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2011

Ein französischer Abend

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„Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ zu Gast im Kronenzentrum. Schillernde Klangfarben erfreuten die Besucher des Konzerts der „Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim“ am Sonntagnachmittag im nur halbvollen Kronensaal. Der Titel lautete „à la francaise“.

So fröhlich und locker hörte man die „Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ noch nie musizieren. Schon mit „Valses nobles et sentimentales“ wurde dieser Eindruck vom ersten Takt an bestätigt. Acht in den Stimmungen unterschiedliche Stücke im Dreivierteltakt hatte der Komponist 1911 geschrieben. Auf einen furiosen Auftakt mit einem keineswegs gemütlichen Walzer folgten Episoden, die wie ein kurzes, hell flackernd aufleuchtendes Blitzlicht durch den Raum zuckten. Sie waren mal, wie der Titel besagt „nobel“, dann wieder vital beschwingt, aber auch überaus empfindungsreich oder sehnsuchtsvoll. Orchesterleiter Peter Wallinger hielt, entgegen sonst weitläufig verbreitetem Brauch, zwischen den Sätzen kurze Pausen ein. Damit erreichte er eine wundervolle Transparenz der Komposition, welche die „Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ mit enormem Schwung nuanciert und leichthin fließend ausführte.
Das Konzert für Klarinette und Orchester von Jean Francais erschien für den hinreißend musizierenden Solisten des Abends, den 25-jährigen Klarinetten-Virtuosen Sebastian Manz, wie auf den Leib geschrieben.
Im Jahr 1967 war das technisch sehr anspruchsvolle Werk uraufgeführt worden. In der Tat verlangte die Ausführung des Soloparts geradezu akrobatisches Können, und eben dies vermochte der junge Ausnahmemusiker auf faszinierende Weise hörbar zu machen. Auf ein keckes, burleskes Allegro, in welchem Sebastian Manz seine überragende Virtuosität erstmals glanzvoll ausbreiten konnte, folgte ein rhythmisch pointiertes Scherzando, in das Jean Francais allen erdenklichen musikalischen Witz verpackte. Verträumte Melodik prägte das Andantino, in dem auch der Solist mit zart intoniertem Spiel im Duett mit der Flöte empfindsame Lyrik verbreitete. Sprudelnde Klangkaskaden rissen im Allegrissimo den ohnehin mit pantomimischem Körpereinsatz musizierenden Sebastian Manz offensichtlich mit, so dass er ein bunt glitzerndes Brillantfeuerwerk auf der Klarinette mit unübertrefflicher Bravour ausführte. Das riss die Konzertbesucher förmlich von ihren Sitzen, wie der jubelnde Beifall bewies, für den sich der sympathische Musiker mit einem nicht minder virtuos dargebotenen Solostück für Klarinette von Igor Strawinsky bedankte.
Um den musikalischen Humor auf die Spitze zu treiben, entlockte Peter Wallinger seinen Musikern emotionale und lodernde Musizierfreude bei der Aufführung einer Komposition von Darius Milhaud mit dem Titel „Le Boeuf sur le Toit“ (Der Ochse auf dem Dach), Opus 58. Das nur etwa 20 Minuten dauernde, 1919 geschriebene, scherzoähnliche Stück basiert auf einem brasilianischen Volkslied. Südamerikanische Folklore und Rhythmik bestimmten das Werk, das die „Süddeutsche Kammersinfonie“ rasant, temperamentvoll und regelrecht übermütig ausführte. Darius Milhaud ließ es in seiner glutvollen Komposition manchmal auch reichlich schräg klingen, aber genau dies machte deren spezifischen Reiz für die Ohren der Zuhörer aus. Eine Tango-Passage aus dem Ochsen auf dem Dach erklang noch als Zugabe.

RUDOLF WESNER

Mit sprühender Musizierfreude

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Konzertreihe „Mühlacker Concerto“: Ausgelassen aufspielendes Orchester begleitet jungen Klarinettenakrobaten. Schillernde Klangfarben erfreuten die Besucher der beiden Konzerte der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim sowohl in der Historischen Kelter von Ötisheim als auch am Sonntagnachmittag im Bietigheimer Kronensaal.

