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2014

Ein künstlerischer Quantensprung

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Die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ ist im Bietigheimer Kronenzentrum aufgetreten. Mit Beethovens „Eroica“ verzauberte sie das Publikum musikalisch.

Peter Wallinger (links) und die „sueddeutsche kammersinfonie“ begeisterten am Sonntag im Kronenzentrum. Foto: Martin Kalb

Das Konzert der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ am Sonntag im Kronensaal trug den bescheidenen Titel „Musik zum Advent“. Was die zahlreichen Besucher jedoch erlebten, kann als künstlerischer Quantensprung dieses Klangkörpers unter der Leitung von Peter Wallinger bezeichnet werden. Die Aufführung der dritten Sinfonie, der „Eroica“, von Ludwig van Beethoven, war in seiner hoch ausgereiften Gestaltung eine neue Glanzleistung.

Das Programm enthielt darüber hinaus weitere musikalische Kostbarkeiten. Zunächst waren dies festlich stimmende Klänge, die sich im gut besetzten Kronensaal ausbreiteten. Zwei Schüler der Meisterklasse des Trompetenvirtuosen Reinhold Friedrich von der Hochschule für Musik in Karlsruhe, Saleem Khan und Eline Beumer, führten mit Bravour und in leuchtender Strahlkraft des Barock die Soli im Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Streichorchester des italienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts, Petronio Franceschini, aus. Die lupenrein intonierten Trompetenklänge verbanden sich in den vier recht kurzen Sätzen mit der beglückenden Streicherfülle. Überaus bewegt und in bestechender Virtuosität führten die beiden talentierten Könner auf ihren Instrumenten ihre solistischen Aufgaben aus.

Beliebt und bekannt ist das Konzertstück von Edvard Grieg, „Hochzeitstag auf Troldhaugen“. Ein heiteres, elegantes Musizieren setzte mit den ersten Takten des 1896 ursprünglich als Klavierstück veröffentlichten, vielfarbigen Werks ein. Kraftvoll kamen die tänzerischen Elemente zur Geltung, die nur kurz von einer lyrischen, verträumten Melodie unterbrochen wurden. Mit der „Böhmischen Suite“, Opus 39, von Antonín Dvorák breitete das Orchester Lebensgefühl und -freude der Menschen jener Landschaft mit Wäldern und romantischen Flussläufen aus. Warm und wohlig fließende Melodik mit schwärmerischem Ausdruck, schwelgerisch tänzerische Beschwingtheit, pure Romantik prägten die ersten vier Sätze der Suite. Doch der abschließende „Furiant“ war reich bestückt mit höchst vertrackten, anspruchsvollen Rhythmuswechseln und plötzlichen Generalpausen, die vom Dirigenten wie auch von den Musikerinnen und Musikern höchste Konzentration und präziseste Einsätze verlangten. Schon da zeigte sich, dass die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ künstlerische Reife hohen Grades erlangt hat.

Ludwig van Beethoven hatte seine dritte Sinfonie in Es-Dur, Opus 55, ursprünglich Napoleon Bonaparte gewidmet, wovon er jedoch wutentbrannt Abstand nahm, als er erfuhr, dass dieser sich zum Kaiser hatte krönen lassen. Mit seinem Werk brachte er seinen Wunschtraum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Europa zum Ausdruck. Beethoven ging völlig neue Wege in seiner Sinfonie, denn allein schon deren Umfang – Aufführdauer: 50 Minuten -, übertraf 1817 alle bis dahin in dieser Gattung veröffentlichte Kompositionen.

Die „sueddeutsche kammersinfonie“ leitete den ersten Satz Allegro con brio mit vibrierender Spannung ein, die aber schon sehr schnell zu eruptivem Ausbruch drängt. Wallinger wählte ein straffes Tempo für die Aufführung, die vom glitzernden Spiel der Streicher und der brillanten Klangentfaltung der Bläser geprägt war. Der Satz „Marcia funèbre“ erklang elegisch, ohne jedoch in schmerzerfüllter Larmoyanz zu versinken. Urweltlich emotional führte das Orchester das Scherzo mit seinen aufregenden Kontrasten auf.

Das Finale fesselte mit seinem heroischen Klang, den Wallinger bei drängenden Tempi wachsen ließ, und in dem die dramatischen Verdichtungen und Verknüpfungen der beiden den Satz beherrschenden Themen transparent zum Ausdruck kamen. Diese Glanzleistung der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ wird bei Musikfreunden langfristig im Gedächtnis haften bleiben, wie der anhaltende Schlussbeifall belegte. Eine Zugabe wäre nach diesem Hörerlebnis geradezu unpassend gewesen.

Rudolf Wesner

Ein künstlerischer Quantensprung

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Reihe „MühlackerConcerto“: Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim bietet sinfonische Glanzleistung


Mühlacker. Das Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim am Samstag im Uhlandbau trug den bescheidenen Titel „Musik zum Advent“. Was die zahlreichen Besucher jedoch erlebten, kann als künstlerischer Quantensprung dieses Klangkörpers unter der Leitung seines Gründers Peter Wallinger bezeichnet werden. Die Aufführung der dritten Sinfonie, der „Eroica“, von Ludwig van Beethoven, war in seiner hoch ausgereiften Gestaltung eine neue Glanzleistung.


