Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim

 

09.12.2014, Ludwigsburger Zeitung

"Eroica" krönt gelungenen Konzertabend

Süddeutsche Kammersinfonie begeistert mit "Musik zum Advent" im Kronenzentrum — Neben Beethoven auch Grieg und Dvorak auf dem Programm

Stets zum Jahresende spielen Peter Wallingerund seine Süddeutsche Kammersinfonie in Bietigheim. Foto: Alfred Drossel

Mit jungen, talentierten Musikern aus Bietigheim-Bissingen und dem Stuttgarter Raum gründete Peter Wallinger 1984 die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim. Bei der "Musik zum Advent", die am Sonntagabend im nicht ganz ausverkauften Kronenzentrum aufgeführt wurde, stellte das Orchester mit fulminant gespielten Werken bedeutender Interpreten ihr großartiges Können unter Beweis.

Petronio Franceschinis (1651 bis 1680) Konzert D-Dur für zwei, Trompeten und Orchester bildete den Auftakt zu dem außergewöhnlichen Musikerlebnis. Bereits zum dritten Mal eröffneten Saleem Khan und Eline Beumer mit festlichen Trompetenklängen das Adventskonzert der Kammersinfonie. Die Meisterschüler von Reinhold Friedrich zeigten nach einer festlichen Einstimmung mit dem Grave bei den Allegrosätzen eine erstaunliche Klangfülle voll virtuoser Eleganz. Der italienische Komponist Franceschini, der im Alter von nur 29 Jahren starb, hat sich vor allem der Kirchenmusik gewidmet und ist bekannt für seine Vorliebe zu Trompeten, die er häufig auf unkonventionelle Weise einsetzte.

Von Edvard Grieg (1843 bis 1907) spielte die Süddeutsche Kammersinfonie den "Hochzeitstag auf Troldhaugen". Grieg, der auch als "Chopin des Nordens" bezeichnet wird, setzte mit dem Stück seinem südlich von Bergen gelegenen Landhaus Troldhaugen (Trollhügel) ein Denkmal. Das Orchester spielte das folkloristisch und fröhlich anmutende Werk mit viel Gefühl und eröffnete damit dem Publikum Einblick in lyrische Klangwelten der besonderen Art. Auch die "Böhmische Suite" von Antonín Dvorák (1841 bis 1904) kam bei den Besuchern bestens an. Auch dieses Werk enthält volkstümliche Elemente. Die Polka wurde als heiterer Tanz dargeboten, in der Romance malten Holz- und Blechbläser idyllische Bilder aus Tönen, die Assoziationen an weite Landschaften, sanfte Hügel und zwitschernde Vögel aufkommen ließen. In der traditionellen Suite entpuppte sich Dvorák als Romantiker. Wieder feuriger wurde es beim Presto. Kraftvoll und doch elegant steigerten sich die Musiker zum Höhepunkt und stimmten mit viel Sinnesfreude auf die Adventszeit ein.

Nach der Pause erwartete das Publikum Ludwig van Beethovens "Eroica". Die dritte zählt zu den bedeutendsten Sinfonien Beethovens. Der Anekdote nach hatte der Komponist seine Heldensymphonie Napoleon gewidmet. Als ihn der Korse enttäuschte, soll Beethoven das Titelblatt wutentbrannt zerrissen haben. Die "Eroica" ist ein Meisterwerk, das an die Musiker besondere Ansprüche stellt. Die hochbegabten Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie nahmen die Herausforderung mit großer Spielfreude und viel Leidenschaft an. Der erste Satz, das Allegro con brio, hat allein die Spieldauer einer Haydn-Sinfonie. Lebhafte und leisere Töne zeigten das großartige Können der Künstler, die hervorragend harmonisierten. Der dreiteilige Trauermarsch enthält melancholische und opulente Passagen. Im Scherzo brachten drei Hörner Naturklänge in das Kronenzentrum. Im Finale zeigt Beethoven seine große Variationskunst, denn zwei Themen liegen sechs Variationen zugrunde. Das grandiose und mächtige Finale bot einen gelungenen Abschluss zu einem Konzertabend der Extraklasse.

Dem künstlerischen Leiter der Süddeutschen Kammersinfonie, Peter Wallingerm ist es mal wieder gelungen, ein abwechslungsreiches Adventskonzert zu bieten, bei dem das klangdifferenzierte und vitale Spiel der Musiker besonders gut zum tragen kam

Angelika Tiefenbacher

10.12.2014, Bietigheimer Zeitung

Ein künstlerischer Quantensprung

Die "sueddeutsche kammersinfonie bietigheim" ist im Bietigheimer Kronenzentrum aufgetreten. Mit Beethovens "Eroica" verzauberte sie das Publikum musikalisch.

Peter Wallinger (links) und die "sueddeutsche kammersinfonie" begeisterten am Sonntag im Kronenzentrum. Foto: Martin Kalb

Das Konzert der "sueddeutschen kammersinfonie bietigheim" am Sonntag im Kronensaal trug den bescheidenen Titel "Musik zum Advent". Was die zahlreichen Besucher jedoch erlebten, kann als künstlerischer Quantensprung dieses Klangkörpers unter der Leitung von Peter Wallinger bezeichnet werden. Die Aufführung der dritten Sinfonie, der "Eroica", von Ludwig van Beethoven, war in seiner hoch ausgereiften Gestaltung eine neue Glanzleistung.

Das Programm enthielt darüber hinaus weitere musikalische Kostbarkeiten. Zunächst waren dies festlich stimmende Klänge, die sich im gut besetzten Kronensaal ausbreiteten. Zwei Schüler der Meisterklasse des Trompetenvirtuosen Reinhold Friedrich von der Hochschule für Musik in Karlsruhe, Saleem Khan und Eline Beumer, führten mit Bravour und in leuchtender Strahlkraft des Barock die Soli im Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Streichorchester des italienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts, Petronio Franceschini, aus. Die lupenrein intonierten Trompetenklänge verbanden sich in den vier recht kurzen Sätzen mit der beglückenden Streicherfülle. Überaus bewegt und in bestechender Virtuosität führten die beiden talentierten Könner auf ihren Instrumenten ihre solistischen Aufgaben aus.

Beliebt und bekannt ist das Konzertstück von Edvard Grieg, "Hochzeitstag auf Troldhaugen". Ein heiteres, elegantes Musizieren setzte mit den ersten Takten des 1896 ursprünglich als Klavierstück veröffentlichten, vielfarbigen Werks ein. Kraftvoll kamen die tänzerischen Elemente zur Geltung, die nur kurz von einer lyrischen, verträumten Melodie unterbrochen wurden. Mit der "Böhmischen Suite", Opus 39, von Antonín Dvorák breitete das Orchester Lebensgefühl und -freude der Menschen jener Landschaft mit Wäldern und romantischen Flussläufen aus. Warm und wohlig fließende Melodik mit schwärmerischem Ausdruck, schwelgerisch tänzerische Beschwingtheit, pure Romantik prägten die ersten vier Sätze der Suite. Doch der abschließende "Furiant" war reich bestückt mit höchst vertrackten, anspruchsvollen Rhythmuswechseln und plötzlichen Generalpausen, die vom Dirigenten wie auch von den Musikerinnen und Musikern höchste Konzentration und präziseste Einsätze verlangten. Schon da zeigte sich, dass die "sueddeutsche kammersinfonie bietigheim" künstlerische Reife hohen Grades erlangt hat.

Ludwig van Beethoven hatte seine dritte Sinfonie in Es-Dur, Opus 55, ursprünglich Napoleon Bonaparte gewidmet, wovon er jedoch wutentbrannt Abstand nahm, als er erfuhr, dass dieser sich zum Kaiser hatte krönen lassen. Mit seinem Werk brachte er seinen Wunschtraum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Europa zum Ausdruck. Beethoven ging völlig neue Wege in seiner Sinfonie, denn allein schon deren Umfang - Aufführdauer: 50 Minuten -, übertraf 1817 alle bis dahin in dieser Gattung veröffentlichte Kompositionen.

Die "sueddeutsche kammersinfonie" leitete den ersten Satz Allegro con brio mit vibrierender Spannung ein, die aber schon sehr schnell zu eruptivem Ausbruch drängt. Wallinger wählte ein straffes Tempo für die Aufführung, die vom glitzernden Spiel der Streicher und der brillanten Klangentfaltung der Bläser geprägt war. Der Satz "Marcia funèbre" erklang elegisch, ohne jedoch in schmerzerfüllter Larmoyanz zu versinken. Urweltlich emotional führte das Orchester das Scherzo mit seinen aufregenden Kontrasten auf.

Das Finale fesselte mit seinem heroischen Klang, den Wallinger bei drängenden Tempi wachsen ließ, und in dem die dramatischen Verdichtungen und Verknüpfungen der beiden den Satz beherrschenden Themen transparent zum Ausdruck kamen. Diese Glanzleistung der "sueddeutschen kammersinfonie bietigheim" wird bei Musikfreunden langfristig im Gedächtnis haften bleiben, wie der anhaltende Schlussbeifall belegte. Eine Zugabe wäre nach diesem Hörerlebnis geradezu unpassend gewesen.

Rudolf Wesner

08.12.2014, Pforzheimer Zeitung

Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim wartet mit fulminanter „Eroica“ auf

Mühlacker. Peter Wallingers frei finanzierte sueddeutsche kammersinfonie bietigheim hat nichts mit dem üblichen Tarif-Orchesterbeamtentum gemein. Das erfordert auf der einen Seite viel Mut und Risikofreude, andererseits bietet sein Ensemble Chancen für junge Musiker sich zu profilieren.

Peter Wallinger dirigiert die sueddeutsche kammersinfonie. Foto: Fotomoment

So am Samstag im Mühlacker Uhlandbau, wo Trompetenprofessor Reinhold Friedrichs Meisterschüler Eline Beumer und Saleem Khan mit erfrischendem Elan aufspielten und Petronio Franceschinis Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Orchester mit metallisch gleißendem Bläserglanz ausstatteten. Das „Adagio“ leuchtete in sehr zarten Farben, in den „Allegro“-Sätzen pulsierte barock prächtiges Klanggepräge.