Bietigheim-Bissingen/Ötisheim. Unter dem Titel „à la française“ wählte Orchesterleiter Peter Wallinger für die Fortsetzung der Reihe „Mühlacker Concerto“ Werke französischer Komponisten des 20. Jahrhunderts aus. So fröhlich und locker hörte man die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim noch nie musizieren. Schon mit „Valses nobles et sentimentales“, einem der köstlichsten Werke von Maurice Ravel, wurde dieser Eindruck vom ersten Takt an bestätigt. Acht in den Stimmungen sehr unterschiedliche Stücke im Dreivierteltakt hatte der Komponist 1911 zunächst für das Klavier geschrieben, die 1914 in der Orchesterfassung uraufgeführt wurden. Seither zählen sie neben dem „Bolero“ zu den besonders beliebten Kompositionen Ravels. Auf einen furiosen Auftakt mit einem keineswegs gemütlichen Walzer folgen Walzerepisoden, die wie ein kurzes, hell flackernd aufleuchtendes Blitzlicht durch den Raum zucken. Sie sind mal, wie der Titel besagt, „nobel“, dann wieder vital beschwingt, aber auch überaus empfindungsreich oder sehnsuchtsvoll. Peter Wallinger hielt, entgegen sonst weitläufig verbreitetem Brauch, zwischen den einzelnen Sätzen kurze Pausen ein. Aber damit erreichte er eine wundervolle Transparenz der Komposition, die von der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim mit enormem Schwung nuanciert und leichthin fließend ausgeführt wurde.
Das Konzert für Klarinette und Orchester von Jean Français erschien wie für den hinreißend musizierenden Solisten des Abends, den 25-jährigen Klarinetten-Virtuosen Sebastian Manz aus Hannover, „auf den Leib geschrieben“. Im Jahr 1967 wurde das technisch unfassbar anspruchsvolle Werk uraufgeführt. In der Tat verlangt die Ausführung des Soloparts geradezu akrobatisches Können, und eben dies vermochte der Ausnahmemusiker auf faszinierende Weise hörbar zu machen. Facettenreich sind die Stimmungen darin, denn auf ein keckes Allegro, in dem Manz seine überragende Virtuosität, unter anderem auch in einer brillanten Kadenz, erstmals glanzvoll ausbreiten konnte, folgte ein rhythmisch pointiertes Scherzando, in das Jean Français allen erdenklichen musikalischen Witz verpackte. Verträumte Melodik prägte das Andantino, in dem auch der Solist mit zart intoniertem Spiel im Duett mit der Flöte empfindsame Lyrik verbreitete. Sprudelnde Klangkaskaden rissen im Allegrissimo auch den ohnehin mit pantomimischem Körpereinsatz musizierenden Sebastian Manz offensichtlich mit, so dass er ein bunt glitzerndes Brillantfeuerwerk auf der Klarinette mit unübertrefflicher Bravour ausführte. Das riss die Konzertbesucher förmlich von ihren Sitzen, wie der jubelnde Beifall bewies, für den sich der sympathische Musiker noch mit einem nicht minder virtuos dargebotenen Solostück von Igor Strawinsky bedankte. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim begleitete den Klangzauberer auf seinem Instrument mit akzentreichem, außerordentlich unbeschwert dahinströmendem Spiel.
Um die Heiterkeit, den musikalischen Humor regelrecht auf die Spitze zu treiben, entlockte Peter Wallinger seinen Musikerinnen und Musikern emotionale und lodernde Musizierfreude bei der Aufführung einer sehr selten zu hörenden Komposition von Darius Milhaud mit dem Titel „Le Boeuf sur le Toit“ (Der Ochse auf dem Dach), Opus 58. Das nur etwa 20 Minuten dauernde, scherzoähnliche Stück basiert auf einem brasilianischen Volkslied, das zunächst als Klavierkomposition im Jahr 1919 geschrieben wurde. Südamerikanische Folklore und Rhythmik bestimmen das Werk, das die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim rasant, temperamentvoll und regelrecht übermütig ausführte. Darius Milhaud ließ es in seiner glutvollen Komposition manchmal auch reichlich schräg klingen, aber genau das machte deren spezifischen Reiz für die Ohren der Zuhörer aus. Eine Tango-Passsage aus dem Ochsen auf dem Dach erklang als Zugabe.

Rudolf Wesner

Musikfest der Extraklasse

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Kompositionen “à la française“ in Ötisheim beim „MühlackerConcerto“. Solist Sebastian Manz verströmt pulsierende Tonkaskaden. Ötisheim. Vordergründige Effekthascherei ist seine Sache nicht. Die akrobatische Virtuosität, die der junge Meisterklarinettist Sebastian Manz an den Tag legt, bleibt in jedem Moment zwar lustvolle, aber hauptsächlich dem musikalischen Werk dienende Gestaltungsarbeit. So jedenfalls präsentierte sich der diesjährige „ECHO-Klassik“-Preisträger beim Konzert der „sueddeutschen kammersinfonie“ in der historischen Kelter Ötisheim.

