Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim veröffentlicht neue Live-Doppel-CD
Seit Jahrzehnten prägender Dirigent: Peter Wallinger Foto: Mammel
Mühlacker. Die neue CD von Peter Wallingers sueddeutscher kammersinfonie bietigheim ist unter dem Motto „giocavano“ anders geprägt als alle Vorgänger und bietet Rückblicke auf Konzertmitschnitte, die auf den bisherigen traditionellen Jahres-CDs nicht dokumentiert werden konnten. Wallingers Ensemble und zahlreiche namhafte Solisten traten – dem aus dem Italienischen übersetzten Motto „sie spielten“ folgend – seit 41 Jahren regelmäßig beim „Musikalischen Sommer“ in der Frauenkirche Lienzingen auf, später auch im Herbst, Winter und Frühjahr im Rahmen der „Concerto“-Reihe im Mühlacker Uhlandbau.
Stets konnte Wallinger mit seinem Ensemble zurückgreifen auf befreundete Solisten, auf ein treues Publikum, Sponsoren und nicht zuletzt auf seine Familie und einen Freundeskreis, der alles Musikalische und Organisatorische mitträgt.
Sämtliche auf den beiden Silberscheiben eingespielte Konzertausschnitte zeichnen sich durch spezifische Vorzüge aus. Zu hören sind das in gut ausbalancierten Besetzungen präzise phrasierende Kammerensemble, exzellente Solisten und ein kontrastreich dynamisches, von Spielfreude geprägtes Musizieren. Was Stile, Epochen und Genres betrifft, zeigt die Auswahl eine umfassende Vielfalt.
So verweist die Wiedergabe der am 13. Juli 2008 in Lienzingen aufgeführten „Sonata pian e forte“ von Giovanni Gabrieli mit feinen dynamischen Gegensätzen auf die italienische Renaissance, ist aber gleichzeitig in neuem Gewand modern, weil das renommierte Alliage-Saxofonquartett die Interpretation wesentlich mitgestaltet. Gewissermaßen am anderen historischen Ende der Musikepochen interpretiert der hervorragende Pianist Markus Bellheim mit der Kammersinfonie 2016 im Uhlandbau Béla Bartóks Klavierkonzert Nr. 3, dessen moderne Tonalität und Rhythmik akzentreich herausgearbeitet wird.
Auch sind auf der Doppel-CD bekannte Klassiker vertreten. Dazu zählt das schwungvoll wiedergegebene Brandenburgische Konzert Nr. 2 in F-Dur von Bach, wobei in den rasanten Ecksätzen insbesondere die Solisten Laura Vukobratovic (Trompete), Nikola Stolz (Oboe), Verena Guthy-Homolka (Flöte) und Ursula Schoch (Violine) mit barocker Farbenpracht prunken. Zweimal erfreut das Ensemble mit Konzerten von Mozart. Seine „Sinfonia concertante Es-Dur“ (KV 364) dirigierte am 24. April 2022 im Uhlandbau Peter Wallingers Sohn Simon – ein möglicher Nachfolger als Chefdirigent?
In der Wiedergabe von Mozarts „Prager Sinfonie“ (KV 504) spürt man zum wiederholten Mal, dass Peter Wallinger am Pult ein gutes Händchen für den Mozart-Ton besitzt. Rossinis flotte Ouvertüre zur „Seidenen Leiter“ mit herrlichen Crescendi, Schuberts romantische Ballettmusik Nr. 2 (D 797) aus „Rosamunde“ und die orchestral glanzvolle, auf liebenswürdige Weise die russische Seele atmende Serenade C-Dur (op. 48) von Tschaikowsky runden den musikalischen Gehalt der CDs ab, die in guter tontechnischer Qualität einen repräsentativen Überblick der Wallinger-Konzerte bieten und das Versprechen beinhalten: Wir spielen weiter!
Die Doppel-CD „live 2025“ ist für 20 Euro unter der Telefonnummer 07043-958393 oder per E-Mail über susanne@boekenheide.netbeziehbar.
Eine neu erschienene Doppel-CD ermöglicht einen spannenden Streifzug durch die Geschichte der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Klassik-Fans können Höhepunkte aus teilweise lange zurückliegenden Konzerten und jüngeren Auftritten genießen.
Eine neu erschienene Doppel-CD ermöglicht einen spannenden Streifzug durch die Geschichte der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Klassik-Fans können Höhepunkte aus teilweise lange zurückliegenden Konzerten und jüngeren Auftritten genießen.
