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2013

Streicher und Saxofonisten in Harmonie

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Bietigheimer Orcheser musiziert gemeinsam mit dem Ensemble „Alliage“ – Ungewöhnliches Arrangement und Besetzung im Kronenzentrum

Kr-Sk Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim/Alfred Drossel

Es war nicht das erste Mal, dass Peter Wallinger entweder kaum bekannte oder nur selten gespielte Werke aus den Tiefen seines Notenarchivs hervorzog und diese, mit der von ihm gegründete süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim aufführte.

In seinem Konzertprogramm „Begnung zweier Klangkörper“ verband Wallinger Streicherpracht mit dem warmen, satten Klang der vier Saxofone, virtuos vorgetragen vom Ensemble „Alliage“. Doch zunächst erklang die „Serenata notturna“ in D-Dur, KV 249, für Steicher und Pauken von Wolfgang Amadeus Mozart. Schon im ersten marschartigen Satz enstand ein markanter Kontrast aus elegantem, geschmeidigem Streicherklang und kraftvollen Paukenschlägen. Auch das in schreitendem Tempo dargebotene Menuetto wurde damit im Ausdruck fester, ohne dass dies den typischen Mozart-Melodiefluss beeinträchtigte. Das abschließende Rondo erfreute in seinem musikalischen Humor, den die süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim glanzvoll auslotete.

Eine Aufführung „In neuem Gewand“ stand auf dem Programm. Gemeint war ein neuzeitliches Arrangement der „Sonata piano e forte“ des italienischen frühbarocken Komponisten Giovanni Gabrieli, denn an Stelle von ursprünglich vorgesehenen „Zinken“, also Trompeten, übernahm das Saxofonquartett „Alliage“ dessen Aufgaben. In diesem Ensemble wirken Daniel Gauthier (Sopransaxofon), Eva Barthas (Altsaxafon), Koryun Asatryan (Tenorsaxofon) und Sebastian Pottmeier (Baritonsaxofon) mit. Bereits bei der Aufführung des barocken Werks brachten sie die farbenprächtige Klangfülle dieses Blasinstruments vollendet zur Geltung. Die Verbindung des feinstimmigen, aber auch opulenten Steicherklangs mit dem der vier Saxofone ließ ein anmutiges Hörvergnügen entstehen. Im Alter von 23 Jahren komponierte der Tscheche Leos Janácek (1854 bis 1928) eine Suite für Streicher mit sechs Sätzen. Für die süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim war die Komposition eine weitere anspruchsvolle Aufgabe, mit der sich ihr feiner Streicherglanz silbrig klar ausbreitete.

Im zweiten Teil des Konzerts stand das Saxofonquartett „Alliage“ im Mittelpunkt. Aus der Oper „Porgy an Bess“ von George Gershwin musizierte das Ensemble eine Suite mit bekannten und beliebten Melodien des zwischen 1933 und 1935 entstandenden Bühnenwerks. Es klang fetzig und jazzig, aber auch, etwa bei der beseelten Intonierung des Blues „Summertime“, atmosphärisch verträumt.

Zum Abschluss spielte die süddeutsche Kammersinfonie und das Ensemble „Alliage“ unter der Leitung von Peter Wallinger bei der Aufführung einer „Carmen-Rhapsodie“ mit den Melodien von Georges Bizet, hier in einem für diese beiden Klangkörper von dem Japaner Nun Nagao geschaffenen Arrangements, das zudem noch umfangreiches Schlagwerk vorsah.

Solches mit Bravour und brodelnden Temperament ausgeführtes Musizieren hörte man bisher eher selten von dem Bietigheimer Streichorchester und die vier Saxofoninterpreten hatten kaum Zeit zum Atemholen, als sie in rasantem Tempo und viel Virtuosität spielten und dafür mit großem Beifall durch das Publikum bedacht wurden.

Rudolf Wesner

Streicher harmonieren mit Saxophonensemble Konzert der Sueddeutschen Kammersinfonie

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Ein Konzert mit großem Überraschungseffekt bot die Sueddeutsche Kammersinfonie unter der Leitung ihres Gründers Peter Wallinger am Freitagabend im Kronensaal. Gemeinsam mit dem Saxophonquartett „Alliage“ wurden musikalische Raritäten aufgeführt.

