Mühlacker. „Papa Haydns kleine Tierschau“ oder „Wie klingt eigentlich eine Giraffe?“. Intensiv haben rund 450 Schüler der Klassenstufen eins bis fünf die Aufführungen dieses Musiktheaterstücks im Uhlandbau mit verfolgt und den Komponisten bei der Fertigstellung einer neuen Sinfonie unterstützt.


Ohne Publikum läuft es nicht bei dem Komponieren. Foto: Rainer Appich

Joseph Haydn hat ein Problem: Im Auftrag der Kaiserin Maria Theresia soll er ein Musikstück über die Giraffe verfassen. Doch der von seinem Orchester liebevoll „Papa Haydn“ genannte Komponist kennt weder dieses Tier, noch will ihm etwas Vernünftiges dazu einfallen. Er hat zwar schon den Takt einer Uhr vertont, dem Jagen und auch verschiedenen Tieren, wie dem Bären, einer Lerche oder der Henne, klingende Denkmale gesetzt, aber an der Giraffe droht das musikalische Genie vom Schloss Esterhazy zu scheitern. Zu allem Übel huscht immer wieder eine freche Maus durch sein Studierzimmer und verspeist genüsslich seine beschriebenen Notenblätter. Da ist dringend die Hilfe der jungen Zuhörer gefragt. Sie warnen den Komponisten vor der gefräßigen Schlossmaus „Louise“. Der fleißigen Mitarbeit der Kinder hat es Haydn letztlich zu verdanken, dass er nun weiß, wo die Giraffe zu Hause ist, wie das Tier aussieht und welches Instrument mit seiner Klangfarbe den staksigen und langhalsigen Steppenbewohner musikalisch am besten abbildet.

Erfolgreiche Arbeit mit zwei Aufführungen fortgesetzt


Mit dieser spannenden Geschichte haben die von Peter Wallinger geleitete Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim und die Pyrmonter Theater Companie, vertreten durch Jörg Schade als „Papa Haydn“ und Christiane Schoon als „Schlossmaus Louise“, ihre seit Jahren bestehende erfolgreiche Arbeit im Bereich des Musiktheaters „Klassik für Kinder“ fortgesetzt. In Bietigheim gebe es solche Vorstellungen seit langem und in Mühlacker nun zum dritten Mal, erklärte Wallinger. „Es ist immer wieder interessant, wie die Kinder reagieren“, sagte der Orchesterleiter, aus dessen Ensemble Flötistin Verena Guthy-Homolka, Oboist Nikola Stolz, Klarinettistin Stefanie Faber, Hornistin Gunilla Kühn und Frank Lehmann mit dem Fagott mitwirkten. Die beiden Vorstellungen wurden am gestrigen Vormittag von Schülern aus Illingen, Ötisheim, Ölbronn, Bretten, Diefenbach, Großglattbach, von der Johann-Christoph-Blumhardt-Schule, der UvD- und der Heidenwäldleschule besucht.

Rainer Appich

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