Ötisheim. Vordergründige Effekthascherei ist seine Sache nicht. Die akrobatische Virtuosität, die der junge Meisterklarinettist Sebastian Manz an den Tag legt, bleibt in jedem Moment zwar lustvolle, aber hauptsächlich dem musikalischen Werk dienende Gestaltungsarbeit. So jedenfalls präsentierte sich der diesjährige „ECHO-Klassik“-Preisträger beim Konzert der „sueddeutschen kammersinfonie“ in der historischen Kelter Ötisheim. Das von Peter Wallinger mit Verve geleitet, vielfach verstärkte Bietigheimer Ensemble und Manz interpretierten das Klarinettenkonzert des 1997 verstorbenen Komponisten Jean Françaix als eine in reichen instrumentalen Farben leuchtende Klangfantasie. Rasante Tempi und tänzerische Rhythmik (in den Allegro-Ecksätzen), aber auch ausgelassene Heiterkeit und Ironie (im Scherzando) oder von melancholischer Zartheit geprägte Passagen (im Andantino) bestimmten die Wiedergabe. Vor allem der Solist verströmte mit pulsierenden Tonkaskaden, Schwüngen und Schlenkern, überraschenden Akzenten und abenteuerlich über den Orchesterklangwellen hüpfenden Akkorden spielerische Freude. Dabei zeichnete sich Sebastian Manz durch unerhörte Klarheit, spielerisch lockere, aber kernig fokussierte Tongebung aus, wie man sie selbst bei renommierten Klarinettisten selten erlebt. Überhaupt erfreute der unter das Motto „à la française“ gestellte Konzertabend mit unkonventionell moderner Musik aus Frankreich, die mehrfach in ein unterhaltsam-kultiviertes Crossover oder, um es in der Sprache ihrer Autoren zu formulieren, in eine „Musique sérieuse sans gravité“ einmündete. Mit Harfen-Clustern einerseits und jazzig schrillen Einwürfen der Bläser auf der anderen Seite schäumten die von den Streichern in mitreißendem Walzertakt angefachten „Valses nobles et sentimentales“ von Maurice Ravel. Und nach der Konzertpause gelang es Wallinger und seinem Orchester, das bereits verwöhnte Publikum mit Darius Milhauds bizarrer, in vielerlei Hinsicht lustig verquerer Ballet-Suite „Le Boeuf sur le toit“ (op.58) zu begeistern. Das muss man sich vorstellen: Die Musiker ließen nicht nur die Puppen“, sondern einen „Ochsen auf dem Dach“ in südamerikanisch hitzigen Tango-Rhythmen tanzen. Ein komödiantisch befeuertes, in scheinbar „falschen“ Tönen lärmendes Musik-Fest der Extraklasse.

Eckehard Uhlig

Mit Felix und Fanny auf Reisen

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Musiktheater für Schüler über den Komponisten Mendelssohn Bartholdy Auf eine musikalische Reise begeben sich bis Mittwoch, täglich zweimal, die Grundschüler der Stadt. In sechs Aufführungen erleben sie „Felix und Fanny auf Reisen“, ein Musiktheater über den Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy.

Gespannte Aufmerksamkeit in der Kelter: Aufgeweckte Jungen und Mädchen, die voll dabei sind und die auf Fragen prompt antworten. Gestern fanden die ersten beiden von sechs Aufführungen des Musiktheaters „Felix und Fanny auf Reisen“ statt. Das städtische Kulturamt hat in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Kammersinfonie von Peter Wallinger, das Stück auf die Bühne der Kelter geholt.

Musik für Grundschüler
Zum wiederholten Male erleben die Grundschüler der Stadt so ein Musiktheater, bei dem sie mitwirken können. Jörg Schade, der das Stück zusammen mit Franz-Georg Stähling geschrieben hat, ist als Felix auf der Bühne zu sehen. Jeanette Wernecke spielt und singt als Fanny zur Musik des Lotus String Quartetts. Ulas Aktas hat das Gastspiel in Bietigheim, wie in den vergangenen Jahren organisiert. In dem einstündigen Stück begibt sich Felix Mendelssohn Bartholdy zusammen mit seiner Schwester Fanny auf eine abenteuerliche Reise zu seinen wichtigsten Lebensorten. Unterwegs gibt es viel Musik, denn überall, wo die beiden vorbeikommen, erinnert sich Felix an seine Kompositionen. Und dazu singt seine Schwester Fanny ganz bezaubernd. Das Stück gibt einen gekonnten Einblick in Leben und Werk des Komponisten und entführt die Kinder dabei in die Welt der klassischen Musik. Nur das Ziel dieser Reise ist zunächst nicht klar. Afrika, da wollte Felix schon immer einmal hin! Aber wo liegt das? Fahren sie überhaupt in die richtige Richtung? Ein alter Reiseführer vom Flohmarkt scheint da auch keine große Hilfe zu sein.

Reise durch Europa
Felix und Fanny und die Musiker erleben dennoch eine Reise durch die Schweiz, Italien, England und Schottland, bis sie schließlich wieder in Leipzig ankommen. Auf einfühlsame Weise wollen Musiker und Schauspieler das junge Publikum in die Welt der klassischen Musik entführen und die Kinder in die Handlung der Aufführung mit einbeziehen. Musik wird erlebt. Peter Wallinger hat das junge Publikum beobachtet und ist zufrieden.

