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Ludwigsburger Zeitung

Mit kontrollierter Vehemenz

Bei der Süddeutschen Kammersinfonie steht erstmals Simon Wallinger am Pult

Blitzsauberer Einstand: Simon Wallinger und die SKB. Foto: Andreas Becker

BIETIGHEIM-BISSINGEN. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt: Ursprünglich war geplant, dass Simon Wallinger lediglich den ersten Teil des traditionellen Frühjahrskonzerts der von seinem Vater Peter Wallinger
1984 gegründeten Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim (SKB) dirigiert. Doch nachdem dieser in der Probenphase erkrankte, übernahm sein Sohn bei seinem Debüt am Pult der SKB das Dirigat des im Kronenzentrum gegebenen Konzerts.

„La Passione“ ist das einmal mehr sorgsam ausgefeilte, ungemein runde und beziehungsreiche Programm Peter Wallingers überschrieben, und die Leidenschaft für die Schätze der klassischen Musik — das vermittelt sich mit den ersten Takten der Prelude zu Georges Bizets 1875 uraufgeführter Oper „Carmen” — liegt hier zweifellos in der Familie: Simon Wallinger, an der Münchner Hochschule für Musik und Theater in den Fächern Klavier und Kontrabass ausgebildet und auch in Historischer Aufführungspraxis geschult, gibt in diesem temperamentvollen Auftakt im Arrangement seines Vaters ein zügiges Tempo vor und lässt sich auch nicht aus dem Konzept bringen, als genau in der Pianostelle zwischen dem populären Torero-Marsch und „Auf in den Kampf“ ein Handyklingelton in die Ouvertüre einschaltet.

Bühnenmusik ist auch Christoph Willibald Glucks 1761 uraufgeführte Ballettmusik zu „Don Juan“: Die folgende Dramatik kündigt sich bereits an im für die Entstehungszeit ungeheuer modern tönenden Larghetto („Der Geist ermahnt Don Juan“), bevor sich im als „Furientanz“ aus der später datierenden Oper „Orpheus und Euridice“ bekannten Allegro die Pforten der Hölle öffnen. Wallinger gestaltet diese an Vivaldi-Gewitterpassagen erinnernde Höllenfahrt mit kontrollierter Vehemenz. In nuancierter Zeichengebung arbeitet er die dynamischen Kontraste heraus, vereint ruckartige, energische Impulse mit Fingerspitzengefühl bei Ansprache der 18 Musikerinnen und Musiker der hellwach reagierenden und nahezu makellos intonierenden SKB.

Handverlesene Profis am Werk

Von den familiären Strukturen der SKB sollte man sich indes nicht täuschen lassen: Zwar handelt es sich bei dem Ensemble nicht um ein stehendes, sondern um ein Projekt-Orchester, doch die Musiker, die Peter Wallinger um sich schart, sind allesamt handverlesene Profis und werden nicht selten zu Wiederholungstätern. Andererseits ist Wallinger auch stets darauf bedacht, dem demografischen Wandel durch Verjüngung entgegenzuwirken — auch in der aktuellen Besetzung sind wieder viele neue Gesichter auszumachen. Die Spritzig- und Wendigkeit des Ensembleklangs profitiert hörbar davon.

Ob Joseph Haydns 1768 komponierte Sinfonie Nr. 49 für ein Theaterstück namens „Il Quakero di bel ’’humore“ („Der gutgelaunte Quäker“) oder, worauf neue Quellen hinweisen, das französische Lustspiel „La jeune indienne“ („Die junge Indianerin“) von Nicolas Chamfort entstand, ist nicht gesichert. Fest steht, dass die Sinfonie mit dem Beinamen „La passione“ in der für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Tonart f-moll eine zerklüftete, dunkel grundierte Partitur anbietet, die man gemeinhin eher nicht mit Haydn in Verbindung bringen würde. Wallingers Interpretation folgt der in Richtung Musiktheater weisenden Deutung und betont die szenisch-räumliche Wirkung der Musik — enorm plastisch wirkt das finale Presto.

Noch eine Premiere: Ausgezeichneten Eindruck hinterlässt auch Swantje Asche-Tauscher als designierte neue Konzertmeisterin: Höchst aufmerksam in der Stimmführung, virtuos in den Teilen, in denen sie solistisch gefordert ist, Große Begeisterung im mit rund 100 Besuchern bedauerlicherweise unterdurchschnittlich besetzten Kronensaal.