Dirigent Peter Wallinger hatte mit seiner Sueddeutschen Kammersinfonie ein überraschendes Konzertprogramm vorbereitet. Foto: Martin Kalb

Es war nicht das erste Mal, dass Peter Wallinger entweder kaum bekannte oder nur selten gespielte Werke aus den Tiefen eines Notenarchivs hervorzog. Für sein Konzertprogramm „Begegnung zweier Klangkörper“ wählte er zunächst die „Serenata notturna“ in D-Dur, KV 249, für Streicher und Pauken von Wolfgang Amadeus Mozart aus. Schon im ersten marschartigen Satz entstand ein markanter Kontrast aus elegantem, geschmeidigem Streicherklang und kraftvollen Paukenschlägen. Auch das in schreitendem Tempo dargebotene Menuetto wurde damit im Ausdruck fester, ohne dass dies den typischen Mozart-Melodiefluss beeinträchtigte. Das abschließende Rondo erfreute in seinem musikalischen Humor, den die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ glanzvoll auslotete.

Eine Aufführung „In neuem Gewand“ stand auf dem Programm. Gemeint war ein neuzeitliches Arrangement der „Sonata piano e forte“ des italienischen frühbarocken Komponisten Giovanni Gabrieli, denn an Stelle von ursprünglich vorgesehenen „Zinken“, also Trompeten, übernahm das Saxophonquartett „Alliage“ dessen Aufgaben. In diesem Ensemble wirken Daniel Gauthier (Sopransaxophon), Eva Barthas (Altsaxophon), Koryun Asatryan (Tenorsaxophon) und Sebastian Pottmeier (Baritonsaxophon) mit. Bereits bei der Aufführung des barocken Werks brachten sie die farbenprächtige Klangfülle dieses Blasinstruments vollendet zur Geltung. Die Verbindung des feinstimmigen, aber auch opulenten Streicherklangs mit dem der vier Saxophone ließ ein anmutiges Hörvergnügen entstehen.

Im Alter von 23 Jahren komponierte der Tscheche Leo Janácek (1854 bis 1928) eine Suite für Streicher mit sechs Sätzen. Für die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ war die Komposition eine weitere anspruchsvolle Aufgabe, mit der sich ihr edler Streicherglanz silbrig klar ausbreitete.

Im zweiten Teil des Konzerts stand das Saxophonquartett „Alliage“ im Mittelpunkt. Aus der Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin musizierte das Ensemble eine Suite mit bekannten und beliebten Melodien des zwischen 1933 und 1935 entstandenen Bühnenwerks. Es klang fetzig und jazzig, aber auch, etwa bei der beseelten Intonierung des Blues „Summertime“, atmosphärisch verträumt. Ein musikalisches Brillantfeuerwerk entfachten abschließend die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ und das Ensemble „Alliage“ unter der impulsiven Leitung von Peter Wallinger bei der Aufführung einer „Carmen-Rhapsodie“ mit den Melodien von Georges Bizet, hier in einem für diese beiden Klangkörper von dem Japaner Jun Nagao geschaffenen Arrangement, das zudem auch den Einsatz umfangreichen Schlagwerks vorsah.

Solches mit Bravour und brodelndem Temperament ausgeführtes Musizieren hörte man bisher eher selten von dem Streichorchester und die vier Saxophoninterpreten hatten kaum Zeit zum Atemholen, als sie in rasanten Tempi und in exzellenter Virtuosität dazu beitrugen, dass diese Aufführung tosenden Beifall auslöste.

Rudolf Wesner

Paolo mit der Sonnenbrille

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Musiktheaterstück für Kinder nach Motiven der Rossini-Oper „Das Aschenputtel“ in der Bietigheimer KelterGestern hatte in der Bietigheimer Kelter „Aschenputtel räumt auf“, ein Musiktheaterstück speziell für junges Publikum, Premiere. Die Fassung verbindet Rossinis Musik aus „La Cenerentola“ mit dem bekannten Märchen.