Alfred Drossel

Geträumte Reise in echter Kutsche

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Musiktheaterstück „Felix und Fanny auf Reisen“ wurde sechs Mal in der Kelter gespielt. Leben und Werke von bedeutenden Komponisten Kindern im Grundschulalter näher bringen, wollen das Kulturamt der Stadt und die Süddeutsche Kammersinfonie mit dem Musiktheaterstück „Felix und Fanny auf Reisen“. Von Montag bis gestern wurde das quicklebendig inszenierte Stück in der Bietigheimer Kelter gespielt. Zu jeder Vorstellung mit 200 Plätzen kamen Grundschulklassen aus dem gesamten Stadtgebiet.

Die Jungen und Mädchen verfolgten stets beachtlich konzentriert die Handlung, in der es um eine geträumte Reise des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 bis 1847) und seiner ebenfalls inzwischen als Komponistin anerkannten Schwester Fanny (1805 bis 1847) ging. In Wirklichkeit waren die beiden niemals gemeinsam verreist. Ein Streichquartett, bestehend aus Mitgliedern der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim – Sachiko Kobayashi und Matthias Neundorf (Violinen), Tomoko Yamasaki (Viola) und Chihiro Saito (Violoncello) – musizierte klangprächtig die von Orchesterleiter Peter Wallinger sorgsam ausgewählten Werke von Mendelssohn-Bartholdy. Auch Lieder von Fanny Mendelssohn-Hensel waren zu hören, mit hellem, geschmeidigen Sopran von Jeanette Wernecke gesungen. In dem Stück „Felix und Fanny auf Reisen“, dessen Texte weitestgehend aus Briefen des Komponisten entnommen waren, wurde erzählt, dass der von seiner Tagesarbeit als Dirigent und Programmchef der Sonntagskonzerte in Leipzig völlig überlastete Felix Mendelssohn-Bartholdy beschloss, einfach zu verreisen, weil er zu Hause weder Ideen noch Zeit für das Komponieren fand. Dazu stand eine richtige Reisekutsche, von einem Kölner Bühnenbauer nach Originalvorlagen gebaut und für den Transport zu den verschiedenen Spielstätten auch vollständig zerlegbar konstruiert, auf der Bühne in der Kelter. Die Kinder sahen sich dieses historische Gefährt mit großem Erstaunen an und zwei von ihnen, Myriam und Alessandro, durften in einer Szene sogar darin einsteigen. Doch im Moment der Abreise erschienen noch die Quartettmitglieder und Schwester Fanny. Sie wurden kurz entschlossen mitgenommen. Reiseziel sollte eigentlich Konstantinopel in der Türkei sein, doch in Wirklichkeit führte die Kutschfahrt durch die Schweiz, durch Venedig und Paris, über London bis nach Schottland. Die ausgewählten Musikbeispiele illustrierten die Handlung eindrucksvoll, denn bei allen seinen Reisen nahm der Romantiker Felix Mendelsohn-Bartholdy vielfarbige Eindrücke auf, die sich in seinen Kompositionen wiederspiegeln. Die Kinder erfuhren beispielsweise etwas von dem „Schweizer Lied“, das in einer Sinfonie anklingt, oder von der geheimnisvollen Landschaft Schottlands. Auch Stücke aus der Musik zu Shakespeares „Sommernachtstraum“ wurden gespielt und von Schauspieler Jörg Schade, der mit viel Temperament und auch ausgesprochen komödiantisch den Komponisten verkörperte, für die Kinder klar verständlich erklärt. Sehr geschickt bezog er sie mit ein, indem er ihnen Fragen stellte, und dabei bewiesen die Sechs- bis Zehnjährigen erstaunlich gute geografische Kenntnisse. Die Entstehung des berühmten Liedes „Leise zieht durch mein Gemüt“ nach dem Gedicht von Heinrich Heine konnten die kleinen Zuschauer miterleben und gemeinsam die Melodie mitsingen. Dabei zeigte sich allerdings, dass die meisten Grundschulkinder das gemeinsame Singen offenbar kaum noch gewohnt sind, denn, so meinte jedenfalls Peter Wallinger, selbst viele Jahre lang als Musikerzieher am Ellental-Gymnasium tätig gewesen, in einigen Vorstellungen klang der Gesang eher dünn. Neben Jörg Schade war es die fantasievoll im Stil des frühen 19. Jahrhunderts gekleidete Schauspielerin und Sängerin Jeanette Wernecke, die ihre Rolle als Fanny fröhlich und immer auch ein wenig kapriziös gestaltete. Das Duo bot den Kindern und den begleitenden Erwachsenen eine spannungsreiche, unterhaltsame, selbstverständlich auch lehrreiche Handlung, mit der es gelang, die beiden historischen Figuren aus der Musikwelt sehr anschaulich vorzustellen.