Die Trompetensolisten Eline Beumer und Saleem Khan. Foto: Fotomoment

Doch das Konzertprogramm enthielt darüber hinaus weitere musikalische Kostbarkeiten, mit denen die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihre Vielseitigkeit beweisen konnte und ihre Souveränität dokumentierte, mit der die Musiker Werke aus verschiedenen Musikepochen und mit unterschiedlichen landestypischen Charakteristiken glutvoll interpretieren können. Zunächst waren es festlich stimmende Klänge, die sich im gut besetzten Saal ausbreiteten. Zwei Schüler der Meisterklasse des Trompetenvirtuosen Reinhold Friedrich von der Hochschule für Musik in Karlsruhe, Saleem Khan und Eline Beumer, führten mit Bravour und in leuchtender Strahlkraft des Barock die Soli im Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Streichorchester des italienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts, Petronio Franceschini, aus. Die hell schimmernden, lupenrein intonierten Trompetenklänge verbanden sich in den vier recht kurzen Sätzen mit der beglückenden Streicherfülle der Streicher. Überaus bewegt und in bestechender Virtuosität führten die beiden jungen, hoch talentierten Könner auf ihren Instrumenten ihre solistischen Aufgaben aus. Sie wirkten bereits zum dritten Mal an Konzerten dieses Orchesters mit.

Beliebt und bekannt ist das Konzertstück von Edvard Grieg „Hochzeitstag auf Troldhaugen“. Ein heiteres, elegantes, beschwingtes Musizieren setzte mit den ersten Takten des 1896 ursprünglich als Klavierstück veröffentlichten, vielfarbigen Werks ein. Rhythmisch kraftvoll kamen die tänzerischen Elemente zur Geltung, die nur kurz von einer lyrischen, verträumten Melodie unterbrochen wurden. Mit der „Böhmischen Suite“, Opus 39, von Antonín Dvorák breitete das Orchester Lebensgefühl und Lebensfreude der Menschen jener Landschaft mit Wäldern und romantischen Flussläufen aus. Warm und wohlig fließende Melodik mit schwärmerischem Ausdruck, tänzerische Beschwingtheit, pure Romantik prägten die ersten vier Sätze der im Jahr 1879 komponierten Suite. Doch der abschließende „Furiant“ war reich bestückt mit höchst vertrackten, anspruchsvollen, unerwartet eintretenden Rhythmuswechseln und plötzlichen Generalpausen, die vom Dirigenten wie auch von den Musikern höchste Konzentration verlangten. Schon da zeigte sich, dass die Süddeutsche Kammersinfonie künstlerische Reife hohen Grades erlangt hat und mit Bravour zu musizieren versteht.

Ludwig van Beethoven hatte seine dritte Sinfonie in Es-Dur, Opus 55, ursprünglich Napoleon Bonaparte gewidmet, wovon er jedoch wutentbrannt Abstand nahm, als er erfuhr, dass dieser sich zum Kaiser hatte krönen lassen. Mit seinem Werk brachte er seinen Wunschtraum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Europa zum Ausdruck, der sich nun nicht mehr erfüllen ließ. Beethoven ging völlig neue Wege in seiner Sinfonie, denn allein schon deren Umfang, die eine Aufführungsdauer von rund 50 Minuten erforderte, übertraf im Jahr 1817 alle bis dahin in dieser Gattung veröffentlichte Kompositionen.

Die Süddeutsche Kammersinfonie leitete den ersten Satz mit vibrierender Spannung ein, die aber schon sehr schnell zu eruptivem Ausbruch drängte. Peter Wallinger wählte ein straffes Tempo für die Aufführung, die vom glitzernden Spiel der Streicher und der brillanten Klangentfaltung der Bläser geprägt war. Der Satz „Marcia funèbre“ erklang elegisch, ohne jedoch in schmerzerfüllter Larmoyanz zu versinken. Urweltlich emotional führte das Orchester das Scherzo mit seinen aufregenden Kontrasten zwischen wirbelnden Staccatopassagen und tief romantisch wirkenden Klängen auf. Das Finale fesselte mit seinem heroischen Klang, den Peter Wallinger bei drängenden Tempi wachsen ließ, und in dem die dramatischen Verdichtungen und Verknüpfungen der beiden den Satz beherrschenden Themen transparent zum Ausdruck kamen. Diese Glanzleistung der Süddeutschen Kammersinfonie wird langfristig im Gedächtnis haften bleiben, wie der anhaltende Schlussbeifall belegte.

Rudolf Wesner

„Eroica“ krönt gelungenen Konzertabend

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Süddeutsche Kammersinfonie begeistert mit „Musik zum Advent“ im Kronenzentrum — Neben Beethoven auch Grieg und Dvorak auf dem Programm

Stets zum Jahresende spielen Peter Wallingerund seine Süddeutsche Kammersinfonie in Bietigheim. Foto: Alfred Drossel

Mit jungen, talentierten Musikern aus Bietigheim-Bissingen und dem Stuttgarter Raum gründete Peter Wallinger 1984 die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim. Bei der „Musik zum Advent“, die am Sonntagabend im nicht ganz ausverkauften Kronenzentrum aufgeführt wurde, stellte das Orchester mit fulminant gespielten Werken bedeutender Interpreten ihr großartiges Können unter Beweis.