Autor: Harry Schmidt

Gipfelwerk in jungen Händen

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Magdalena Müllerperth spielt mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim am Wochenende Beethovens fünftes Klavierkonzert

BIETIGHEIM-BISSINGEN. Jung an Jahren, aber reich an Erfahrungen ist die Konzertpianistin Magdalena Müllerperth. Als Solistin war sie unter anderem bereits mit Orchestern wie der Tschechischen Philharmonie, dem Staatsorchester Braunschweig und den Stuttgarter Philharmonikern zu hören. Mit der Südddeutschen Kammersinfonie Bietigheim (SKB) verbindet die in Maulbronn-Schmie aufgewachsene Künstlerin eine langjährige Zusammenarbeit, die 2006 mit der gemeinsamen Aufführung von Ludwig von Beethovens zweitem Klavierkonzert in B-Dur (op.19) ihren Anfang nahm, das eigentlich das erste Klavierkonzert des Komponisten ist. Insofern schließt sich ein Kreis, wenn Müllerperth am kommenden Wochenende mit den Musikern der SKB unter der Leitung von Peter Wallinger mit dem Klavierkonzert Nr. 5 in Es-Dur das letzte Werk dieser Gattung von Beethoven in Mühlacker und Bietigheim zu Gehör bringt.

„Dieses Beethoven-Konzert zu spielen, ist mir seit langem ein Anliegen“, erzählt Müllerperth. „Alle fünf sind wichtig, aber dieses fünfte ist eines der größten und wichtigsten Klavierkonzerte, die es gibt. Peter Wailinger, den sie vor zwei Jahren darauf angesprochen hat, habe sofort begeistert reagiert, ist das Werk in seiner sinfonischen Anlage doch eine Partitur, in der auch Dirigent und Orchester viel zu tun haben, eine lustvolle Herausforderung. „Alles darin rangiert auf einer epischen, sehr großen Skala“, fast Müllerperth ihre Sicht auf das dreisätzige Stück in Worte. „Das macht unfassbar viel Spaß zu spielen.“ Hört man sich Aufnahmen der 24 Jährigen an, die in einem musischen Elterhaus aufgewachsen ist, verblüfft neben der technischen Brillanz die Reife ihrer Darbietung. Seit August beschäftigt sich Müllerperth, die im Alter von fünf Jahren ersten Klavierunterricht erhielt und ihre professionelle Ausbildung in Karlsruhe und New York begann, bevor sie 2014 an die UdK Berlin zu Prof. Klaus Hellwig wechselte, intensiv mit dem Klavierkonzert Nr.5, diesem Gipfelwerk der Konzertliteratur, das im Mittelpunkt der kommenden Adventskonzerte steht.

Info:

Am Samstag, 3. Dezember, um 20 Uhr gastieren die SKB und Magdalena Müllerperth im Uhlandbau in Mühlacker, am Sonntag, 4. Dezember um 17 Uhr im Kronenzentrum in Bietigheim-Bissingen.

Harry Schmidt

Expressives Klangfeuerwerk im Kulturhaus

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Musik aus zwei Jahrhunderten bot das Sommerkonzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter Peter Wallinger mit ihrer Solistin Verena Guthy-Homolka im Großen saak des Kulturhauses.

Weil der Schlosshof derzeit umgebaut wird, musste die diesjährige Ausgabe der Sommerkonzerte auf den Großen Saal im Kulturhaus zurückgreifen. Damit wäre auch schon der einzige Wermutstropfen des Samstagabends in Sachsenheim benannt, denn das Wetter hätte ja perfekt mitgespielt. So musste man sich damit behelfen, vor der zweiten Hälfte die Türen zu öffnen, um den strahlenden Sommerabend nebst etwas Frischluft Einlass zu gewähren.

Aber auch drinnen genossen die rund 80 Besucher beim Gastspiel der Süddeutschen Kammersinfonie Beitigheim ein Programm, das deren Leiter Peter Wallinger eigens für diesen Anlass (sowie die tags darauf erfolgte Wiederholung in Lienzingen) zusammengestellt hatte und das wie angegossen passte: Musik aus zwei Jahrhunderten von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Igor Strawinsky (1882-1972), angereichert mit zwei Preziosen der amerikanischen der amerikanischen Komponisten Samuel Barber (1910-1981) und Charles T. Griffes (1884-1920), fügte sich zu einem Serenadenkonzert par excellence. Dass sich mit Verena Guthy-Homolka die Solo-Flötistin in Bachs Orchestersuite NR 2 h-Moll BWV 1067 azs deb eugebeb Reugeb rekrutierte, erwies sich als Glückfall. Selten erlebt man die für diese sieben Sätze erforderliche Feinabstimmung zwischen Esemble und Solist gelungener. Exakt treffen die 18 Musikerinnen und Musiker den höfisch-festlichen Gestusder Ouvertüre, in der sich französische und italienische Elemente mischen, mit jedem der folgenden TÄnze scheinen sie wärmer zu werden, steigern ihre Präsenz Satz um Satz und bereiten der wundervoll selbstverständlich geführten Traversflötenstimme von Guthy-Homolka eine maßgeschneiderte Unterlage. Fulminant ihre Dialogpassagen mit Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi, die mit gestochen scharf kontinuierten Kantilenen eine Gesprächspartnerin auf Augenhöhe war, makellos ihre Intonation, virtuos bewältigt sie die in hohem Tempo dahinjagende, abschließende Badinerie.

