15.01.2013
Gitarrist rezitiert die „Göttliche Komödie“
Mühlacker. Seiner Leidenschaft für Italien gab Orchesterleiter Peter Wallinger während des Neujahrskonzerts am Sonntagvormittag im Uhlandsaal nach. Werke italienischer Komponisten waren zu hören und Rezitationen aus Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“.

Das außerordentlich gut besuchte Konzert gewann seinen spezifischen Reiz durch die Mitwirkung von Santy Masciarò, einem herausragenden Virtuosen an der Gitarre, der sich zugleich auch als ausdrucksstarker Rezitator der 700 Jahre alten Dichtung erwies. Im ersten Teil des Programms sprach er Auszüge aus zwei Gesängen der „Göttlichen Komödie“, die insgesamt 33 Gesänge zu je 15000 Versen umfasst, und von denen er mehrere einstudierte, um sie in seinen Konzerten vorzutragen.
Die Konzertbesucher erhielten mit dem Programmzettel die Texte des fünften Gesangs „Von der Hölle von Dante“ sowie des 33. „Paradies von Dante“ sowohl in italienischer Sprache als auch in deutscher Übersetzung. Santy Masciarò sprach diese selbstverständlich in seiner Muttersprache Italienisch und überzeugte mit seiner in ruhigem Fluss ausgeführten, nicht von Pathos belasteten Rezitation.
Doch auch als Gitarrenvirtuose bestach Santy Masciarò – er wurde in Syrakus auf Sardinien geboren – nicht weniger. Im Concerto D-Dur für Gitarre und Streichorchester RV 93 von Antonio Vivaldi führte er die Soli mit Eleganz und Leichtigkeit überaus virtuos aus. Insbesondere im Largo beglückte Masciarò mit wie gehaucht und damit unvergleichlich seelenvoll dargebotenem Spiel. Unter der Leitung von Peter Wallinger begleitete die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim den Solisten in gewohnt feinstimmig und silbrig hell gestaltetem Streicherklang.
Seine vollendete Kunst in der Beherrschung der sechs Saiten seiner Gitarre breitete Santy Masciarò bei der Wiedergabe der von Franciso Tárrega zur Aufführung mit diesem Instrument bearbeiteten Variationen über ein weithin bekanntes Thema aus „Carneval in Venedig“ des Teufelsgeigers Nicolo Paganini aus. Mit perfekt angewandter, raffinierter Grifftechnik interpretierte der Solist scheinbar mühelos die kompliziertesten Passagen des ursprünglich für die Violine komponierten Werks. Es war geradezu atemberaubend, ihm dabei zuzuhören.
Die Streichersonate Nummer zwei in A-Dur, ein Jugendwerk von Gioacchino Rossini, erlebte eine spritzige, tempobetonte Aufführung voller Esprit durch die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim. Außerdem musizierten Santy Masciarò und das warm und füllig klingende Streichorchester ein Konzert für Gitarre und Orchester in A-Dur, Opus 30, von Mauro Giuliani, einem italienischen Zeitgenossen von Beethoven und Schubert. In den zwei Sätzen der Komposition betonten Solist und Orchester die deutlichen Kontraste zwischen der sanft dahinschreitenden Siciliana und dem graziös-heiteren Allegretto.
Das Neujahrskonzert schloss mit einem Streicherkonzert von Nino Rota. Dieser Komponist schuf unter anderem auch die Musik zu dem Kultfilm „Der Pate“, wie er überhaupt insgesamt 150 Filme mit seinen Kompositionen bereicherte. Sein „Concerto per Archi“ ist daher durchaus als konzertante Filmmusik zu empfinden, die allerdings auch von den Mitgliedern der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim ein hohes Maß an virtuoser, nuancierter und impulsiver Gestaltung verlangte. Sie führten unter der Leitung von Peter Wallinger die vier Sätze in leuchtendem und vitalem Streicherklang aus.
Rudolf Wesner
Musik als Passion
Santy Masciarò bezauberte beim Neujahrskonzert der Kammersinfonie
Gitarrist Santy Masciarò verzauberte beim Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim die Zuhörer in der Kelter mit virtuosen Spiel und einer im italienischen Original vorgetragenen Lesung aus der „Göttlichen Komödie“.

Peter Wallinger leitet seit 34 Jahren die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim. Foto: Martin Kalb
Er habe eine ausgeprägte „passione“ für die Musik und die Poesie Italiens, eine große Leidenschaft, bekannte der im sizilianischen Syrakus geborene Gitarrist Santy Masciarò. Der Musiker, der viele Jahre in Deutschland Gitarre lehrte und sich mittlerweile in Südfrankreich niedergelassen hat, war der Solist des Neujahrskonzertes der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim in der Kelter.
Seit mehr als einem Vierteljahrhundert setzt die vom Dirigenten Peter Wallinger gegründete Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim außergewöhnliche Akzente im Konzertgeschehen, und das weit über die Grenzen Bietigheims hinaus – gelingt es doch dem künstlerischen Leiter immer wieder, für die Auftritte des Orchesters interessante und hochkarätige Solisten zu gewinnen, die das jeweilige Programm mit ihrer Kunst zu bereichern wissen. In diesem Jahr war Santy Masciarò der Solist, der diese Aufgabe mit Bravour erfüllte. Schon der Auftakt, Antonio Vivaldis dreisätziges, als anspruchsvoll geltendes Concert D-Dur für Gitarre und Orchester, zeigte überaus eindrucksvoll, wie wunderbar der Klang der Gitarre mit dem der Geigen, Celli und Bratschen einhergeht.