Einmal im Jahr lädt das Kulturamt der Stadt Bietigheim-Bissingen in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim Grundschüler zu einem Kinderkonzert in die Kelter ein. An drei Tagen führen bei sechs Vorführungen professionelle Musiker, Sänger und Schauspieler kindgerecht und mit viel Spaß in die Welt der Musik ein.
Dieses Mal steht mit Gioachino Rossinis „La Cenerentola“ ein Klassiker der Opernliteratur auf dem Programm: Die Geschichte vom schönen Aschenputtel, das im Hause des geizigen Vaters von den eifersüchtigen Stiefschwestern Clorinda und Tispe gegängelt wird, hat Rossini dereinst für ein großes Orchester verfasst. Im Musiktheaterstück „Aschenputtel räumt auf“ sehen die sechs- bis zehnjährigen Konzertbesucher dieser Tage eine pfiffige, lehrreiche und sehr unterhaltsame Bearbeitung für Harfe, Flöte und Fagott von Ulf-Guido Schäfer.
Als Erzähler fungiert ein glänzend aufgelegter Jörg Schade: Er spielt nicht nur den treuen Schlossgärtner Paolo, der mittels übergroßer bunter Legosteine im Handumdrehen neue Schauplätze gestaltet und immer einen Rat parat hat, sondern auch den herrschsüchtigen Schlossherrn Don Magnifico, Aschenputtels Vater: Die Stimme sonorer, der Rücken gerader, die Kopfbedeckung aristokratischer – fertig ist der despotische Herr Papa. Genauso flugs mutiert der Schauspieler dann wieder zum schlauen Gärtner, der das bezaubernde Aschenputtel auf den Ball begleiten will: Unter der großen Anteilnahme der Besucherschar zieht er sich ein schickes Westchen über, klaut der Harfenistin Marlene Angerer den Schal, der Flötistin Verena Guthy-Homolka eine Sonnenbrille, lässt sich vom Fagottisten Frank Lehmann bewundern und setzt seine Mütze verkehrt herum auf.
Diese Agilität gefällt den Grundschülern ebenso wie die atemberaubende Verwandlung des unscheinbaren Aschenputtels zur Ballkönigin: Als sich Aschenputtel (gespielt und gesungen von der bezaubernden Mezzosopranistin Maria-Rebecca Stöhr) auf der Flucht vor dem strengen Vater in die Zuschauerreihen begibt, wollen alle das schöne Mädchen neben sich sitzen haben.
Ein tolles Angebot, das das Kulturamt der Stadt Bietigheim-Bissingen und die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger den Schulen des Kreises da machen: Grundschulkinder bekommen bei diesen Aufführungen nicht nur einen spielerischen und gleichzeitig sehr niveauvollen Zugang zu klassischen Werken, sondern dürfen sich aktiv in das Geschehen einbringen. Ein Konzept, das bei der ersten Aufführung am Montag Vormittag geradezu vorbildhaft aufging: Die Jungen und Mädchen der Grundschule Ludwigsburg-Pflugfelden erwiesen sich als konzentrierte und wache Zuhörer, die mit viel Spaß bei der Sache waren und mit Beifallsbekundungen nicht sparten.

Miriam Staudacher

Aschenputtel mit Lego und Arien

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Theaterstück von Jörg Schade und Franz-Georg Stähling begeistert mit Schlichtheit, Witz und klassischer Musik