Farbenreicher Ensembleklang

Mit mal kreisrunden, dann wieder minimalistisch reduzierten Schlagfiguren steht Wallinger vor seinem hervorragend eingestellten Ensemble. Vom ersten Moment an begeistert ihr hochkultivierter, so homogen wie farbreicher Ensembleklang, ihr dynamisches Differenzierungsvermögen und ihre rhytmische Akkuratesse. Manches klingt wie auf Zehenspitzen gespielt, gemessen mit lyrischen-pastoralem Einschalg die elegante Sarabande, munter eilend dagegen die Polonaise, Wallinger swingt jetzt fast auf seinem Podest, metrisch ungeheuer prägnant die schwungvoll agierende, um die Cembalistin Sofija Grgur erweiterte Continuo-Gruppe, nahezi ein Tango das Menuett.

Brillant auch das von Wallinger eigens für Flöte und Orchester arrangierte „Poem“ von Charles T. Griffes, in dem neben Guthy-Homolka die erste Cellistin Chihiro Saito, die wie Konzertmeisterin Kobayashi und Mathias Neundorf, Stimmführer der Zweiten Violinen, auch Mitglied des renommierten Lotus String Qurtet ist, solistische Akzente setze. Einer sich öffnenden Knospe gleich entfaltet Guthy-Homolka das Thema, Landschaftsbilder steigen vor dem inneren Auge auf, Licht- und Schattenspiel in nebligen Flussauen, Schmetterlinge tanzen auf einer Lichtung Lichtung auf ausgesprochen hohem Niveau realisierten sie die von Dvorák erinnernde impressionistische Klangmalerei.

Als Verschnaufpause für Guthy-Homolka hatte man Barbers „Adagio for Strings“ eingeschoben. Das einsätzige Intrumentalstück wurde untere anderem auf den Beerdigungen von John F. Kennedy, Grace Kelly und Albert Einstein gespielt und geriet zur Paradenummer für die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim. Eine wunderbare Gelegnheit, das exzellente Blending in ihrem Streicheschmelz zu zelebrieren.

Durchweg erwies sich das treffend benannte Orchester als Formation, die den ambitionierten Anspruch ihrer Programme sowohl spieltechnisch als auch in der gesalterischen Durchdringung fabelhaft einzulösen wusste.

Kontrastreiche Sätze

Mit einem wahren Klangfeuerwerk war der Höhe- und Schlusspunkt des Konzerts erreicht: Strawinskys „Concerto in Re“ schloss an die motorische Bewegtheit von Bach an, entwickelt in drei kontrastreichen Sätzen aber eine bei weitem eindringlichere, expressive Gestalt: spannungsgeladen die Pizzicati der Celli zum Auftakt im Vivace, sanft wogend Arioso und Andantino, im Rondo stößt Bratscherin Laura Möhr ein nervöses Ostinato an, stechend antworten ide Violinen. Dankbarer Beifall auch für diesen oft turbulenten, fast akrobatischen und mutigsten Programmteil, dessen zweiter, langsamer Satz als ZUgabe eine Reprise erfuhr, womit das Konzert einen armonisch-versöhnlichen Ausklang fand.

Harry Schmidt

Am Rande des Nervenzusammenbruchs

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Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie führen Grundschüler in der Kelter in die wundersame Welt des Komponisten Joseph Haydn ein

Joseph Haydn (Jörg Schade) will einfach nur arbeiten, doch die Tierwelt kommt dem genialen Komponisten immer wieder in die Quere. Foto: Oliver Bürkle

Joseph Haydn hat’s nicht leicht. Der geniale Komponist will sich einfach nur auf seine Arbeit konzentrieren, doch dabei kommt ihm immer wieder die Tierwelt in die Quere. Fliegen schwirren in seinem Arbeitszimmer umher und hinterlassen beim Schlag mit der Fliegenpatsche hässliche schwarze Flecken auf seinem Notenpapier, die vorlaute Maus Luise beißt Löcher in die Dokumente.

Zu allem Überfluss hat Maria Theresia, die Kaiserin von Österreich-Ungarn hochstselbst, eine Giraffe geschenkt bekommen. Nun fordert die Monarchin ein passendes Musikstück. Dabei weiß der im 18. Jahrhundert lebende Komponist noch nicht einmal, wie dieses exotische Tier aus dem fernen Afrika überhaupt aussieht – Haydn steht am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Dies ist die Ausgangslage des Stucks „Papa Haydns kleine Tierscbau oder Wie klingt eine Giraffe“, welches das Bläserquintett der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim noch bis zum heutigen Mittwoch bei insgesamt sechs Vorstellungen in Zusammenarbeit mit der Pyrmont Theater Companie vor Grundschülern in der Kelter aufführt. Auf Einladung des städtischen Kulturamts zeigt die Kammersinfonie alljährlich ein Musiktheaterprojekt, zu dem nicht nur Grundschüler aus Bietigheim-Bissingen, sondern auch Schulklassen aus Nachbarkommunen herbeistromen. „Die Vorstellungen sind immer ausverkauft“, sagt Anne Himmelsbach vom Kulturamt.

