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2011

Helle Streicherpracht

  • von

Ihren edlen, stets ausgewogenen Streicherklang breitete am Sonntagvormittag in der Frauenkirche von Lienzingen die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger aus. Damit wurde die Reihe „Musikalischer Sommer“ sehr klangvoll und qualitätsreich fortgeführt.

Der erste Teil stand unter dem Titel „Freundschaft mit Japan“, der an diesem Wochenende eine besonders aktuelle Bedeutung hatte. Zwei japanische Cellisten interpretierten meisterhaft die Solopartien in Werken von Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel. Die Cellistin Chihiro Saito und ihr Landsmann Gen Yokosaka entfalteten in Vivaldis Konzert g-moll für zwei Violoncelli und Orchester vom ersten Takt an kraftvolles Spiel und verströmten auf ihren Instrumenten warmen Wohlklang. Im Allegro boten sie dynamische Steigerungen der Intensität in ihrer interpretatorischen Gestaltung, beglückten mit delikater Ausführung der melodiösen Passagen des Largos und ließen ein spannungsreiches Allegro hören, das sie mit von Energie angetriebenem Tempo spielten. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim begleitete in anmutiger Klangfrische. Als Zwischenspiel führte das Orchester ein sakral wirkendes Werk von Arvo Pärt auf. Sehr besinnlich und voller Andacht dargeboten, konnte es als musikalisches Gebet empfunden werden.

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Das Konzert g-moll für zwei Violoncelli und Orchester von Georg Friedrich Händel erlebte durch die beiden Cellisten aus Japan eine farbenreiche Ausführung. Dank des verhaltenen Tempos konnte das einleitende Grave seine meditative Wirkung ausbreiten. Im lebhaften Kontrast dazu musizierten Chihiro Saito und Gen Yokosaka, von der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim in heller Streicherpracht begleitet, das Allegro voller barocker Opulenz, wobei sie mit ihrer hochrangigen Virtuosität beeindruckten. Der Schlusssatz, eine Fuge, wurde von Solisten und Orchester transparent und klar gegliedert als brillantes Finale aufgeführt.

Von Wolfgang Amadeus Mozart stand mit Adagio und Fuge, KV 546, eine Komposition auf dem Programm, die in der Darbietung durch die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim von erhabenem Ausdruck in der langsamen Introduktion zu einem dichten Klanggeflecht emporwuchs. Die populäre Serenade in C-Dur, Opus 48, von Peter Iljitsch Tschaikowsky war jedoch der vollendete Höhepunkt des Konzerts, denn hier bewies Peter Wallinger, dass er im Lauf der Jahre seine Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim im Klangvolumen und in der Dichte ihrer Gestaltungskraft auf eine vergleichbare Ebene mit anderen in unserem Land hohes Ansehen genießenden Kammerorchestern emporheben konnte. Die vier Sätze erklangen voller Farbe, in wechselnden Stimmungen und doch immer wieder angereichert mit emotionaler Musizierfreude. Ganz besonders glutvoll und bravourös erklang dabei das Finale mit dem russischen Tanzthema.

Rudolf Wesner

Kraftvoll, dann wieder delikat

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Edlen Streicherklang breitete am Samstag im Kulturhaus die Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim aus. Der erste Teil stand unter dem Titel „Freundschaft mit Japan“, der an diesem Abend eine besondere Bedeutung hatte. Zwei japanische Cellisten interpretierten meisterhaft die Solopartien zunächst in einem Werk von Antonio Vivaldi, danach von Georg Friedrich Händel. Die Cellistin Chihiro Saito und ihr Landsmann Gen Yokosaka entfalteten im Konzert g-moll für zwei Violoncelli und Orchester von Antonio Vivaldi vom ersten Takt kraftvolles Spiel und verströmten auf ihren Instrumenten warmen Wohlklang. Im Allegro boten sie dynamische Steigerungen der Intensität in ihrer interpretatorischen Gestaltung, beglückten mit delikater Ausführung der kantablen Passagen des Largos und ließen ein spannungsreiches Allegro hören. Als Zwischenspiel führte das Orchester unter der Leitung von Peter Wallinger ein sakral wirkendes Werk von Arvo Pärt mit dem Titel „Silouans Song“ auf. Sehr besinnlich dargeboten konnte es als ein mit Streicherfülle ausgeführtes musikalisches Gebet empfunden werden.

