15.07.2014
Mediterrane Stimmungen entfaltet
Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim musiziert beim „Musikalischen Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche

Mühlacker-Lienzingen. Ein Markenzeichen der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim ist deren schimmernder Streicherklang, wie dieser vom Orchestergründer und Dirigenten Peter Wallinger entwickelt wurde. Davon konnten sich am Sonntag auch die Besucher des Konzerts mit dem Titel „Mediterrane Streifzüge“ überzeugen, das im Rahmen der Reihe „Musikalischer Sommer“ in der Frauenkirche von Lienzingen zu hören war.
Zu den beliebtesten Kompositionen für Streichensembles zählen auch die Sonaten, die der damals gerade mal zwölfjährige Gioacchino Rossini schrieb. Mit der ersten aus diesem Zyklus in G-Dur leitete die Süddeutsche Kammersinfonie ihr Programm ein. Die drei Sätze sind musikalische Delikatessen, die vom Orchester sehr spritzig, im ersten Satz auch überaus graziös und in glitzernder Streicherpracht aufgeführt wurden. Verträumt und dennoch in einem bewegt schreitenden Tempo musiziert, erklang das sehr kurze Andantino mit seinem köstlichen, weit gespannten Melodiebogen. Auch der Schlusssatz ist kurz, aber voller heiterer Akzente, die Peter Wallinger von seinen Musikerinnen und Musikern mit Glanz auskosten ließ.
Mit dem Kontrabassisten Nabil Shehata aus München war es Wallinger wieder gelungen, einen herausragenden Solisten für das Konzertprogramm zu gewinnen. Eine Rarität dürfte wohl das Konzert in h-moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini sein, der im 19. Jahrhundert lebte. Er war selbst Kontrabassist, aber auch Dirigent und leitete im Jahr 1871 die Uraufführung der Verdi-Oper „Aida“ in Kairo. Nabil Shehata, 1980 als Sohn deutsch-ägyptischer Eltern in Kuwait geboren, spielt das markante Streichinstrument schon seit seinem neunten Lebensjahr und ist, wie sich während seines Auftritts erwies, mit diesem regelrecht verwachsen. Seine Soli in den an Melodien reichen drei Sätzen führte er in dunklen, aber betörend warmen Tönen sehr virtuos und klangprächtig aus. Er musizierte mit geschmeidigem Bogenstrich und bestach am Ende des ersten Satzes mit einer unübertrefflich kunstvoll und virtuos dargebotenen Kadenz. Beseelt führte Nabil Shehata, der auch als Professor für Kontrabass an der Musikhochschule München tätig ist, das Andante aus, und im temporeich interpretierten Schlusssatz wurde deutlich, dass er ein Musiker ist, der dem Kontrabass die wunderbarsten Klangebenen zu entlocken weiß. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim begleitete ihn in angemessen zurückhaltender Intensität. Für den lang anhaltenden Applaus bedankte sich Nabil Shehata mit einer „Habanera“ und wurde dabei vom Orchester begleitet.
Hierzulande selten gespielt werden Werke des spanischen Komponisten Joaquin Turina, der von 1882 bis 1949 lebte. Von ihm führte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim die Komposition „La Oración del Torero“ (Das Gebet des Toreros) auf. Das vom französischen Impressionismus beeinflusste Werk wird maßgeblich von andalusischen Klangfarben geprägt, die das Orchester unter Peter Wallingers Leitung markant und impulsiv ausbreitete.
Häufiger zu hören sind dagegen die Suiten „Antiche Danze ed Arie“ des italienischen Komponisten Ottorino Respighi (1879 bis 1936). Seine dritte Suite wählte Peter Wallinger als ein weiteres köstliches Beispiel für „mediterrane Streifzüge“ aus. Die glänzend instrumentierten vier Sätze des Werks gestaltete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim feinstimmig und in hell leuchtendem Streicherglanz. Sie entführten die Konzertbesucher zugleich in lang zurückliegende Epochen der Musikgeschichte, die Respighi auf diese Weise mit den Klangformen des frühen 20. Jahrhunderts verband und zu neuem Leben erweckte. Einen Satz aus der Suite führte das Orchester noch als Zugabe auf.
Rudolf Wesner
Streifzüge durch mediterrane Musik „Kammersinfonie Bietigheim“ im Kulturhaus
„Mediterrane Streifzüge“ – so lautete der Titel eines Konzerts der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ am Samstag im Sachsenheimer Kulturhaus. Mit dabei: der herausragende Solist Nabil Shehata.