Das ist am Dienstagmorgen nicht anders. Die Musiker treffen auf ein begeistertes Publikum und stellen ein Projekt vor, das sich ohne Einschränkung als pädagogisch hesonders wertvoll bezeichnen lässt. Jörg Schade von der Pyrmont Theater Companie, der das Stück gemeinsam mit seinem Kollegen Franz-Georg Stahling entwickelt hat, spielt einen ebenso zerstreuten wie liebenswürdigen Haydn, der sich fürsorglich um seine Musiker kümmert und diese auch mal auf deren ungebügelte Hosen oder Mundgeruch hinweist. Seiner Fürsorglichkeit brachte dem genialen Musiker einst auch seinen Spitznamen „Papa“ ein.

Gemeinsam begeben sich Hauptdarsteller, Grundschühler und Bläserquintett auf die Suche nach der perfekten Musik für das ungewöhnliche Geschenk. Dabei lernen die Kinder verschiedene Instrumente und die Musik von Hadyn kennen, der ein gewaltiges Werk von fast 100 Symphonien erschuf.

Die Musik steht im Mittelpunkt, doch die Handlung lässt Spielraum für manch slapstickartige Einlage. Etwa wenn sich Hadyn, bewaffnet mit einem Besenstil, auf Mäusejagd begibt. Solche Einlagen sind ganz nach dem Geschmack der Kinder. Vor allem aber geht es natürlich darum, die Lust auf klassische Musik zu wecken. „Bleibt der klassischen Musik treu“, empfiehlt Haydn zum Abschied. „Es lohnt sich.“

Frank Klein

Neujahrskonzert erstmals ausverkauft

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Knapp 200 Zuhörer bei der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter Leitung von Peter Wallinger

Neujahrskonzert in Murr, mit der Kammersinfonie. Foto: Holm Wolschendorf

Passend zum ersten Schnee des Winters, stand das Neujahrskonzert unter dem Motto „Eine Winterreise“. Für Schubert-Fans eine Gelegenheit in Romantik zuschweigen.

Kulturamtsleiter Matthias Bader freute sich riesig. Erstmals in über 20 Jahren war das Konzert der SÜddeutschen Kammersinfonie Bietigheim uasverkauft. Unter den knapp 200 Zuhörern im Bürgersaal seien rund 8 Prozent Stammgäste, die sich schon lange vor dem Auftritt die Karten sicherten, schätzt er. Traditionell spielt sich das Ensemble unter der Leitung von Peter Wallinger hier in Murr für die Auftritte in der Heimatstadt und in Mühlacker warm.

Auf dem Programm stand hauptsächlich Franz Schubert mit den deutschen Tänzen Nummer eins und drei. Die Lieder „Wetterfahne“, „Gefrome Tränen“, „Frühlingstraum“ und „Der Leiermann“ aus dem Zyklus Winterreise. Das Menuett NR. drei in d-Moll und die „Arpeggio“-Sonate. Dazu wurden drei Sätze aus der Suite für Streichorchester des tschechischen Komponisten Leos Janacek aufgeführt.

Herausragend, mit welcher Leichtigkeit und sensibler Raffinesse die Musiker die Stücke interpretierten. Hervorzuheben ist dabei unbedingt die Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi, die musikalische Zwiesprache mit der Solistin Hiyoli Togawa an der Viola hielt. Mit viel Gefühl waren die beiden die Reiseleiterinnen durch eine verschneite Winterlandschaft, die aber außerordentliche und stimmungsvolle Wärme verbreiteten.

Der Gründer und Leiter der Bietigheimer Kammersinfonie setzt Akzente und er führt die Musiker zu empathischem Ausdruck. Gemälde von Landschaften entstehen beim zuhören in den Köpfen, bei den Tänzen kribbelt es in den Beinen.

Musik wird so mit allen Sinnen erlebbar. Auch weil etwa die Texte der Lieder aus der Winterreise dem Programm zum Mitlesen beigelegt waren.

Auch so war der musikalische Abend mit literarischen Noten gewürzt. Nathalie Cellieiir und Peter Steiner vom Xenia-Theater Karlsruhe lasen Gedichte und Texte namhafter Schriftsteller. Erheiterndes wie Claudius‘ „Ein Lied hinterm Ofen zu singen“, dem Schiller’schen „Punschlied“ oder Kästners Beschreibung des Februar. Hönderlin wurde zitiert, Keller, Trakl und Domin soie Ulla Hahn, Annette von Droste-Hülshoff und Hermann Hesse. Auch Sprache wird so zur Melodie. Insbesondere wenn Cellier das Gedicht „Toile d’Hiver“ auf Französisch sprach. Das Publikum ist wie in einen Bann gezogen, immer bevor sich begeisterter Applaus seinen Bann bricht, herrscte eine beinahe andachtsvolle Stille, in der man Stecknadel fallen hören könnte. Die Künstler bescherten dem Publikum einen grandiosen, sehr stimmungsvollen Abend. Ein leicht verspätetes Weihnachtsgeschenk, auf das es sich absolut zu Warten lohnte.