Petronio Franceschinis (1651 bis 1680) Konzert D-Dur für zwei, Trompeten und Orchester bildete den Auftakt zu dem außergewöhnlichen Musikerlebnis. Bereits zum dritten Mal eröffneten Saleem Khan und Eline Beumer mit festlichen Trompetenklängen das Adventskonzert der Kammersinfonie. Die Meisterschüler von Reinhold Friedrich zeigten nach einer festlichen Einstimmung mit dem Grave bei den Allegrosätzen eine erstaunliche Klangfülle voll virtuoser Eleganz. Der italienische Komponist Franceschini, der im Alter von nur 29 Jahren starb, hat sich vor allem der Kirchenmusik gewidmet und ist bekannt für seine Vorliebe zu Trompeten, die er häufig auf unkonventionelle Weise einsetzte.

Von Edvard Grieg (1843 bis 1907) spielte die Süddeutsche Kammersinfonie den „Hochzeitstag auf Troldhaugen“. Grieg, der auch als „Chopin des Nordens“ bezeichnet wird, setzte mit dem Stück seinem südlich von Bergen gelegenen Landhaus Troldhaugen (Trollhügel) ein Denkmal. Das Orchester spielte das folkloristisch und fröhlich anmutende Werk mit viel Gefühl und eröffnete damit dem Publikum Einblick in lyrische Klangwelten der besonderen Art. Auch die „Böhmische Suite“ von Antonín Dvorák (1841 bis 1904) kam bei den Besuchern bestens an. Auch dieses Werk enthält volkstümliche Elemente. Die Polka wurde als heiterer Tanz dargeboten, in der Romance malten Holz- und Blechbläser idyllische Bilder aus Tönen, die Assoziationen an weite Landschaften, sanfte Hügel und zwitschernde Vögel aufkommen ließen. In der traditionellen Suite entpuppte sich Dvorák als Romantiker. Wieder feuriger wurde es beim Presto. Kraftvoll und doch elegant steigerten sich die Musiker zum Höhepunkt und stimmten mit viel Sinnesfreude auf die Adventszeit ein.

Nach der Pause erwartete das Publikum Ludwig van Beethovens „Eroica“. Die dritte zählt zu den bedeutendsten Sinfonien Beethovens. Der Anekdote nach hatte der Komponist seine Heldensymphonie Napoleon gewidmet. Als ihn der Korse enttäuschte, soll Beethoven das Titelblatt wutentbrannt zerrissen haben. Die „Eroica“ ist ein Meisterwerk, das an die Musiker besondere Ansprüche stellt. Die hochbegabten Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie nahmen die Herausforderung mit großer Spielfreude und viel Leidenschaft an. Der erste Satz, das Allegro con brio, hat allein die Spieldauer einer Haydn-Sinfonie. Lebhafte und leisere Töne zeigten das großartige Können der Künstler, die hervorragend harmonisierten. Der dreiteilige Trauermarsch enthält melancholische und opulente Passagen. Im Scherzo brachten drei Hörner Naturklänge in das Kronenzentrum. Im Finale zeigt Beethoven seine große Variationskunst, denn zwei Themen liegen sechs Variationen zugrunde. Das grandiose und mächtige Finale bot einen gelungenen Abschluss zu einem Konzertabend der Extraklasse.

Dem künstlerischen Leiter der Süddeutschen Kammersinfonie, Peter Wallingerm ist es mal wieder gelungen, ein abwechslungsreiches Adventskonzert zu bieten, bei dem das klangdifferenzierte und vitale Spiel der Musiker besonders gut zum tragen kam

Angelika Tiefenbacher

Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim wartet mit fulminanter „Eroica“ auf

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Mühlacker. Peter Wallingers frei finanzierte sueddeutsche kammersinfonie bietigheim hat nichts mit dem üblichen Tarif-Orchesterbeamtentum gemein. Das erfordert auf der einen Seite viel Mut und Risikofreude, andererseits bietet sein Ensemble Chancen für junge Musiker sich zu profilieren.

Peter Wallinger dirigiert die sueddeutsche kammersinfonie. Foto: Fotomoment

So am Samstag im Mühlacker Uhlandbau, wo Trompetenprofessor Reinhold Friedrichs Meisterschüler Eline Beumer und Saleem Khan mit erfrischendem Elan aufspielten und Petronio Franceschinis Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Orchester mit metallisch gleißendem Bläserglanz ausstatteten. Das „Adagio“ leuchtete in sehr zarten Farben, in den „Allegro“-Sätzen pulsierte barock prächtiges Klanggepräge.