Nachdem die Zuhörer in der Kelter Zeuge sein durften, wie Santy Masciarò seine Passion Musik auslebt, kamen sie anschließend in den Genuss seiner zweiten Leidenschaft: dem geschriebenen Wort. Der Musiker rezitierte Auszüge aus dem fünften und 33. Gesang der von Dante Alighieri vor rund 700 Jahren verfassten Dichtung, der „Göttlichen Komödie“. Santy Masciarò trug diese Auszüge im Original, in italienischer Sprache, und mit ruhigem und unaufdringlichem Duktus vor. Beeindruckend war hierbei besonders die Tatsache, dass er die Erlebnisse des Ich-Erzählers auf der Reise durch die drei Reiche der jenseitigen Welt, wie auch seine Musik, samt und sonders auswendig vortrug.
Zwischen den Rezitationen griff Santy Masciarò immer wieder zu seinem Instrument, dem er in „Carneval in Venedig“ des spanischen Komponisten Francisco Tárrega virtuose Variationen über ein Thema von Nicolo Paganini, dem als „Mein Hut, der hat drei Ecken“ auch in Deutschland bekannten Volkslied, entlockte.
Dieses Werk zeigte sehr unterhaltsam die klanglichen und technischen Möglichkeiten der Gitarre auf. Diese konnte der Zuhörer dann auch bei der Darbietung von Mauro Giulianis Konzert A-Dur für Gitarre und Orchester erleben: Er hörte ein perfektes und harmonisches Zusammenspiel der Streicher mit dem Gitarristen, der nicht nur behende oder kräftig die Saiten strich und zupfte, sondern auch mal behutsam mit den Fingern den Korpus seine Instrumentes beklopfte.
Das abschließende Stück, das Concerto per Archi von Nino Rota, war ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Neujahrskonzerts der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim: Mit dieser viersätzigen Komposition unterstrichen die Musiker ihre herausragende Stellung in der Region.
Redaktion Miriam Staudacher
Musilkalisch von Dante zum „Paten“
Süddeutsche Kammersinfonie und Solist Santy Masciarò bieten bei zwei Neujahrskonzerten „Passione Italiana“
Seiner Leidenschaft für Italien gab Orchesterleiter Peter Wallinger bei Neujahrskonzerten seiner Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim im Murrer Bürgersaal und in der Bietigheimer Kelter nach. In Murr fand das Neujahrskonzert vor sehr zahlreich erschienenen Besuchern bereits zum 19. Mal statt.
Der Gitarrist als Rezitator
Werke italienischer Komponisten waren zu hören und Rezitationen aus Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“. Beide Konzerte gewannen ihren spezifischen Reiz durch die Mitwirkung von Santy Masciaro, einem herausragenden Virtuosen an der Gitarre, der sich zugleich als ausdrucksstarker Rezitator der 700 Jahre alten Dichtung Dantes erwies. Im ersten Teil des Programms sprach er Auszüge aus zwei Gesängen der „Göttlichen Komödie. Das Publikum erhielt mit dem Programmzettel die Texte sowohl in italienischer Sprache als auch in deutscher Übersetzung. Masciaro sprach die Texte in seiner Muttersprache Italienisch und überzeugte mit seiner in ruhigem Fluss ausgeführten, nicht von Pathos belasteten Rezitation.
Als Gitarrenvirtuose bestach Masciaro, der in Syrakus auf Sizilien geboren wurde, nicht weniger. Im Concerto C-Dur für Gitarre und Streichorchester RV 93 von Antonio Vivaldi führte er die Soli mit Eleganz und Leichtigkeit aus. Unter der Leitung von Peter Wallinger begleitete die Süddeutsche Kammersinfonie in gewohnt feinstimmig und silbrig hell gestaltetem Streicherklang.
Seine vollendete Kunst in der Beherrschung der sechs Saiten seiner Gitarre demonstrierte Santy Masciarò bei der Wiedergabe der von Franciso Tarrega zur Aufführung mit diesem Instrument bearbeiteten Variationen überein weithin bekanntes Thema aus dem „Carneval in Venedig“ des Teufelsgeigers Nicolo Paganini. Mit perfekt angewandter, raffinierter Grifftechnik interpretierte der Solist scheinbar mühelos die kompliziertesten Passagen des Werks.
Auch das Orcheser überzeugt
Die Streichersonate Nummer zwei in A-Dur, ein Jugendwerk von Gioacchino Rossini, erlebte eine spritzige, tempobetonte Aufführung voller Esprit durch die Süddeutsche Kammersinfonie. Außerdem musizierten Santy Masciarò und das warm und füllig klingende Streichorchester ein Konzert für Gitarre und Orchester in A-Dur, Opus 30, von Mauro Giuliani. In den zwei Sätzen der Komposition betonten Solist und Orchester die deutlichen Kontraste zwischen der sanft dahinschreitenden Siciliana und dem graziös-heiteren Allegretto.
Das Neujahrskonzert schloss mit einem Werk von Nino Rota. Dieser Komponist schuf unter anderem die Musik zum Kultfilm „Der Pate“.Auch sein „Concerto per Archi“ lässt sich als konzertante Filmmusik empfinden, die von der Süddeutschen Kammersinfonie virtuos, nuanciert und impulsiv gestaltet wurde. Das Orcheser führte unter der Leitung von Peter Wallinger die vier Sätze in leuchtendem und vitalem Streicherklang aus. Als Dank für den lebhaften Schlussbeifall spielte die Süddeutsche Kammersinfonie noch eine Zugabe.
Rudolf Wesner