Rudolf Wesner

Mit fließendem Bogenstrich einen Klangzauber entfaltet

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Ursula Schoch musizierte im Louis-Bührer-Saal Ludwigsburg und in Ötisheim mit der „sueddeutschen kammersinfonie“. Auf einem musikalischen Streifzug durch die Jahreszeiten begleiteten die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ unter der Leitung von Peter Wallinger und die Geigerin Ursula Schoch die Besucher des Konzerts „Forum Musik“ der Kreissparkasse im Louis-Bührer-Saal. Dasselbe Programm war auch in der Alten Kelter in Ötisheim zu hören.

In seiner Begrüßung bezeichnete der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ludwigsburg, Heinz-Werner Schulte, die beeindruckende Entwicklung der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ seit ihrer Gründung vor jetzt mehr als 25 Jahren bis in die Gegenwart als „eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen“. Auch die seit der Zeit als Schülerin am Ellental-Gymnasium in Bietigheim-Bissingen bestehende enge künstlerische Verbindung der Solistin des Abends, Ursula Schoch, mit ihrem einstigen Musikerzieher und Gründer des Orchesters Peter Wallinger, sei einzigartig, meinte der Bankchef. Heute ist die in Sachsenheim aufgewachsene Musikerin als Konzertmeisterin beim weltweit anerkannten Concertgebouw Orkestra Amsterdam tätig. Aus dem Zyklus „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi gestalteten die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ und Ursula Schoch zu Beginn und am Ende des Programms die Konzerte „Der Herbst“ und „Der Winter“. Von Anfang an bestach die Violinvirtuosin mit ihrem leichten, fließenden Bogenstrich, mit dem sie glitzernde Klangkaskaden hören ließ. Dabei wurde sie vom Orchester in wohliger Wärme begleitetet. Doch auch die freudige Grundstimmung in den beiden Allegro-Sätzen des Konzerts „Der Herbst“ breiteten die Musikerinnen und Musiker mit Elan aus. Im Kontrast dazu stand das Adagio, dessen Soli von Ursula Schoch sensibel und beseelt ausgeführt wurden. Ähnlich bravourös und überaus delikat interpretierte sie auch ihren Solopart im Konzert „Der Winter“, welcher der Künstlerin in noch weitaus ausgedehnterem Maße Gelegenheit gab, mit hoher Virtuosität den Farbenreichtum des Werks auszuloten. Die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ trug mit schillernder Streicherpracht und energiegeladenem Spiel dazu nachhaltig bei, dass das Konzert im Louis-Bührer-Saal mit einem höchst genussvollen Finale ausklang. Eine anrührende nordische Sphärenmusik ist die Komposition „Vären“ (Letzter Frühling), wie diese von Edvard Grieg geschrieben wurde und in seinem Zyklus „Elegische Melodien“, Opus 34, enthalten ist. Hier verzauberte das Streichorchester die Zuhörer mit silbrig hellem Klang und empfindungsreicher Gestaltung. Von dem zeitgenössischen Komponisten aus Estland, Arvo Pärt, den Peter Wallinger ganz besonders schätzt, führten die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ und Ursula Schoch ein Werk mit dem Titel „Fratres“ auf. Das ist eine weltentrückt und verinnerlicht wirkende Komposition, in der die Solistin in besonderer Weise anspruchsvolles virtuoses Spiel darbieten konnte. Der Ausdruck des Stücks nahm stetig an Intensität zu, führte zu einem eindringlich gestalteten Höhepunkt und versank wieder in meditativer Stille. Das Orchester begeisterte mit seidigem Klangzauber. Auch Peter lljitsch Tschaikowsky schrieb einen Zyklus „Die Jahreszeiten“, Opus 37 a, aus welchem die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ drei Sätze, welche die Monate April, Juni und Dezember charakterisierten, ausführte. Den Walzer erklang in elegant dahinschwebender Beschwingtheit, die Sätze „Schneeglücken“ oder „Barkarole“ wurden als kleine musikalische Köstlichkeiten mit feinstimmiger Klangfülle gespielt. Für den anhaltenden Applaus bedankten sich Ursula Schoch und das Orchester in Ludwigsburg mit einem Auszug aus dem Largo des Vivaldi-Konzerts „Der Winter“ als Zugabe.

Rudolf Wesner

Musikalische Reise durch den Kalender

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Reihe „Mühlacker Concerto“ ist mit einem Programm zum Thema Jahreszeiten zu Gast in der Ötisheimer Kelter. Es dauert noch ein knappes Vierteljahr, ehe wieder im Uhlandbau die Mühlacker Concerti erklingen können. Bis dahin hat die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter ihrem Dirigenten Peter Wallinger in der historischen Kelter in Ötisheim eine Spielstätte gefunden, wo das Publikum ein anspruchsvolles Programm serviert bekam.