Das Konzert g-moll für zwei Violoncelli und Orchester von Georg Friedrich Händel erlebte durch die beiden hochkarätigen Cellisten aus Japan eine überaus farbenreiche Ausführung. Das einleitende Grave konnte dank des zutreffend gewählten verhaltenen Tempos seine meditative Wirkung ausbreiten. Im lebhaften Kontrast dazu musizierten Chihiro Saito und Gen Yokosaka, von der Sueddeutschen Kammersinfonie in heller Streicherpracht begleitet, das Allegro voller barocker Opulenz, wobei sie mit ihrer hochrangigen Virtuosität einmal mehr beeindruckten. Der Schlusssatz, eine Fuge, wurde von Solisten und Orchester transparent und klar gegliedert als brillantes Finale aufgeführt

Von Wolfgang Amadeus Mozart stand mit Adagio und Fuge KV 546 eine Komposition auf dem Programm, die in der Darbietung zu einem dichten Klanggeflecht emporwuchs.

Die Serenade in C-Dur Opus 48 von Peter Iljitsch Tschaikowsky war jedoch der Höhepunkt des Abends, denn hier bewies Peter Wallinger, dass er im Lauf der Jahre seine Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim im Klangvolumen und in der Dichte ihrer Gestaltungskraft auf eine vergleichbare Ebene mit anderen in unserem Land hohes Ansehen genießenden Kammerorchestern entwickeln konnte. Die vier Sätze erklangen voller Farbe, in wechselnden Stimmungen und doch immer wieder angereichert mit emotionaler Musizierfreude. Ganz besonders glutvoll und bravourös erklang dabei das Finale mit dem russischen Tanzthema.

Rudolf Wesner

Unbeschwerter Ohrenschmaus

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Ein „Konzertantes Vergnügen“ kündigte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim in der Pauluskirche an – und dieses Versprechen löste das Orchester unter der Leitung von Peter Wallinger ohne Einschränkung ein. Dazu trugen auch die Solisten Ursula Schoch und Michael Gieler bei.

Ein eingespieltes „Tête-à-tête“ zweier Hochkaräter also, die in minutiöser gegenseitiger Feinabstimmung das Doppelkonzert als typischen Mozart ausgestalteten – heiter und fröhlich im Grundcharakter, mit eingeblendeten düsteren, abgründig dunklen Seiten.

Mit der Sinfonie Nummer sechs in D-Dur und dem Beinamen „Le Matin“ von Joseph Haydn eröffnete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim vor zahlreichen Zuhörern das Programm mit heiterem, unbeschwertem, in den Dialogen zwischen Streichern und Bläsern ungemein lebendigem und farbenfreudigem Musizieren. Das im Jahr 1761 entstandene viersätzige Werk beschreibt voller Lyrik einen Sonnenaufgang und wirkt insgesamt wie eine musikalische Huldigung der Natur. Doch auch heiter-ländliche, mithin tänzerische Motive klingen darin an, und immer wieder erhalten außer der Ersten Violine auch einzelne weitere Instrumente wie Flöte, Fagott oder Violincello reizvolle solistische Aufgaben. Unter der Leitung von Peter Wallinger entstand damit eine hell leuchtende, facettenreich und transparent gestaltete Aufführung der Komposition.

Den beiden exzellenten Solisten des Abends Ursula Schoch an der Violine und ihrem Kollegen aus dem Concertgebouw Orchestra Amsterdam Michael Gieler an der Viola zuzuhören, war ein weiteres konzertantes Vergnügen. Zusammen mit der glanzvoll und nuancenreich begleitenden Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim gestalteten sie die Sinfonia Concertante Es-Dur, KV 364, von Wolfgang Amadeus Mozart zu einem delikaten Ohrenschmaus. Das Orchester brillierte in dem markanten Auftakt des ersten Satzes, indem es eine dynamische Steigerung des Ausdrucks vollzog. Einmal mehr beglückte Ursula Schoch mit ihrem seidig-schimmernden Geigenspiel und ließ damit eine weitere künstlerische Reifung unüberhörbar erkennen. Ihr zur Seite entfaltete Michael Gieler auf der Viola warmen, wohl ausgewogenen Klang.

