Ein „konzertantes Vergnügen“ versprach die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihren Zuhörern am Freitag im nur zur Hälfte besetzten Kronensaal und dies hielt das Orchester ohne Einschränkung ein.

Mit der Sinfonie Nummer sechs in D-Dur, die den Beinamen „Le Matin“ trägt, von Joseph Haydn eröffnete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim das Programm mit heiterem, unbeschwertem, in den Dialogen zwischen Streichern und Bläsern ungemein lebendigem und farbenfreudigem Musizieren.

Das im Jahr 1761 entstandene viersätzige Werk beschreibt voller Lyrik einen Sonnenaufgang und wirkt insgesamt wie eine musikalische Huldigung der Natur. Doch auch heiter-ländliche, mithin tänzerische Motive klingen darin an und immer wieder erhalten außer der ersten Violine auch einzelne weitere Instrumente, wie Flöte, Fagott oder Violincello reizvolle solistische Aufgaben. Unter der Leitung von Peter Wallinger entstand damit eine hell leuchtende, fassettenreich und transparent gestaltete Aufführung der Komposition.

Den beiden exzellenten Solisten des Abends, Ursula Schoch an der Violine und ihrem Kollegen aus dem Concertgebouw Orkestra Amsterdam Michael Gieler an der Viola, zuzuhören, war ein weiteres konzertantes Vergnügen. Zusammen mit der glanzvoll und nuancenreich begleitenden Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim gestalteten sie die Sinfonia Concertante Es-Dur, KV 364 von Wolfgang Amadeus Mozart zu einem delikaten Ohrenschmaus. Einmal mehr beglückte Ursula Schoch mit ihrem Spiel. Ihr zur Seite entfaltete Michael Gieler auf der Viola warmen, wohl ausgewogenen Klang. Das Solistenpaar bestach ein ums andere Mal mit einem vital ausgeführten Dialog ihrer Instrumente. Beim Andante hoben Ursula Schoch und Michael Gieler einen stimmungsmäßigen Kontrast im Schlusssatz, einem Presto, hervor, indem sie sich bei straffen, keineswegs jedoch überzogenen Tempi kurze, prägnante Motive übermütig zuwarfen. Für den lebhaften Applaus spielten sie noch eine Paraphrase für Violine und Viola über die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“. Von kammermusikalischen Delikatessen wird Igor Strawinskys Suite für Orchester „Pulcinella“ geprägt. Für die Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim war die Aufführung des 1920 uraufgeführten Werks ganz offensichtlich ein künstlerisches Vergnügen. In den neun Sätzen, die zum Teil auf Kompositionen des italienischen Barockmeisters Giovanni Battista Pergolesi basieren, konnte das Orchester seine Klangpracht entwickeln. Kontraste aus kammermusikalischen Elementen und Orchesterunisono sowie rhythmisch akzentuierte Passagen schillerten bunt. Besonders vergnüglich war die Aufführung des von kompositorischem Witz getragenen Satzes „Vivo“, in welchem sich Posaune und Kontrabass zu einem unbeschwertem Duett miteinander verbanden.

Rudolf Wesner

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