Folkloristisch ausgelassen kam dann Edvard Griegs „Hochzeitstag auf Troldhaugen“ (op.65, 6) daher. Passend dazu die im Programm folgende „Böhmische Suite op.39“ von Antonín Dvorák, deren „Polka“ einen munteren Tanz präsentierte, in der „Romance“ mit Holz- und Blechbläser-gesättigten Tonmalereien aufwartete und mit rauschhaften Paukenwirbeln in ein rhythmisch schwungvolles, fulminantes „Furiant-Finale“ einmündete.

Nach der Pause waren die Zuhörer Zeugen einer aufwühlenden musikalischen Großtat, die Wallinger am Dirigentenpult und seine Kammersinfonie mit Hingabe und Leidenschaft ins Werk setzten. Ludwig van Beethovens „Eroica“ (Sinfonie Nr.3 in Es-Dur, op.55) ist kein orchestraler Spaziergang, sondern fordert die Interpreten bis an ihre Grenzen. In Mühlacker erlebte man – trotz der kleinen (aber sehr ausgewogenen) kammerphilharmonischen Orchesterbesetzung – eine klare, neue Art, Beethovens Symphonik intelligent durchgeformt anzugehen, eine Wiedergabe, die bemerkenswerte Energien entfesselte, aber auch kraftvolle Sammlung und Ruhe ausstrahlte. Die Interpretation des einleitenden „Allegro con brio“ zeichnete sich durch dynamisch spannungsreich akzentuierte, straff durchgezogene Tempi aus. Der Trauermarsch („Marcia funebre. Adagio assai“) entfaltete sich mit singender Oboenstimme elementar und heroisch, im „Scherzo“ bereiteten verlangsamte Formteile auf triumphale Crescendi vor. Die zwingend entwickelten Final-Variationen im letzten Satz entfachten mit ihrer Kühnheit und Wucht „Feuer im Geiste“, wie es Beethoven selbst formulierte. Über dieses Konzert lässt sich sagen: Die Begeisterung höret nimmer auf.

Eckehard Uhlig

Sinfonische Pracht und zarte Harfenklänge

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Ötisheimer Publikum erlebt die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ mit Gaststar Anne-Sophie Bertrand

Eindrucksvoller Musikabend: In der Ötisheimer Kelter genießt das Publikum eine gut aufgelegte „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ und die virtuos spielende Anne-Sophie Bertrand vom hr-Sinfonieorchester als Gaststar. Foto: Fotomoment

Ötisheim. Ein unterhaltsames Programm haben die Besucher des Konzerts der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ in der voll besetzten historischen Kelter von Ötisheim erlebt. Die gute Stube der Gemeinde weiß Orchesterleiter Peter Wallinger wegen ihrer warmen Akustik sehr zu schätzen. Der Klangkörper des Dirigenten führte Werke von Mozart, Boieldieu und Haydn auf und konnte dabei auf die beeindruckende Solistin Anne-Sophie Bertrand vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks an der Harfe zählen.

Neben seinen 41 erhaltenen Sinfonien schrieb Wolfgang Amadeus Mozart unter anderem auch eine Fülle von Divertimenti. Im Jahr 1775 entstand beispielsweise das elfte Divertimento in D-Dur, KV 251. Das Werk umfasst sechs Sätze und sieht die solistische Mitwirkung einer Oboe und zweier Hörner vor. Einen heftig bewegten Anfang ließ Wallinger mit dem einleitenden Allegro molto erklingen, dem ein Menuett in feierlich schreitendem Tempo folgte. Die zarte Melodik auskostend wurde das elegant gespielte Andantino zu einer Delikatesse für die Ohren. Im zweiten Menuett-Satz erhielten die drei Solisten an der Oboe und den Hörnern Gelegenheit, mit ihrem virtuosen Spiel zu bestechen. Vital, burlesk und voller Esprit führte das Orchester das Rondo aus. Mit einem pompös klingenden „Marcia alla francese“ gestalteten die Musiker unter Wallingers anregender Leitung ein bravouröses Finale.

Der französische Komponist Francois-Adrien Boieldieu lebte von 1775 bis 1834 und hatte eigentlich eher mit seinen Opern Erfolg, von denen „Die weiße Dame“ aus dem Jahr 1825 bis heute die bekannteste geblieben ist. Doch er schrieb auch ein Konzert für Harfe und Orchester in C-Dur, das Wallinger für das Konzert in Ötisheim aus einem Notenarchiv ausgegraben hatte. Zur glanzvollen Aufführung dieser musikalischen Rarität gewann er die in Paris geborene und seit dem Jahr 2000 in Frankfurt am Main tätige Harfenvirtuosin Anne-Sophie Bertrand. Die junge Künstlerin vermochte mit der brillanten Interpretation der anspruchsvollen Soli des dreisätzigen Werks zu begeistern. Nach einer längeren Introduktion des Orchesters setzte sie im ersten Satz mit der Bezeichnung „Allegro brillante“ mit herausragender Virtuosität ein und breitete zusammen mit dem feinstimmig und in angemessener Zurückhaltung musizierenden Orchester ein zartes Klanggewebe aus, das in tänzerisch-bewegtem Tempo ausgeführt wurde. Bertrand beglückte mit ihrem feinfühlig-nuanciertem Spiel, das sie auch im nachfolgenden Andante hören ließ, wobei sie die darin lebende verklärte Stimmung mit sanften Klangfolgen hervortreten ließ. Im Rondo entfalteten die Solistin und das Orchester ein leichthin beschwingtes Musizieren, wobei noch einmal die Virtuosität der Harfenistin deutlich wurde, mit der sie bei den Konzertbesuchern langanhaltenden Applaus auslöste. Als Zugabe führte Bertrand das Harfensolo „La Source“ in zart schillernder Farbigkeit auf.