Folkloristisch ausgelassen kam dann Edvard Griegs „Hochzeitstag auf Troldhaugen“ (op.65, 6) daher. Passend dazu die im Programm folgende „Böhmische Suite op.39“ von Antonín Dvorák, deren „Polka“ einen munteren Tanz präsentierte, in der „Romance“ mit Holz- und Blechbläser-gesättigten Tonmalereien aufwartete und mit rauschhaften Paukenwirbeln in ein rhythmisch schwungvolles, fulminantes „Furiant-Finale“ einmündete.

Nach der Pause waren die Zuhörer Zeugen einer aufwühlenden musikalischen Großtat, die Wallinger am Dirigentenpult und seine Kammersinfonie mit Hingabe und Leidenschaft ins Werk setzten. Ludwig van Beethovens „Eroica“ (Sinfonie Nr.3 in Es-Dur, op.55) ist kein orchestraler Spaziergang, sondern fordert die Interpreten bis an ihre Grenzen. In Mühlacker erlebte man – trotz der kleinen (aber sehr ausgewogenen) kammerphilharmonischen Orchesterbesetzung – eine klare, neue Art, Beethovens Symphonik intelligent durchgeformt anzugehen, eine Wiedergabe, die bemerkenswerte Energien entfesselte, aber auch kraftvolle Sammlung und Ruhe ausstrahlte. Die Interpretation des einleitenden „Allegro con brio“ zeichnete sich durch dynamisch spannungsreich akzentuierte, straff durchgezogene Tempi aus. Der Trauermarsch („Marcia funebre. Adagio assai“) entfaltete sich mit singender Oboenstimme elementar und heroisch, im „Scherzo“ bereiteten verlangsamte Formteile auf triumphale Crescendi vor. Die zwingend entwickelten Final-Variationen im letzten Satz entfachten mit ihrer Kühnheit und Wucht „Feuer im Geiste“, wie es Beethoven selbst formulierte. Über dieses Konzert lässt sich sagen: Die Begeisterung höret nimmer auf.

Eckehard Uhlig

09.12.2014, Mühlacker Tagblatt

Ein künstlerischer Quantensprung

Reihe „MühlackerConcerto“: Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim bietet sinfonische Glanzleistung

Mühlacker. Das Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim am Samstag im Uhlandbau trug den bescheidenen Titel „Musik zum Advent“. Was die zahlreichen Besucher jedoch erlebten, kann als künstlerischer Quantensprung dieses Klangkörpers unter der Leitung seines Gründers Peter Wallinger bezeichnet werden. Die Aufführung der dritten Sinfonie, der „Eroica“, von Ludwig van Beethoven, war in seiner hoch ausgereiften Gestaltung eine neue Glanzleistung.

Die Trompetensolisten Eline Beumer und Saleem Khan. Foto: Fotomoment

Doch das Konzertprogramm enthielt darüber hinaus weitere musikalische Kostbarkeiten, mit denen die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihre Vielseitigkeit beweisen konnte und ihre Souveränität dokumentierte, mit der die Musiker Werke aus verschiedenen Musikepochen und mit unterschiedlichen landestypischen Charakteristiken glutvoll interpretieren können. Zunächst waren es festlich stimmende Klänge, die sich im gut besetzten Saal ausbreiteten. Zwei Schüler der Meisterklasse des Trompetenvirtuosen Reinhold Friedrich von der Hochschule für Musik in Karlsruhe, Saleem Khan und Eline Beumer, führten mit Bravour und in leuchtender Strahlkraft des Barock die Soli im Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Streichorchester des italienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts, Petronio Franceschini, aus. Die hell schimmernden, lupenrein intonierten Trompetenklänge verbanden sich in den vier recht kurzen Sätzen mit der beglückenden Streicherfülle der Streicher. Überaus bewegt und in bestechender Virtuosität führten die beiden jungen, hoch talentierten Könner auf ihren Instrumenten ihre solistischen Aufgaben aus. Sie wirkten bereits zum dritten Mal an Konzerten dieses Orchesters mit.

Beliebt und bekannt ist das Konzertstück von Edvard Grieg „Hochzeitstag auf Troldhaugen“. Ein heiteres, elegantes, beschwingtes Musizieren setzte mit den ersten Takten des 1896 ursprünglich als Klavierstück veröffentlichten, vielfarbigen Werks ein. Rhythmisch kraftvoll kamen die tänzerischen Elemente zur Geltung, die nur kurz von einer lyrischen, verträumten Melodie unterbrochen wurden. Mit der „Böhmischen Suite“, Opus 39, von Antonín Dvorák breitete das Orchester Lebensgefühl und Lebensfreude der Menschen jener Landschaft mit Wäldern und romantischen Flussläufen aus. Warm und wohlig fließende Melodik mit schwärmerischem Ausdruck, tänzerische Beschwingtheit, pure Romantik prägten die ersten vier Sätze der im Jahr 1879 komponierten Suite. Doch der abschließende „Furiant“ war reich bestückt mit höchst vertrackten, anspruchsvollen, unerwartet eintretenden Rhythmuswechseln und plötzlichen Generalpausen, die vom Dirigenten wie auch von den Musikern höchste Konzentration verlangten. Schon da zeigte sich, dass die Süddeutsche Kammersinfonie künstlerische Reife hohen Grades erlangt hat und mit Bravour zu musizieren versteht.

Ludwig van Beethoven hatte seine dritte Sinfonie in Es-Dur, Opus 55, ursprünglich Napoleon Bonaparte gewidmet, wovon er jedoch wutentbrannt Abstand nahm, als er erfuhr, dass dieser sich zum Kaiser hatte krönen lassen. Mit seinem Werk brachte er seinen Wunschtraum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Europa zum Ausdruck, der sich nun nicht mehr erfüllen ließ. Beethoven ging völlig neue Wege in seiner Sinfonie, denn allein schon deren Umfang, die eine Aufführungsdauer von rund 50 Minuten erforderte, übertraf im Jahr 1817 alle bis dahin in dieser Gattung veröffentlichte Kompositionen.

Die Süddeutsche Kammersinfonie leitete den ersten Satz mit vibrierender Spannung ein, die aber schon sehr schnell zu eruptivem Ausbruch drängte. Peter Wallinger wählte ein straffes Tempo für die Aufführung, die vom glitzernden Spiel der Streicher und der brillanten Klangentfaltung der Bläser geprägt war. Der Satz „Marcia funèbre“ erklang elegisch, ohne jedoch in schmerzerfüllter Larmoyanz zu versinken. Urweltlich emotional führte das Orchester das Scherzo mit seinen aufregenden Kontrasten zwischen wirbelnden Staccatopassagen und tief romantisch wirkenden Klängen auf. Das Finale fesselte mit seinem heroischen Klang, den Peter Wallinger bei drängenden Tempi wachsen ließ, und in dem die dramatischen Verdichtungen und Verknüpfungen der beiden den Satz beherrschenden Themen transparent zum Ausdruck kamen. Diese Glanzleistung der Süddeutschen Kammersinfonie wird langfristig im Gedächtnis haften bleiben, wie der anhaltende Schlussbeifall belegte.

Rudolf Wesner

18.11.2014, Mühlacker Tagblatt

Sinfonische Pracht und zarte Harfenklänge

Ötisheimer Publikum erlebt die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ mit Gaststar Anne-Sophie Bertrand

Eindrucksvoller Musikabend: In der Ötisheimer Kelter genießt das Publikum eine gut aufgelegte „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ und die virtuos spielende Anne-Sophie Bertrand vom hr-Sinfonieorchester als Gaststar. Foto: Fotomoment

Ötisheim. Ein unterhaltsames Programm haben die Besucher des Konzerts der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ in der voll besetzten historischen Kelter von Ötisheim erlebt. Die gute Stube der Gemeinde weiß Orchesterleiter Peter Wallinger wegen ihrer warmen Akustik sehr zu schätzen. Der Klangkörper des Dirigenten führte Werke von Mozart, Boieldieu und Haydn auf und konnte dabei auf die beeindruckende Solistin Anne-Sophie Bertrand vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks an der Harfe zählen.

Neben seinen 41 erhaltenen Sinfonien schrieb Wolfgang Amadeus Mozart unter anderem auch eine Fülle von Divertimenti. Im Jahr 1775 entstand beispielsweise das elfte Divertimento in D-Dur, KV 251. Das Werk umfasst sechs Sätze und sieht die solistische Mitwirkung einer Oboe und zweier Hörner vor. Einen heftig bewegten Anfang ließ Wallinger mit dem einleitenden Allegro molto erklingen, dem ein Menuett in feierlich schreitendem Tempo folgte. Die zarte Melodik auskostend wurde das elegant gespielte Andantino zu einer Delikatesse für die Ohren. Im zweiten Menuett-Satz erhielten die drei Solisten an der Oboe und den Hörnern Gelegenheit, mit ihrem virtuosen Spiel zu bestechen. Vital, burlesk und voller Esprit führte das Orchester das Rondo aus. Mit einem pompös klingenden „Marcia alla francese“ gestalteten die Musiker unter Wallingers anregender Leitung ein bravouröses Finale.