Thomas Faulhaber

Sommernachtstraum im Advent

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„Zauber der Romantik“ überschrieb – passend zur Vorweihnachtszeit – die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihre Adventskonzerte im Bietigheimer Kronenzentrum und im Uhlandbau in Mühlacker. Als Solistin wirkte wieder einmal die aus Sachsenheim stammende Geigerin Ursula Schoch mit, heute Konzertmeisterin am Amsterdamer Concertgebouw.

Ursula Schoch(vorn) brillierte als Solistin beim Gastspiel in der Heimat. Foto: Oliver Bürkle

Das winterliche Konzert begann mit dem wohl bekanntesten Werk von Felix Medelssohn Bartholdy: „Ein Sommernachtstraum“, Musik zu Shakespeares gleichnamiger Komödie. erst 17 Jahre alt war der 1809 in Hamburg geborne Komponist, als er im Sommer 1826 die einsätzige Ouvertüre schrieb. Nach der Uraufführung in Abraham Mendelssohns Wohnhaus, dem ehemaligen Preußischen Herrenhaus in Berlin, im Rahmen der sogenannten „Sonntagsmusikern“, fand die öffentliche Erstaufführung im Februar 1872 in Stettin statt. Danach vergingen rund eineinhalb Jahrzehnte, bis der Komponist 1842, auf Wunsch des preußischen Königs Wilhelm IV., als op. 61 die mehrsätzige Bühnenmusik zu der Shakespeare-Komödie schrieb. Dieser Teil wurde dann im Oktober 1843 in Potsdam uraufgeführt.

Im Kronenzentrum erklangen jetzt die mit vier Bläserakkorden beginnende Ouvertüre, in der Mendelssohn Bartholdy sozusagen die ganze Welt dieses „Sommernachtstraums“ ausschreitet, in der man Elfen und Oberon begegnet, in der lyrisches ebenso wenig fehlt wie eher Derbes, und dazu vier teile der Bühnenmusik. Locker, beschwingt wurde der erste Satz interpretiert, erzählend, etwas aufwühlend, aber auch dahinplätschernd der zweite. Der dritte Satz erinnerte an die Jagd und im vierten sah man sich mit einer Art Bauerntanz konfrontiert.

Peter Wallinger, der in der Kapellmeisterklasse von Thomas Unger ausgebildete Gründer und Leiter des Orchesters, erwies sich als ein ebenso einfühlsamer wie ausdrucksstarker Interpret der „Sommernachtstraum“-Musik.

Vor der Pause kam noch der rund fünf Minuten dauernde „Valse triste“ von Jean Sibelius zur Aufführung. Nachdem der finnische Komponist eine Bühnenmusik zu Arvid Järnefelts Drama „Kuolema“ geschrieben hatte, bearbeitete er 1904, zwei Jahre nach der Uraufführung, drei Stücke aus seinem op. 44 neu. Eines davon ist der so entstandene Konzertwalzer, ein getragenes, fast schwermütig klingendes Stück Musik, was nicht wundernimmt, wenn man weiß, dass „Der Tod“ der Titel des ursprünglichen Dramas ist.

Der zweite Teil des Konzerts gehörte dem Violinenkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms. Entstanden im Sommer 1878 in Pörtschach, uraufgeführt am 1. Janur 1879 in Leipzig, unter der Leitung des Komponisten, mit Joseph Joachim als Solist, dem das Werk auch gewidmet ist, handelt es sich sabei um das einzige Violinkonzert von Brahms, mit dem sich wieder einmal das Problem der Beethoven-Nachfolge stellte. Bezüge gibt es zu Brahms´am selben Ort, ein Jahr früher entstandener, zweiter Symphonie. Das betrifft zunächst ganz allgemein den Ton der Komposition, die vorherrschende Heiterkeit und scheinbar unproblematische Musizierfreude, die viele Kommentatoren auf die Stimmung am Wörthersee zurückgeführt haben. Nicht genug damit, in beiden Werken stehen alle Sätze in Dur. Die Grundtonart ist D-Dur, der langsame Satz der Symphonie greift zur kleinen Unterterz H-Dur aus, der des Violinkonzerts zur kleinen Oberterz F-Dur. Am meisten trägt der dritte Satz dem Anspruch solistischen Konzertierens Rechnung.

Dabei besonders, aber auch ganz allgemein, wurde ihm Ursula Schoch – die bei Sascha Gawriloff an der Kölner Musikhochschule studierte, 1990 bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen als SOlistin debütierte und seit fünf Jahren Konzertmeisterin des Königlichen Concertgebouw-Orchesters ist – mit klangreinem, nuancenreichem, ebenso bewegtem wie präzis klarem und expressivem Spiel auf ihrer von Giovanni Battista Guadagnini im 18. Jahrhundert gebauten Violine gerecht. Als Zugabe zum Romantik-Konzert spielte sie virtuos ein barockes Bach-Adagio.

