Seit Jahrzehnten beschenken Maestro Peter Wallinger und die sueddeutsche kammersin-fonie bietigheim die Region mit facettenreichen Konzertprogrammen – beim „Musikalischen Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche und mit der „Concerto“-Reihe im Mühlacker Uhlandbau. Seit 2005 dokumentieren Wallinger und sein Orchester jeweils auf einer Jahres-CD Höhepunkte der Konzertsaison mit live-Aufnahmen. Die CD „live 2013“ ist soeben erschienen und erfreut die Lien-zinger und Mühlacker Konzertbesucher mit musikalischen „Wiederbegegnungen“, andere Klassik-Freunde mit der Qualität einer renommierten Kammersinfonie und herausragenden Solisten.

Diesmal wurden das Programm des Adventskonzertes 2013, das im Uhlandbau zu hören war, sowie die beim „Musikalischen Sommer“ gespielte Serenade für Streichorchester in E-Dur op.22 von Anto-nín Dvorák ausgewählt.

Jubilierende adventliche Festfreude in Antonio Vivaldis C-Dur-Konzert für 2 Trompeten und Streicher (op.46, Nr.1) eröffnet den Live-Mitschnitt. Mit erfrischendem Bläser-Glanz brillieren die beiden jungen Trompeter Eline Beumer und Saleem Khan (aus Reinhold Friedrichs Meisterklasse) und zeigen ihr Können in den virtuos entzündeten, strahlenden Allegro-Ecksätzen. Stimmungsvolle Melancholie bestimmt die von Mezzo-Sopranistin Maria Rebekka Stöhr sehr zart und andächtig gesungene Arie „When I am laid in earth“ aus Henry Purcells Oper „Dido und Äneas“. Dieser me-lancholische Grundton findet eine feierliche Ausgestaltung in Georg Friedrich Händels Instrumen-tal-Ode zum Geburtstag von Queen Anne (1713) mit dem Titel „Eternal source of Light divine“. Das „Alleluja“ aus Exsultate, jubilate“ (KV 165) von Wolfgang Amadeus Mozart – vokal-affekten-reich wiederum von Stöhr ausgeführt – leitet zum festlichen Konzertanlass zurück.

Das Hauptstück der CD, Mozarts Sinfonie Nr.41 in C-Dur (KV 551), auch als „Jupiter-Sinfonie“ bekannt, ist eine interpretatorische Meisterleistung. Zügig und gezügelt gleichermaßen bestreiten Dirigent Wallinger und sein Ensemble ihren Part, Klartext funkelt in jeder Note. Insbesondere fällt die traumhafte Transparenz in den dynamisch ausdifferenzierten vier Sätzen auf: Klassizismus, der weder langweilt noch einschüchtert, sondern mit intensivem Musizieren beglückt. Die Interpretation der populären Dvorák-Serenade zeichnet sich durch die Betonung volkstümlich-tänzerischer Klang-Stimmungen aus. Das Süße und das Bittere der liedhaften Melodielinien halten auf wunderbare Weise Balance. Insgesamt ist die solide Wiedergabe-Qualität der CD auch in technischer Hinsicht zu loben.

Die CD ist für 12€ über E-Mail cd@sueddeutsche-kammersinfonie.de zu beziehen und in den Buchhandlungen Elser (Bahnhofstraße Mühlacker) und Krüger (Klosterhof Maulbronn) erhältlich. Hörbeispiele gibt es auf der Website www.sueddeutsche-kammersinfonie.de

Eckehard Uhlig

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