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2014

Kammersinfonie feiert Jubiläum

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Festkonzert der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“. Unter der Leitung des Gründers dieses Klangkörpers, Peter Wallinger, erklangen Werke von Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Franz Schubert. Als Solistin wirkte die Violinvirtuosin Ursula Schoch mit. Die einstige Schülerin am Ellental-Gymnasium unterhält trotz ihrer umfangreichen Verpflichtungen als Konzertmeisterin des weltweit bekannten Concertgebouw in Amsterdam stets freundschaftlichen Kontakt zu ihrem damaligen Mentor Wallinger und seinem Orchester.

Geigerin Ursula Schoch bleibt Dirigent Peter Wallinger und seiner Süddeutschen Kammersinfonie auch im Jubiläumsjahr treu. Foto: Alfred Drossel

Mit der Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel „Egmont“, Opus 84, von Ludwig van Beethoven wurde das Konzert voller Dramatik und mit triumphalem Ausdruck eingeleitet. Die kontrastreichen Stimmungen und Klangbilder, mit denen das Geschehen des Bühnenwerks musikalisch beschrieben wird, musizierte die Kammersinfonie in forschem Tempo. Spannungsreich und opulent ließ Wallinger das Werk ausführen.

Das einzige Violinkonzert von Felix Mendelssohn-Bartholdy führte Ursula Schoch schon mehrfach mit der Süddeutschen Kammersinfonie auf. Doch die Interpretation, die sie am Freitagabend im Kronensaal darbot, gestaltete die Künstlerin nicht nur mit bravouröser Virtuosität, sondern vor allem mit einer unübertrefflich eingebungsvollen Hinwendung zu einem Werk, das die verlockendsten, aber auch eine Menge höchst anspruchsvoller solistischer Aufgaben enthält. Vom ersten Einsatz im Allegro molto appassionato an glänzte Schoch mit einer leidenschaftlichen, emotionalen und die Feinheiten der Komposition auslotenden Wiedergabe. Auch das Andante mit seiner zutiefst berührenden Melodik musizierte die Geigerin überaus beseelt. Doch als sie die rasanten Läufe des abschließenden Allegros ausführte, elektrisierte sie die Zuhörer im Saal regelrecht mit ihrem Temperament und ihrer musikantischen Bravour.

Das Orchester unter Wallingers Leitung begleitete die Solistin in klarer, kraftvoller Klangpracht und ließ damit einmal mehr seine erfrischende Musizierfreude in allen Registern aufleuchten. Für den minutenlang anhaltenden Applaus bedankte sich Ursula Schoch mit der Gavotte aus der sechsten Partita für Violine solo von Johann Sebastian Bach als tänzerisch anmutende Zugabe.

Mit der populären Sinfonie Nummer acht in h-Moll, genannt „Die Unvollendete“, von Franz Schubert, schenkte die Süddeutsche Kammersinfonie den Besuchern ein andächtiges Hörerlebnis. Die beiden Sätze der Komposition führte Peter Wallinger ohne Larmoyanz und frei von aufgesetztem Pathos in vitaler Klangentfaltung und in keineswegs zögerlichen Tempi auf. Dabei beglückten die liedhaften, freischwebend und verträumt sich ausdehnenden Melodiebögen insbesondere im zweiten Satz in ihrer seelenvollen Darbietung.

Mit einer Zugabe aus Schuberts Ballettmusik zu „Rosamunde“ endete das Festkonzert.

Rudolf Wesner

Reiche Klanglandschaften

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Jubiläumskonzert: 30 Jahre „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“. Es ist immer wieder ein Glück, Ursula Schoch, die exzellente Geigerin und Konzertmeisterin des weltberühmten Concertgebouw Orchesters Amsterdam, hören zu dürfen. Sie ist sich nicht zu schade, in ihrer Heimatregion auch vor vergleichsweise kleinem Publikum zusammen mit Peter Wallinger und seiner „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ im Mühlacker Uhlandbau zu musizieren.


Virtuos: Ursula Schoch und die „süddeutsche kammersinfonie“. Foto: Fotomoment

Beim Festkonzert zum 30-jährigen Bestehen der Kammersinfonie spielte Schoch Felix Mendelssohn-Bartholdys anspruchsvolles e-moll Violinkonzert op.64. Die temperamentvolle Präsenz, mit der die Solovioline gleich im zweiten Takt des ersten Satzes (Allegro molto appassionato) hervortritt, meisterte Schoch souverän: Klangfarbe und Phrasierung weiteten sich in Dreiklangsbrechungen zu Sehnsuchtsseufzern über flirrenden Orchester-Streichern und lockenden Pauken. Dann glühte ihr satter Geigenton, um in rasanten Skalen bis in höchste Lagen aufzusteigen. Die überraschende Kadenz in der Satzmitte schien von sinnlicher Poesie erfüllt, um schließlich, Tempo aufnehmend, kraftvoll in die Orchestertutti einzumünden. Solopassagen des sich unmittelbar anschließenden zweiten Satzes (Andante) verzauberten mit zart verschwebendem Schmelz. Ausdrucksstarke Doppelgriff-Sequenzen folgten. Im Finalsatz (Allegro molto vivace) lösten sich die Spannungen solistisch in musikantischen Ausrufezeichen, wunderbar schwerelos gebotenem Laufwerk und federnden Springbögen bis zum auftrumpfenden Abschluss.