Der französische Komponist Francois-Adrien Boieldieu lebte von 1775 bis 1834 und hatte eigentlich eher mit seinen Opern Erfolg, von denen „Die weiße Dame“ aus dem Jahr 1825 bis heute die bekannteste geblieben ist. Doch er schrieb auch ein Konzert für Harfe und Orchester in C-Dur, das Wallinger für das Konzert in Ötisheim aus einem Notenarchiv ausgegraben hatte. Zur glanzvollen Aufführung dieser musikalischen Rarität gewann er die in Paris geborene und seit dem Jahr 2000 in Frankfurt am Main tätige Harfenvirtuosin Anne-Sophie Bertrand. Die junge Künstlerin vermochte mit der brillanten Interpretation der anspruchsvollen Soli des dreisätzigen Werks zu begeistern. Nach einer längeren Introduktion des Orchesters setzte sie im ersten Satz mit der Bezeichnung „Allegro brillante“ mit herausragender Virtuosität ein und breitete zusammen mit dem feinstimmig und in angemessener Zurückhaltung musizierenden Orchester ein zartes Klanggewebe aus, das in tänzerisch-bewegtem Tempo ausgeführt wurde. Bertrand beglückte mit ihrem feinfühlig-nuanciertem Spiel, das sie auch im nachfolgenden Andante hören ließ, wobei sie die darin lebende verklärte Stimmung mit sanften Klangfolgen hervortreten ließ. Im Rondo entfalteten die Solistin und das Orchester ein leichthin beschwingtes Musizieren, wobei noch einmal die Virtuosität der Harfenistin deutlich wurde, mit der sie bei den Konzertbesuchern langanhaltenden Applaus auslöste. Als Zugabe führte Bertrand das Harfensolo „La Source“ in zart schillernder Farbigkeit auf.

Zu den besonders häufig aufgeführten Sinfonien Joseph Haydns zählt ohne Zweifel die mit dem Beinamen „Abschiedssinfonie“ versehene 45. in fis-moll aus dem Jahr 1772. Die Mitglieder der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ ließen bei der Aufführung dieses Werks zunächst den von ihnen gewohnten sinfonischen Glanz aufleuchten. Im Adagio verbreitete das Orchester melodiösen Wohlklang und interpretierte das Menuett mit Allegretto und Trio elegant, unbeschwert und in verhaltenem Tempo. Doch im Finale kam dann Bewegung in die Reihen der Musiker, denn, und darauf warteten die Kenner des Werks bereits, nach und nach packten sie ihre Instrumente ein und verließen leise das Podium, bis schließlich nur noch zwei Violinisten übrigblieben, die den Satz und damit die Aufführung harmonisch ausklingen ließen. Der in dem Werk wahrzunehmende augenzwinkernde Humor kam glanzvoll zum Ausdruck, überhaupt war auch in diesem Konzert einmal mehr die vollendete und hell schimmernde Klangpracht des Klangkörpers zu erleben. Als Zugabe wurde ein Pizzicato-Stück aus der Ballettmusik „Don Juan“ von Christoph Willibald Gluck dargeboten.

Rudolf Wesner

17.11.2014, Bietigheimer Zeitung

Bei Haydn gehen fast alle

Sehr gutes Konzert der Kammersinfonie Bietigheim mit altem Ritual

Die "sueddeutsche kammersinfonie bietigheim" glänzte bei ihrem Konzert in Ludwigsburg. Vor allem aber die Solistin Anne-Sophie Bertrand an der Harfe beeindruckte mit ihrem feinfühligen, virtuosen Spiel.

Am Ende gab es den wohlverdienten Applaus für die "sueddeutsche kammersinfonie bietigheim" und die Harfenistin Anne-Sophie Bertrand. Foto: Ferdinando Iannone

Im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse Ludwigsburg musizierte am Freitag erneut die "sueddeutsche kammersinfonie bietigheim". Die Qualität des Konzerts hätte allerdings eine größere Zahl an Zuhörern verdient.

Neben seinen insgesamt 41 Sinfonien schrieb Wolfgang Amadeus Mozart unter anderem auch eine Fülle von Divertimenti, die als Gelegenheitskompositionen entstanden sein dürften. Aus dem Jahr 1775 stammt beispielsweise das elfte Divertimento in D-Dur, KV 251. Das Werk umfasst sechs Sätze und sieht die solistische Mitwirkung einer Oboe und zweier Hörner vor. Einen heftig bewegten Anfang ließ Peter Wallinger von den Musikern der "sueddeutschen kammersinfonie bietigheim" mit dem einleitenden Allegro Molto erklingen, dem in feierlich schreitendem Tempo ein Menuett folgte. Elegant und die zarte Melodik auskostend wurde das Andantino zu einer Delikatesse. Im zweiten Menuett-Satz erhielten die drei Solisten an der Oboe und den Hörnern viel Gelegenheit, mit ihrem virtuosen Spiel zu bestechen. Vital, burlesk und voller Esprit führte das Orchester das Rondo aus. Mit einem pompös klingenden "Marcia Alla Francese" gestalteten die Musiker unter Peter Wallingers anregender Leitung ein bravouröses Finale.

Der französische Komponist Francois-Adrien Boieldieu lebte von 1775 bis 1834 und hatte eigentlich eher mit seinen Opern Erfolg, von denen "Die weiße Dame" bis heute die bekannteste geblieben ist. Doch er schrieb auch ein Konzert für Harfe und Orchester in C-Dur, das Peter Wallinger für das Konzert in Ötisheim aus einem Notenarchiv ausgegraben hatte. Zur glanzvollen Aufführung dieser musikalischen Rarität gewann er die in Paris geborene und seit dem Jahr 2000 dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks angehörende Harfenvirtuosin Anne-Sophie Bertrand.

Die junge Künstlerin begeisterte mit der brillanten Interpretation der anspruchsvollen Soli des dreisätzigen Werks. Schon im ersten Satz bestach sie mit Virtuosität und breitete zusammen mit dem feinstimmig und in angemessener Zurückhaltung musizierenden Orchester ein zartes Klanggewebe aus. Anne-Sophie Bertrand beglückte mit ihrem feinfühlig nuanciertem Spiel, das sie auch im Andante hören ließ. Im Rondeau bewies sie noch einmal filigrane Klangentfaltung.

Zu den besonders häufig aufgeführten Sinfonien von Joseph Haydn zählt die mit dem Beinamen "Abschiedssinfonie" versehene 45. in Fis-Moll aus dem Jahr 1772. Die Kammersinfonie ließ bei der Aufführung der ersten drei Sätze zunächst den gewohnten sinfonischen Glanz aufleuchten. Doch im Finale kam Bewegung in die Reihen der Musiker, denn, und darauf warteten die Kenner des Werks bereits, nach und nach packten sie ihre Instrumente ein und verließen leise das Podium, bis nur noch zwei Violinisten übrig blieben, die den Satz und damit die Aufführung ausklingen ließen.

Auch in diesem Konzert war einmal mehr die vollendete und hell schimmernde Pracht des Klangkörpers zu erleben. Als Zugabe wurde noch ein Pizzicato-Stück aus der Ballettmusik "Don Juan" von Christoph Willibald Gluck dargeboten.

Rudolf Wesner

15.07.2014, Pforzheimer Zeitung

Sensationelles Kontrabasskonzert beim „Musikalischen Sommer“

Mühlacker-Lienzingen. Der Kontrabass gilt wegen seiner Korpulenz und Behäbigkeit als Elefant unter den Musikinstrumenten. Sprichwörtlich ist die musikalische Dickfelligkeit der Bassgeige vielleicht ein Grund, weshalb Solo-Auftritte und Solokonzerte mit ihr selten sind.

Nabil Shehata begeisterte beim „Musikalischen Sommer“. Fotomoment

Der „Musikalische Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche präsentierte jetzt unter dem Motto „Mediterrane Streifzüge“ einen sensationellen Bändiger des widerspenstigen Streichinstruments. Der 1980 geborene Deutsch-Ägypter Nabil Shehata, der als erster Kontrabassist in der Geschichte den ARD-Wettbewerb gewann, zeigte den Konzertbesuchern, was im „Elefanten“ steckt.

Gemeinsam mit der Süddeutschen Kammersinfonie unter der Leitung von Peter Wallinger interpretierte Shehata das Konzert h-Moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini (1821–1889) und brillierte in den mit atemberaubend rasantem Laufwerk, extremen Sprüngen und delikaten Flageolett-Tänzchen gespickten „Allegro“-Ecksätzen. Ein Wunder ereignete sich im Melodie-seligen „Andante“-Mittelsatz: So elegant schön kann die Bassgeige singen, mit zartem Belcanto-Schmelz in herrlich gebundenen, hohen Bögen und mit einer warmen, samtig weichen Stimme, für die „Sinnlichkeit“ ein untertreibender Ausdruck ist.

Da war natürlich eine Zugabe fällig, die der sympathische Meister mit einer für Kontrabass und Streicher bearbeiteten „Habanera“ von Maurice Ravel gewährte.

Im Strahlenkranz dieses musikalischen Leuchtturms offerierten Wallinger und sein Ensemble weitere Kostbarkeiten. So Gioacchino Rossinis „Sonata per archi“ Nr. 1 in G-Dur mit drei Sätzen und passend dazu Ottorino Respighis III.Suite aus „Antiche Danze ed Arie“ mit ihren farbenreichen, fein ausdifferenzierten italienischen Tänzen. Und dann ein zusätzliches Highlight: die Wiedergabe des Orchesterstücks „La Oración del Torero“ (Das Gebet des Torero) von Joaquín Turina (1882–1949), von andalusischer Leidenschaft befeuert, mit melodisch funkeln-dem Charme.

Eckehard Uhlig

15.07.2014, Bietigheimer Zeitung

Streifzüge durch mediterrane Musik "Kammersinfonie Bietigheim" im Kulturhaus

"Mediterrane Streifzüge" - so lautete der Titel eines Konzerts der "sueddeutschen kammersinfonie bietigheim" am Samstag im Sachsenheimer Kulturhaus. Mit dabei: der herausragende Solist Nabil Shehata.

Dirigent Peter Wallinger schwingt beim Konzert der "Kammersinfonie Bietigheim" den Taktstock. Foto: Martin Kalb

Ein Markenzeichen der "sueddeutschen kammersinfonie bietigheim" ist deren schimmernder Streicherklang, wie dieser vom Orchestergründer und seitherigen Dirigenten Peter Wallinger entwickelt wurde. Davon konnten sich am Samstagabend auch die Besucher des Konzerts mit dem Titel "Mediterrane Streifzüge" überzeugen. Weil die Witterung an diesem Abend jedoch nicht mediterran war, musste das heiter gestimmte Konzert in den Saal des Sachsenheimer Kulturhauses verlegt werden.