Zu den besonders häufig aufgeführten Sinfonien Joseph Haydns zählt ohne Zweifel die mit dem Beinamen „Abschiedssinfonie“ versehene 45. in fis-moll aus dem Jahr 1772. Die Mitglieder der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ ließen bei der Aufführung dieses Werks zunächst den von ihnen gewohnten sinfonischen Glanz aufleuchten. Im Adagio verbreitete das Orchester melodiösen Wohlklang und interpretierte das Menuett mit Allegretto und Trio elegant, unbeschwert und in verhaltenem Tempo. Doch im Finale kam dann Bewegung in die Reihen der Musiker, denn, und darauf warteten die Kenner des Werks bereits, nach und nach packten sie ihre Instrumente ein und verließen leise das Podium, bis schließlich nur noch zwei Violinisten übrigblieben, die den Satz und damit die Aufführung harmonisch ausklingen ließen. Der in dem Werk wahrzunehmende augenzwinkernde Humor kam glanzvoll zum Ausdruck, überhaupt war auch in diesem Konzert einmal mehr die vollendete und hell schimmernde Klangpracht des Klangkörpers zu erleben. Als Zugabe wurde ein Pizzicato-Stück aus der Ballettmusik „Don Juan“ von Christoph Willibald Gluck dargeboten.

Rudolf Wesner

Bei Haydn gehen fast alle

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Sehr gutes Konzert der Kammersinfonie Bietigheim mit altem Ritual


Die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ glänzte bei ihrem Konzert in Ludwigsburg. Vor allem aber die Solistin Anne-Sophie Bertrand an der Harfe beeindruckte mit ihrem feinfühligen, virtuosen Spiel.

Am Ende gab es den wohlverdienten Applaus für die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ und die Harfenistin Anne-Sophie Bertrand. Foto: Ferdinando Iannone

Im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse Ludwigsburg musizierte am Freitag erneut die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“. Die Qualität des Konzerts hätte allerdings eine größere Zahl an Zuhörern verdient.

Neben seinen insgesamt 41 Sinfonien schrieb Wolfgang Amadeus Mozart unter anderem auch eine Fülle von Divertimenti, die als Gelegenheitskompositionen entstanden sein dürften. Aus dem Jahr 1775 stammt beispielsweise das elfte Divertimento in D-Dur, KV 251. Das Werk umfasst sechs Sätze und sieht die solistische Mitwirkung einer Oboe und zweier Hörner vor. Einen heftig bewegten Anfang ließ Peter Wallinger von den Musikern der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ mit dem einleitenden Allegro Molto erklingen, dem in feierlich schreitendem Tempo ein Menuett folgte. Elegant und die zarte Melodik auskostend wurde das Andantino zu einer Delikatesse. Im zweiten Menuett-Satz erhielten die drei Solisten an der Oboe und den Hörnern viel Gelegenheit, mit ihrem virtuosen Spiel zu bestechen. Vital, burlesk und voller Esprit führte das Orchester das Rondo aus. Mit einem pompös klingenden „Marcia Alla Francese“ gestalteten die Musiker unter Peter Wallingers anregender Leitung ein bravouröses Finale.

Der französische Komponist Francois-Adrien Boieldieu lebte von 1775 bis 1834 und hatte eigentlich eher mit seinen Opern Erfolg, von denen „Die weiße Dame“ bis heute die bekannteste geblieben ist. Doch er schrieb auch ein Konzert für Harfe und Orchester in C-Dur, das Peter Wallinger für das Konzert in Ötisheim aus einem Notenarchiv ausgegraben hatte. Zur glanzvollen Aufführung dieser musikalischen Rarität gewann er die in Paris geborene und seit dem Jahr 2000 dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks angehörende Harfenvirtuosin Anne-Sophie Bertrand.

Die junge Künstlerin begeisterte mit der brillanten Interpretation der anspruchsvollen Soli des dreisätzigen Werks. Schon im ersten Satz bestach sie mit Virtuosität und breitete zusammen mit dem feinstimmig und in angemessener Zurückhaltung musizierenden Orchester ein zartes Klanggewebe aus. Anne-Sophie Bertrand beglückte mit ihrem feinfühlig nuanciertem Spiel, das sie auch im Andante hören ließ. Im Rondeau bewies sie noch einmal filigrane Klangentfaltung.