Das Solistenpaar bestach mit einem vital ausgeführten Dialog ihrer Instrumente. Das Andante breiteten Ursula Schoch und Michael Gieler beseelt aus und hoben einen stimmungsmäßigen Kontrast im Schlusssatz, einem Presto, hervor, indem sie sich bei straffen, keineswegs jedoch überzogenen Tempi kurze, prägnante Motive übermütig zuwarfen. In den Kadenzen des ersten und zweiten Satzes breiteten die Solisten darüber hinaus ihre überragende Virtuosität aus. Für den lebhaften, mit Bravorufen vermischten Applaus spielten sie noch voller Elan eine Paraphrase für Violine und Viola über die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“.

Von kammermusikalischen Delikatessen wird Igor Strawinskys Suite für Orchester „Pulcinella“ geprägt. Für die Musikerinnen und Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter Peter Wallingers stets die feinen Details einer Komposition auslotenden Leitung war die Aufführung des 1920 uraufgeführten Werks ganz offensichtlich ein künstlerisches Vergnügen. In den neun Sätzen, von denen einige auf den nächsten ohne Pause übergingen und die zum Teil auf Kompositionen des italienischen Barockmeisters Giovanni Battista Pergolesi basieren, konnte das Orchester seine glitzernde Klangpracht entwickeln. Lebhafte Kontraste aus kammermusikalischen Elementen und großem Orchesterunisono sowie rhythmisch akzentuierte Passagen ließen bunt schillernde Farbwirkungen wachsen.

Besonders vergnüglich war die Aufführung des von kompositorischem Witz getragenen Satzes „Vivo“, in welchem sich Posaune und Kontrabass zu einem unbeschwerten Duett miteinander verbanden. Dieser Satz wurde als Zugabe noch einmal wiederholt.

Rudolf Wesner

Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim mit zwei Solisten

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Ein „konzertantes Vergnügen“ versprach die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihren Zuhörern am Freitag im nur zur Hälfte besetzten Kronensaal und dies hielt das Orchester ohne Einschränkung ein.

Mit der Sinfonie Nummer sechs in D-Dur, die den Beinamen „Le Matin“ trägt, von Joseph Haydn eröffnete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim das Programm mit heiterem, unbeschwertem, in den Dialogen zwischen Streichern und Bläsern ungemein lebendigem und farbenfreudigem Musizieren.

Das im Jahr 1761 entstandene viersätzige Werk beschreibt voller Lyrik einen Sonnenaufgang und wirkt insgesamt wie eine musikalische Huldigung der Natur. Doch auch heiter-ländliche, mithin tänzerische Motive klingen darin an und immer wieder erhalten außer der ersten Violine auch einzelne weitere Instrumente, wie Flöte, Fagott oder Violincello reizvolle solistische Aufgaben. Unter der Leitung von Peter Wallinger entstand damit eine hell leuchtende, fassettenreich und transparent gestaltete Aufführung der Komposition.

Den beiden exzellenten Solisten des Abends, Ursula Schoch an der Violine und ihrem Kollegen aus dem Concertgebouw Orkestra Amsterdam Michael Gieler an der Viola, zuzuhören, war ein weiteres konzertantes Vergnügen. Zusammen mit der glanzvoll und nuancenreich begleitenden Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim gestalteten sie die Sinfonia Concertante Es-Dur, KV 364 von Wolfgang Amadeus Mozart zu einem delikaten Ohrenschmaus. Einmal mehr beglückte Ursula Schoch mit ihrem Spiel. Ihr zur Seite entfaltete Michael Gieler auf der Viola warmen, wohl ausgewogenen Klang. Das Solistenpaar bestach ein ums andere Mal mit einem vital ausgeführten Dialog ihrer Instrumente. Beim Andante hoben Ursula Schoch und Michael Gieler einen stimmungsmäßigen Kontrast im Schlusssatz, einem Presto, hervor, indem sie sich bei straffen, keineswegs jedoch überzogenen Tempi kurze, prägnante Motive übermütig zuwarfen. Für den lebhaften Applaus spielten sie noch eine Paraphrase für Violine und Viola über die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“. Von kammermusikalischen Delikatessen wird Igor Strawinskys Suite für Orchester „Pulcinella“ geprägt. Für die Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim war die Aufführung des 1920 uraufgeführten Werks ganz offensichtlich ein künstlerisches Vergnügen. In den neun Sätzen, die zum Teil auf Kompositionen des italienischen Barockmeisters Giovanni Battista Pergolesi basieren, konnte das Orchester seine Klangpracht entwickeln. Kontraste aus kammermusikalischen Elementen und Orchesterunisono sowie rhythmisch akzentuierte Passagen schillerten bunt. Besonders vergnüglich war die Aufführung des von kompositorischem Witz getragenen Satzes „Vivo“, in welchem sich Posaune und Kontrabass zu einem unbeschwertem Duett miteinander verbanden.

