Glanzstücke im Uhlandbau

Mühlacker. Vier bekannte Komponisten des Ostens hatte Peter Wallinger bei seinem Frühjahrskonzert mit der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ auf dem Programm versammelt. Wer mitreißende Melodien auf dem Weg zum Konzert im Ohr hatte, wurde im Verlauf des Samstagabends im Uhlandbau bestätigt. Furios gestaltete Wallinger auch den Programmauftakt, in dem er im ersten der beiden Slawischen Tänze op. 46, Nr. 8 Presto (Furiant) von Antonin Dvorák ein furioses Tempo vorlegte. Der zweite Tanz op. 72, Nr. 2 geriet gemäßigter, dennoch wollte Wallinger auch hier nicht zu schwärmerisch werden.

Glanzstück des Abends war der Auftritt des Pianisten Markus Bellheim. Bereits die ersten Töne des dritten Klavierkonzerts von Béla Bartók ließen aufhorchen. Mit größter Selbstverständlichkeit verwandelte Bellheim die Gedanken des Komponisten in Klang, mit schwebender Leichtigkeit glitten seine Finger über die Tastatur. Immer wieder suchte er dabei den Kontakt zu den Orchestermitgliedern: Motive und Gedanken wurden beantwortet und weitergetragen, so dass ein plastisch schönes Tongemälde entstand, in dem es viele Farben und Stimmungen zu entdecken gab. Der Wunsch, mehr vom Pianisten zu hören, wurde dem Publikum erfüllt. Noch einmal trat er an den Flügel und faszinierte die Zuhörer mit einem schmissigen Ragtime von Edward Elzear „Zez“ Confrey.

Der zweite Teil des Abends war der Programmmusik gewidmet. Alexander Borodins Auftragswerk zum 25. Thronjubiläum des Zaren Alexander entführte in die Steppe Mittelasiens. Bedrich Smetanas Vertonung der „Moldau“ schloss den Abend ab. Quirlig sprudelten die beiden Querflöten als frisch entsprungene Bächlein, bald erschienen vor den Augen die bekannten Szenen entlang des Flusses. Hier konnten die elegischen Streicher, das warme Holz und die strahlenden Blechbläser noch einmal in voller Schönheit glänzen. Mit warmem Applaus dankte das Publikum den Musikern für einen ohrenöffnenden Abend.

Irene Schallhorn

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