Wallinger und sein Ensemble hatten das Konzert mit dem dramatischen Gestus der Egmont-Ouvertüre op.84 von Ludwig van Beethoven eingeleitet. Nach dem gemeinsamen Auftritt mit Ursula Schoch beeindruckte die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ und ihr ungewohnt leidenschaftlich am Pult agierender Dirigent mit der Wiedergabe von Franz Schuberts h-moll-Sinfonie D 759, der „Unvollendeten“. Das im Einleitungssatz geheimnisvoll und dunkel einsetzende Unisono der Bassgruppe oder das in den Holzbläsern über vibrierenden Streicherteppichen singende Hauptthema zelebrierten die Interpreten mit unerhörter Emotionalität. Im zweiten Satz bestimmten synkopische Unruhe, später auch ein strahlender Bläsersatz den einfühlsam zu struktureller Geschlossenheit überführten harmonischen Reichtum. Wallinger hielt die Aufführung unter nie nachlassender Spannung und zeichnete mit seinen Musikern fantastische Klanglandschaften. Würdiger hätte das begeistert aufgenommene Jubiläums-Musikfest kaum begangen werden können.

Eckehard Uhlig

Feierliche Klänge für feine Ohren

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Zum 30-jährigen Bestehen sorgen die „Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ und die Sachsenheimer Geigerin Ursula Schoch im Kronenzentrum in Bietigheim für bleibende Impressionen.

Ursula Schoch, die von Anfang an mit der „Sueddeutschen Kammersinfonie Bietigheim“ spielte, ließ es sich nicht nehmen, auch beim Konzert zum 30-jährigen Bestehen zu kommen. Foto: Martin Kalb

Bietigheim-Bissingen. Die Erwartunshaltung lag hoch. Doch das sind Orchester und die Solistin gewohnt. Das Bietigheimer Stammpublikum wiederum weiß längst um die Qualität ihres Zusammenspiels. Schon öfter haben die „Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ und die international erfolgreiche Violinvirtuosin Ursula Schoch, geboren in Ludwigsburg und aufgewachsen in Sachsenheim, gemeinsam konzertiert und die großen Violinkonzerte von Johannes Brahms, Felix Medelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven, Max Bruch und Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Weil diese musikalische Begegnung zu den Sternstunden im Orchester zählt und sich die Geigerin Ursula Schoch mit ihrer Heimat immer noch sehr verbunden fühlt, übernahm sie den Solistenpart beim großen Jubiläumskonzert am Freitagabend im Bietigheimer Kronensaal.

Ihre musikalischen Wurzeln liegen in Bietigheim. Ursula Schoch, heute Konzertmeisterin des Concertgebouw Orchesters in Amsterdam, hat als Schülerin der Gymnasien im Ellental in dem von Peter Wallinger gegründeten Orchester ihre ersten Schritte unternommen. Sie pflegt gern bis heute die vertrauten Beziehungen zu ihrem Heimatorchester.

Beim Festkonzert im Kronensaal funktionierte die Kommunikation zwischen Dirigent und Solistin spielerisch vertraut. Ursula Schoch ließ das Violinkonzert in e-Moll opus 64 von Mendelsohn Bartholdy natürlich auswendig hören und ging leicht und mühelos durch schwierigste Passagen Rasant schnell nahm sie Läufe, Arpeggien mit ruhiger Disziplin und schenkte ihre Aufmerksamkeit dabei immer dem expressiven Ton, dem leisen, der sich im Flagolett verliert, ebenso wie dem intensiven, der vor allem in den Extremlagen Gänsehaut macht.

Facettenreich ist das Werk: romantisch und ekstatisch, aber auch lyrisch und bescheiden, nicht immer alles, was möglich technisch wäre, ausreizend. Es entspricht dem Stil von Ursula Schoch, die ihr virtuoses Können sicher nicht zur Schau stellt, sondern vielmehr im Stile der großen Meister Disziplin und eine ruhige Stärke walten lässt. Die vielen Seiten, die lyrischen wie die expressiven im Mendelssohns Meisterwerk arbeitete sie sauber heraus. Nichts verschwamm trotz straffem Tempo und am Ende wollte sie in Bietigheim natürlich keiner gehen lassen.