Ein Markenzeichen der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ ist deren schimmernder Streicherklang, wie dieser vom Orchestergründer und seitherigen Dirigenten Peter Wallinger entwickelt wurde. Davon konnten sich am Samstagabend auch die Besucher des Konzerts mit dem Titel „Mediterrane Streifzüge“ überzeugen. Weil die Witterung an diesem Abend jedoch nicht mediterran war, musste das heiter gestimmte Konzert in den Saal des Sachsenheimer Kulturhauses verlegt werden.
Zu den beliebtesten Kompositionen für Streichensembles zählen auch die Sonaten, die der damals gerade mal zwölfjährige Gioacchino Rossini schrieb. Mit der ersten aus diesem Zyklus in G-Dur leitete die „Kammersinfonie“ ihr Programm ein. Die drei Sätze wurden spritzig, im ersten Satz auch überaus graziös und in glitzernder Streicherpracht aufgeführt. Verträumt, in bewegt schreitendem Tempo musiziert, erklang das kurze Andantino mit seinem köstlichen Melodiebogen. Auch der Schlusssatz ist kurz, aber voller heiterer Akzente, welche die Musiker mit Glanz auskosteten.
Mit dem Kontrabassisten Nabil Shehata aus München war es Wallinger wieder gelungen, einen herausragenden Solisten für das Konzertprogramm zu gewinnen. Eine Rarität ist das Konzert in h-Moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini, der im 19. Jahr-hundert lebte. Nabil Shehata, 1980 als Sohn deutsch-ägyptischer Eltern in Kuwait geboren, spielt das Streichinstrument seit seinem neunten Lebensjahr und scheint mit diesem regelrecht verwachsen zu sein.
Die Soli in den an Melodien reichen drei Sätzen führte Shehata in dunklen, aber betörend warmen Tönen virtuos aus. Er musizierte mit geschmeidigem Bogenstrich und bestach am Ende des ersten Satzes mit einer unübertrefflich kunstvoll dargebotenen Kadenz. Beseelt führte Nabil Shehata das Andante aus, und im temporeich interpretierten Schlusssatz wurde deutlich, dass er ein Musiker ist, der dem Kontrabass die wunderbarsten Klangebenen zu entlocken weiß. Die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ begleitete ihn in angemessen zurückhaltender Intensität.
Hier zu Lande selten gespielt werden Werke des spanischen Komponisten Joaquin Turina, der von 1882 bis 1949 lebte. Von ihm führte das Ensemble die Komposition „La Oración del Torero“ („Das Gebet des Toreros“) auf. Das vom französischen Impressionismus beeinflusste Werk wird maßgeblich von andalusischem Klangkolorit geprägt, das das Orchester unter Peter Wallingers Leitung markant und impulsiv ausbreitete.
Häufiger zu hören sind dagegen die Suiten „Antiche Danze ed Arie“ des italienischen Komponisten Ottorino Respighi (1879 bis 1936). Die glänzend instrumentierten vier Sätze der dritten Suite gestaltete die „Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ feinstimmig und in hell leuchtendem Streicherglanz. Sie entführte die Konzertbesucher in lang zurückliegende Epochen der Musikgeschichte, die Respighi auf diese Weise mit den Klangformen des frühen 20. Jahrhunderts verband und zu neuem Leben erweckte. Einen Satz aus der Suite führte das Orchester noch als Zugabe auf.
Rudolf Wesner
Sensationelles Kontrabasskonzert beim „Musikalischen Sommer“
Mühlacker-Lienzingen. Der Kontrabass gilt wegen seiner Korpulenz und Behäbigkeit als Elefant unter den Musikinstrumenten. Sprichwörtlich ist die musikalische Dickfelligkeit der Bassgeige vielleicht ein Grund, weshalb Solo-Auftritte und Solokonzerte mit ihr selten sind.

Der „Musikalische Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche präsentierte jetzt unter dem Motto „Mediterrane Streifzüge“ einen sensationellen Bändiger des widerspenstigen Streichinstruments. Der 1980 geborene Deutsch-Ägypter Nabil Shehata, der als erster Kontrabassist in der Geschichte den ARD-Wettbewerb gewann, zeigte den Konzertbesuchern, was im „Elefanten“ steckt.
Gemeinsam mit der Süddeutschen Kammersinfonie unter der Leitung von Peter Wallinger interpretierte Shehata das Konzert h-Moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini (1821–1889) und brillierte in den mit atemberaubend rasantem Laufwerk, extremen Sprüngen und delikaten Flageolett-Tänzchen gespickten „Allegro“-Ecksätzen. Ein Wunder ereignete sich im Melodie-seligen „Andante“-Mittelsatz: So elegant schön kann die Bassgeige singen, mit zartem Belcanto-Schmelz in herrlich gebundenen, hohen Bögen und mit einer warmen, samtig weichen Stimme, für die „Sinnlichkeit“ ein untertreibender Ausdruck ist.
Da war natürlich eine Zugabe fällig, die der sympathische Meister mit einer für Kontrabass und Streicher bearbeiteten „Habanera“ von Maurice Ravel gewährte.
Im Strahlenkranz dieses musikalischen Leuchtturms offerierten Wallinger und sein Ensemble weitere Kostbarkeiten. So Gioacchino Rossinis „Sonata per archi“ Nr. 1 in G-Dur mit drei Sätzen und passend dazu Ottorino Respighis III.Suite aus „Antiche Danze ed Arie“ mit ihren farbenreichen, fein ausdifferenzierten italienischen Tänzen. Und dann ein zusätzliches Highlight: die Wiedergabe des Orchesterstücks „La Oración del Torero“ (Das Gebet des Torero) von Joaquín Turina (1882–1949), von andalusischer Leidenschaft befeuert, mit melodisch funkeln-dem Charme.
Eckehard Uhlig