Zu den beliebtesten Kompositionen für Streichensembles zählen auch die Sonaten, die der damals gerade mal zwölfjährige Gioacchino Rossini schrieb. Mit der ersten aus diesem Zyklus in G-Dur leitete die "Kammersinfonie" ihr Programm ein. Die drei Sätze wurden spritzig, im ersten Satz auch überaus graziös und in glitzernder Streicherpracht aufgeführt. Verträumt, in bewegt schreitendem Tempo musiziert, erklang das kurze Andantino mit seinem köstlichen Melodiebogen. Auch der Schlusssatz ist kurz, aber voller heiterer Akzente, welche die Musiker mit Glanz auskosteten.

Mit dem Kontrabassisten Nabil Shehata aus München war es Wallinger wieder gelungen, einen herausragenden Solisten für das Konzertprogramm zu gewinnen. Eine Rarität ist das Konzert in h-Moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini, der im 19. Jahr-hundert lebte. Nabil Shehata, 1980 als Sohn deutsch-ägyptischer Eltern in Kuwait geboren, spielt das Streichinstrument seit seinem neunten Lebensjahr und scheint mit diesem regelrecht verwachsen zu sein.

Die Soli in den an Melodien reichen drei Sätzen führte Shehata in dunklen, aber betörend warmen Tönen virtuos aus. Er musizierte mit geschmeidigem Bogenstrich und bestach am Ende des ersten Satzes mit einer unübertrefflich kunstvoll dargebotenen Kadenz. Beseelt führte Nabil Shehata das Andante aus, und im temporeich interpretierten Schlusssatz wurde deutlich, dass er ein Musiker ist, der dem Kontrabass die wunderbarsten Klangebenen zu entlocken weiß. Die "sueddeutsche kammersinfonie bietigheim" begleitete ihn in angemessen zurückhaltender Intensität.

Hier zu Lande selten gespielt werden Werke des spanischen Komponisten Joaquin Turina, der von 1882 bis 1949 lebte. Von ihm führte das Ensemble die Komposition "La Oración del Torero" ("Das Gebet des Toreros") auf. Das vom französischen Impressionismus beeinflusste Werk wird maßgeblich von andalusischem Klangkolorit geprägt, das das Orchester unter Peter Wallingers Leitung markant und impulsiv ausbreitete.

Häufiger zu hören sind dagegen die Suiten "Antiche Danze ed Arie" des italienischen Komponisten Ottorino Respighi (1879 bis 1936). Die glänzend instrumentierten vier Sätze der dritten Suite gestaltete die "Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim" feinstimmig und in hell leuchtendem Streicherglanz. Sie entführte die Konzertbesucher in lang zurückliegende Epochen der Musikgeschichte, die Respighi auf diese Weise mit den Klangformen des frühen 20. Jahrhunderts verband und zu neuem Leben erweckte. Einen Satz aus der Suite führte das Orchester noch als Zugabe auf.

Rudolf Wesner

15.07.2014, Mühlacker Tagblatt

Mediterrane Stimmungen entfaltet

Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim musiziert beim „Musikalischen Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche

Der Kontrabassist Nabil Shehata bildet eine Einheit mit seinem Instrument. Foto: Fotomoment

Mühlacker-Lienzingen. Ein Markenzeichen der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim ist deren schimmernder Streicherklang, wie dieser vom Orchestergründer und Dirigenten Peter Wallinger entwickelt wurde. Davon konnten sich am Sonntag auch die Besucher des Konzerts mit dem Titel „Mediterrane Streifzüge“ überzeugen, das im Rahmen der Reihe „Musikalischer Sommer“ in der Frauenkirche von Lienzingen zu hören war.

Zu den beliebtesten Kompositionen für Streichensembles zählen auch die Sonaten, die der damals gerade mal zwölfjährige Gioacchino Rossini schrieb. Mit der ersten aus diesem Zyklus in G-Dur leitete die Süddeutsche Kammersinfonie ihr Programm ein. Die drei Sätze sind musikalische Delikatessen, die vom Orchester sehr spritzig, im ersten Satz auch überaus graziös und in glitzernder Streicherpracht aufgeführt wurden. Verträumt und dennoch in einem bewegt schreitenden Tempo musiziert, erklang das sehr kurze Andantino mit seinem köstlichen, weit gespannten Melodiebogen. Auch der Schlusssatz ist kurz, aber voller heiterer Akzente, die Peter Wallinger von seinen Musikerinnen und Musikern mit Glanz auskosten ließ.

Mit dem Kontrabassisten Nabil Shehata aus München war es Wallinger wieder gelungen, einen herausragenden Solisten für das Konzertprogramm zu gewinnen. Eine Rarität dürfte wohl das Konzert in h-moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini sein, der im 19. Jahrhundert lebte. Er war selbst Kontrabassist, aber auch Dirigent und leitete im Jahr 1871 die Uraufführung der Verdi-Oper „Aida“ in Kairo. Nabil Shehata, 1980 als Sohn deutsch-ägyptischer Eltern in Kuwait geboren, spielt das markante Streichinstrument schon seit seinem neunten Lebensjahr und ist, wie sich während seines Auftritts erwies, mit diesem regelrecht verwachsen. Seine Soli in den an Melodien reichen drei Sätzen führte er in dunklen, aber betörend warmen Tönen sehr virtuos und klangprächtig aus. Er musizierte mit geschmeidigem Bogenstrich und bestach am Ende des ersten Satzes mit einer unübertrefflich kunstvoll und virtuos dargebotenen Kadenz. Beseelt führte Nabil Shehata, der auch als Professor für Kontrabass an der Musikhochschule München tätig ist, das Andante aus, und im temporeich interpretierten Schlusssatz wurde deutlich, dass er ein Musiker ist, der dem Kontrabass die wunderbarsten Klangebenen zu entlocken weiß. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim begleitete ihn in angemessen zurückhaltender Intensität. Für den lang anhaltenden Applaus bedankte sich Nabil Shehata mit einer „Habanera“ und wurde dabei vom Orchester begleitet.

Hierzulande selten gespielt werden Werke des spanischen Komponisten Joaquin Turina, der von 1882 bis 1949 lebte. Von ihm führte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim die Komposition „La Oración del Torero“ (Das Gebet des Toreros) auf. Das vom französischen Impressionismus beeinflusste Werk wird maßgeblich von andalusischen Klangfarben geprägt, die das Orchester unter Peter Wallingers Leitung markant und impulsiv ausbreitete.

Häufiger zu hören sind dagegen die Suiten „Antiche Danze ed Arie“ des italienischen Komponisten Ottorino Respighi (1879 bis 1936). Seine dritte Suite wählte Peter Wallinger als ein weiteres köstliches Beispiel für „mediterrane Streifzüge“ aus. Die glänzend instrumentierten vier Sätze des Werks gestaltete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim feinstimmig und in hell leuchtendem Streicherglanz. Sie entführten die Konzertbesucher zugleich in lang zurückliegende Epochen der Musikgeschichte, die Respighi auf diese Weise mit den Klangformen des frühen 20. Jahrhunderts verband und zu neuem Leben erweckte. Einen Satz aus der Suite führte das Orchester noch als Zugabe auf.

Rudolf Wesner

19.05.2014, Bietigheimer Zeitung

Feierliche Klänge für feine Ohren

Zum 30-jährigen Bestehen sorgen die "Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim" und die Sachsenheimer Geigerin Ursula Schoch im Kronenzentrum in Bietigheim für bleibende Impressionen.

Ursula Schoch, die von Anfang an mit der "Sueddeutschen Kammersinfonie Bietigheim" spielte, ließ es sich nicht nehmen, auch beim Konzert zum 30-jährigen Bestehen zu kommen. Foto: Martin Kalb

Bietigheim-Bissingen. Die Erwartunshaltung lag hoch. Doch das sind Orchester und die Solistin gewohnt. Das Bietigheimer Stammpublikum wiederum weiß längst um die Qualität ihres Zusammenspiels. Schon öfter haben die "Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim" und die international erfolgreiche Violinvirtuosin Ursula Schoch, geboren in Ludwigsburg und aufgewachsen in Sachsenheim, gemeinsam konzertiert und die großen Violinkonzerte von Johannes Brahms, Felix Medelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven, Max Bruch und Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Weil diese musikalische Begegnung zu den Sternstunden im Orchester zählt und sich die Geigerin Ursula Schoch mit ihrer Heimat immer noch sehr verbunden fühlt, übernahm sie den Solistenpart beim großen Jubiläumskonzert am Freitagabend im Bietigheimer Kronensaal.

Ihre musikalischen Wurzeln liegen in Bietigheim. Ursula Schoch, heute Konzertmeisterin des Concertgebouw Orchesters in Amsterdam, hat als Schülerin der Gymnasien im Ellental in dem von Peter Wallinger gegründeten Orchester ihre ersten Schritte unternommen. Sie pflegt gern bis heute die vertrauten Beziehungen zu ihrem Heimatorchester.

Beim Festkonzert im Kronensaal funktionierte die Kommunikation zwischen Dirigent und Solistin spielerisch vertraut. Ursula Schoch ließ das Violinkonzert in e-Moll opus 64 von Mendelsohn Bartholdy natürlich auswendig hören und ging leicht und mühelos durch schwierigste Passagen Rasant schnell nahm sie Läufe, Arpeggien mit ruhiger Disziplin und schenkte ihre Aufmerksamkeit dabei immer dem expressiven Ton, dem leisen, der sich im Flagolett verliert, ebenso wie dem intensiven, der vor allem in den Extremlagen Gänsehaut macht.

