Die „sueddeutsche kammersinfonie“ hat im Vorfeld eines Konzertes im Kronenzentrum am 6. März eine CD mit dem Titel „Jubiläumsedition 2014“ veröffentlicht. Eine Einstimmung auf das Programm „Leidenschaft der Töne“.

Die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“, hier bei einem Konzert im Lous-Bührer-Saal der Kreissparkasse in Ludwigsburg, hat eine neue Doppel-CD veröffentlicht. Live ist das Orchester am 6. März in Bietigheim mit Werken von Brahms, Haydn und Mendelssohn Bartholdy.
Foto: Martin Kalb.

Kennzeichnend für die Kammersinfonie Bietigheim ist ihr Mut, Kompositionen mit einer gewissen Leichtigkeit anzugehen, um ihnen so den Schrecken der Schwere zu nehmen. Rund um den künstlerischen Leiter Peter Wallinger hat sich ein Ensemble versammelt, das in seiner Spielfreude ein hohes Niveau erreicht hat.

Beleg dafür mag die neue Doppel-CD sein, die als ersten Höhepunkt das „Gebet des Torero“ von Joaquin Turina enthält. Das Stück besteht aus einer dramatischen Einleitung, einem Pasodoble, einem bewegenden lyrischen Andante, einem Lento und die Reprise des Pasodoble, die im Lento schließt. Erzählt wird die Geschichte eines Torero, der nach dem Trubel in der Arena und dem Lärm der Zuschauer am Ende Ruhe und Trost im Gebet findet. Der Kammersinfonie gelingt es auf beeindruckende Weise, die Musik bis hin zur mystischen Verklärung zu steigern.

Wie ein Kontrast dazu sind die „Nordischen Weisen“ von Edvard Grieg und „Des Spielmanns Lieblingsmusik“ von Pehr Henrik Nordgren anzuhören. Leicht präsentiert, wird der Hörer in rasch wechselnde Gefühlslagen hineingestoßen und musikalisch wird dies von der Kammersinfonie kräftig in Szene gesetzt. Diese spielerische Einfärbung der ersten CD endet mit Johann Sebastian Bachs „Gavotte“. „Soli Deo Gloria“, Gott allein zum Ruhm, wie der Komponist gesagt hätte – und dem Hörer zum Wohlgefallen. Auf der zweiten CD wurde bei der Auswahl der Stücke, die alle zwischen Juli und Dezember 2014 aufgezeichnet wurden, Ludwig van Beethoven in den Mittelpunkt gerückt. Die Ouvertüre von Goethes Trauerspiel „Egmont“, op. 84, ist ein Orchesterwerk von Beethoven, wobei die Ouvertüre besonders bekannt wurde. Zu empfehlen ist das komplette Stück bis hin zum pompösen Finale und der Hinrichtung des freiheitsliebenden Grafen Egmont. Mit einer Spielzeit von insgesamt rund 45 Minuten bietet die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ mit der Sinfonie Nr. 3 aus „Eroica“ dann Beethoven satt. Die erste öffentliche Aufführung fand am 7. April 1805 im Theater an der Wien statt. Mit „Eroica“ gelang Beethoven der Schritt von der „klassischen“ Symphonie des 18. Jahrhunderts zur „großen“ Symphonie des 19. Jahrhunderts. Musikalisch in einem ungewöhnlichen Ausmaße, kühn klingenden Instrumentation und eine damit hergehende weltbürgerliche Sprache. „Eroica“ ist der Schlusspunkt der CD – übrigens gar nicht im Sinne des großen Komponisten. Man möge diese Symphonie, die über das gewohnte Maß ausgedehnt sei, doch bitte lieber kurz nach Beginn, als gegen das Ende einer musikalischen Veranstaltung ansetzen. „Sie würde sonst, wenn der Zuhörer von dem Vorhergegangenen bereits ermüdet ist, von ihrer Wirkung verlieren“, schrieb Beethoven 1806 in der Erstausgabe der Partitur. Bei der Kammersinfonie Bietigheim wurde „Eroica“ ganz ans Ende gesetzt, was der Anordnung der insgesamt höchst gelungenen Einspielung jedoch nicht schadet.

Am Freitag, 6. März, können sich Zuhörer der „Leidenschaft der Töne“ der Kammersinfonie ab 20 Uhr im Bietigheimer Kronenzentrum völlig hingeben. Eine Einführung in das Konzert findet um 19.15 Uhr mit Christina Dollinger statt. Das Orchester spielt Johannes Brahms „Ungarische Tänze“, Joseph Haydns Klavierkonzert D-Dur und Felix Mendelssohn Bartholdys Klavierkonzert Nr. 2 d-moll op. 40. Solistinnen sind Marina und Magdalena Müllerperth am Klavier.

Info: Vorverkauf bei der Stadtinformation, Hauptstraße 65, in Bietigheim-Bissingen und im Internet.
Die CD kann auf der Homepage der Kammersinfonie bestellt werden: www.sueddeutsche-kammersinfonie.de

Jörg Palitzsch

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