Neue CD mit den Konzerthöhepunkten der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ aus dem Jahr 2016 erschienen

Die Bratschistin Hiyoli Togawa hat mit ihrem ausdrucksstarken Spiel beim Neujahrskonzert 2016 der Süddeutschen Kammersinfonie begeistert. Klassikfreunde können ihre Darbietungen und weitere Stücke, die das Orchester im vergangenen Jahr im Rahmen verschiedener Konzerte auf die Bühne gebracht hat, nun zu Hause auf CD nachhören. Foto: Appich

Die Sammlung wächst: Fans der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ können die Bestände in ihrem CD-Regal um eine Neuerscheinung erweitern.

Enzkreis. „Kammersinfonie live 2016“ heißt der Tonträger, der jetzt erschienen ist. Auch die 14. Auflage der Reihe enthält Konzertmitschnitte, die das Wirken des Orchesters unter seinem Gründer und Leiter Peter Wallinger dokumentieren. Aufgenommen wurden die Werke im Mühlacker Uhlandbau und im Kronenzentrum Bietigheim-Bissingen.

„Furiant“ ist das furiose Eröffnungsstück von Antonin Dvorák überschrieben. Diesen seinen Slawischen Tanz opus 46 Nummer 8 interpretiert die Kammersinfonie bei aller rhythmischen Vehemenz klangschön und fein austariert.

Gustav Mahlers Adagietto aus der Sinfonie Nummer 5 folgt und legt Zeugnis ab von einer großen Leistung der Streicher. Ihnen gelingt es, die zerbrechliche Melodik intensiv auszusingen, ohne kurzatmig oder gar rührselig zu werden. Sphärisch schweben sie über Harfenklängen, als gäbe es keine Bogen-, Saiten-, Lagenwechsel oder sonstige Störenfriede der auskomponierten Ruhe.

Umso zupackender gehen die Musiker unter Peter Wallingers Leitung bei Franz Schuberts Deutschem Tanz Nummer 3 in D-Dur zu Werke. Das kurze Werk mit seiner klaren Metrik erklang am 17. Januar 2016 im Rahmen der Reihe „MühlackerConcerto“ im Uhlandbau. Das Publikum bekam damals noch mehr von Schubert zu hören und kann die außergewöhnlichen Erlebnisse nun noch einmal auf sich wirken lassen. Außergewöhnlich deshalb, weil die Lieder „Wetterfahne“, Gefrorne Tränen“, „Frühlingstraum“ und „Der Leiermann“ statt von einer menschlichen von der warmen Stimme einer Bratsche gesungen werden und statt eines Klaviers ein Streichensemble begleitet. Braucht es Worte, um die tiefen Gefühle zu transportieren? Simon Wallingers Arrangement spricht für sich und findet in der Solistin Hiyoli Togawa eine empfindungsreich und technisch versiert agierende Botschafterin des Textes. Besonders eindrucksvoll wirkt die Kälte, die sich in „Gefrorne Tränen“ hörbar über die Klänge legt. Eisig lassen die Orchestermusiker ihre Tränen auf die Saiten perlen, ehe die Solistin im „Frühlingstraum“ ihr Instrument neu erblühen lässt.

Franz Schuberts Menuett Nummer 3 in d-moll, vom Orchester delikat und schwingend gespielt, bietet zusätzlich zum ausgewogenen Orchesterklang edle Violintöne von Solistin Sachiko Kobayashi.

Das Finale der CD ist Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nummer 5 in Es-Dur und damit einer in der Region und längst weit darüber hinaus bekannten Solistin vorbehalten: Wer Magdalena Müllerperths furiosen Auftritt im Rahmen des Adventskonzerts verpasst hat, kann sich nun mit Hilfe der CD von ihren außergewöhnlichen Möglichkeiten überzeugen. Den einleitenden Akkorden des Orchesters im ersten Satz lässt sie perlende Läufe folgen, die sie frei gestaltet. Kraftvoll und markant interpretiert sie ihren Part, überzeugt aber auch in lyrischen Passagen. Das Orchester weiß beispielsweise im Frage- und Antwort-Spiel der Bläser eigene Akzente zu setzen. Alle Beteiligten gleichermaßen beweisen im zweiten Satz langen Atem und Freude am Ausgestalten, ehe ein ausgelassener Tastenwirbel im dritten Satz hinführt zum triumphalen Schlusspunkt.

Erhältlich ist die CD bei Buch-Elser an der Bahnhofstraße und über das Sekretariat von „MühlackerConcerto“, Telefon 07043/958393, E-Mail: susanne@boekenheide.net.

Carolin Becker

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