Facettenreich ist das Werk: romantisch und ekstatisch, aber auch lyrisch und bescheiden, nicht immer alles, was möglich technisch wäre, ausreizend. Es entspricht dem Stil von Ursula Schoch, die ihr virtuoses Können sicher nicht zur Schau stellt, sondern vielmehr im Stile der großen Meister Disziplin und eine ruhige Stärke walten lässt. Die vielen Seiten, die lyrischen wie die expressiven im Mendelssohns Meisterwerk arbeitete sie sauber heraus. Nichts verschwamm trotz straffem Tempo und am Ende wollte sie in Bietigheim natürlich keiner gehen lassen.

Erst als sie zur Zugabe vor der Pause ansetzte mit der letzten Partita von Johann Sebastian Bach, beruhigte sich der Applaus, und Ursula Schoch zauberte erneut melodisch klar, ohne Schnörkel, ohne Schnickschnack ihren schönen Ton in den Saal. Die passende Grundlage für derart besonderen Hörgenuss schuf das Orchester mit der Egmont-Overtüre von Ludwig van Beethoven - die Wiener Klassik mit Jubelkomponist Beethoven an der Spitze ist für Aufgaben wie diese doch geradezu prädistiniert. Dem Publikum gab das Werk Gelegenheit, das Orchester gleich ganz in Fahrt zu erleben. Romantisch wurde es im zweiten teil.

Das Drängen und der Aufbruch im Hauptthema von Schuberts "Unvollendeter" symbolisieren das gemeinsame Durchstarten in die nächsten 30 Jahre. Eine Stärke des beliebten Bietigheimer Klangkörpers ist das Niveau, auf dem hier klassische Musik ausgelebt wird, konstant und verlässlich. Das ist bekannt, und deshalb war der Kronensaal mit 350 Besuchern auch voll. So mancher im Publikum ist seit Jahrzehnten Stammhörer und erinnerte sich noch daran, wie 1084 die "Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim" von Peter Wallinger und rührigen Musikerkollegen aus Bietigheim-Bissingen und dem Stuttgarter Raum ihre ersten Fährten legte.

Wallinger geht es explizit darum, immer wieder neu eine Brücke zu schlagen zwischen Werk und Publikum. Im Kronensaal gelang sein Vorhaben einmal mehr.

Susanne Yvette Walter

19.05.2014, Pforzheimer Zeitung

Reiche Klanglandschaften

Jubiläumskonzert: 30 Jahre „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim". Es ist immer wieder ein Glück, Ursula Schoch, die exzellente Geigerin und Konzertmeisterin des weltberühmten Concertgebouw Orchesters Amsterdam, hören zu dürfen. Sie ist sich nicht zu schade, in ihrer Heimatregion auch vor vergleichsweise kleinem Publikum zusammen mit Peter Wallinger und seiner „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim" im Mühlacker Uhlandbau zu musizieren.

Virtuos: Ursula Schoch und die "süddeutsche kammersinfonie". Foto: Fotomoment

Beim Festkonzert zum 30-jährigen Bestehen der Kammersinfonie spielte Schoch Felix Mendelssohn-Bartholdys anspruchsvolles e-moll Violinkonzert op.64. Die temperamentvolle Präsenz, mit der die Solovioline gleich im zweiten Takt des ersten Satzes (Allegro molto appassionato) hervortritt, meisterte Schoch souverän: Klangfarbe und Phrasierung weiteten sich in Dreiklangsbrechungen zu Sehnsuchtsseufzern über flirrenden Orchester-Streichern und lockenden Pauken. Dann glühte ihr satter Geigenton, um in rasanten Skalen bis in höchste Lagen aufzusteigen. Die überraschende Kadenz in der Satzmitte schien von sinnlicher Poesie erfüllt, um schließlich, Tempo aufnehmend, kraftvoll in die Orchestertutti einzumünden. Solopassagen des sich unmittelbar anschließenden zweiten Satzes (Andante) verzauberten mit zart verschwebendem Schmelz. Ausdrucksstarke Doppelgriff-Sequenzen folgten. Im Finalsatz (Allegro molto vivace) lösten sich die Spannungen solistisch in musikantischen Ausrufezeichen, wunderbar schwerelos gebotenem Laufwerk und federnden Springbögen bis zum auftrumpfenden Abschluss.

Wallinger und sein Ensemble hatten das Konzert mit dem dramatischen Gestus der Egmont-Ouvertüre op.84 von Ludwig van Beethoven eingeleitet. Nach dem gemeinsamen Auftritt mit Ursula Schoch beeindruckte die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim" und ihr ungewohnt leidenschaftlich am Pult agierender Dirigent mit der Wiedergabe von Franz Schuberts h-moll-Sinfonie D 759, der „Unvollendeten". Das im Einleitungssatz geheimnisvoll und dunkel einsetzende Unisono der Bassgruppe oder das in den Holzbläsern über vibrierenden Streicherteppichen singende Hauptthema zelebrierten die Interpreten mit unerhörter Emotionalität. Im zweiten Satz bestimmten synkopische Unruhe, später auch ein strahlender Bläsersatz den einfühlsam zu struktureller Geschlossenheit überführten harmonischen Reichtum. Wallinger hielt die Aufführung unter nie nachlassender Spannung und zeichnete mit seinen Musikern fantastische Klanglandschaften. Würdiger hätte das begeistert aufgenommene Jubiläums-Musikfest kaum begangen werden können.

Eckehard Uhlig

19.05.2014, Ludwigsburger Kreiszeitung

Kammersinfonie feiert Jubiläum

Festkonzert der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“. Unter der Leitung des Gründers dieses Klangkörpers, Peter Wallinger, erklangen Werke von Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Franz Schubert. Als Solistin wirkte die Violinvirtuosin Ursula Schoch mit. Die einstige Schülerin am Ellental-Gymnasium unterhält trotz ihrer umfangreichen Verpflichtungen als Konzertmeisterin des weltweit bekannten Concertgebouw in Amsterdam stets freundschaftlichen Kontakt zu ihrem damaligen Mentor Wallinger und seinem Orchester.

Geigerin Ursula Schoch bleibt Dirigent Peter Wallinger und seiner Süddeutschen Kammersinfonie auch im Jubiläumsjahr treu. Foto: Alfred Drossel

Mit der Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel „Egmont“, Opus 84, von Ludwig van Beethoven wurde das Konzert voller Dramatik und mit triumphalem Ausdruck eingeleitet. Die kontrastreichen Stimmungen und Klangbilder, mit denen das Geschehen des Bühnenwerks musikalisch beschrieben wird, musizierte die Kammersinfonie in forschem Tempo. Spannungsreich und opulent ließ Wallinger das Werk ausführen.

Das einzige Violinkonzert von Felix Mendelssohn-Bartholdy führte Ursula Schoch schon mehrfach mit der Süddeutschen Kammersinfonie auf. Doch die Interpretation, die sie am Freitagabend im Kronensaal darbot, gestaltete die Künstlerin nicht nur mit bravouröser Virtuosität, sondern vor allem mit einer unübertrefflich eingebungsvollen Hinwendung zu einem Werk, das die verlockendsten, aber auch eine Menge höchst anspruchsvoller solistischer Aufgaben enthält. Vom ersten Einsatz im Allegro molto appassionato an glänzte Schoch mit einer leidenschaftlichen, emotionalen und die Feinheiten der Komposition auslotenden Wiedergabe. Auch das Andante mit seiner zutiefst berührenden Melodik musizierte die Geigerin überaus beseelt. Doch als sie die rasanten Läufe des abschließenden Allegros ausführte, elektrisierte sie die Zuhörer im Saal regelrecht mit ihrem Temperament und ihrer musikantischen Bravour.

Das Orchester unter Wallingers Leitung begleitete die Solistin in klarer, kraftvoller Klangpracht und ließ damit einmal mehr seine erfrischende Musizierfreude in allen Registern aufleuchten. Für den minutenlang anhaltenden Applaus bedankte sich Ursula Schoch mit der Gavotte aus der sechsten Partita für Violine solo von Johann Sebastian Bach als tänzerisch anmutende Zugabe.

Mit der populären Sinfonie Nummer acht in h-Moll, genannt „Die Unvollendete“, von Franz Schubert, schenkte die Süddeutsche Kammersinfonie den Besuchern ein andächtiges Hörerlebnis. Die beiden Sätze der Komposition führte Peter Wallinger ohne Larmoyanz und frei von aufgesetztem Pathos in vitaler Klangentfaltung und in keineswegs zögerlichen Tempi auf. Dabei beglückten die liedhaften, freischwebend und verträumt sich ausdehnenden Melodiebögen insbesondere im zweiten Satz in ihrer seelenvollen Darbietung.

Mit einer Zugabe aus Schuberts Ballettmusik zu „Rosamunde“ endete das Festkonzert.

Rudolf Wesner

19.05.2014, Ludwigsburger Kreiszeitung

Musiker aus bis zu 13 Nationen

Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim wurde 1984 von dem Dirigenten und Celibidache-Schüler Peter Wallinger und einer Gruppe junger engagierter Musiker aus dem Stuttgarter Raum ins Leben gerufen. Längst ist sie zu einem professionellen Klangkörper geworden, der qualifizierte Musikerinnen und Musiker aus bis zu 13 Nationen vereint.

Geschätzt und unterstützt wird das klangdifferenzierte und vitale Spiel der Kammersinfonie sowie ihre markant-eigenwilligen Interpretationen auch von namhaften internationalen Solisten und Ensembles: Musiker wie der Pianist Bernd Glemser, die Geigerinnen Ulrike-Anima Mathé und Ursula Schoch, der australische Hornist Andrew Joy, der französische Harfenist Xavier de Maistre, der französische Pianist Bernard d’Ascoli oder der englische Bariton Konrad Jarnot zählen zu den Partnern der Kammersinfonie.

Neben den Konzerten in Bietigheim-Bissingen ist das Orchester regelmäßig zu Gast beim Festival „Musikalischer Sommer“ in der spätgotischen Frauenkirche Lienzingen und als „Orchestra in Residence“ bei der Konzertreihe „MühlackerConcerto“ im dortigen Uhlandbau, einem Konzertsaal, in dem schon vor 90 Jahren Musiker von Weltruf konzertierten.