Auf der Bühne sitzt ein schönes Fräulein im Ballkleid auf einer Kutsche aus überdimensionalen Legosteinen. 250 Kinder erzeugen im Publikum trommelnd laute Donnergeräusche und sorgen mit kleinen Wasserpistolen für Regenschauer. Auf Fagott, Harfe und Querflöte begleitet ein Musiktrio direkt neben dem ungewöhnlichen Bühnenbild das Geschehen mit klassischer Musik. Das Schauspiel in der Bietigheimer Kelter erinnert auf den ersten Blick kaum an einen Besuch in der Oper oder an das bekannte Märchen vom Aschenputtel.
Doch mit eben dieser Kombination aus Gioachino Rossinis „La Cenerentola“ und der bekannten Erzählung der Gebrüder Grimm begeistert das Musiktheaterstück „Aschenputtel räumt auf“ von Jörg Schade und Franz Georg Stähling nicht nur die kleinen Besucher. In Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger hat der Schauspieler, Autor und Regisseur Jörg Schade neben der Darbietung einer unterhaltsamen Show für Kinder ab sechs Jahren vor allem ein Ziel: „Ich möchte Kindern die Scheu vor der klassischen Musik nehmen, sie dafür begeistern“, so der Künstler aus Bad Pyrmont.
Und das gelingt dem Team seit 2004 mit so großem Erfolg, dass die Schülerkonzertreihe des Kulturamts Bietigheim-Bissingen dieses Jahr vom 4. bis 6. Februar sechsmal in der ausgebuchten Kelter vorgeführt wird. „Jörg Schade ist einfach ein kreativer Kopf und ein genialer Künstler“, so Peter Wallinger. In der Rolle des Schlossgärtners von Montefiasco führt Schade alias Paolo als Erzähler durch das Märchen und gestaltet die Kulisse mit nur zehn Legosteinen aus Schaumstoff immer wieder neu – so wird die Küche mit wenigen Handgriffen zum Schloss und dieses wiederum zur Kutsche. „Die Lego- steine kommen aus der Lebenswelt der Kinder und regen ihre Fantasie an“, kommentiert Schade seine ausgefallene Idee. Von Anfang an bezieht er das junge Theaterpublikum ins Geschehen ein, sorgt mit frechen Sprüchen und lustigen Kostümen für Lacher und führt die Kinder geschickt an die Musikwelt der Oper heran. So erfahren sie, dass der klare Klang des „Engelflügels“ von Harfenistin Marlene Angerer auf 47 Saiten und mit Pedalen erzeugt wird, die silberne Flöte von Verena Guthy-Homolka eine sogenannte Querflöte ist und das große Blasinstrument von Frank Lehmann nicht – wie in der Raterunde vermutet – als Trompete oder Saxofon, sondern als Fagott bezeichnet wird.
Schade schlüpft außerdem in die Rolle des geizigen Barons Don Magnifico, der gemeinsam mit seinen beiden verwöhnten Töchtern Clorinda und Tisbe zum Schloss des Fürsten Ramiro eingeladen wird. Einzig der dritten Tochter des Hauses wird der Gang zum Ball und damit die Chance auf eine Hochzeit mit dem Fürsten verwehrt. Nämlich dem Aschenputtel, gespielt von Mezzosopran-Sängerin Maria Rebekka Stöhr, die damit die harmonische Zwei-Mann-Show auf der Bühne komplettiert. „Es ist beeindruckend, wie einfach sie eine so fantasievolle Welt gestalten“, sagt Sabine Martz, die als Lehrerin der Grundschule Benningen jedes Jahr die Schülerkonzertreihe besucht. Mehr als zwei Akteure, das Musiktrio und die Lego-Kulisse braucht die Inszenierung auch nicht. Den Rest übernehmen die Schulkinder selbst. Sie sorgen für die gewünschte Wetterlage auf der Bühne und verstecken das Aschenputtel, nachdem dieses seinen Schuh auf dem Ball verloren hat. Sängerin Maria Rebekka Stöhr freut sich als Aschenputtel natürlich über ein glückliches Ende und sorgt mit einer finalen italienischen Arie für staunende Kinderaugen. „So einen Gesang habe ich noch nie gehört. Das war toll“, sagt die siebenjährige Mona strahlend.

Laura Wolf

Zu einer erlesenen Tradition geworden: Peter Wallingers Neujahrskonzerte

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Mühlacker. Die meist ein Feuerwerk geistreicher Laune versprühenden Konzerte zum Jahreswechsel – eine Erfindung der 1940er-Jahre in Wien – leben von Strauß’schen Walzern und Polka-Tänzen. Peter Wallingers inzwischen zur Tradition gewordene Neujahrskonzerte sind anders, besonders, ausgefallen, erlesen.