Rudolf Wesner

„Tête-à-tête“ zweier Hochkaräter

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„Leider finden sich im Konzertleben viel zu selten zwei gleichrangige, hochkarätige Solisten für dieses einzigartige Kabinettstück“, schreibt ein Konzertführer, doch Peter Wallinger und seine „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ präsentierten diese Rarität: Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonia Concertante Es-Dur (KV 364) für Violine, Viola und Orchester. Das Werk war als Haupt- und Mittelstück des Saison-Abschlusses der Konzertreihe „MühlackerConcerto“ am vergangenen Samstag in der Pauluskirche der Senderstadt zu hören – zusammen mit der Geigerin und Konzertmeisterin des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters, Ursula Schoch, und dem Viola-Spieler Michael Gieler, der als Solobratschist ebenfalls Mitglied des Concertgebouw ist.

Ein eingespieltes „Tête-à-tête“ zweier Hochkaräter also, die in minutiöser gegenseitiger Feinabstimmung das Doppelkonzert als typischen Mozart ausgestalteten – heiter und fröhlich im Grundcharakter, mit eingeblendeten düsteren, abgründig dunklen Seiten.

In die prächtige, von Hörner- und Oboen-Klängen angereicherte Orchester-Einleitung mit den temperamentvollen Steigerungspassagen fügten sich die Solo-Streicher fast unmerklich ein und entfalteten, aus hoher Lage in ihre ersten Einzeleinsätze absteigend, ein farbenreich brillantes, sich einander ständig imitierendes Spiel. Bis dieser erste Satz („Allegro maestoso“) in eine technisch anspruchsvolle Solisten-Kadenz einmündete, die Mozart für beide Instrumente auskomponiert hat. Das folgende „Andante“ brachte tiefsinnig schwermütige Moll-Stimmungen in den zunächst vorherrschenden Optimismus ein, wobei die Solisten über einem durchdringenden Hörner-Halteton mit melodischer Intensität eine geradezu schmerzhafte Dissonanz ausformulierten. Das Finale bot die vergnüglich und virtuos musizierte, lebhafte „Presto“-Erlösung.

Eingerahmt wurde die bravouröse Mozart-Wiedergabe von Joseph Haydns Sinfonie Nr.6 D-Dur, genannt „Le Matin“, und von Igor Strawinskys „Pulcinella“-Suite für Orchester. Unter Wallingers motivierender Stabführung zeichnete Inspiration und Frische beide Interpretationen aus, so dass sich beim begeisterten Publikum konzertantes Vergnügen einstellte. Bei Haydn trumpfte das Ensemble insbesondere im Einleitungssatz mit munteren Bläser-Einwürfen auf und ließ den programmatischen morgendlichen Sonnenaufgang klangmalerisch nachempfinden, um im zweiten Satz der exzellenten Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi solistische Gelegenheiten für fein ausgearbeitete, getragene Melodiebögen zu bieten. In der lustigen Strawinsky-Komposition „Pulcinella“, die der zu allerhand Scherzen aufgelegten venezianischen Commedia dell’Arte-Figur alle Ehre macht, brillierten vor allem die ausgezeichneten Bläsergruppen und der Kontrabass des Bietigheimer Orchesters mit pfiffigen Brechungen, rhythmischen Sprüngen, burlesken Tänzen und brachial lärmenden Akzenten.

Eckehard Uhlig

Burlesker Spaß mit Mozart und Pulcinella

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Großer Orchesterklang gepaart mit glanzvollen Instrumental- soli von Ursula Schoch und Mi- chael Gieler prägten das Kon- zert der Süddeutschen Kam- mersinfonie Bietigheim. Das Publikum im Kronenzentrum war hingerissen von der mit eleganter Finesse interpretier- ten Sinfonia Concertante in Es-Dur von Mozart und ande- ren Werken.