Dieter Schnabel

Ausnahmekönner im Schlosshof

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Ein besserer Ort für ein Kammer- konzert als der idyllische Innenhof des Sachsenheimer Wasserschlos- ses ist kaum vorstellbar. Am Sams- tagabend trat der großartige Klari- nettist Sebastian Manz dort gemein- sam mit der Süddeutschen Kam- mersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger auf und sorgte für begeisterten Jubel.

In Bestform zeigte sich die Süddeutsche Kammersinfonie beim Serenadenkonzert im Sachsenheimer Schlosshof. Foto: Alfred Drossel

Sebastian Manz gilt als einer der besten Klarinettisten der jüngeren Generation. Der 1986 in Hannover geborene Sohn der Pianisten Wolfgang Manz und Julia Goldstein ist auch der Enkel des legendären russischen Geigers Boris Goldstein. Die Musik sog er somit schon mit der Muttermilch auf. Im Laufe der Zeit erreichte er drch hartes Arbeiten und viel Talent einen legendären Ruf als begabter Jungklarinettist.

Das nahezu ausverkaufte Konzert in Sachsenheim begann mit Mozart. Das Divertimento B-Dur KV 137 stimmte sanft und fließend in einen unvergesslichen Sommerabend ein. Die etwa 15 Männer und Frauen des Kammerorchesters waren bestens aufeinander abgestimmt, beherrschten ihre Stücke perfekt und boten zusammen mit ihrem Dirigenten Peter Wallinger, der unter anderem bei Srgiu Gelibidache studiert hatte, eine glanzvolle Hächstleistung.

Beim Klarinettenkonzert B-Dur von Cari Maria von Weber zeigte sich Sebastian Manz, der im Stehen musizierte und dem die Freude beim Spielen des gefühlvollen Stückes ins Gesicht geschrieben stand. Manz musizierte oft mit geschlossenen Augen, konzentriert und voller Leidenschaft. Fröhliche, lebhafte Töne wechselten sich mit sanften und melancholischen Partien ab. Das Orchester harmonierte hervorragend mit dem jungen Klarinettisten und unterstrich sein Können auf ganz besondere Weise.

Othmar Schoecks „Sommernacht“ war ein musikalischer Leckerbissen, den sich die zahlreichen Kammerkonzertfreunde mit Genuss auf der Zunge zergehen ließen. Dem mit Hingabe spielenden Musiker gelang es innerhlab kürzester Zeit, das Publikum weit weg vom Alltag mit auf mit auf ein musikalische Reise zu führen. Felix Mendelssohn Bartholdys Streichersinfonie Nr. 10 h-moll bildete den vorläufigen Abschluss eines Konzerts der Extraklasse. Die Töne erinnerten an Schwalben, die in einer Sommernacht ausschwirrten, um ihresgleichen zu suchen.

Hatte sich das Publikum bis dahin diszipliniert zurückgenommen, so brach nach diesem Stück frenetischer Jubel aus. Berührend zu sehen, wie sich der Dirigent Peter Wallinger und der Klarinettist Sebastian Manz kurz in den Armen lagen. Als Zugabe kamen die Gäste in den genuss von Heinrich Koseg Baermanns Adagio Des-Dur, das für die damals üblichen Klarinetten mit fünf Klappen geschrieben wurde. Heutzutage verfügen die meisten Klarinetten über 24 Klappen. Zunächst schrieb man das Werk wegen der angeblich typischen Klangfarbe Wagner zu und erkannte erst später, dass Baermann es geschrieben hatt. Das wunderschön gespielte Stück endete in einem leisen Ausklang und ließ bei den Zuschauern angenehme Gefühle zurück. Mit einem Werk von Strawinsky wurde das Publikum für den üppigen Applaus belohnt. Impressionen an einen Hirten, der seine Schafe hütet und nebenher die Natur beobachtet, wurden geweckt.

Nach dem Konzert zeigte Sebastian Manz noch Präsenz, lächelte, unterhielt sich mit Musikinteressierten und bewies damit, dass er nicht nur ein hoch talentierter Klarinettist ist, sondern auch ein richtig sympatischer Mensch.

Angelika Tiefenbacher

Wort und Musik verbinden sich zu einem Gesamtkunstwerk

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Fabelhaftes Programm beim Neujahrskonzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim im Murrer Bürgersaal unter der Leitung von Peter Wallinger

Konzentriert und auf hohem Niveau bot die Süddeutsche Kammersinfonie in Murr ihr Neujahrskonzert dar. Foto: Holm Wolschendorf

Mit freudigem Applaus bedankten sich die Besucher des Neujahrskonzerts der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim am Samstagabend im Murrer Bürgersaal für ein wahrhaft fabelhaftes Programm, das Orchesterleiter Peter Wallinger arrangiert hatte.

Nathalie Cellier und Peter Steiner vom Xenia­Theater in Karlsruhe rezitierten in deutscher und französischer Sprache die lehrreichen und gleichzeitig sehr amüsanten Fabeln des französischen Dichters Jean de la Fontaine. Sie verstanden es eindrucksvoll, die Texte lebendig und akzentuiert vorzutragen, so dass sich Musik und Wort zu einem feinsinnigen Gesamtkunstwerk verbanden.