Peter Wallinger leitet das Konzert mit dem Gitarristen Santy Masciarò. Foto V. Henkel

Ein im Rahmen klassischer Musik eher selten zu hörendes Instrument steht im Mittelpunkt, vor allem bestimmen intime Klänge das Konzertgeschehen. In diesem Jahr präsentiert der Dirigent zusammen mit seiner sueddeutschen kammersinfonie bietigheim unter dem Motto „Passione italiana“ den sizilianischen Gitarristen Santy Masciarò. Eine exemplarische Interpretation des „Concerto D-Dur für Gitarre und Orchester“ (RV 93) von Vivaldi (1678-1741) eröffnet die musikalischen Neujahrsgrüße in Mühlacker. Masciarò zupft ganz zart die Saiten, wirbelt mit der linken Spielhand über das Griffbrett und erzeugte mit gleitenden Fingerkuppen lieblich silberhellen Gesang. Temperamentvoll im Ton oder mit den Solo-Passagen zärtlich verschlungen, umspielen die Streicher unter Wallingers einfühlsamer Leitung die Gitarre, geben Einsatzimpulse und sorgten für instrumentalen Farben-Glanz.
Noch venezianischer dann der Soloauftritt Masciaròs mit der Komposition „Carnevale di Venezia“ von Francisco Tárrega (1852-1909), einem Variationen-Stück über ein Thema von Nicolo Paganini, dessen Melodie auch als Gassenhauer „Mein Hut, der hat drei Ecken“ bekanntgeworden ist. Delikater Klangsinn und raffinierte Virtuosität kommen zum Vorschein, mit Sprüngen über mehrere Oktaven, lustvoll akzentuierten Skalen, Wehmutsklängen, die an zarte Lauten-Poesie erinnern, oder – im Kontrast dazu – Ton-Salven mit rauschenden Arpeggien-Folgen. Außerdem kam Dante Alighieri mit Gesängen aus seiner „Divina Commedia“ zu Wort, die Santy Masciarò italienisch-melodiös auswendig rezitierte. Konzertstücke von Rossini (1792-1868), Mauro Giuliani (1781-1829) und Nino Rota (1912-1979) runden die vom Publikum bejubelte Matinee im ausverkauften Uhlandbau-Saal ab.

Eckehard Uhlig

Gitarrist rezitiert die „Göttliche Komödie“

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Mühlacker. Seiner Leidenschaft für Italien gab Orchesterleiter Peter Wallinger während des Neujahrskonzerts am Sonntagvormittag im Uhlandsaal nach. Werke italienischer Komponisten waren zu hören und Rezitationen aus Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“.

Gitarrist Santy Masciarò sowie Peter Wallinger und die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim bieten ein besonderes Kulturereignis.Foto: Fotomoment

Das außerordentlich gut besuchte Konzert gewann seinen spezifischen Reiz durch die Mitwirkung von Santy Masciarò, einem herausragenden Virtuosen an der Gitarre, der sich zugleich auch als ausdrucksstarker Rezitator der 700 Jahre alten Dichtung erwies. Im ersten Teil des Programms sprach er Auszüge aus zwei Gesängen der „Göttlichen Komödie“, die insgesamt 33 Gesänge zu je 15000 Versen umfasst, und von denen er mehrere einstudierte, um sie in seinen Konzerten vorzutragen.

Die Konzertbesucher erhielten mit dem Programmzettel die Texte des fünften Gesangs „Von der Hölle von Dante“ sowie des 33. „Paradies von Dante“ sowohl in italienischer Sprache als auch in deutscher Übersetzung. Santy Masciarò sprach diese selbstverständlich in seiner Muttersprache Italienisch und überzeugte mit seiner in ruhigem Fluss ausgeführten, nicht von Pathos belasteten Rezitation.

Doch auch als Gitarrenvirtuose bestach Santy Masciarò – er wurde in Syrakus auf Sardinien geboren – nicht weniger. Im Concerto D-Dur für Gitarre und Streichorchester RV 93 von Antonio Vivaldi führte er die Soli mit Eleganz und Leichtigkeit überaus virtuos aus. Insbesondere im Largo beglückte Masciarò mit wie gehaucht und damit unvergleichlich seelenvoll dargebotenem Spiel. Unter der Leitung von Peter Wallinger begleitete die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim den Solisten in gewohnt feinstimmig und silbrig hell gestaltetem Streicherklang.

Seine vollendete Kunst in der Beherrschung der sechs Saiten seiner Gitarre breitete Santy Masciarò bei der Wiedergabe der von Franciso Tárrega zur Aufführung mit diesem Instrument bearbeiteten Variationen über ein weithin bekanntes Thema aus „Carneval in Venedig“ des Teufelsgeigers Nicolo Paganini aus. Mit perfekt angewandter, raffinierter Grifftechnik interpretierte der Solist scheinbar mühelos die kompliziertesten Passagen des ursprünglich für die Violine komponierten Werks. Es war geradezu atemberaubend, ihm dabei zuzuhören.

