen Streichquintett ließ den Stil dieses Meisters der Sinfonik und Kirchenmusik erkennen: Weiträumige Harmonik, expansive Dynamik, überraschende Abstürze, bewegte Soli und Klangteppiche, verebbender Ausklang.

Dann folgten die „Vier Stücke für Orchester“ (op. 5) von Anton Webern, durchweg zart und teils nur bruchstückhaft verbunden, durch Vorschläge, flirrende Tremoli und tastende Soli von Violine und Cello fast wie Zufallsmusik geformt. Man atmete fast auf, als danach die „Air“ aus Bachs Orchestersuite Nr. 3 erklang, dieser weithin bekannte „Gesang“, der Streicher aus der Feder des der Kirchenmusik verpflichteten Thomaskantors. Dankbare Gefühle nach der Zerrissenheit der Bruckner-Musik, verursacht durch Weberns Aphorismen? Peter Wallinger war es jedenfalls gelungen, mit seinem Orchester erneut „Unerhörtes“ hörbar zu machen.

Helmut Müller

Weiter zurückliegende Rezensionen können Sie im PDF-Format herunterladen.