20.05.2014, Mühlacker Tagblatt

Musikalische Sternstunde im Uhlandbau

Festkonzert mit der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ – Orchester und Solistin überzeugen. Mühlacker. Das Frühlingskonzert der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ im Uhlandbau war ein festliches Jubiläumskonzert. Die Musiker unter Dirigent Peter Wallinger feierten das 30-jährige Bestehen ihres Orchesters und zugleich „Zehn Jahre Konzerte im Uhlandbau“. Der Uhlandbau ist sozusagen das Mühlacker Winterdomizil des Orchesters, während es in den Sommermonaten in der Lienzinger Frauenkirche musiziert.

Peter Wallinger dirigiert die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim. Foto: Filitz

Ein Besucher war unter den Gästen, der das allererste Konzert vor 30 Jahren miterlebt hat. „Damals in der Frauenkirche ging es ganz unkompliziert zu“, berichtete Albrecht Brunner aus Aurich, heute 91 Jahre alt, „die Leute kamen mit ihren Kinderwagen ins Konzert, wenn die Kleinen laut wurden und sich nicht beruhigen ließen, wurde der Wagen eben wieder rausgeschoben. Anliegen von Peter Wallinger – an den Pulten saßen Schüler und Studenten – war es seinerzeit, klassische Musik in die Familien zu bringen.“

Kinderwagen waren 2014 nicht zu entdecken, und auch sonst hat sich einiges im Orchester getan. Heute vertreten die Musiker den Anspruch, nicht nur mit alter, sondern auch mit „neuer“ Musik möglichst viele Menschen zu erreichen. Der hohe Standard dieses Klangkörpers erfüllt inzwischen jeden professionellen Anspruch. International gefeierte Solisten schätzen die Begleitung der Kammersinfonie und spielen in ihren Konzerten auf.

Das Festkonzert im Uhlandbau kann mit Fug und Recht als eine Sternstunde in der langen musikalischen Geschichte des Hauses bezeichnet werden. Schon der fulminante Beginn mit Beethovens „Egmont-Ouvertüre“ mit triumphalen Klangbildern begeisterte die Zuhörer. Warum aber gerade die Musik zu einem Trauerspiel den Festabend eröffnete, wo es doch Grund zum Jubel gab, bleibt ein Geheimnis der Programmgestalter.

Die Geigerin Ursula Schoch brillierte mit dem Violinkonzert e-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ihre Violine erklang mit wunderbar weichem Ton, auch in den hohen Lagen. Auch die zartesten Flageolettöne waren, einfühlsam von den Streichern begleitet, deutlich zu vernehmen. Die Violine bestimmt schon früh im ersten Satz das Thema, das ohne Unterbrechung in den zweiten Satz, das Andante, hinüber leitet, der eingangs die Holzbläser wie aus einer anderen Welt erklingen lässt. Nach rasanten Läufen und wirbelnden Tonfolgen wollte die Künstlerin mit dem dritten Satz, einem Allegro molto vivace, ihren Auftritt beenden, aber der tobende Beifall des Publikums ließ sie nicht gehen. Mit einer Gavotte aus der E-Dur-Partita von Bach, in einer Weise intoniert, dass es ganz still in den Reihen wurde, verabschiedete sie sich.

Schuberts „Unvollendete“, ein Werk, das Musikwissenschaftler noch immer beschäftigt, wurde in einer reifen, sehr berührenden Art aufgeführt. Die beginnenden Bässe stimmen den Zuhörer erwartungsvoll ein, wie ein Spielball werden Themen zwischen Streichern und Bläsern hin und hergeworfen, Kontraste zwischen strahlend hellem Klang und düsterem Dunkel hörbar gemacht.

Auch das Orchester musste sich dem dankbaren Beifall beugen und beschenkte eine glückliche Besucherschar mit einer kleinen Ballettmusik aus „Rosamunde“, ebenfalls von Franz Schubert.

Eva Filitz

01.04.2014, Bietigheimer Zeitung

Die seltsamen Erlebnisse des Herrn Buffo in der Kelter

Süddeutsche Kammersinfonie führt mit Pyrmonter Theater Companie Musik-Krimi für Kinder auf - Die süddeutsche Kammersinfonie führt in der Kelter noch bis Mittwoch das Stück "Herr Buffo und der Notendieb" für Schüler auf - und die sind begeistert. Seit zehn Jahren besteht die Zusammenarbeit zwischen dem Kulturamt der Stadt und der süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim zur Veranstaltung von bunt gemischten Konzerten für Schüler. Aktuell auf dem Programm in der Kelter steht der Musik-Krimi "Herr Buffo und der Notendieb".

Mitglieder der süddeutschen Kammersinfonie bei der Aufführung "Herr Buffo und der Notendieb". Foto: Helmut Pangeri

Vier Musiker von der süddeutschen Kammersinfonie gestalteten zusammen mit Jörg Schade und Dorit Meyer-Gastell von der Pyrmonter Theater Companie das Stück, das der Darsteller auch selber schrieb. Während Georg Meyer (Klarinette), Michael Makarov (Violine), Patrick Burkhardt (Violoncello) und Simon Wallinger (Klavier) Teile aus bekannten Kompositionen etwa von Claude Debussy, Ludwig van Beethoven, Albert Lortzing, Antonin Dvorák oder Robert Schumann brillant musizierten, stellte sich Jörg Schade als sehr eifriger Musikerfinder und Notenreparierer Antonio Buffo den Kindern in der voll besetzten Kelter vor. Am Montagvormittag besuchten alle fünften Klassen der Ellental-Gymnasien eine der beiden Vorstellungen. Die Jungen und Mädchen hatten riesigen Spaß daran und machten auch freudig und lautstark mit. Immerhin ging es um merkwürdige Ereignisse im Haus des Herrn Buffo, denn da verschwanden plötzlich Noten, auch die Lackritzen des Cellisten. Die Lage wurde für Herrn Buffo sehr prekär, weil sogar die Noten für eine von ihm gerade fertiggestellte Auftragskomposition, die er als "Kuchenduett" bezeichnete, des Bäckermeisters Krapfmeyer unauffindbar war. Deshalb entschlossen sich Herr Buffo und die vier Musiker die im Haus wohnende Privatdetektiv Mathilda Clearwater zu engagieren. Diese ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie mit Musik eigentlich nichts anfangen könne, dass sie beim Anhören sogar müde werde und einschlafe. Die Detektivin machte sich dennoch auf die Suche nach einem Täter. Dabei verdächtigte sie auch die Kinder in der Kelter, was auf deren heftigen Protest stieß. Als Mathilda Clearwater dann doch ein von dem Quartett feinstimmig gespieltes Musikstück anhören musste, schlief sie prompt ein. Und nun passierte Unerwartetes, denn es stellte sich heraus, dass die Frau während sie fest schlief aufstand, über die Bühne tappte und alles stibitzte, was ihr in die Finger kam - auch die Noten des "Kuchenduetts".

Weil ihr diese Missetat aber niemand übel nehmen konnte, war sie sogar bereit, zusammen mit Herrn Buffo und den vier Musikern das "Kuchenduett" aufzuführen, und die Kinder in der Kelter konnten sich daran kräftig beteiligen. Alle Vorstellungen waren für die kleinen Zuschauer außerordentlich unterhaltsam und wurde von den beiden Darstellern sehr spannend gestaltet. Die vier Musiker spielten nicht nur sehr klangschön auf ihren Instrumenten, sie erwiesen sich auch als versierte Schauspieler.

Rudolf Wesner

10.04.2014, Vaihinger Kreiszeitung

Musiktheater weckt Neugier auf Klassik

„Herr Buffo und der Notendieb“ im Uhlandbau Mühlacker überzeugt junge Hörerschar „Herr Buffo und der Notendieb“ ist der Titel eines spannenden Musik-Krimis, mit dem das Pyrmonter Theater Companie erstmals auch im Uhlandbau Mühlacker innerhalb der Konzertreihe „MühlackerConcerto“ gastierte. In zwei ausverkauften Vorstellungen begeisterte es weit über 500 Schüler der Klassenstufen eins bis fünf aus Mühlacker und den Nachbargemeinden.

Seit vielen Jahren verfolgen die Musiker der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ unter der Leitung von Peter Wallinger mit der Pyrmonter Theater Companie von Jörg Schade in erfolgreicher Zusammenarbeit das Konzept „Klassik für Kinder“ als Musiktheater.

Antonio Buffo, meisterhaft verkörpert durch Jörg Schade, ist ein vielbeschäftigter Komponist und Notentüftler, der gemeinsam mit seinem „musikalischen Spitzenteam“ Stücke zu besonderen Anlässen komponiert und Noten repariert. Da hat zum Beispiel der Hund von Herrn Suppengrün beim letzten Gartenfest ein Notenblatt zerfetzt, wobei der wichtige vierte Ton des Motivs von Beethovens Schicksalssinfonie verloren ging. Dieser muss ebenso gefunden werden wie ein rhythmischer Effekt zu Lortzings Holzschuhtanz oder eine Geburtstagsmusik im Auftrag von Fräulein Bockmüller.

Bei alledem wurden die klassenweise angereisten jungen Besucher geschickt in die Handlung mit einbezogen. Mit viel Spaß und großem Eifer beteiligten sie sich klat- schend, singend und aufmerksam zuhörend. Denn viele bekannte Musikstücke wurden passgenau in das Bühnengeschehen eingeflochten, so Ausschnitte aus Smetanas „Moldau“, Griegs „Peer Gynt“, Beethovens „Wut über den verlorenen Groschen“ oder Schumanns „Träumerei“. Mit sichtlichem Vergnügen und schauspielerischem Engagement waren auch die Musiker der Kammersinfonie bei der Sache: Georg F. Meyer an der Klarinette, Michael Makarov an der Violine, Patrick Burkhardt am Violoncello und Simon Wallinger am Klavier.