Die Streichersonate Nummer zwei in A-Dur, ein Jugendwerk von Gioacchino Rossini, erlebte eine spritzige, tempobetonte Aufführung voller Esprit durch die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim. Außerdem musizierten Santy Masciarò und das warm und füllig klingende Streichorchester ein Konzert für Gitarre und Orchester in A-Dur, Opus 30, von Mauro Giuliani, einem italienischen Zeitgenossen von Beethoven und Schubert. In den zwei Sätzen der Komposition betonten Solist und Orchester die deutlichen Kontraste zwischen der sanft dahinschreitenden Siciliana und dem graziös-heiteren Allegretto.

Das Neujahrskonzert schloss mit einem Streicherkonzert von Nino Rota. Dieser Komponist schuf unter anderem auch die Musik zu dem Kultfilm „Der Pate“, wie er überhaupt insgesamt 150 Filme mit seinen Kompositionen bereicherte. Sein „Concerto per Archi“ ist daher durchaus als konzertante Filmmusik zu empfinden, die allerdings auch von den Mitgliedern der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim ein hohes Maß an virtuoser, nuancierter und impulsiver Gestaltung verlangte. Sie führten unter der Leitung von Peter Wallinger die vier Sätze in leuchtendem und vitalem Streicherklang aus.

Rudolf Wesner

Musik als Passion

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Santy Masciarò bezauberte beim Neujahrskonzert der Kammersinfonie

Gitarrist Santy Masciarò verzauberte beim Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim die Zuhörer in der Kelter mit virtuosen Spiel und einer im italienischen Original vorgetragenen Lesung aus der „Göttlichen Komödie“.


Peter Wallinger leitet seit 34 Jahren die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim. Foto: Martin Kalb

Er habe eine ausgeprägte „passione“ für die Musik und die Poesie Italiens, eine große Leidenschaft, bekannte der im sizilianischen Syrakus geborene Gitarrist Santy Masciarò. Der Musiker, der viele Jahre in Deutschland Gitarre lehrte und sich mittlerweile in Südfrankreich niedergelassen hat, war der Solist des Neujahrskonzertes der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim in der Kelter.

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert setzt die vom Dirigenten Peter Wallinger gegründete Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim außergewöhnliche Akzente im Konzertgeschehen, und das weit über die Grenzen Bietigheims hinaus – gelingt es doch dem künstlerischen Leiter immer wieder, für die Auftritte des Orchesters interessante und hochkarätige Solisten zu gewinnen, die das jeweilige Programm mit ihrer Kunst zu bereichern wissen. In diesem Jahr war Santy Masciarò der Solist, der diese Aufgabe mit Bravour erfüllte. Schon der Auftakt, Antonio Vivaldis dreisätziges, als anspruchsvoll geltendes Concert D-Dur für Gitarre und Orchester, zeigte überaus eindrucksvoll, wie wunderbar der Klang der Gitarre mit dem der Geigen, Celli und Bratschen einhergeht.

Nachdem die Zuhörer in der Kelter Zeuge sein durften, wie Santy Masciarò seine Passion Musik auslebt, kamen sie anschließend in den Genuss seiner zweiten Leidenschaft: dem geschriebenen Wort. Der Musiker rezitierte Auszüge aus dem fünften und 33. Gesang der von Dante Alighieri vor rund 700 Jahren verfassten Dichtung, der „Göttlichen Komödie“. Santy Masciarò trug diese Auszüge im Original, in italienischer Sprache, und mit ruhigem und unaufdringlichem Duktus vor. Beeindruckend war hierbei besonders die Tatsache, dass er die Erlebnisse des Ich-Erzählers auf der Reise durch die drei Reiche der jenseitigen Welt, wie auch seine Musik, samt und sonders auswendig vortrug.