Zu den besonders häufig aufgeführten Sinfonien von Joseph Haydn zählt die mit dem Beinamen „Abschiedssinfonie“ versehene 45. in Fis-Moll aus dem Jahr 1772. Die Kammersinfonie ließ bei der Aufführung der ersten drei Sätze zunächst den gewohnten sinfonischen Glanz aufleuchten. Doch im Finale kam Bewegung in die Reihen der Musiker, denn, und darauf warteten die Kenner des Werks bereits, nach und nach packten sie ihre Instrumente ein und verließen leise das Podium, bis nur noch zwei Violinisten übrig blieben, die den Satz und damit die Aufführung ausklingen ließen.

Auch in diesem Konzert war einmal mehr die vollendete und hell schimmernde Pracht des Klangkörpers zu erleben. Als Zugabe wurde noch ein Pizzicato-Stück aus der Ballettmusik „Don Juan“ von Christoph Willibald Gluck dargeboten.

Rudolf Wesner

Mediterrane Stimmungen entfaltet

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Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim musiziert beim „Musikalischen Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche

Der Kontrabassist Nabil Shehata bildet eine Einheit mit seinem Instrument. Foto: Fotomoment

Mühlacker-Lienzingen. Ein Markenzeichen der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim ist deren schimmernder Streicherklang, wie dieser vom Orchestergründer und Dirigenten Peter Wallinger entwickelt wurde. Davon konnten sich am Sonntag auch die Besucher des Konzerts mit dem Titel „Mediterrane Streifzüge“ überzeugen, das im Rahmen der Reihe „Musikalischer Sommer“ in der Frauenkirche von Lienzingen zu hören war.

Zu den beliebtesten Kompositionen für Streichensembles zählen auch die Sonaten, die der damals gerade mal zwölfjährige Gioacchino Rossini schrieb. Mit der ersten aus diesem Zyklus in G-Dur leitete die Süddeutsche Kammersinfonie ihr Programm ein. Die drei Sätze sind musikalische Delikatessen, die vom Orchester sehr spritzig, im ersten Satz auch überaus graziös und in glitzernder Streicherpracht aufgeführt wurden. Verträumt und dennoch in einem bewegt schreitenden Tempo musiziert, erklang das sehr kurze Andantino mit seinem köstlichen, weit gespannten Melodiebogen. Auch der Schlusssatz ist kurz, aber voller heiterer Akzente, die Peter Wallinger von seinen Musikerinnen und Musikern mit Glanz auskosten ließ.

Mit dem Kontrabassisten Nabil Shehata aus München war es Wallinger wieder gelungen, einen herausragenden Solisten für das Konzertprogramm zu gewinnen. Eine Rarität dürfte wohl das Konzert in h-moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini sein, der im 19. Jahrhundert lebte. Er war selbst Kontrabassist, aber auch Dirigent und leitete im Jahr 1871 die Uraufführung der Verdi-Oper „Aida“ in Kairo. Nabil Shehata, 1980 als Sohn deutsch-ägyptischer Eltern in Kuwait geboren, spielt das markante Streichinstrument schon seit seinem neunten Lebensjahr und ist, wie sich während seines Auftritts erwies, mit diesem regelrecht verwachsen. Seine Soli in den an Melodien reichen drei Sätzen führte er in dunklen, aber betörend warmen Tönen sehr virtuos und klangprächtig aus. Er musizierte mit geschmeidigem Bogenstrich und bestach am Ende des ersten Satzes mit einer unübertrefflich kunstvoll und virtuos dargebotenen Kadenz. Beseelt führte Nabil Shehata, der auch als Professor für Kontrabass an der Musikhochschule München tätig ist, das Andante aus, und im temporeich interpretierten Schlusssatz wurde deutlich, dass er ein Musiker ist, der dem Kontrabass die wunderbarsten Klangebenen zu entlocken weiß. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim begleitete ihn in angemessen zurückhaltender Intensität. Für den lang anhaltenden Applaus bedankte sich Nabil Shehata mit einer „Habanera“ und wurde dabei vom Orchester begleitet.

Hierzulande selten gespielt werden Werke des spanischen Komponisten Joaquin Turina, der von 1882 bis 1949 lebte. Von ihm führte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim die Komposition „La Oración del Torero“ (Das Gebet des Toreros) auf. Das vom französischen Impressionismus beeinflusste Werk wird maßgeblich von andalusischen Klangfarben geprägt, die das Orchester unter Peter Wallingers Leitung markant und impulsiv ausbreitete.

Häufiger zu hören sind dagegen die Suiten „Antiche Danze ed Arie“ des italienischen Komponisten Ottorino Respighi (1879 bis 1936). Seine dritte Suite wählte Peter Wallinger als ein weiteres köstliches Beispiel für „mediterrane Streifzüge“ aus. Die glänzend instrumentierten vier Sätze des Werks gestaltete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim feinstimmig und in hell leuchtendem Streicherglanz. Sie entführten die Konzertbesucher zugleich in lang zurückliegende Epochen der Musikgeschichte, die Respighi auf diese Weise mit den Klangformen des frühen 20. Jahrhunderts verband und zu neuem Leben erweckte. Einen Satz aus der Suite führte das Orchester noch als Zugabe auf.

