Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim präsentiert am zweiten Adventssonntag ein festliches Programm im Uhlandbau

In der Reihe „Mühlacker Concerto“ erlebt der Uhlandbau ein weiteres bemerkenswertes Konzert mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger. Foto: Willimek

Mit dem Konzert für Diskanthorn und Streicher von Johann Baptist Georg Neruda war wohl mit Bedacht ein fulminanter Einstieg gewählt worden, als die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim am vergangenen Sonntag im Uhlandbau konzertierte.

Mühlacker. Der Solist des Werkes, der mehrfach ausgezeichnete Trompeter Wolfgang Bauer, verstand es, seinem Instrument einen energischen und doch weichen Klang zu entlocken, ja ihm fast schon eine Stimme zu verleihen, die in ihrem melodischen Fluss den Streichern um nichts nachstand und mit dem differenzierten Orchesterklang überzeugend harmonierte.

Einen reizvollen Kontrast im Programm der Reihe „Mühlacker Concerto“ bildete das Moderato aus der „Musica adventus“ des zeitgenössischen lettischen Komponisten Peteris Vasks. Der zarte Einsatz der Streicher wirkte geradezu schüchtern und zurückhaltend. Fließend und dynamisch illustrierte das Orchester auf dieser Basis eine ausgedehnte Entwicklung. Immer wieder schien sich vor den leisen Streicherklängen im Hintergrund eine organische Bewegung gleich einem leisen Protest zu erheben, der jedoch gleich wieder verebbte. Das fast schon perkussive Spielen mit dem Bogenholz rief dabei den Eindruck einer kalten und einsamen Winterlandschaft hervor. Erst in Verbindung mit Fragmenten des Weihnachtsliedes „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, die sich zunehmend herauskristallisierten, entlud sich das Stück in einem vielschichtigen, eigentümlichen Höhepunkt.

Lebhafter wurde es wieder mit dem Trompetenkonzert Es-Dur von Joseph Haydn. In drei Sätzen bewies Wolfgang Bauer auch in diesem Stück sein hohes Niveau als Trompeter. Mal kraftvoll, fanfarenhaft oder musikalische Kapriolen schlagend, mal mit ruhiger Linienführung präsentierte er die volle Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten des Instruments. Das Finale glich einem prächtigen Feuerwerk. Mit der Berceuse des russischen Komponisten und Trompeters Vassily Brandt verabschiedete der Solist sich und das Publikum in die Pause.

Im zweiten Teil folgte dann Ludwig van Beethovens 8. Sinfonie. Hier überzeugte das Orchester mit vollem Klang und stimmiger Dynamik – beste Voraussetzungen für eine gelungene Interpretation des heiteren, vielschichtigen Werks in vier Sätzen. Der Wechsel zwischen dramatischen Spannungsbögen und ruhigeren Passagen gelang fließend. Durch das dynamische, expressive Dirigat von Peter Wallinger erhielt das Orchester entscheidende rhythmische Impulse. Für den stürmischen Beifall bedankte sich das Ensemble mit einer kurzen Zugabe, ehe es das Publikum in den Abend entließ.

Sina Willimek

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