Passend zur jeweilig dargebotenen Fabel hatte Peter Wallinger Kompositionen aus Barock, Spätromantik und Gegenwart ausgewählt, die von den Musikern der Kammersinfonie im gewohnt hellleuchtenden Streicherklang zu Gehör gebracht wurden.

Auf die Fabel „Das Huhn mit den goldenen Eiern“ folgte zum Beispiel die Komposition „La Poule“, ein Konzert in g­ Moll von Jean Philippe Rameau, dem französischen Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach. Sehr ernst war der Charakter des Tongedichts für Streichorchester mit dem Titel „Furuenes Sang“, zu deutsch „Gesang der Tannen“, des 1952 geborenen norwegischen Komponisten Halvor Haug. Er schrieb das elegische, keineswegs leicht zu erfassende Werk 1987, als er mit ansehen musste, wie vor den Fenstern seines Hauses ein ganzer Tannenwald gerodet wurde.

„Es sind die im Sterben begriffenen Bäume, die den Gedanken hinter dem Werk bilden“, notierte Haug dazu. Das in äußerst verhaltenen Tempi musizierte und noch im tonalen Bereich angesiedelte Stück wirkte düster und weltentrückt und wurde vom Orchester geradezu andachtsvoll, jedoch in warmer, dichter Klangpracht ausgeführt. Davor hörten die Besucher die Fabel „Der Tod und der Holzfäller“.

Nach der heiteren Fabel „Die Grille und die Ameise“ standen zwei Sätze aus „Die Jahreszeiten“, Opus 37a, von Tschaikowsky auf dem Programm, die bewegt und in vollendetem Streicherglanz dargeboten wurden. Im „Lied der Lerche“ konnte sich Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi als virtuos musizierende Violinsolistin einbringen. Auf die szenische Darstellung der Fabel „Der Rabe und der Fuchs“, die gleichfalls eindrucksvoll humorig von Nathalie Cellier und Peter Steiner vorgeführt wurde, folgte aus dem Tschaikowsky­Zyklus noch ein beschwingt und unbeschwert gespielter Walzer.

Mit einer delikaten, nuancenreichen Interpretation von Mozarts kleiner Nachtmusik schloss das Neujahrskonzert unter lang anhaltendem Beifall. Gestern Nachmittag führte die Süddeutsche Kammersinfonie dieses abwechslungsreiche Programm auch in der Kelter in Bietigheim auf.

Rudolf Wesner

„Eroica“ krönt gelungenen Konzertabend

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Süddeutsche Kammersinfonie begeistert mit „Musik zum Advent“ im Kronenzentrum — Neben Beethoven auch Grieg und Dvorak auf dem Programm

Stets zum Jahresende spielen Peter Wallingerund seine Süddeutsche Kammersinfonie in Bietigheim. Foto: Alfred Drossel

Mit jungen, talentierten Musikern aus Bietigheim-Bissingen und dem Stuttgarter Raum gründete Peter Wallinger 1984 die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim. Bei der „Musik zum Advent“, die am Sonntagabend im nicht ganz ausverkauften Kronenzentrum aufgeführt wurde, stellte das Orchester mit fulminant gespielten Werken bedeutender Interpreten ihr großartiges Können unter Beweis.

Petronio Franceschinis (1651 bis 1680) Konzert D-Dur für zwei, Trompeten und Orchester bildete den Auftakt zu dem außergewöhnlichen Musikerlebnis. Bereits zum dritten Mal eröffneten Saleem Khan und Eline Beumer mit festlichen Trompetenklängen das Adventskonzert der Kammersinfonie. Die Meisterschüler von Reinhold Friedrich zeigten nach einer festlichen Einstimmung mit dem Grave bei den Allegrosätzen eine erstaunliche Klangfülle voll virtuoser Eleganz. Der italienische Komponist Franceschini, der im Alter von nur 29 Jahren starb, hat sich vor allem der Kirchenmusik gewidmet und ist bekannt für seine Vorliebe zu Trompeten, die er häufig auf unkonventionelle Weise einsetzte.

Von Edvard Grieg (1843 bis 1907) spielte die Süddeutsche Kammersinfonie den „Hochzeitstag auf Troldhaugen“. Grieg, der auch als „Chopin des Nordens“ bezeichnet wird, setzte mit dem Stück seinem südlich von Bergen gelegenen Landhaus Troldhaugen (Trollhügel) ein Denkmal. Das Orchester spielte das folkloristisch und fröhlich anmutende Werk mit viel Gefühl und eröffnete damit dem Publikum Einblick in lyrische Klangwelten der besonderen Art. Auch die „Böhmische Suite“ von Antonín Dvorák (1841 bis 1904) kam bei den Besuchern bestens an. Auch dieses Werk enthält volkstümliche Elemente. Die Polka wurde als heiterer Tanz dargeboten, in der Romance malten Holz- und Blechbläser idyllische Bilder aus Tönen, die Assoziationen an weite Landschaften, sanfte Hügel und zwitschernde Vögel aufkommen ließen. In der traditionellen Suite entpuppte sich Dvorák als Romantiker. Wieder feuriger wurde es beim Presto. Kraftvoll und doch elegant steigerten sich die Musiker zum Höhepunkt und stimmten mit viel Sinnesfreude auf die Adventszeit ein.