Zum Inhalt: Eine Tages geschehen in Herrn Buffos bunter Dachkammer äußerst mysteriöse Dinge: Noten geraten durcheinander oder verschwinden ganz. Eine Detektivin – hervorragend gespielt von Dorit Meyer-Gastell –, die zufällig eine Etage tie- fer wohnt und Musik eigentlich nicht besonders liebt, wird eingeschaltet. Zu aller Überraschung entpuppt sie sich selbst als schlafwandelnde Täterin, die am Ende doch noch der Musik etwas abgewinnen kann und sich sogar zu einem Duett mit Herrn Buffo bewegen lässt. Das junge Publikum stimmt in auf Tafeln gezeigten Refrains freudig mit ein.

Eine Stunde spannendes Musiktheater vor kunstvoll gestalteter Dachkammerkulisse, mit exzellent vorgetragener und auf die jungen Hörer fein abgestimmter Musik, gespickt mit vielen, ganz ungezwungenen pädagogischen Einfällen, verging wie im Flug und hinterließ hell begeisterte Kinderherzen.

04.04.2014, Mühlacker Tagblatt

Klassik bewegt und begeistert Kinder

„Herr Buffo und der Notendieb“: Rund 500 Schüler verfolgen die neue musikalische Reihe im Mühlacker Uhlandbau Mühlacker (an). Peter Wallinger fühlt sich wohl im Uhlandbau. Der musikalische Leiter der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ zieht mit seiner Reihe „Mühlacker Concerto“ seit Jahren Musikliebhaber aus nah und fern an. Am gestrigen Donnerstag folgte nun ein deutlich jüngeres Publikum seiner Einladung, einen spannenden Musik-Krimi im Uhlandbau zu erleben. Insgesamt 500 Schüler aus Mühlacker und Diefenbach sahen und hörten das Stück „Herr Buffo und der Notendieb“, das Mitglieder der „kammersinfonie“ zusammen mit dem Autor und Darsteller Jörg Schade und Dorit Meyer-Gastell von der Pyrmonter Theater Companie auf die Bühne brachten.

„Die zwei Vorstellungen in Mühlacker waren schnell ausverkauft“, freut sich Peter Wallinger, der seit 2004 diese musikalische Kinder-Klassik-Reihe in Bietigheim anbietet. „Es ist wertvoll, Kinder an die klassische Musik heranzuführen“, so der „kammersinfonie“-Leiter, dessen Ensemble-Mitglieder Georg Mayer (Klarinette), Michael Makarov (Violine), Patrick Burkhardt (Violoncello) und Simon Wallinger (Klavier) den musikalischen Rahmen für den Musik-Krimi lieferten. Die Kinder, die nicht stumm in den Reihen sitzen mussten, sondern aktiv mit Bewegungen, Gesang und Beiträgen am Geschehen beteiligt wurden, begegneten in den je 50-minütigen Aufführungen Komponisten wie zum Beispiel Claude Debussy, Ludwig van Beethoven oder Robert Schumann.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Komponist und Musiktüftler Antonio Buffo, dem bei seiner Arbeit mysteriöse Dinge zustoßen. Noten geraten zunächst durcheinander, schließlich verschwindet ein von ihm komponiertes „Kuchenduett“, das er eigentlich schnell abliefern muss. Eine Detektivin wird engagiert, die dem Notendieb zusammen mit dem jungen Publikum auf die Schliche kommen soll. Und die Kinder sind natürlich mit Feuereifer dabei, den Täter zu finden.

„Mir hat die Musik sehr gut gefallen“, sagt der zehnjährige Paul von der Heidenwäldle-Schule, der daheim eher moderne Musik hört. Der gleichaltrigen Annabel wird ihr Auftritt auf der Uhlandbau-Bühne mit der Triangel in Erinnerung bleiben.

05.04.2014, Pforzheimer Zeitung

Mit Musiktheater Neugier auf Klassik geweckt

„Herr Buffo und der Notendieb“ im Uhlandbau Mühlacker überzeugt junge Hörerschar Mühlacker. Seit vielen Jahren verfolgen die Musiker der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ unter der Leitung von Peter Wallinger mit der Pyrmonter Theater Companie von Jörg Schade in erfolgreicher Zusammenarbeit das Konzept „Klassik für Kinder“ als Musiktheater. „Herr Buffo und der Notendieb“ ist der Titel eines spannenden Musik-Krimis aus der Feder des Theaterleiters, mit dem das Ensemble am vergangenen Donnerstag erstmals auch im Uhlandbau Mühlacker innerhalb der Konzertreihe „MühlackerConcerto“ gastierte und in zwei ausverkauften Vorstellungen weit über fünfhundert Schüler der Klassenstufen eins bis fünf aus Mühlacker und Nachbargemeinden begeisterte.

Antonio Buffo, meisterhaft verkörpert durch Jörg Schade, ist ein vielbeschäftigter Komponist und Notentüftler, der gemeinsam mit seinem „musikalischen Spitzenteam“ Stücke zu besonderen Anlässen komponiert und Noten repariert.

Da hat zum Beispiel der Hund von Herrn Suppengrün beim letzten Gartenfest ein Notenblatt zerfetzt, wobei der wichtige vierte Ton des Motivs von Beethovens Schicksalssinfonie verloren ging. Dieser muss ebenso gefunden werden wie ein rhythmischer Effekt zu Lortzings Holzschuhtanz oder eine Geburtstagsmusik im Auftrag von Fräulein Bockmüller.

Bei alledem wurden die klassenweise angereisten jungen Besucher geschickt in die Handlung mit einbezogen. Mit viel Spaß und großem Eifer beteiligten sie sich klatschend, singend und aufmerksam zuhörend. Denn viele bekannte Musikstücke wurden passgenau in das Bühnengeschehen eingeflochten, so Ausschnitte aus Smetanas „Moldau“, Griegs „Peer Gynt“, Beethovens „Wut über den verlorenen Groschen“ oder Schumanns „Träumerei“.

Mit sichtlichem Vergnügen und schauspielerischem Engagement waren auch die Musiker der Kammersinfonie bei der Sache: Georg F. Meyer an der Klarinette, Michael Makarov an der Violine, Patrick Burkhardt am Violoncello und Simon Wallinger am Klavier.

Eine Tages geschehen in Herrn Buffos bunter Dachkammer äußerst mysteriöse Dinge: Noten geraten durcheinander oder verschwinden ganz. Eine Detektivin - hervorragend gespielt von Dorit Meyer-Gastell -, die zufällig eine Etage tiefer wohnt und Musik eigentlich nicht besonders liebt, wird eingeschaltet. Zu aller Überraschung entpuppt sie sich selbst als schlafwandelnde Täterin, die am Ende doch noch der Musik etwas abgewinnen kann und sich sogar zu einem Duett mit Herrn Buffo bewegen lässt. Das junge Publikum stimmt in auf Tafeln gezeigten Refrains freudig mit ein.

Eine Stunde spannendes Musiktheater vor kunstvoll gestalteter Dachkammerkulisse, mit exzellent vorgetragener auf die jungen Hörer fein abgestimmter Musik, gespickt mit vielen, ganz ungezwungenen pädagogischen Einfällen vergeht wie im Flug und hinterlässt hell begeisterte Kinderherzen.

14.01.2014, Pforzheimer Zeitung

Originelles Gesamtkunstwerk: Wallingers Neujahrskonzert

Mühlacker. Eines muss man Peter Wallinger lassen: Seine Konzert-Ideen sind originell. Beim Neujahrskonzert der von ihm geleiteten sueddeutschen kammersinfonie am Sonntagvormittag im Mühlacker Uhlandbau, das mit „Nordische Impressionen“ überschrieben war, wurden Musikstücke hauptsächlich skandinavischer Komponisten aufgeführt, die kunstvoll rezitierte Gesänge (Runen) aus der „Kalevala“ sinnfällig umrahmten und begleiteten.

Das von Elias Lönnrot im 19. Jahrhundert aus nordischen Sagen und Mythen geformte finnische Volksepos handelt metaphernreich von den Helden Väinämöinen, Ilmarinen und Lemminkäinen sowie der Hexe Louhi und von ihrem Kampf um den Sampo, einem magischen Gegenstand, der dem Besitzer Macht und Reichtum verspricht.

Wallingers Ensemble musizierte dazu allerhand rhythmisch Akzentuiertes und Tänzerisches: Kuhreigen und Bauerntänze von Edvard Grieg, die Serenade auf schwedische Volksmelodien von Max Bruch, das Spielmannsporträt „Der Saitenzupfer“ von Pehr Henrik Nordgren, Carl Nielsens Suite für Streichorchester op. 1, die Humoreske Nr.IV (op. 89b) für Solovioline und Streicher von Sibelius und den 3.Satz aus Benjamin Brittens „Simple Symphonie“. Die interessante Zusammenstellung von Kompositionen, die man sonst kaum zu hören bekommt, rückte mit ihrem Charme und vielgestaltigen musikalischen Reichtum die Rezitation der Runen klangprächtig ins Rampenlicht.

Zu einem vergnüglichen Höhepunkt entwickelte sich die Kombination der Sibelius-Humoreske mit dem Vortrag von „Lemminkäinens schrägem Gesang“ (42.Rune). Dabei stehen sich der von Sachiko Kobayashi brillant ausgestaltete Violin-Solopart und Runen-Text gegenüber, der sich über Lemminkäinens „mit schief geschobenen Kiefern“ misslingende Singversuche mokiert. Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth, die freiberuflich als Sprachgestalter tätig sind, statteten die stabreimenden Runen-Verse mit intensiver Betonung und feiner Sprachmelodie aus.

Eckehard Uhlig

14.01.2014, Bietigheimer Zeitung

Neujahrskonzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim

Mit dem vielschichtigen Programm "Nordische Impressionen" entführte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim die Besucher in der voll besetzten Kelter am Sonntagnachmittag in den hohen Norden - nach Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark.

Foto: Helmut Pangerl Seit 30 Jahren dirigiert Peter Wallinger die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim.