Erst als sie zur Zugabe vor der Pause ansetzte mit der letzten Partita von Johann Sebastian Bach, beruhigte sich der Applaus, und Ursula Schoch zauberte erneut melodisch klar, ohne Schnörkel, ohne Schnickschnack ihren schönen Ton in den Saal. Die passende Grundlage für derart besonderen Hörgenuss schuf das Orchester mit der Egmont-Overtüre von Ludwig van Beethoven – die Wiener Klassik mit Jubelkomponist Beethoven an der Spitze ist für Aufgaben wie diese doch geradezu prädistiniert. Dem Publikum gab das Werk Gelegenheit, das Orchester gleich ganz in Fahrt zu erleben. Romantisch wurde es im zweiten teil.

Das Drängen und der Aufbruch im Hauptthema von Schuberts „Unvollendeter“ symbolisieren das gemeinsame Durchstarten in die nächsten 30 Jahre. Eine Stärke des beliebten Bietigheimer Klangkörpers ist das Niveau, auf dem hier klassische Musik ausgelebt wird, konstant und verlässlich. Das ist bekannt, und deshalb war der Kronensaal mit 350 Besuchern auch voll. So mancher im Publikum ist seit Jahrzehnten Stammhörer und erinnerte sich noch daran, wie 1084 die „Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ von Peter Wallinger und rührigen Musikerkollegen aus Bietigheim-Bissingen und dem Stuttgarter Raum ihre ersten Fährten legte.

Wallinger geht es explizit darum, immer wieder neu eine Brücke zu schlagen zwischen Werk und Publikum. Im Kronensaal gelang sein Vorhaben einmal mehr.

Susanne Yvette Walter

Musiker aus bis zu 13 Nationen

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Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim wurde 1984 von dem Dirigenten und Celibidache-Schüler Peter Wallinger und einer Gruppe junger engagierter Musiker aus dem Stuttgarter Raum ins Leben gerufen. Längst ist sie zu einem professionellen Klangkörper geworden, der qualifizierte Musikerinnen und Musiker aus bis zu 13 Nationen vereint.

Geschätzt und unterstützt wird das klangdifferenzierte und vitale Spiel der Kammersinfonie sowie ihre markant-eigenwilligen Interpretationen auch von namhaften internationalen Solisten und Ensembles: Musiker wie der Pianist Bernd Glemser, die Geigerinnen Ulrike-Anima Mathé und Ursula Schoch, der australische Hornist Andrew Joy, der französische Harfenist Xavier de Maistre, der französische Pianist Bernard d’Ascoli oder der englische Bariton Konrad Jarnot zählen zu den Partnern der Kammersinfonie.

Neben den Konzerten in Bietigheim-Bissingen ist das Orchester regelmäßig zu Gast beim Festival „Musikalischer Sommer“ in der spätgotischen Frauenkirche Lienzingen und als „Orchestra in Residence“ bei der Konzertreihe „MühlackerConcerto“ im dortigen Uhlandbau, einem Konzertsaal, in dem schon vor 90 Jahren Musiker von Weltruf konzertierten.

Musiktheater weckt Neugier auf Klassik

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„Herr Buffo und der Notendieb“ im Uhlandbau Mühlacker überzeugt junge Hörerschar „Herr Buffo und der Notendieb“ ist der Titel eines spannenden Musik-Krimis, mit dem das Pyrmonter Theater Companie erstmals auch im Uhlandbau Mühlacker innerhalb der Konzertreihe „MühlackerConcerto“ gastierte. In zwei ausverkauften Vorstellungen begeisterte es weit über 500 Schüler der Klassenstufen eins bis fünf aus Mühlacker und den Nachbargemeinden.

Seit vielen Jahren verfolgen die Musiker der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ unter der Leitung von Peter Wallinger mit der Pyrmonter Theater Companie von Jörg Schade in erfolgreicher Zusammenarbeit das Konzept „Klassik für Kinder“ als Musiktheater.

Antonio Buffo, meisterhaft verkörpert durch Jörg Schade, ist ein vielbeschäftigter Komponist und Notentüftler, der gemeinsam mit seinem „musikalischen Spitzenteam“ Stücke zu besonderen Anlässen komponiert und Noten repariert. Da hat zum Beispiel der Hund von Herrn Suppengrün beim letzten Gartenfest ein Notenblatt zerfetzt, wobei der wichtige vierte Ton des Motivs von Beethovens Schicksalssinfonie verloren ging. Dieser muss ebenso gefunden werden wie ein rhythmischer Effekt zu Lortzings Holzschuhtanz oder eine Geburtstagsmusik im Auftrag von Fräulein Bockmüller.