Die zum Soundtrack des legendären Mozart-Filmes „Amadeus“ gehörende Sinfonia Concertante ist ein Werk mit vielen Facetten. Das von Peter Wallinger dirigierte Orchester erfüllte den Konzertsaal zunächst mit spannungsreichen, raumgreifenden Klängen, bevor die beiden Solisten eine intensiv-melancholische Note hinzufügten. Die in Ludwigsburg geborene und in Sachsenheim aufgewachsene Violinistin Ursula Schoch, die nach dem Abitur am Ellentalgymnasium in Köln Musik studierte und heute international gefragt ist, hatte an diesem Abend ein Heimspiel. Den Erwartungsdruck des Publikums erfüllte sie mühelos in einem hingebungsvollen Duett mit dem Österreicher Michael Gieler an der Viola. Den Mittelteil des berühmten Mozart- Werkes prägten die beiden Solisten mit Seelentiefe und treibender Virtuosität, bevor das Orchester mit einem übermütigen und rasanten Presto schloss.

Die Mozart-Komposition war aber nicht das einzige musikalische Erlebnis, das die renommierte Kammersinfonie unter dem Titel „Konzertantes Vergnügen“ kredenzte. Passend zu diesem sonnigen Wochenende beschrieb das Orchester in der Haydn-Sinfonie „Le Matin“ Morgenstimmung in vollendeter Schönheit. Getragen von den Streichern trillerten Flöten, Holzbläser und Hörner erwachten, die Natur präsentierte sich schließlich in ihrer ganzen Pracht. Besonders gefiel der fast schon intime Dialog von Fagott, Cello und Viola im Mittelteil.

Die Süddeutsche Kammersinfonie ist bekannt dafür, dass sie auch neue, ungewohnte Musik einem breiten Publikum näherbringt. Das gelang mit der Suite „Pulcinella“ von Igor Strawinsky, dessen eigenwillige Kompositionen in den 20er Jahren für Skandale sorgten. Die Suite begann mit kurzen Sequenzen von barocker Klarheit, entwickelte sich aber im weiteren Verlauf zu einem burlesken, theatralischen Geschehen. Kein Wunder, denn Pulcinella ist eine Figur aus der Commedia dell’Arte und so wurde die Suite immer mehr zum heiteren Spaß, der in einem komischen Dialog von Posaune und Kontrabass gipfelte. Die von Verfremdungen und Dissonanzen geprägte Suite setzte die Kammersinfonie der- art souverän und amüsant um, so dass deren Komplexität fast schon in den Hintergrund geriet.

Angelika Baumeister

Ein musikalisches Feuerwerk

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Beschwingt begrüßte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim das neue Jahr. Unter der Leitung von Peter Wallinger lud sie zum Konzert in der Kelter, für die Mitglieder des Fördervereins kostenlos.

Ihr Gründer Peter Wallinger lud die Zuhörer in der voll besetzten Kelter zu einer musikalischen Reise nach Venedig und Prag. Und wie es sich für eine sorgfältig geplante und lang ersehnte Reise gehört, mangelte es auch nicht an der nötigen Aufbruchstimmung. Frisch und voller Musizierfreude schwangen die Musiker den Bogen zu diesem Konzert, mit dem sie das noch junge Jahr begrüßten.

Mit ins Boot hatte sich der Klangkörper den Blockflötisten Daniel Koschitzki geholt, der mit leidenschaftlichem Impetus und sinnlich-filigranem Spiel zum Steuermann des musikalischen Unternehmens wurde. Nur wenige Wochen ist es her, dass Raketenzauber unseren mitternächtlichen Himmel erleuchtete, da brennt der junge Virtuose ein wahres Feuerwerk musikalischer Art ab.

Es lag in der Natur der Sache, dass man sich um der Blockflöte willen im Repertoire auf Musik des Barock beschränkte – obwohl die Kammersinfonie laut Satzung nicht nur Vertrautes neu erlebbar, sondern auch gerne mal Neues vertrauter macht. Schade also, dass nicht auch eine zeitgenössische Blockflötenkomposition zu Gehör gebracht wurde. Doch Vivaldi und Sammartini erklingen in der Klanggebung des jungen Virtuosen hinreißend frisch und gar nicht angestaubt. Tonangebend führt er ein subtiles Zwiegespräch mit dem Orchester, während Peter Wallinger gewährend zurücktritt. Der Solist mit der Löwenmähne beweist nicht nur eine unerhörte Fingerfertigkeit, sondern auch langen Atem in den raffiniert gestalteten Kadenzen. Schlusstöne werden wohltuend mit sanftem Vibrato belebt. An Phrasenenden nimmt sich der gebürtige Güglinger die Freiheit, den Bewegungsfluss kurz zu stauen. Ein Mikrokosmos an Klangspektren tut sich damit auf und zwingt zu unbedingtem Zuhören.