Nach der Pause erwartete das Publikum Ludwig van Beethovens „Eroica“. Die dritte zählt zu den bedeutendsten Sinfonien Beethovens. Der Anekdote nach hatte der Komponist seine Heldensymphonie Napoleon gewidmet. Als ihn der Korse enttäuschte, soll Beethoven das Titelblatt wutentbrannt zerrissen haben. Die „Eroica“ ist ein Meisterwerk, das an die Musiker besondere Ansprüche stellt. Die hochbegabten Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie nahmen die Herausforderung mit großer Spielfreude und viel Leidenschaft an. Der erste Satz, das Allegro con brio, hat allein die Spieldauer einer Haydn-Sinfonie. Lebhafte und leisere Töne zeigten das großartige Können der Künstler, die hervorragend harmonisierten. Der dreiteilige Trauermarsch enthält melancholische und opulente Passagen. Im Scherzo brachten drei Hörner Naturklänge in das Kronenzentrum. Im Finale zeigt Beethoven seine große Variationskunst, denn zwei Themen liegen sechs Variationen zugrunde. Das grandiose und mächtige Finale bot einen gelungenen Abschluss zu einem Konzertabend der Extraklasse.

Dem künstlerischen Leiter der Süddeutschen Kammersinfonie, Peter Wallingerm ist es mal wieder gelungen, ein abwechslungsreiches Adventskonzert zu bieten, bei dem das klangdifferenzierte und vitale Spiel der Musiker besonders gut zum tragen kam

Angelika Tiefenbacher

Haydn zum Geburtstag

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25 Jahre Süddeutsche Kammersinfonie – musikalischer Auftakt

Im Ellental-Gymnasium steht die Wiege der Süddeutschen Kammersinfonie. Vor 25 Jahren probte der Musiklehrer Wallinger die ersten Stücke mit seinen Schülern. Das tut er im Prinzip noch immer. Nur sind die Schüler von damals inzwischen international gefragte Konzertmeister und Peter Wallinger ein renommierter Dirigent. Mit Stücken von Haydn gehen die Musiker in ihr Jubiläumsjahr.

Sie wollen vertraute Musik neu erlebbar machen. Unter diesem Motto ist die Kammermsuik bereits seit 25 Jahren unterwegs. Und das tun die Musiker auch in ihrem Jubiläumsjahr. Auftakt ist am kommenden Wochenende. Am Samstag spielen sie in Murr und am Sonntag um 17 Uhr in der Alten Kelter in Bietigheim. Das Programm soll eine Hommage an Joseph Haydn sein. Solisitin ist Chihiro Saito am Violoncello. Im Februar geht es weiter mit „Facetten der Romantik“ und Werken von Wagner, Brahms oder Tschaikowsky. Im April stehen dann zwei große Festkonzerte in Bietigheim und Mühlacker auf dem Programm. Anschließend sind in Sachsenheim und in der Lienzinger Frauenkirche sommerliche Serenadenkonzerte mit Solisten aus dem Orchester geplant.

Ein Herz für Kinder heißt es im November. Auch in diesem Jahr werden Schülerkonzerte in der Alten Kelter in Bietigheim gespielt. Für den Nachwuchs gibt es dabei aufbereitete Informationen zum Stück und den verwendeten Instrumenten. Im Dezember wird das Jubeljahr mit „Nordischen Impressionen“ und Werken von Sibelius, Mendelssohn oder Grieg beschlossen.

Ein besonderes Schulorchester mit besonders begabten Schülern wollte Peter Wallinger vor 25 Jahren ins Leben rufen. Damals firmierten die Musiker noch unter dem Namen Bietigheimer Kammersinfonie. Zum Ellental-Gymnasium gibt es noch immer gute Beziehungen, doch die Grundlage legten die „Jungen“ von damals. Sie haben den Erfolg des Orchesters begründet und sind heute teilweise international renomierte Musiker.

Der Mann, der das alles zusammenhält, ist Peter Wallinger – Initiator, künstlerischer Leiter und Organisator der Kammersinfonie. Projektbezogen kommen die rund 40 Musiker bis zu fünfmal im Jahr zusammen und erarbeiten gemeinsam die Stücke. Seit drei Jahren lässt Peter Wallinger sein Lehramt in Bietigheim ruhen. Inzwischen dirigiert er auch das Rundfunkorchester Bukarest, die Staatliche Philharmonie Moldawiens oder das Südwestdeutsche Kammerorchester im benachbarten Pforzheim.

Andreas Feilhauer