Großer Orchesterklang gepaart mit glanzvollen Instrumental- soli von Ursula Schoch und Mi- chael Gieler prägten das Kon- zert der Süddeutschen Kam- mersinfonie Bietigheim. Das Publikum im Kronenzentrum war hingerissen von der mit eleganter Finesse interpretier- ten Sinfonia Concertante in Es-Dur von Mozart und ande- ren Werken.

Die zum Soundtrack des legendären Mozart-Filmes „Amadeus“ gehörende Sinfonia Concertante ist ein Werk mit vielen Facetten. Das von Peter Wallinger dirigierte Orchester erfüllte den Konzertsaal zunächst mit spannungsreichen, raumgreifenden Klängen, bevor die beiden Solisten eine intensiv-melancholische Note hinzufügten. Die in Ludwigsburg geborene und in Sachsenheim aufgewachsene Violinistin Ursula Schoch, die nach dem Abitur am Ellentalgymnasium in Köln Musik studierte und heute international gefragt ist, hatte an diesem Abend ein Heimspiel. Den Erwartungsdruck des Publikums erfüllte sie mühelos in einem hingebungsvollen Duett mit dem Österreicher Michael Gieler an der Viola. Den Mittelteil des berühmten Mozart- Werkes prägten die beiden Solisten mit Seelentiefe und treibender Virtuosität, bevor das Orchester mit einem übermütigen und rasanten Presto schloss.

Die Mozart-Komposition war aber nicht das einzige musikalische Erlebnis, das die renommierte Kammersinfonie unter dem Titel „Konzertantes Vergnügen“ kredenzte. Passend zu diesem sonnigen Wochenende beschrieb das Orchester in der Haydn-Sinfonie „Le Matin“ Morgenstimmung in vollendeter Schönheit. Getragen von den Streichern trillerten Flöten, Holzbläser und Hörner erwachten, die Natur präsentierte sich schließlich in ihrer ganzen Pracht. Besonders gefiel der fast schon intime Dialog von Fagott, Cello und Viola im Mittelteil.

Die Süddeutsche Kammersinfonie ist bekannt dafür, dass sie auch neue, ungewohnte Musik einem breiten Publikum näherbringt. Das gelang mit der Suite „Pulcinella“ von Igor Strawinsky, dessen eigenwillige Kompositionen in den 20er Jahren für Skandale sorgten. Die Suite begann mit kurzen Sequenzen von barocker Klarheit, entwickelte sich aber im weiteren Verlauf zu einem burlesken, theatralischen Geschehen. Kein Wunder, denn Pulcinella ist eine Figur aus der Commedia dell’Arte und so wurde die Suite immer mehr zum heiteren Spaß, der in einem komischen Dialog von Posaune und Kontrabass gipfelte. Die von Verfremdungen und Dissonanzen geprägte Suite setzte die Kammersinfonie der- art souverän und amüsant um, so dass deren Komplexität fast schon in den Hintergrund geriet.

Angelika Baumeister

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