Seinen dichten und doch schwebend-leichtfüßigen Vortrag beschließt der junge Mann, dessen gold funkelndes Shirt an barocken Brokat erinnern, mit einer Zugabe des Franzosen Benoit Tranquille Berbiguier – und kassiert dafür verdienten frenetischen Beifall.

Nachdem im ersten Teil venezianischen Komponisten nachgespürt wurde, führte die Reise im zweiten Part wie versprochen nach Prag. Die fein austarierte Dynamik, die Peter Wallinger seinem Orchester zu entlocken vermag, kam in den Werken der böhmischen Komponisten des 19. Jahrhunderts voll zum Ausdruck. Ein musikalischer Atem einte die Musiker in der „Idylle“ von Leo Janácek, deren Charakterstücke zu einem amüsanten Dialog zwischen Bassgruppe und hellen Violinen geriet, während Dvoráks Prager Walzer das Publikum wiegend und wogend in das neue Jahr trugen.

Clarissa Soder

Die Herzen der Zuhörer im Sturm erobert

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Das Orchester der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim hat beim Neujahrskonzert überzeugt.

Wir wollen mit unseren Möglichkeiten dazu beitragen, den Jahresanfang freudig und fröhlich zu gestalten.“ Mit diesen Worten begrüßte der Kulturreferent der Gemeinde Murr, Matthias Bader, die zahlreich erschienenen Gäste des Neujahrskonzertes mit dem Orchester der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim im Bürgersaal des Murrer Rathauses. Für viele Besucher ist es mittlerweile ein angenehmes und liebgewordenes Muss, zu Beginn des Jahres die musikalische Begegnung mit den so eifrig und hochklassig spielenden Mitgliedern des Orchesters zu suchen. „Seit über 15 Jahren ist es schon gute Tradition geworden, die Musiker zu uns einzuladen und wir sind froh darüber, dass uns dies gelingt“, erklärte Matthias Bader, der immer wieder davon angetan ist, dass die Streicher unter der Leitung ihres Dirigenten Peter Wallinger das Repertoire nicht nur pflichtgemäß abspulen. „Ihnen ist anzusehen, dass sie es mit einer großen Leidenschaft tun.“

Dies machte auch der wunderbare Einstieg ins abendliche Programm „Venedig-Prag“, das ausschließlich italienische und tschechische Komponisten in den Fokus bringt, deutlich: Spritzig und leichtfüßig kam das Concerto G-Dur von Antonio Vivaldi daher und integrierte in beglückender Weise den feinen Klang des Cemballos in die nuancenreich herausgearbeitete Darbietung. Mit dem darauf folgenden Stück von Giuseppe Sammartini, dem Concerto F-Dur für Sopranblockflöte und Orchester wurde dem Publikum ein wahrer Ausnahmemusiker präsentiert: Daniel Koschitzki, dem 32-jährigen Blockflötisten gelang es im Sturm, die Herzen seiner Zuhörer zu erobern. Mit unfassbarer Intensität von Spielkunst und Körpersprache, die an die – von purer Lebenslust gekennzeichneten – Auftritte des Sängers und Geigers Angelo Branduardi erinnern, zeigte der Instrumentalist mit zwei Stücken einen virtuosen und beinahe atemlosen Hochgeschwindigkeitsritt auf der Flöte. Der völlig authentische und eigenwillig-virtuose Vortragsstil als auch die bezwingende Fähigkeit, sich in die Kompositionen geradezu körperlich hineinzudenken, setzten beim Betrachter und Zuhörer in Sekundenschnelle einen Superlativ-Katalog an Attributen frei, die helfen mögen, das Gehörte einzuordnen. Schließlich blieb dem Publikum lediglich übrig, sich von Ehrfurcht und Staunen gefangen nehmen zu lassen und sich mit viel Beifall von der faszinierenden Starre, die ihn eingefangen hatte, zu lösen. Daniel Koschitzki, der sich für die Begeisterung seiner Zuhörer mit einem dritten, unbegleiteten Stück als Zugabe bedankte, ist nicht umsonst einer der weltweit führenden Blockflötisten seiner Generation. Sein Allegro von Benoit Tranquille Berbiguier holte aus dem dritten Modell, einer ebenholzschwarzen Flöte, noch einmal alles heraus.

