Die neue CD der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ bietet den Auftakt zum Jubiläumsjahr 2014, in dem das Orchester sein 30-jähriges Bestehen feiert. Alles rankt sich um Mozart.

Bietigheim-Bissingen. Mit Werken aus der Saison 2013 wird die Dokumentationsreihe „Kammersinfonie live“ bereits in der elften Folge fortgesetzt. Unter der Leitung von Peter Wallinger, Schüler des rumänischen Dirigenten Sergiu Celibidache, rückt das Orchester für die CD – wieder einmal – die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart in den Mittelpunkt. Zum Jubiläumsjahr 2014 kann es folgerichtig dann auch nur die „Jupiter-Sinfonie“ sein, jener musikalische Kontrapunkt zur barocken Schule. Sie wird als eines der gelungensten Stücke der Sinfonik angesehen und als „höchster Triumph der Instrumentalkomposition“ gefeiert. Die Kammersinfonie Bietigheim spielt die vier Sätze der Sinfonie in einer eigenen klassischen Sprache und mit beeindruckender Leichtigkeit. Alles glänzt und ist musikalischer Ausdruck für Optimismus.

Der österreichische Dirigent und Musikwissenschaftler Kurt Pahlen schrieb über das Finale: „Hier kann uns Mozart selbst als Gott erscheinen, der nach freiem Willen Sternbilder in der Unendlichkeit des Weltraums schafft. Die Großartigkeit entgeht keinem Hörer; aber sein volles Verständnis erschließt sich nur den Eingeweihten.“ Hörbar wird dies beim zweiten Satz. „Andante cantabile“ überzeugt durch inniges Spiel, eine expressive Harmonik und den Wechsel zwischen Streichern und starken Holzbläsern. Das „ forte subito“, die Veränderung der Dynamik und Lautstärke, der Wechsel zwischen dem vollen Orchesterklang und den „piano“ gespielten Passagen, beherrscht das Ensemble mit Bravour.

Freilich darf man die neue CD nicht auf Mozart reduzieren, wenngleich noch ein Blick auf die lateinische Solo-Motette „Exsultate, jubilate“ gerichtet werden muss. Das Allegro mit der Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr berührt tief: „Jauchzet, jubelt, o ihr glücklichen Seelen, singt süße Lieder“.

Eingebettet ist dies alles in Antonio Vivaldis Trompetenkonzert C-Dur op. 46 , dessen berührendes Largo den musikalischen Himmel viel zu kurz öffnet, sowie Antonín Dvoraks Serenade in E-Dur, op. 22 für Streichorchester… Voll brillanter Schönheit ragt das Larghetto hervor. Dieser Satz hat zum Auftakt einen zerbrechlichen Charme, eine spätromantische Harmonie, die über Moll dem funkelnden Höhepunkt in Dur entgegenfiebert. Ein musikalischer Leuchtturm am Ende der CD. Diese kostet zwölf Euro und kann im Internet bestellt werden.

Jörg Palitzsch

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