Rudolf Wesner

Streifzüge durch mediterrane Musik „Kammersinfonie Bietigheim“ im Kulturhaus

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„Mediterrane Streifzüge“ – so lautete der Titel eines Konzerts der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ am Samstag im Sachsenheimer Kulturhaus. Mit dabei: der herausragende Solist Nabil Shehata.

Dirigent Peter Wallinger schwingt beim Konzert der „Kammersinfonie Bietigheim“ den Taktstock. Foto: Martin Kalb

Ein Markenzeichen der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ ist deren schimmernder Streicherklang, wie dieser vom Orchestergründer und seitherigen Dirigenten Peter Wallinger entwickelt wurde. Davon konnten sich am Samstagabend auch die Besucher des Konzerts mit dem Titel „Mediterrane Streifzüge“ überzeugen. Weil die Witterung an diesem Abend jedoch nicht mediterran war, musste das heiter gestimmte Konzert in den Saal des Sachsenheimer Kulturhauses verlegt werden.

Zu den beliebtesten Kompositionen für Streichensembles zählen auch die Sonaten, die der damals gerade mal zwölfjährige Gioacchino Rossini schrieb. Mit der ersten aus diesem Zyklus in G-Dur leitete die „Kammersinfonie“ ihr Programm ein. Die drei Sätze wurden spritzig, im ersten Satz auch überaus graziös und in glitzernder Streicherpracht aufgeführt. Verträumt, in bewegt schreitendem Tempo musiziert, erklang das kurze Andantino mit seinem köstlichen Melodiebogen. Auch der Schlusssatz ist kurz, aber voller heiterer Akzente, welche die Musiker mit Glanz auskosteten.

Mit dem Kontrabassisten Nabil Shehata aus München war es Wallinger wieder gelungen, einen herausragenden Solisten für das Konzertprogramm zu gewinnen. Eine Rarität ist das Konzert in h-Moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini, der im 19. Jahr-hundert lebte. Nabil Shehata, 1980 als Sohn deutsch-ägyptischer Eltern in Kuwait geboren, spielt das Streichinstrument seit seinem neunten Lebensjahr und scheint mit diesem regelrecht verwachsen zu sein.

Die Soli in den an Melodien reichen drei Sätzen führte Shehata in dunklen, aber betörend warmen Tönen virtuos aus. Er musizierte mit geschmeidigem Bogenstrich und bestach am Ende des ersten Satzes mit einer unübertrefflich kunstvoll dargebotenen Kadenz. Beseelt führte Nabil Shehata das Andante aus, und im temporeich interpretierten Schlusssatz wurde deutlich, dass er ein Musiker ist, der dem Kontrabass die wunderbarsten Klangebenen zu entlocken weiß. Die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ begleitete ihn in angemessen zurückhaltender Intensität.

Hier zu Lande selten gespielt werden Werke des spanischen Komponisten Joaquin Turina, der von 1882 bis 1949 lebte. Von ihm führte das Ensemble die Komposition „La Oración del Torero“ („Das Gebet des Toreros“) auf. Das vom französischen Impressionismus beeinflusste Werk wird maßgeblich von andalusischem Klangkolorit geprägt, das das Orchester unter Peter Wallingers Leitung markant und impulsiv ausbreitete.

Häufiger zu hören sind dagegen die Suiten „Antiche Danze ed Arie“ des italienischen Komponisten Ottorino Respighi (1879 bis 1936). Die glänzend instrumentierten vier Sätze der dritten Suite gestaltete die „Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ feinstimmig und in hell leuchtendem Streicherglanz. Sie entführte die Konzertbesucher in lang zurückliegende Epochen der Musikgeschichte, die Respighi auf diese Weise mit den Klangformen des frühen 20. Jahrhunderts verband und zu neuem Leben erweckte. Einen Satz aus der Suite führte das Orchester noch als Zugabe auf.

Rudolf Wesner

Sensationelles Kontrabasskonzert beim „Musikalischen Sommer“

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Mühlacker-Lienzingen. Der Kontrabass gilt wegen seiner Korpulenz und Behäbigkeit als Elefant unter den Musikinstrumenten. Sprichwörtlich ist die musikalische Dickfelligkeit der Bassgeige vielleicht ein Grund, weshalb Solo-Auftritte und Solokonzerte mit ihr selten sind.

Nabil Shehata begeisterte beim „Musikalischen Sommer“. Fotomoment

Der „Musikalische Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche präsentierte jetzt unter dem Motto „Mediterrane Streifzüge“ einen sensationellen Bändiger des widerspenstigen Streichinstruments. Der 1980 geborene Deutsch-Ägypter Nabil Shehata, der als erster Kontrabassist in der Geschichte den ARD-Wettbewerb gewann, zeigte den Konzertbesuchern, was im „Elefanten“ steckt.

Gemeinsam mit der Süddeutschen Kammersinfonie unter der Leitung von Peter Wallinger interpretierte Shehata das Konzert h-Moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini (1821–1889) und brillierte in den mit atemberaubend rasantem Laufwerk, extremen Sprüngen und delikaten Flageolett-Tänzchen gespickten „Allegro“-Ecksätzen. Ein Wunder ereignete sich im Melodie-seligen „Andante“-Mittelsatz: So elegant schön kann die Bassgeige singen, mit zartem Belcanto-Schmelz in herrlich gebundenen, hohen Bögen und mit einer warmen, samtig weichen Stimme, für die „Sinnlichkeit“ ein untertreibender Ausdruck ist.

