Jahres-CD „live 2021“ der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim erschienen

Das Cover der neuen CD. Foto: Privat

Mühlacker. Geht wegen der Corona-Pandemie die Freude an klassischer Musik verloren? Jedenfalls sind Musikfreunde traurig über die missliche Entwicklung, vor allem, weil man kaum noch Konzerte besuchen darf. Mit Fantasie und inspirierender Originalität stemmen sich Konzertveranstalter gegen die Einschränkungen und finden Formate, um dennoch live musizieren zu können.

Zu ihnen zählen Peter Wallinger, seine sueddeutsche kammersinfonie bietigheim und seine Solisten. Die eben erschienene CD „live 2021“ legt Zeugnis davon ab und bietet Mitschnitte aus den auch im Mühlacker Uhlandbau im zweiten Pandemiejahr vor kleinem Publikum aufgeführten Konzerten, die als Videoaufnahmen im Internet zu sehen sind.

Dank der Silberscheibe – der 19. Ausgabe dieser Jahres-CD-Dokumentationsreihe – sind wiederum musikalische Momente nachzuerleben, die wegen ihrer Intensität beglückende Genugtuung darüber bereiten, dass klassische Live-Musik „trotzdem“ auch in der Region möglich ist.

Rarität ragt aus Konzert-Mitschnitten heraus

Mit einer lebhaften Wiedergabe von Wolfgang Amadeus Mozarts „Figaro“-Ouvertüre (KV 492) bietet die CD einen erfrischenden Auftakt. Begleitet von der Kammersinfonie unter Wallingers Leitung ist anschließend die Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr mit einer anrührend geheimnisvollen Interpretation von Gustav Mahlers Vertonung des Rückert-Liedes „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ zu hören. Beides Höhepunkte aus dem Gedenkkonzert „100 Jahre Uhlandbau“.

Eine Rarität ragt aus den Konzert-Mitschnitten heraus: Der exzellente Bassist Michinori Bunya musiziert mit dem Ensemble „Adagio und Rondo für Kontrabass und Streicher“ des in seiner Zeit berühmten Kontrabass-Virtuosen Johannes Matthias Sperger (1750-1812).

Auf seiner Stradivari spielt Tjeerd Top mit der Kammersinfonie – dynamisch ziseliert in den Allegro-Ecksätzen und lyrisch fein getragen im Largo – Antonio Vivaldis Violinkonzert e-Moll (RV 278) sowie das eher zeitgenössische „Concertino“ (op. 42) von Mieczyslav Weinberg (1919-1996), das auf hiesigen Konzertpodien selten zu hören ist. Zudem gibt es eine schöne Streichorchester-Wiedergabe von Samuel Barbers „Adagio“ (op.11) und einen Walzer-Satz (op.54, Nr.1) von Antonio Dvorák.

Die CD ist zu beziehen per E-Mail an susanne@boekenheide.net oder Telefon (07043) 958393 und kostet zwölf Euro.

Autor: Eckehard Uhlig

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