Der besondere Reiz dieses Konzerts der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim lag in der Erweiterung der Musik durch die Sprache. Aus dem im 19. Jahrhundert zusammengetragenen, aus insgesamt 22 795 Versen, die als Runen bezeichnet werden, bestehenden finnischen Volksepos "Kalevala" rezitierten Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth etliche Passagen.

Rhythmisch akzentuiert und tänzerisch bewegt erklangen zu Beginn "Kuhreigen und Bauerntanz" aus Opus 63 von Edward Grieg. Diese heiteren, folkloristisch wirkenden Stücke gaben der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim erste beeindruckende Gelegenheiten, mit gewohnt klarem, dichtem und warmem Streicherklang zu erfreuen. Auch drei Sätze aus einer Serenade nach schwedischen Volksweisen von Max Bruch musizierte das Orchester beschwingt und in sehr fein nuancierter Ausführung. Der finnische Komponist Pehr Henrik Nordgren lebte von 1944 bis 2008. Der Leiter der Bietigheimer Kammersinfonie, Peter Wallinger, hatte ihn noch selbst kennengelernt und führte schon in der Vergangenheit Stücke von ihm auf. Aus der im Jahr 1976 entstandenen Suite "Pelimannimuotokuvia", Opus 26, waren zwei lebhafte und regelrecht fröhlich wirkende Sätze zu hören. Die bekannte "Sentimental Saraband" aus der "Simple Symphonie" von Benjamin Britten wurde zu einem weiteren musikalischen Glanzstück. Mit großer Einfühlsamkeit und Sensibilität interpretierte die Konzertmeisterin der Süddeutschen Kammersinfonie, Sachiko Kobayashi, auf der Violine den Solopart der Humoreske op. 89b von Jean Sibelius.

Um nachdrücklich zu unterstreichen, dass das Konzert "Nordische Impressionen" gute Laune bei den Besuchern auszulösen vermochte, wiederholten Peter Wallinger und seine ambitionierten Musikerinnen und Musiker noch einmal den burlesken "Bauerntanz" von Edward Grieg am Ende des Programms. Danach folgten noch zwei Zugaben als Dank für den anhaltenden Schlussapplaus.

Dazwischen ergriff die Vorsitzende des Fördervereins der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim, Nicole Raichle, das Wort. In einer kurzen, launigen Rede gab sie einen Rückblick auf die mittlerweile 30-jährige Geschichte des Orchesters und dankte Peter Wallinger für dessen unermüdliches Engagement, mit dem es ihm gelang, seinem Klangkörper weitreichende Anerkennung für dessen hohes künstlerisches Niveau zu erzielen. Auch im neuen Jahr, so versicherte Nicole Raichle, stehen etliche interessante Projekte vor ihrer Verwirklichung.

Hervorzuheben ist nicht zuletzt die Rezitation aus dem finnischen Epos "Kalevala" durch die beiden fabelhaften Sprecher Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth. Mit einem vom Versrhythmus bestimmten, angemessenen Pathos und in überaus klarer Artikulation trugen sie die ausgewählten Runen hervor. Darin wurde von den Abenteuern dreier Helden aus dem Kalevala-Land im Süden Finnlands berichtet, die sie bei ihrer Werbung um die schöne Nordlandjungfrau erlebten. Außerdem spielt ein zauberisches Gefäß mit der Bezeichnung Sampo eine wesentliche Rolle, um das es einen wilden Kampf gibt, bei dem es zerbrach. Doch seine Scherben bringen den Helden schließlich Glück. Der Inhalt dieses Epos wirkte in der deutschen Übersetzung authentisch und ursprünglich.

Rudolf Wesner

13.01.2014, Marbacher Zeitung

Genussreich ins neue Jahr

Die Kammersinfonie hat das Neujahrskonzert in der Gemeinde gestaltet. Zu einer geschätzten und lieb gewonnen Tradition haben sich die vom Kulturprisma alljährlich zum Jahresbeginn veranstalteten Konzerte entwickelt, die inzwischen immer mehr Besucher aus der Umgebung anlockt.

Während sich viele Musikfreunde jährlich auf die aus Wien im Fernsehen am Neujahrstag übertragenen Polka- und Walzerrunden mit dem Radetzkymarsch zum Abschluss freu en, dürfen die Neujahrskonzert-Besucher in Murr stets Überraschendes und Neues erwarten: In diesem Jahr - beim 20. Konzert mit der Süddeutschen Kammersinfonie - hat der Dirigent Peter Wallinger einmal mehr mit seinem En- semble junger Musiker diesen Erwartungsanspruch erfüllt und mit seinen „Nordischen Impressionen" eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie Sprache, in Verse gesetzt, zu Musik werden kann.

Von den 50 Runen (Gesänge mit insgesamt fast 23 000 Versen) aus dem finnischen Nationalepos „Kalevala" hat Peter Wallinger einige Runen ausgewählt, die von Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth rezitiert wurden - und das so gekonnt, dass das gesprochene Wort und die vom Orchester gespielte Musik zu einer großartigen Einheit verschmolzen. Kalevala-Runen und die ausgewählten Stücke von Edvard Grieg, Max Bruch, Pehr Henrik Nordgren, Carl Nielsen, Jean Sibelius und Benjamin Britten ergänzten sich zu musikalischer Erzählkunst vom Feinsten, die ins dämmerdunkle Nordland führten, wo „alle Lauscher" in Zauberschlaf fielen. Nicht so die Konzertbesucher im Murrer Bürgersaal, die sich vom Bauerntanz (Grieg), schwedischen Volksmelodien (Bruch), dem „Saitenzupfer" (Nordgren), der „Humoreske" (Sibelius) oder der „Simplen Symphonie" (Britten) großartig unterhalten fühlten.

Sprachlich wunderschöne Rezitationen des Sprachgestalter-Duos auf der einen, filigran durchsichtig, elegant, ebenso engagiertwie brillant musizierend die Kammersinfonie auf der anderen Seite servierten der vom Publikum im voll besetzten Saal mit starkem Beifall aufgenommen wurde. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim zeichnet sich auch im 25. Jahr ihres Bestehens als ein faszinierend frischer Klangkörper aus, erfreute die Zuhörer durch ihr vitales klangdifferenziertes Spiel. Die Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi (Violine) gefiel auch mit ihrem fantastischen Soloeinsatz.

Kulturamtsleiter und Kulturprismagründer Matthias Bader erinnerte bei den Grußworten zum 20. Neujahrskonzert an das Motto „Wir probieren's mal", das beim ersten Konzert vor zwei Jahrzehnten Pate stand und dankte dem Dirigenten Peter Wallinger, der mit tollen Programmen zur erfolgreichen Entwicklung der Neujahrskonzerte beigetragen habe sowie den treuen Besuchern.

Helmut Schwarz

14.01.2014, Mühlacker Tagblatt

Nordische Klassik in Musik und Text

Mit dem vielschichtigen Programm „Nordische Impressionen“ hat die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim unter Leitung ihres Gründers Peter Wallinger die Besucher des Neujahrskonzerts im voll besetzten Uhlandbau in den Norden Europas, nach Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark, entführt.

Abwechslungsreich: Zur Musik der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim rezitieren Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth aus dem finnischen Volksepos „Kalevala“. Foto: Fotomoment

Der besondere Reiz des Programms lag in dessen Erweiterung durch die Sprache. Aus dem finnischen Volksepos „Kalevala“ rezitierten Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth etliche Verse, sogenannte Runen.

Rhythmisch akzentuiert und tänzerisch bewegt erklangen zu Beginn des Konzerts „Kuhreigen und Bauerntanz“ aus Opus 63 von Edward Grieg. Diese heiteren, folkloristisch wirkenden Stücke gaben der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim erste beeindruckende Gelegenheiten, mit gewohnt klarem, dichtem und warmem Streicherklang zu erfreuen. Auch drei Sätze aus einer Serenade nach schwedischen Volksweisen von Max Bruch musizierte das Orchester beschwingt und in sehr fein nuancierter Ausführung.

Der finnische Komponist Pehr Henrik Nordgren lebte von 1944 bis 2008. Peter Wallinger hatte ihn noch selbst kennengelernt und deshalb in der Vergangenheit immer wieder einzelne Stücke des Künstlers aufgeführt. Aus seiner im Jahr 1976 entstandenen Suite „Pelimannimuotokuvia“, Opus 26, waren zwei lebhafte und regelrecht fröhlich wirkende Sätze zu hören.

Auch die bekannte „Sentimental Saraband“ aus der „Simple Symphonie“ von Benjamin Britten wurde zu einem musikalischen Glanzstück. Mit großer Einfühlsamkeit und Sensibilität interpretierte die Konzertmeisterin der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim, Sachiko Kobayashi, auf der Violine den Solopart von Sibelius‘ Humoreske op.89b.

Den burlesken „Bauerntanz“ von Edward Grieg spielte das Orchester am Ende des Programms noch einmal in schnellem Tempo. Danach folgte noch eine Zugabe als Dank für den anhaltenden, freudigen Schlussapplaus im Uhlandsaal.

Hervorzuheben ist nicht zuletzt die Rezitation aus dem finnischen Epos „Kavelava“ durch die beiden fabelhaften Sprecher Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth. Mit einem vom Versrhythmus bestimmten, angemessenen Pathos und in überaus klarer Artikulation trugen sie die ausgewählten Runen vor. Darin wurde von den Abenteuern dreier Helden aus Kalevala-Land im Süden Finnlands berichtet, die sie bei ihrer Werbung um die schöne Nordlandjungfrau erleben. Außerdem spielt ein magisches Gefäß mit der Bezeichnung „Sampo“ eine wesentliche Rolle, um das es einen wilden Kampf gibt, bei dem es zerbricht. Doch seine geretteten Scherben bringen den Helden schließlich Glück.

Der Inhalt dieses Epos ist außerordentlich spannend und wirkte in der deutschen Übersetzung sehr authentisch und ursprünglich, wozu die Vortragskunst der beiden Sprecher wesentlich beitrug.

Rudolf Wesner