„Warum nach Stuttgart oder sonst wohin fahren, wenn wir hier in Murr ein so hochkarätiges Konzert bekommen?“, fragte sich beglückt einer der Besucher, der sich mit dem Gesamtverlauf des Konzertabends am Samstag im Murrer Bürgersaal mehr als zufrieden zeigte. Mit den Komponisten Dvorák, Janácek und Myslivecek wurde die beachtliche konzertante Aufführung nach der Pause fortgesetzt, welche zwar weniger lebhaft und pulsierend, dafür aber von getragener Harmonie und einer besonderen Klangtiefe der äußerst differenzierten Interpretationsweise der Streicher geprägt war und ebenfalls einen viel verdienten Applaus erhielt.

Cornelia Ohst

Funkensprühender Genuss nach Noten

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Blockflötist Daniel Koschitzki und die Süddeutsche Kammersinfonie überzeugen das Publikum beim Gastspiel in Ötisheim

Auf eine musikalische Reise nach Venedig und Prag hat die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim die Besucher des Neujahrskonzerts mitgenommen, das zum ersten Mal in der großzügig restaurierten Kelter in Ötisheim stattfand.

Foto: Fotomoment

Unter der Leitung von Peter Wallinger musizierte das Orchester in fülliger, hell leuchtender Klangpracht. Es versprühte regelrecht und in hohem Maß musikalische Funken. Durch das Programm führte sachkundig Edgar Wipf. Die Matinee am Sonntagvormittag stieß bei Musikfreunden aus nah und fern auf enormes Interesse, sodass noch in letzter Minute zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten.

Der große Raum im Erdgeschoss der Ötisheimer Kelter weist, wie schon von den ersten Takten des Konzerts erkennbar war, eine warme Akustik auf, die insbesondere einem Konzert mit erlesenem Streicherklang außerordentlich gut tut. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim gestaltete zur Einleitung ein Concerto in G-Dur, Opus 51, Nummer vier von Antonio Vivaldi, das den Zusatz „alle rustica“ trägt voller Schwung in wohl dosierten Tempi. Auch zwei Sätze der Streichersonate Nummer zwei in A-Dur, einem genialen Jugendwerk von Gioacchino Rossini, und schließlich das Konzertstück für Streicher mit dem Titel „Chrysanthemen“ von Giacomo Puccini wurden als musikalische Kostbarkeiten von den Musikern unter Peter Wallingers Leitung dargeboten.

Den Programmteil „Venedig“ bereicherte mit der Aufführung von Kompositionen von Giuseppe Sammartini und Antonio Vivaldi der exzellente Virtuose auf der Sopranblockflöte Daniel Koschitzki. Dieser junge Könner auf seinem Instrument interpretierte ein Concertino in F-Dur von Sammartini, einem jüngeren Zeitgenossen von Vivaldi, mit virtuoser Bravour. Die kompliziertesten, geradezu verwegen angelegten schnellen Passagen sowohl dieses Werks als auch im weiteren Verlauf des Neujahrskonzerts in Ötisheim erst recht des Concertos in C-Dur für Flöte und Streicher von Vivaldi führte Daniel Koschitzki in rasantem Tempo und in unvergleichlich präziser Intonation, dazu auch überaus nuanciert im Ausdruck aus. Er musizierte förmlich mit dem ganzen Körper und zuweilen schien es so, als wollte der sein Spiel noch mit tänzerisch anmutenden Bewegungen ergänzen. Für den frenetischen Beifall nach dem Vivaldi-Concerto bedankte sich Daniel Koschitzki noch mit einer brillant ausgeführten Zugabe. In ähnlicher Weise waren auch die Besucher des Neujahrskonzerts, das am Sonntagnachmittag noch einmal in der Kelter in Bietigheim-Bissingen zu hören war, von diesem temperamentvollen und energiegeladenen Feuerwerk nach Noten begeistert.