Da war natürlich eine Zugabe fällig, die der sympathische Meister mit einer für Kontrabass und Streicher bearbeiteten „Habanera“ von Maurice Ravel gewährte.

Im Strahlenkranz dieses musikalischen Leuchtturms offerierten Wallinger und sein Ensemble weitere Kostbarkeiten. So Gioacchino Rossinis „Sonata per archi“ Nr. 1 in G-Dur mit drei Sätzen und passend dazu Ottorino Respighis III.Suite aus „Antiche Danze ed Arie“ mit ihren farbenreichen, fein ausdifferenzierten italienischen Tänzen. Und dann ein zusätzliches Highlight: die Wiedergabe des Orchesterstücks „La Oración del Torero“ (Das Gebet des Torero) von Joaquín Turina (1882–1949), von andalusischer Leidenschaft befeuert, mit melodisch funkeln-dem Charme.

Eckehard Uhlig

Musikalische Sternstunde im Uhlandbau

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Festkonzert mit der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ – Orchester und Solistin überzeugen. Mühlacker. Das Frühlingskonzert der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ im Uhlandbau war ein festliches Jubiläumskonzert. Die Musiker unter Dirigent Peter Wallinger feierten das 30-jährige Bestehen ihres Orchesters und zugleich „Zehn Jahre Konzerte im Uhlandbau“. Der Uhlandbau ist sozusagen das Mühlacker Winterdomizil des Orchesters, während es in den Sommermonaten in der Lienzinger Frauenkirche musiziert.

Peter Wallinger dirigiert die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim. Foto: Filitz

Ein Besucher war unter den Gästen, der das allererste Konzert vor 30 Jahren miterlebt hat. „Damals in der Frauenkirche ging es ganz unkompliziert zu“, berichtete Albrecht Brunner aus Aurich, heute 91 Jahre alt, „die Leute kamen mit ihren Kinderwagen ins Konzert, wenn die Kleinen laut wurden und sich nicht beruhigen ließen, wurde der Wagen eben wieder rausgeschoben. Anliegen von Peter Wallinger – an den Pulten saßen Schüler und Studenten – war es seinerzeit, klassische Musik in die Familien zu bringen.“

Kinderwagen waren 2014 nicht zu entdecken, und auch sonst hat sich einiges im Orchester getan. Heute vertreten die Musiker den Anspruch, nicht nur mit alter, sondern auch mit „neuer“ Musik möglichst viele Menschen zu erreichen. Der hohe Standard dieses Klangkörpers erfüllt inzwischen jeden professionellen Anspruch. International gefeierte Solisten schätzen die Begleitung der Kammersinfonie und spielen in ihren Konzerten auf.

Das Festkonzert im Uhlandbau kann mit Fug und Recht als eine Sternstunde in der langen musikalischen Geschichte des Hauses bezeichnet werden. Schon der fulminante Beginn mit Beethovens „Egmont-Ouvertüre“ mit triumphalen Klangbildern begeisterte die Zuhörer. Warum aber gerade die Musik zu einem Trauerspiel den Festabend eröffnete, wo es doch Grund zum Jubel gab, bleibt ein Geheimnis der Programmgestalter.

Die Geigerin Ursula Schoch brillierte mit dem Violinkonzert e-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ihre Violine erklang mit wunderbar weichem Ton, auch in den hohen Lagen. Auch die zartesten Flageolettöne waren, einfühlsam von den Streichern begleitet, deutlich zu vernehmen. Die Violine bestimmt schon früh im ersten Satz das Thema, das ohne Unterbrechung in den zweiten Satz, das Andante, hinüber leitet, der eingangs die Holzbläser wie aus einer anderen Welt erklingen lässt. Nach rasanten Läufen und wirbelnden Tonfolgen wollte die Künstlerin mit dem dritten Satz, einem Allegro molto vivace, ihren Auftritt beenden, aber der tobende Beifall des Publikums ließ sie nicht gehen. Mit einer Gavotte aus der E-Dur-Partita von Bach, in einer Weise intoniert, dass es ganz still in den Reihen wurde, verabschiedete sie sich.

Schuberts „Unvollendete“, ein Werk, das Musikwissenschaftler noch immer beschäftigt, wurde in einer reifen, sehr berührenden Art aufgeführt. Die beginnenden Bässe stimmen den Zuhörer erwartungsvoll ein, wie ein Spielball werden Themen zwischen Streichern und Bläsern hin und hergeworfen, Kontraste zwischen strahlend hellem Klang und düsterem Dunkel hörbar gemacht.

Auch das Orchester musste sich dem dankbaren Beifall beugen und beschenkte eine glückliche Besucherschar mit einer kleinen Ballettmusik aus „Rosamunde“, ebenfalls von Franz Schubert.

Eva Filitz