Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim im Louis-Bührer-Saal. Nicht weit von Ludwigsburg entfernt, in Bietigheim, hat die Geschichte Ihren Anfang genommen. Seit 27 Jahren wird sie erzählt, oder besser, erzählt sich immer wieder selber, in der Sprache der Musik. Die Rede ist von der Entstehung des inzwischen weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten Orchesters Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim, das ihr Dirigent Peter Wallinger 1984 gründete und bis heute künstlerisch leitet.

Das tat er auch gestern Abend, im voll besetzten Louis-Bührer-Saal der Ludwigsburger Kreissparkasse. Beim betörenden Klassik-Konzert, „Die Jahreszeiten“, das Kompositionen aus vier Jahrhunderten zu Gehör brachte. „Wir sind heute Abend privilegiert“, begrüßte Dr. Heinz-Werner Schulte die 350 Zuhörer, „denn für uns spielt ein außergewöhnliches Orchester, unter der Leitung eines außergewöhnlichen Dirigenten, in Begleitung der nicht minder außergewöhnlichen und in Ludwigsburg geborenen Geigenvirtuosin Ursula Schoch.“ Er freue sich, so der Vorstandsvorsitzende, selber sehr auf das Konzert. „Wir werden uns von herausragenden Musikern durch die Jahreszeiten führen lassen.“ In seiner Begrüßung erzählte Schulte kurz die Entstehungsgeschichte der „alten Bekannten“, die sich alle einst am Bietigheimer Ellental-Gymnasium kennengelernt hatten. Dort arbeitete Pater Wallinger als Mathe- und Musiklehrer. Aus Wallingers Brotberuf wurde die berühmte Berufung und er Initiator und Dirigent der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Viele seiner ehemaligen Schüler sind Berufsmusiker geworden. Wollten aber weiterhin mit dem Maestro aus gemeinsamen Schultagen musizieren. Genau das taten sie auch, tun es noch, erfolgreich, hoch anerkannt. Viele Einspielungen dokumentieren das beeindruckend. Orchester, Dirigent und die international renommierte Geigen-Virtuosin Ursula Schoch haben zusammen schon zahlreiche Werke auf CD aufgenommen, sind im wahrsten Sinne gut aufeinander eingespielt. Die „alten Bekannten“ aus Bietigheimer Tagen faszinieren ihr Publikum mit Konzerten voller Hingabe. Und erspielen Interpretationen, die in vermeintlich gut bekannten Kompositionen dem Zuhörer das Neue entdecken. Das gelang auch gestern Abend. Zur Aufführung kamen Werke von Antonio Vivaldi, Edvard Grieg, Arvo Pärt und Peter Iljitsch Tschaikowsky. Vorgetragen mit hoher Werk-Empathie und der Fähigkeit, neue Akzente zu setzen. In der Tat, sie waren privilegiert, die vielen Klassikfreunde. Nicht nur wegen der Zugabe.

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