Virtuose Klavierkunst hat in Bietigheim einen Namen: Müllerperth. Das zeigte sich wieder beim Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie. Zu hören war ein brillanter Soloakt.


Die Süddeutsche Kammersinfonie unter der Leitung von Peter Wallinger im Kronenzentrum. 
Foto: Martin Kalb

Am Freitagabend gab es ein Wiedersehen mit Magdalena und Marina Müllerperth, zwei Konzertpianistinnen, die auf internationalem Niveau in die Tasten greifen – und das voll Temperament und Leidenschaft. Im Kronenzentrum konzertierten sie mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim.

Das Konzert im Kronenzentrum war mit „Leidenschaft der Töne“ überschrieben und genau das traf den Kern. Kaum ein berühmter Komponist stünde dafür besser Pate als Johannes Brahms. Mit seinen ungarischen Tänzen eröffnete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ein leidenschaftliches Konzert. Unter den Händen ihres Dirigenten Peter Wallinger wurde eine Interpretation daraus, die Brahms sicher auch gefallen hätte. Teils gehen die Tänze schon in Richtung „ungarische Zigeunermusik“, und dieses Feuer entfachte das versierte Kammerorchester, das, gut aufeinander eingespielt, wieder einmal eine Glanzleistung vollbracht hat.

Mit Joseph Haydns Klavierkonzert in D-Dur potenzierte sich diese Leidenschaft noch einmal.

Beide Pianistinnen haben als ganz kleine Mädchen angefangen und sind die Karriereleiter traumhaft hinaufgeklettert.

Nach der Pause gab es eine knisternde Begegnung mit Felix Mendelssohn Bartholdys Klavierkonzert Nr. 2 in d-Moll. Erstaunlich, dass keine Funken flogen bei jedem rasanten Lauf, den die versierten Finger von Magdalena Müllerperth in den Flügel einmassierten. Da war trotz robustem Tempo die Nuance jedes Anschlags pointiert zu hören. Auswendig zauberte die Pianistin wahre Wunder auf die Tasten, wendig, leicht und doch energisch – eine Meisterin ihres Fachs. Natürlich brandete der Applaus und wollte kein Ende nehmen. Wer die Leidenschaft weckt, muss damit rechnen, dass man ein aufgewühltes Publikum erst einmal wieder besänftigen und abkühlen muss. Das tat die Pianistin schließlich auch gewissenhaft. Zum Abschied servierte sie Bach, die Gigue und die Sarabande aus der fünften Französischen Suite – schlicht, schlank und schön.

Susanne Yvette

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