Ötisheim. Moderne Architektur mit historischen Wurzeln auf einen stimmigen Nenner gebracht – so ließe sich in etwa auch das Programm des Abends umreißen. Die Solovioline spielte die Konzertmeisterin des Königlichen Concertgebouw-Orchesters Amsterdam Ursula Schoch, die in der Region bestens bekannt und geschätzt ist und sich großer Beliebtheit erfreut. Welchem Klassikfan sind sie nicht vertraut, die „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi? Mit vier Violinkonzerten mit den Titeln Frühling, Sommer, Herbst und Winter durchwandert der Barockkomponist das Jahr in stimmungsvollen Wechseln, indem er lautmalerisch in Tongemälden den sprießenden Frühling, den heiteren Sommer, einen segensreichen Herbst und den eisigen Winter nachzeichnet. Passend zum derzeitig sonnigen Oktober eröffnete der „Tanz der Landleute“ aus dem Herbstkonzert den Abend. Orchester und Solistin gewannen an harmonischem Zusammenspiel, ehe sie mit dem Andante aus den Elegischen Melodien opus 34 von Edvard Grieg die andächtig lauschenden Zuhörer auf einer breiten Woge musikalischen Wohlklangs in Thors Reich davontrugen. „Varen – letzter Frühling“ hatte der norwegische Komponist diesen Satz genannt. Zeichnet man die Konzertfolge als zeitliche Kurve nach, so beginnt diese im Barockzeitalter, steigt mit Grieg ins 19. Jahrhundert an, erreicht mit einem Violin-Solokonzert des noch lebenden estnischen Komponisten Arvo Pärt den Gipfel, kehrt mit dem Walzer „Dezember“ und dem „Schneeglöckchen“ im April und einer Juni-Barcarole von Tschaikowsky ins 19. Jahrhundert zurück und endete mit einer nun souverän aufspielenden Ursula Schoch wiederum im Barock mit Vivaldis „Der Winter“. In allen Zeitläufen hat der Gang des Jahres Komponisten bewegt. Wie unterschiedlich sie sich in Stil und Ausdruck damit auseinandersetzten, erlebten die Zuhörer an diesem Abend durch überzeugende und gelungene Interpretationen von Orchester und Solistin. Nicht in den Jahresablauf hineinzupassen schien das Konzert von Arvo Pärt für Solovioline, Orchester und Schlagzeug. Einen Moment der Stille im Zentrum des Programms zu gestalten, hatte sich Dirigent Peter Wallinger vorgenommen. Pärt, einer der meistgespielten zeitgenössischen Komponisten, wurde vielfach ausgezeichnet. In der Begründung für die Verleihung des Internationalen Brückepreises heißt es unter anderem: „Sein Werk macht das menschliche Grundbedürfnis nach einer Verbindung von Ästhetik, Ethik und Spiritualität, die in unserer überwiegend säkularisierten Gesellschaft so oft der Politik und der Ökonomie untergeordnet werden, deutlich und erlebbar.“ Pärt selbst erklärt seine Musik so: „Ich habe entdeckt, dass es genügt, wenn ein einziger Ton schön gespielt wird. Dieser Ton, die Stille oder das Schweigen beruhigen mich.“ Er strebt in seiner fast ausschließlich religiös motivierten Musik nach einem Ideal der Einfachheit. Einfache Harmonien, meist Dreiklänge und überlagernde Tonleitern bestimmen seine rhythmisch bewusst einfach gehaltenen Kompositionen (Quelle: Wikipedia). Nun, einfach klang es in den Ohren der Zuhörer nicht, als die „Fratres“ ein sehr genaues Hinhören forderten. Das Werk bringe die Menschen zurück zu ihren Ursprüngen, heißt es. Eingebettet zwischen Griegs Andante und dem Tschaikowsky-Walzer mahnten die Interpreten eine Auseinandersetzung mit dem „einfachen Klang“ an, der durchaus mit Dissonanzen aufschreckt und wachrüttelt. „Ist das jetzt meine Musik“, lautete so manche Frage. „Die Kammersinfonie lässt immer wieder mit interessanten und anregenden Programmkonzeptionen aufhorchen“, ist eine der Prämissen für Wallingers intensive Orchesterarbeit der letzten 27 Jahre. Ohne Zugabe durften die Musiker und die Solistin ihre Instrumente nicht einpacken. Großer Applaus begleitete Schoch und Wallinger, als die Begeisterung der 200 Zuhörer – das Konzert war ausverkauft – sie wiederholt aufs Podium führte. Beim nächsten Mühlacker Concerto am 3. Dezember, nochmals in der Ötisheimer Kelter, heißt es „à la francaise“ – ein Programm, das nur so sprüht von Originalität, verspricht Peter Wallinger schon jetzt.

