Santy Masciarò bezauberte beim Neujahrskonzert der Kammersinfonie

Gitarrist Santy Masciarò verzauberte beim Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim die Zuhörer in der Kelter mit virtuosen Spiel und einer im italienischen Original vorgetragenen Lesung aus der „Göttlichen Komödie“.


Peter Wallinger leitet seit 34 Jahren die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim. Foto: Martin Kalb

Er habe eine ausgeprägte „passione“ für die Musik und die Poesie Italiens, eine große Leidenschaft, bekannte der im sizilianischen Syrakus geborene Gitarrist Santy Masciarò. Der Musiker, der viele Jahre in Deutschland Gitarre lehrte und sich mittlerweile in Südfrankreich niedergelassen hat, war der Solist des Neujahrskonzertes der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim in der Kelter.

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert setzt die vom Dirigenten Peter Wallinger gegründete Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim außergewöhnliche Akzente im Konzertgeschehen, und das weit über die Grenzen Bietigheims hinaus – gelingt es doch dem künstlerischen Leiter immer wieder, für die Auftritte des Orchesters interessante und hochkarätige Solisten zu gewinnen, die das jeweilige Programm mit ihrer Kunst zu bereichern wissen. In diesem Jahr war Santy Masciarò der Solist, der diese Aufgabe mit Bravour erfüllte. Schon der Auftakt, Antonio Vivaldis dreisätziges, als anspruchsvoll geltendes Concert D-Dur für Gitarre und Orchester, zeigte überaus eindrucksvoll, wie wunderbar der Klang der Gitarre mit dem der Geigen, Celli und Bratschen einhergeht.

Nachdem die Zuhörer in der Kelter Zeuge sein durften, wie Santy Masciarò seine Passion Musik auslebt, kamen sie anschließend in den Genuss seiner zweiten Leidenschaft: dem geschriebenen Wort. Der Musiker rezitierte Auszüge aus dem fünften und 33. Gesang der von Dante Alighieri vor rund 700 Jahren verfassten Dichtung, der „Göttlichen Komödie“. Santy Masciarò trug diese Auszüge im Original, in italienischer Sprache, und mit ruhigem und unaufdringlichem Duktus vor. Beeindruckend war hierbei besonders die Tatsache, dass er die Erlebnisse des Ich-Erzählers auf der Reise durch die drei Reiche der jenseitigen Welt, wie auch seine Musik, samt und sonders auswendig vortrug.

Zwischen den Rezitationen griff Santy Masciarò immer wieder zu seinem Instrument, dem er in „Carneval in Venedig“ des spanischen Komponisten Francisco Tárrega virtuose Variationen über ein Thema von Nicolo Paganini, dem als „Mein Hut, der hat drei Ecken“ auch in Deutschland bekannten Volkslied, entlockte.

Dieses Werk zeigte sehr unterhaltsam die klanglichen und technischen Möglichkeiten der Gitarre auf. Diese konnte der Zuhörer dann auch bei der Darbietung von Mauro Giulianis Konzert A-Dur für Gitarre und Orchester erleben: Er hörte ein perfektes und harmonisches Zusammenspiel der Streicher mit dem Gitarristen, der nicht nur behende oder kräftig die Saiten strich und zupfte, sondern auch mal behutsam mit den Fingern den Korpus seine Instrumentes beklopfte.

Das abschließende Stück, das Concerto per Archi von Nino Rota, war ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Neujahrskonzerts der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim: Mit dieser viersätzigen Komposition unterstrichen die Musiker ihre herausragende Stellung in der Region.

Redaktion Miriam Staudacher

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