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05.03.2012

Fulminantes Heimspiel

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Pianistin Magdalena Müllerperth spielt im Uhlandbau

Mühlacker. Magdalena Müllerperth wird im Mühlacker Uhlandbau schon von ihrer Fan-Gemeinde erwartet: Die Meisterschülerin von Jérome Rose am Mannes College in New York ist extra zum Konzert mit Peter Wallingers sueddeutscher kammersinfonie aus den USA eingeflogen. Da geben sich selbstverständlich die lokalen Honoratioren und Sponsoren die Ehre. Am CD-Tisch – es liegen Müllerperth-Einspielungen für die „Edition Kloster Maulbronn“ zum Verkauf aus – ist die Nachfrage nach persönlich von der Künstlerin signierten Exemplaren groß.
Im Konzert selbst beweist die 20-jährige, aus Maulbronn-Schmie stammende Solistin Mut. Während andere Jungpianisten sich im gnadenlosen Konzertgeschäft eine Nische suchen, um mit selten gespielten Komponisten und Werken auf sich aufmerksam zu machen, präsentiert Müllerperth die großen Klassiker.

Große Gefühlsintensität

In Mühlacker spielt sie Schumanns von außerordentlicher Gefühlintensität geprägtes a-Moll-Klavierkonzert op.54, den Inbegriff der musikalischen Romantik. Großartig die Musizierkunst der Solistin: kraftvoll-zackig die Eröffnungskaskade, melodisch beseelt die figurativen Verzweigungen und eleganten Läufe des Passagenwerkes. Im ersten Satz („Allegro affettuoso“) werden die beiden Seiten Schumanns, der Stürmer und der sinnende Träumer, glänzend herausgearbeitet. Und auch das berühmte Diktum Clara Schumanns, dass nämlich das Klavier „auf das feinste mit dem Orchester verwebt“ sei, wird von den Interpreten mit Sorgfalt beachtet. Hörenswert, wie die Streicher und insbesondere die Holzbläser unter Wallingers Stabführung ein wechselvolles Spiel von Umgarnen und Umgarnt-Werden mit dem Klavier entfalten. Herrlich der vitale Elan und die klanglich-orchestralen Weitungen im Finalsatz. Mit den Zugaben zeigt Müllerperth, was noch alles zu ihrem Metier gehört. Beispielsweise lyrisch zarte Poesie in Schumanns filigranem Klavier-Fantasiestück „Des Abends“. Oder die zirzensische Virtuosität von Liszts „Campanella“, deren fulminante Bravour Beifallsstürme auslöst.
Was im zweiten Konzertabschnitt folgt, gerät unter solchen Umständen fast zur Nebensache. Im anfangs voll besetzten Saal zeigen sich leere Stuhlreihen. Obwohl Wallingers Orchester eine lebhaft-lebendige Wiedergabe von Serge Prokofieffs „Symphonie Classique“ in D-Dur (op.25) abliefert und wie schon im Konzert-Eingangsstück, der Ouvertüre zu Mozarts „Don Giovanni“, dem Motto des Abends, der „Magie der Töne“, vollauf gerecht wird.

Eckehard Uhlig

Schumann als große Herausforderung für junge Interpretin

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Magdalena Müllerperth und Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim musizieren bravourös – Tosender Beifall und zwei Zugaben

Mit tänzerischer Eleganz, feurigem Elan und sprühender Musizierfreude gestalteten die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger zusammen mit der blutjungen Klaviervirtuosin Magdalena Müllerperth am Freitagabend im fast voll besetzten Kronensaal ihr Konzertprogramm „Magie der Töne“.

Die knapp 20-jährige Nachwuchsmusikerin studiert seit 2007 an renommierten Hochschulen in New York und ist schon seit dem Jahr 2004 Stipendiatin der Theodor und Ursua Mayer-Stiftung in Bietigheim-Bssingen.

Mit dem Gründer und Dirigenten der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim verbindet Magdalena Müllerperth, die in Maulbronn-Schmie aufwuchs, eine enge künstlerische Freundschaft. Bereits zum dritten Mal musizierte sie mit ihm und seinem inzwischen hoch geschätzten Orchester zusammen. Den Solopart im Klavierkonzert in a-moll, Opus 54, von Robert Schumann führte sie zum ersten Mal öffentlich auf. Die prägnante Akkordfolge zu Beginn des ersten Satzes erklang glutvoll und emotional und so führte Magdalena Müllerperth ihre Gestaltung der von romantischem Grundton geprägten Soli in allen drei Sätzen auch weiterhin aus.

Mit Bravour stürzte sie sich in die machtvollen Klangstrudel des 1845 veröffentlichten Werks und ließ dabei die vitalen Stimmungskontraste rauschhaft aufleuchten.

Das war eine große Herausforderung, die die junge Virtuosin an sich selbst stellte, der sie voll gewachsen war, wenn es auch einmal so schien, als wollte der ansonsten durchgängig spürbare Spannungsstrom für einen Moment innehalten. Getragen wurde die Solistin allerdings auch vom blühenden Klang der Kammersinfonie. Schumann hatte dem Begleitorchester eine breit gefächerte Eigenständigkeit eingeräumt, die von dem dicht, kraftvoll leuchtend und brillant musizierenden Klangkörper hörbar gemacht wurde.

Magdalena Müllerperth bedankte sich für den tosenden Beifall mit zwei virtuos dargebotenen Zugaben.

Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim eröffnete das Konzert mit der Ouvertüre zur Oper „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Die düstere Stimmung des einleitenden Andantes ließ Orchesterleiter Peter Wallinger eindringlich hervortreten. Farbenreich und nuanciert wurden die atmosphärisch gegensätzlichen Themen der Ouvertüre, die den zwielichtigen Charakter des Don Juan andeuten sollen, temporeich und impulsiv wiedergegeben.

Nach dem Schumann-Konzert stand noch die „Symphonie Classique“ in D-Dur, Opus 25, von Sergej Profokjew aus dem Jahr 1918 auf dem Programm. Dieses neoklassizistische Kleinod schenkte den Mitgliedern des Orchesters eine wunderbare Gelegenheit, eine überaus delikate, glitzernde und anregende Ausführung darzubieten. Hohe Anerkennung verdienten dabei die bravourösen Leistungen der Holzbläser, insbesondere der beiden Flötistinnen.

Es gab lang anhaltenden Schlussbeifall, für den sich Peter Wallinger und sein Orchester mit der Gavotte aus der Sinfonie als Zugabe bedankten.

Rudolf Wesner