Eva Filitz

Zum Start ein Klassiker

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„Mühlacker Concerto“ eröffnet die Saison herbstlich. Vivaldis „Herbst“ und „Winter“ erklingen in der Historischen Kelter. Ötisheim. Erfrischendes Musizieren ist man von Peter Wallinger und seiner „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ gewohnt. Und auch die Solo-Auftritte der exzellenten Geigerin Ursula Schoch, Konzertmeisterin beim Amsterdamer Concertgebouw-Orchester, gehören zu seinen Musikprogrammen. Diesmal eröffnete die „Mühlacker Concerto“-Reihe in der ausverkauften Historischen Kelter Ötisheim mit einem barocken Klassiker-Hit, der schon mehrere Geiger(innen) berühmt gemacht hat: Antonio Vivaldis „Der Herbst“ und „Der Winter“ (aus „Die Vier Jahreszeiten“ op.8) umrahmte (auch titelgebend) das kurzweilige Konzert. Unter Wallingers motivierender Leitung wählten das Ensemble und Ursula Schoch für ihre Interpretation eine sinnfällige Mischung aus ruhiger Gelassenheit und expressivem Temperament. Wenig war zu sehen und zu hören von den gravitätischen Allüren, wie man sie etwa von Anne-Sophie Mutter kennt. Auch die Rabiatheiten eines Nigel Kennedy oder gar die vibratolos-rauhe Klangsprache der „Originalisten“ – Fehlanzeige. Herbst und Winter ereigneten sich in der einladend restaurierten Kelter als erzählende Bilder mit fein differenzierten musikalischen Farben und Formen.

Stimmungsvolle Poesie Faszinierend dabei der glanzvoll durchgearbeitete, entweder konturscharf klare oder sinnlich weich gleitende Ton der Solistin: technisch virtuos, aber jederzeit kontrolliert die Tempo-Läufe der „Allegro“-Sätze; getragen von stimmungsvoller Poesie die betörend schön ausgesungenen Kantilenen im „Largo“ des Winters. Weniger hitverdächtig ein dafür umso originelleres Stück: die Wiedergabe der „Fratres“ für Solo-Violine, Streichorchester und Schlagzeug von Arvo Pärt fügte sich zu einem Klanggemälde der starken Kontraste. Da gab es zarte Violin-Cluster und in unglaubliche Flageolett-Höhen entfliehende Töne. Oder kraftvoll-rasante Doppelgriffpassagen über Streicher-Teppichen, dazu Bordun-Bässe und dumpfe Schlagwerkakzente. Schließlich sorgte Edvard Griegs Komposition „Varen – Letzter Frühling“ (aus op. 34), die vom Orchester mit Spielfreude zelebriert wurde, für romantisch-elegische Melodien. Auch luden die Bietigheimer mit Peter Iljitsch Tschaikowsky zu Walzertakt und allerlei jahreszeitlichen Reigen ein („Dezember“, „Schneeglöckchen“ und „Barkarole“ aus „Die Jahreszeiten“, op.37a).

Eckehard Uhlig

Violinistin und Streichorchester entfalten Klangzauber

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Ursula Schoch musizierte im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse mit der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“. Einen musikalischen Streifzug durch die Jahreszeiten boten die „sueddeutsche kammersintonie bietigheim“ unter Leitung von Peter Wallinger und Geigerin Ursula Schoch bei einem Konzert im Louis-Bührer-Saal. In seiner Begrüßung bezeichnete der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ludwigsburg, Heinz-Werner Schulte, die beeindruckende Entwicklung der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ seit ihrer Gründung vor jetzt mehr als 25 Jahren bis in die Gegenwart als „eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen“. Auch die seit ihrer Zeit als Schülerin am Ellental-Gymnasium in Bietigheim-Bissingen bestehende enge künstlerische Verbindung der Sollstin des Abends, Ursula Schoch, mit ihrem einstigen Musikerzieher und Gründer des Orchesters Peter Wallinger sei einzigartig, meinte der Bankchef. Heute ist die in Ludwigsburg geborene und in Sachsenheim aufgewachsene Musikerin als Konzertmeisterin beim weltweit anerkannten Concertgebouw Orkestra Amsterdam tätig.