Peter Wallinger in seinem Element. Foto: Archiv
Mühlacker. „Der will nur spielen“, lautet ein klassischer Ausspruch aus dem Mund des Hundebesitzers, dessen Liebling gerade auf einen skeptischen Dritten losstürmt. Der Ausgang – ungewiss. „Die wollen nur spielen“: So könnte eine kurze Beschreibung der Musikerinnen und Musiker lauten, die unter der Leitung des Dirigenten und Festivalchefs Peter Wallinger in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten für hochkarätige Konzerte in Mühlacker und Umgebung gesorgt haben. Der Ausgang: dank der unbändigen Spielfreude ganz gewiss ein Hörgenuss. Einen klingenden Beweis dafür liefert die neue CD „live 2025“.
Das Cover der neuen Doppel-CD. Foto: privat
Soeben erschienen, können sich die Freunde der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim über eine Sonderausgabe in Form einer Doppel-CD mit Live-Mitschnitten überwiegend aus dem Uhlandbau und der Frauenkirche Lienzingen freuen, die bis ins Jahr 2006 zurückreichen und ganz besondere Aufführungen wieder ins Gedächtnis rufen. Ob Bach oder Bartók, Mozart oder Rossini: „giocavano“ – italienisch für „sie spielten“ – heißt es im Booklet der CD über die Kammersinfonie und zahlreiche Solistinnen und Solisten, die beim „Musikalischen Sommer“ in der Frauenkirche, in der Reihe „Mühlacker Concerto“ im Uhlandbau oder bei Auftritten im Kronenzentrum Bietigheim für musikalische Glanzlichter gesorgt haben. Dabei versammeln sich auf der ersten der beiden CDs Solisten aus den eigenen Reihen und renommierte Gäste. CD zwei ist reinen Orchesterwerken vorbehalten und vermittelt einen Eindruck vom breiten Repertoire, das Peter Wallinger mit seinem Orchester erarbeitet hat. Alle Aufnahmen sind Live-Mitschnitte.
Umso bemerkenswerter ist, wie sich alle Beteiligten in den hochkomplexen Klanggeflechten des 2. Brandenburgischen Konzerts von Johann Sebastian Bach oder des dritten Klavierkonzerts von Béla Bartók zu einem homogenen Ganzen zusammenfinden und die technischen Herausforderungen mit galanter Selbstverständlichkeit meistern. Stilistisch sind die Musikerinnen und Musiker, gleich ob Peter Wallinger oder sein Sohn Simon am Dirigentenpult steht, ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Präzision und das Hören aufeinander bilden die Grundlage für Interpretationen von Werken aus den unterschiedlichsten Epochen. Da klingt eine bearbeitete und mit dem Alliage-Saxophon-Quartett vorgetragene Sonate des im 16. Jahrhundert geborenen Giovanni Gabriele genau so leichtfüßig wie Rossinis Ouvertüre zu „Die seidene Leiter“. Im Schweren schwingt eine Ahnung von Trost und Leichtigkeit mit, und im scheinbar Leichten bringen die Musikerinnen und Musiker die nötige Ernsthaftigkeit auf, um ungeahnte Facetten auch bekannter Literatur an die Oberfläche zu holen.
Die Frage, wie sich der Orchesterklang über die Jahre entwickelt hat – die jüngste Aufnahme stammt aus dem Jahr 2022 –, lädt den Hörer, die Hörerin der Doppel-CD ein auf einen spannenden Streifzug durch die Historie der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Gewisse Kennzeichen wie rhythmische Prägnanz und die Ausgewogenheit der Register bilden den roten Faden. Ausgezeichnete Solisten wie beispielsweise der Pianist Markus Bellheim, die Geigerin Ursula Schoch oder die Trompeterin Laura Vukobratovic haben aus gutem Grund mit diesem Ensemble zusammengewirkt. Sie alle haben mit Freude gespielt – und niemand würde sie zurückpfeifen wollen.
Die Doppel-CD ist über die Telefonnummer 07043/958393 oder per E-Mail an susanne@boekenheide.net beziehbar, ebenso über die Buchhandlung Elser an der Bahnhofstraße in Mühlacker.
Mit einer Jubiläumsedition der Reihe „Kammersinfonie live“ blickt Peter Wallinger zum 40-jährigen Bestehen der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim auf zwei Jahrzehnte anspruchsvoller wie ansprechender Konzertprogramme zurück.
Mit einer Jubiläumsedition der Reihe „Kammersinfonie live“ blickt Peter Wallinger zum 40-jährigen Bestehen der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim auf zwei Jahrzehnte anspruchsvoller wie ansprechender Konzertprogramme zurück.
Beeindruckender Querschnitt: „live 2025“ ist ein gelungener Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre. Foto: privat