Zwischen den Rezitationen griff Santy Masciarò immer wieder zu seinem Instrument, dem er in „Carneval in Venedig“ des spanischen Komponisten Francisco Tárrega virtuose Variationen über ein Thema von Nicolo Paganini, dem als „Mein Hut, der hat drei Ecken“ auch in Deutschland bekannten Volkslied, entlockte.

Dieses Werk zeigte sehr unterhaltsam die klanglichen und technischen Möglichkeiten der Gitarre auf. Diese konnte der Zuhörer dann auch bei der Darbietung von Mauro Giulianis Konzert A-Dur für Gitarre und Orchester erleben: Er hörte ein perfektes und harmonisches Zusammenspiel der Streicher mit dem Gitarristen, der nicht nur behende oder kräftig die Saiten strich und zupfte, sondern auch mal behutsam mit den Fingern den Korpus seine Instrumentes beklopfte.

Das abschließende Stück, das Concerto per Archi von Nino Rota, war ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Neujahrskonzerts der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim: Mit dieser viersätzigen Komposition unterstrichen die Musiker ihre herausragende Stellung in der Region.

Redaktion Miriam Staudacher

Musilkalisch von Dante zum „Paten“

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Süddeutsche Kammersinfonie und Solist Santy Masciarò bieten bei zwei Neujahrskonzerten „Passione Italiana“

Seiner Leidenschaft für Italien gab Orchesterleiter Peter Wallinger bei Neujahrskonzerten seiner Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim im Murrer Bürgersaal und in der Bietigheimer Kelter nach. In Murr fand das Neujahrskonzert vor sehr zahlreich erschienenen Besuchern bereits zum 19. Mal statt.

Der Gitarrist als Rezitator

Werke italienischer Komponisten waren zu hören und Rezitationen aus Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“. Beide Konzerte gewannen ihren spezifischen Reiz durch die Mitwirkung von Santy Masciaro, einem herausragenden Virtuosen an der Gitarre, der sich zugleich als ausdrucksstarker Rezitator der 700 Jahre alten Dichtung Dantes erwies. Im ersten Teil des Programms sprach er Auszüge aus zwei Gesängen der „Göttlichen Komödie. Das Publikum erhielt mit dem Programmzettel die Texte sowohl in italienischer Sprache als auch in deutscher Übersetzung. Masciaro sprach die Texte in seiner Muttersprache Italienisch und überzeugte mit seiner in ruhigem Fluss ausgeführten, nicht von Pathos belasteten Rezitation.

Als Gitarrenvirtuose bestach Masciaro, der in Syrakus auf Sizilien geboren wurde, nicht weniger. Im Concerto C-Dur für Gitarre und Streichorchester RV 93 von Antonio Vivaldi führte er die Soli mit Eleganz und Leichtigkeit aus. Unter der Leitung von Peter Wallinger begleitete die Süddeutsche Kammersinfonie in gewohnt feinstimmig und silbrig hell gestaltetem Streicherklang.

Seine vollendete Kunst in der Beherrschung der sechs Saiten seiner Gitarre demonstrierte Santy Masciarò bei der Wiedergabe der von Franciso Tarrega zur Aufführung mit diesem Instrument bearbeiteten Variationen überein weithin bekanntes Thema aus dem „Carneval in Venedig“ des Teufelsgeigers Nicolo Paganini. Mit perfekt angewandter, raffinierter Grifftechnik interpretierte der Solist scheinbar mühelos die kompliziertesten Passagen des Werks.

Auch das Orcheser überzeugt

Die Streichersonate Nummer zwei in A-Dur, ein Jugendwerk von Gioacchino Rossini, erlebte eine spritzige, tempobetonte Aufführung voller Esprit durch die Süddeutsche Kammersinfonie. Außerdem musizierten Santy Masciarò und das warm und füllig klingende Streichorchester ein Konzert für Gitarre und Orchester in A-Dur, Opus 30, von Mauro Giuliani. In den zwei Sätzen der Komposition betonten Solist und Orchester die deutlichen Kontraste zwischen der sanft dahinschreitenden Siciliana und dem graziös-heiteren Allegretto.