Aus dem Zyklus „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi gestalteten das Kammerorchester und Ursula Schoch zu Beginn und am Ende des Programms die Konzerte „Der Herbst“ und „Der Winter“. Von Anfang an bestach die Violinvirtuosin mit ihrem leichten, fließenden Bogenstrich, mit dem sie glitzernde Klangkaskaden hören ließ. Dabei wurde sie vom Orchester in wohliger Wärme begleitet. Doch auch die freudige Grundstimmung in den beiden Allegro-Sätzen des Konzerts „Der Herbst“ breitete sie mit Elan aus. Im Kontrast dazu stand das Adagio, dessen Soli von Ursula Schoch sensibel und beseelt ausgeführt wurden. Ähnlich bravourös und überaus delikat interpretierte sie auch ihren Solopart. Im Konzert „Der Winter“, welcher der Künstlerin in noch weitaus ausgedehnterem Maße Gelegenheit gab, den Farbenreichtum des Werks auszuloten. Eine anrührende nordische Sphärenmusik ist die Komposition „Vären“ (letzter Frühling), wie diese von Edvard Grieg geschrieben wurde und in seinem Zyklus „Elegische Melodien“, Opus 34, enthalten ist. Hier verzauberte das Streichorchester die Zuhörer mit silbrig hellem Klang und empfindungsreicher Gestaltung. Von dem zeitgenössischen Komponisten aus Estland, Arvo Pärt, den Peter Wallinger ganz besonders schätzt, führten Kammersinfonie und Ursula Schoch ein Werk mit dem Titel „Fratres“ auf. Das ist eine weltentrückt und verinnerlicht wirkende Komposition, in der die Solistin in besonderer Weise anspruchsvolles virtuoses Spiel darbieten konnte. Der Ausdruck des Stücks nahm stetig an Intensität zu, führte zu einem eindringlich gestalteten Höhepunkt und versank wieder in meditativer Stille. Das Orchester begeisterte in seiner Begleitung erneut mit seidigem Klangzauber. Auch Peter Iljitsch Tschaikowsky schrieb einen Zyklus „Die Jahreszeiten“, Opus 37 a, aus welchem die Kammersinfonie drei Sätze, welche die Monate April, Juni und Dezember charakterisierten, ausführte. Der Walzer erklang in elegant dahinschwebender Beschwingthelt, die Sätze „Schneeglücken“ oder „Barkarole“ wurden als kleine musikalische Köstlichkelten mit feinstimmiger Klangfülle gespielt. Für den anhaltenden Applaus bedankten sich Ursula Schoch und Peter Wallinger mit seinem Orchester mit einem Auszug aus dem Largo des Vivaldi-Konzerts „Der Winter“ als Zugabe.

Rudolf Wesner

Alte Bekannte spielen „Die Jahreszeiten“

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Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim im Louis-Bührer-Saal. Nicht weit von Ludwigsburg entfernt, in Bietigheim, hat die Geschichte Ihren Anfang genommen. Seit 27 Jahren wird sie erzählt, oder besser, erzählt sich immer wieder selber, in der Sprache der Musik. Die Rede ist von der Entstehung des inzwischen weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten Orchesters Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim, das ihr Dirigent Peter Wallinger 1984 gründete und bis heute künstlerisch leitet.

Das tat er auch gestern Abend, im voll besetzten Louis-Bührer-Saal der Ludwigsburger Kreissparkasse. Beim betörenden Klassik-Konzert, „Die Jahreszeiten“, das Kompositionen aus vier Jahrhunderten zu Gehör brachte. „Wir sind heute Abend privilegiert“, begrüßte Dr. Heinz-Werner Schulte die 350 Zuhörer, „denn für uns spielt ein außergewöhnliches Orchester, unter der Leitung eines außergewöhnlichen Dirigenten, in Begleitung der nicht minder außergewöhnlichen und in Ludwigsburg geborenen Geigenvirtuosin Ursula Schoch.“ Er freue sich, so der Vorstandsvorsitzende, selber sehr auf das Konzert. „Wir werden uns von herausragenden Musikern durch die Jahreszeiten führen lassen.“ In seiner Begrüßung erzählte Schulte kurz die Entstehungsgeschichte der „alten Bekannten“, die sich alle einst am Bietigheimer Ellental-Gymnasium kennengelernt hatten. Dort arbeitete Pater Wallinger als Mathe- und Musiklehrer. Aus Wallingers Brotberuf wurde die berühmte Berufung und er Initiator und Dirigent der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Viele seiner ehemaligen Schüler sind Berufsmusiker geworden. Wollten aber weiterhin mit dem Maestro aus gemeinsamen Schultagen musizieren. Genau das taten sie auch, tun es noch, erfolgreich, hoch anerkannt. Viele Einspielungen dokumentieren das beeindruckend. Orchester, Dirigent und die international renommierte Geigen-Virtuosin Ursula Schoch haben zusammen schon zahlreiche Werke auf CD aufgenommen, sind im wahrsten Sinne gut aufeinander eingespielt. Die „alten Bekannten“ aus Bietigheimer Tagen faszinieren ihr Publikum mit Konzerten voller Hingabe. Und erspielen Interpretationen, die in vermeintlich gut bekannten Kompositionen dem Zuhörer das Neue entdecken. Das gelang auch gestern Abend. Zur Aufführung kamen Werke von Antonio Vivaldi, Edvard Grieg, Arvo Pärt und Peter Iljitsch Tschaikowsky. Vorgetragen mit hoher Werk-Empathie und der Fähigkeit, neue Akzente zu setzen. In der Tat, sie waren privilegiert, die vielen Klassikfreunde. Nicht nur wegen der Zugabe.