Im zweiten Programmteil waren Kompositionen der tschechischen Komponisten Josef Myslivecek, der im 18. Jahrhundert lebte, sowie Antonin Dvorák und Leo_ Janácek zu hören. Ein Quintetto in Es-Dur von Myslivecek ließ die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger sehr elegant und in der Melodik feinstimmig erklingen. Der Komponist lebte hauptsächlich in Italien, weshalb seine Kompositionen vom dortigen farbenreichen Stil geprägt sind. Zwei Walzer aus Opus 54 von Antonin Dvorák erlebten schwebend leichte und delikate Wiedergaben und auch drei Sätze des Zyklus „Idylle“ von Janácek waren in der Ausführung durch das in zart schimmernden Klangfarben musizierende Streichorchester ein Genuss. Nach anhaltendem, freudigen Schlussapplaus spielte die Süddeutsche Kammersinfonie noch eine kurze Zugabe. Nach dem Konzert meinte Peter Wallinger im Gespräch mit unserer Zeitung, er sei von dem Ambiente und der Akustik der Kelter so angetan, dass er beabsichtige, auch in Zukunft hier mit der Kammersinfonie aufzutreten.

Rudolf Wesner

Ein Feuerwerk nach Noten

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Auf eine musikalische Reise nach Venedig und Prag nahm die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim die Besucher ihrer Neujahrskonzerte im Murrer Bürgersaal und in der Bietigheimer Kelter mit. Unter der Leitung von Peter Wallinger musizierte das Orchester in fülliger und hell leuchtender Klangpracht.

Der Leiter des Kulturamtes von Murr, Matthias Bader, begrüßte am Samstagabend die Besucher, deren Zahl sich auch in diesem Jahr erfreulicherweise weiter erhöht hat, mit Glückwünschen zum neuen Jahr und verband diese mit nachdenklichen Worten. Außerdem versprach er ein Programm, in welchem musikalische Funken versprüht würden.

Das bewahrheitete sich schon mit den ersten Takten eines Concertos in G-Dur, Opus 51, Nummer vier, von Antonio Vivaldi, das den Zusatz „alle rustica“ trägt. Die drei Sätze des Werkes gestaltete die Süddeutsche Kammersinfonie voller Schwung in wohl dosierten Tempi. Zugleich bestach das Orchester unter Peter Wallingers Leitung einmal mehr mit seinem erlesenen Streicherklang.
Auch zwei Sätze der Streichersonate Nummer zwei in A-Dur, einem genialen Jugendwerk von Gioacchino Rossini, und schließlich das Konzertstück für Streicher mit dem Titel „Chrysanthemen“ von Giacomo Puccini wurden als musikalische Kostbarkeiten gestaltet.

Den Programmteil „Venedig“ bereicherte Daniel Koschitzki als exzellenter Virtuose auf der Sopranblockflöte. Dieser junge Könner interpretierte ein Concertino in F-Dur von Giuseppe Sammartini, einem jüngeren Zeitgenossen Vivaldis, mit virtuoser Bravour. Die kompliziertesten, geradezu verwegen angelegten schnellen Passagen dieses Werks und erst recht die des Concertos in C-Dur für Pikkoloflöte und Streicher von Vivaldi führte Daniel Koschitzki in rasantem Tempo und in unvergleichlich präziser Intonation, dazu überaus nuanciert im Ausdruck aus. Er musizierte förmlich mit dem ganzen Körper, und zuweilen schien es, als wolle er sein Spiel noch mit tänzerisch anmutenden Bewegungen ergänzen. Für den frenetischen Beifall nach dem Vivaldi-Concerto bedankte sich Daniel Koschitzki noch mit einer brillant dargebotenen Zugabe.

In ähnlicher Weise waren auch die Besucher des Neujahrskonzerts am Sonntagnachmittag in Bietigheim-Bissingen von diesem temperamentvollen und energiegeladenen Feuerwerk nach Noten begeistert.

Im zweiten Programmteil waren Kompositionen der tschechischen Komponisten Josef Mysliveček, der im 18. Jahrhundert lebte, sowie von Antonin Dvorák und Leoš Janáček zu hören. Ein Quintetto in Es-Dur von Mysliveček ließ die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger sehr elegant und in der Melodik feinstimmig erklingen. Der Komponist lebte hauptsächlich in Italien, weshalb seine Kompositionen vom dortigen farbenreichen Stil geprägt sind. Zwei Walzer aus Opus 54 von Antonin Dvorák erlebten schwebend leichte und delikate Wiedergaben, und auch drei Sätze des Zyklus „Idylle“ von Leoš Janáček waren in der Ausführung durch das in zart schimmernden Klangfarben musizierende Streichorchester ein Genuss. Nach anhaltendem, freudigem Schlussapplaus spielte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim noch eine kurze Zugabe.

Rudolf Wesner