Das Neujahrskonzert schloss mit einem Werk von Nino Rota. Dieser Komponist schuf unter anderem die Musik zum Kultfilm „Der Pate“.Auch sein „Concerto per Archi“ lässt sich als konzertante Filmmusik empfinden, die von der Süddeutschen Kammersinfonie virtuos, nuanciert und impulsiv gestaltet wurde. Das Orcheser führte unter der Leitung von Peter Wallinger die vier Sätze in leuchtendem und vitalem Streicherklang aus. Als Dank für den lebhaften Schlussbeifall spielte die Süddeutsche Kammersinfonie noch eine Zugabe.

Rudolf Wesner

Zwischendurch stellt sich Gänsehautgefühl ein

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Die Süddeutsche Kammersinfonie hat beim Neujahrskonzert im Bürgersaal des Rathauses erneut überzeugt.

Experimentierfreude zeichnet die Arbeit von Peter Wallinger mit der – Süddeutschen Kammersinfonie aus. Die Neujahrskonzerte des Bietigheimer Ensembles im Bürgersaal des Murrer Rathauses haben in mittlerweile 19 Jahren Kultstatus erreicht. Dabei „im- mer etwas Neues zu bieten“, gilt als Markenzeichen des Dirigenten. In diesem Jahr war es der Gitarrist Santy Masciaro, der die Besucher im voll besetzten Bürgersaal als Solo-Instrumentalistbegeisterteund Sprache auf faszinierende Weise als „Musik der Poesie“ erleben ließ.

Der melodische Sprachfluss bei Rezitationen aus der „Göttlichen Komödie“ von Dante Alighieri, den die Italiener laut Ma- sciaro „als Inbegriff der Dichtkunst“ schätzen, klang wie Musik pur in den Ohren der Zuhörer – besonders wenn sie dem Rat des Rezitators folgten und mit geschlossenen Augen zuhörten. Dass es sich beim 23. Gesang aus dem „Paradiso“ um die letzten Verse handelt, die Dante unmittelbar vor seinem Tod im September 1321 geschrieben hat ließ der in Syrakus (Sizilien) geborene, in Toulouse lebende und in Hamburg arbeitende Santy Masciaro in seine einleitenden Worte als Information einfließen. Dass Dantes Worte 700 Jahre nach seinem Tod immer noch zitiert werden, zeige – so der Rezitator – die Bedeutung des italienischen Dichters.
„Passione Italiana“ wählte Peter Wallinger als Motto für das Neujahrskonzert 2013, das mit unterhaltsamen musikalischen Köstlichkeiten von Barock bis Moderne bestückt war. Die 1984 von Wallinger gegründete Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim zeichnet sich durch vitales und klangdifferenziertes Spiel, aber auch durch markant eigenwillige Interpretationen aus, die „neue Musik vertrauter und vertraute Musik neu erlebbar“ machen will. Die künstlerische Zielsetzung hat sich bis heute nicht verändert und prägte auch das 19.Neujahrskonzert in Murr. Es sind vornehmlich junge talentierte Musiker, die sich mehrmals im Jahr projektbezogen zusammenschließen und innovative Konzertprogramme erarbeiten.
Im ersten Teil der „Passione Italiana“ stand der Gitarrensolist Masciaro im Mittelpunkt. Er verlieh dem Largo im Concerto D-Dur von Antonio Vivaldi Gänsehautfeeling und gab dem abschließende Allegro mit pointiertem Spiel tänzerisches Profil. Unwahrscheinlich sensibles und grifftechnisch unglaublich fingerfertiges Spiel ließen die von Masciaro gestalteten Variationen über ein Thema von Nicolo Paganini zum musikalischen Erlebnis werden. Die „Streichersonate II A-Dur“ von Gioacchino Rossini – ein vom Komponisten selber als „Jugendsünde“ bezeichnetes aber handwerklich souverän gestaltetes und mit reizvollen Kontrasten ausgestattetes Frühwerk – bot den Streichern, besonders auch der Kontrabassistin, Gelegenheit, mit einfühlsamen Spiel die Zuhörer zu überzeugen, was dem Ensemble auch abschließend mit dem „Concerto per Archi“ des 1979 verstorbenen und hauptsächlich durch Filmmusiken bekannt gewordenen Nino Rota vor allem mit der ausdrucksstarken „Aria“ und dem furiosen „Finale“ gelang, das als Dank für den starken Applaus te1lweise als Zugabe noch einmal erklang.

Helmut Schwarz