Bei alledem wurden die klassenweise angereisten jungen Besucher geschickt in die Handlung mit einbezogen. Mit viel Spaß und großem Eifer beteiligten sie sich klat- schend, singend und aufmerksam zuhörend. Denn viele bekannte Musikstücke wurden passgenau in das Bühnengeschehen eingeflochten, so Ausschnitte aus Smetanas „Moldau“, Griegs „Peer Gynt“, Beethovens „Wut über den verlorenen Groschen“ oder Schumanns „Träumerei“. Mit sichtlichem Vergnügen und schauspielerischem Engagement waren auch die Musiker der Kammersinfonie bei der Sache: Georg F. Meyer an der Klarinette, Michael Makarov an der Violine, Patrick Burkhardt am Violoncello und Simon Wallinger am Klavier.

Zum Inhalt: Eine Tages geschehen in Herrn Buffos bunter Dachkammer äußerst mysteriöse Dinge: Noten geraten durcheinander oder verschwinden ganz. Eine Detektivin – hervorragend gespielt von Dorit Meyer-Gastell –, die zufällig eine Etage tie- fer wohnt und Musik eigentlich nicht besonders liebt, wird eingeschaltet. Zu aller Überraschung entpuppt sie sich selbst als schlafwandelnde Täterin, die am Ende doch noch der Musik etwas abgewinnen kann und sich sogar zu einem Duett mit Herrn Buffo bewegen lässt. Das junge Publikum stimmt in auf Tafeln gezeigten Refrains freudig mit ein.

Eine Stunde spannendes Musiktheater vor kunstvoll gestalteter Dachkammerkulisse, mit exzellent vorgetragener und auf die jungen Hörer fein abgestimmter Musik, gespickt mit vielen, ganz ungezwungenen pädagogischen Einfällen, verging wie im Flug und hinterließ hell begeisterte Kinderherzen.

Mit Musiktheater Neugier auf Klassik geweckt

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„Herr Buffo und der Notendieb“ im Uhlandbau Mühlacker überzeugt junge Hörerschar Mühlacker. Seit vielen Jahren verfolgen die Musiker der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ unter der Leitung von Peter Wallinger mit der Pyrmonter Theater Companie von Jörg Schade in erfolgreicher Zusammenarbeit das Konzept „Klassik für Kinder“ als Musiktheater. „Herr Buffo und der Notendieb“ ist der Titel eines spannenden Musik-Krimis aus der Feder des Theaterleiters, mit dem das Ensemble am vergangenen Donnerstag erstmals auch im Uhlandbau Mühlacker innerhalb der Konzertreihe „MühlackerConcerto“ gastierte und in zwei ausverkauften Vorstellungen weit über fünfhundert Schüler der Klassenstufen eins bis fünf aus Mühlacker und Nachbargemeinden begeisterte.

Antonio Buffo, meisterhaft verkörpert durch Jörg Schade, ist ein vielbeschäftigter Komponist und Notentüftler, der gemeinsam mit seinem „musikalischen Spitzenteam“ Stücke zu besonderen Anlässen komponiert und Noten repariert.

Da hat zum Beispiel der Hund von Herrn Suppengrün beim letzten Gartenfest ein Notenblatt zerfetzt, wobei der wichtige vierte Ton des Motivs von Beethovens Schicksalssinfonie verloren ging. Dieser muss ebenso gefunden werden wie ein rhythmischer Effekt zu Lortzings Holzschuhtanz oder eine Geburtstagsmusik im Auftrag von Fräulein Bockmüller.

Bei alledem wurden die klassenweise angereisten jungen Besucher geschickt in die Handlung mit einbezogen. Mit viel Spaß und großem Eifer beteiligten sie sich klatschend, singend und aufmerksam zuhörend. Denn viele bekannte Musikstücke wurden passgenau in das Bühnengeschehen eingeflochten, so Ausschnitte aus Smetanas „Moldau“, Griegs „Peer Gynt“, Beethovens „Wut über den verlorenen Groschen“ oder Schumanns „Träumerei“.

Mit sichtlichem Vergnügen und schauspielerischem Engagement waren auch die Musiker der Kammersinfonie bei der Sache: Georg F. Meyer an der Klarinette, Michael Makarov an der Violine, Patrick Burkhardt am Violoncello und Simon Wallinger am Klavier.

Eine Tages geschehen in Herrn Buffos bunter Dachkammer äußerst mysteriöse Dinge: Noten geraten durcheinander oder verschwinden ganz. Eine Detektivin – hervorragend gespielt von Dorit Meyer-Gastell -, die zufällig eine Etage tiefer wohnt und Musik eigentlich nicht besonders liebt, wird eingeschaltet. Zu aller Überraschung entpuppt sie sich selbst als schlafwandelnde Täterin, die am Ende doch noch der Musik etwas abgewinnen kann und sich sogar zu einem Duett mit Herrn Buffo bewegen lässt. Das junge Publikum stimmt in auf Tafeln gezeigten Refrains freudig mit ein.

Eine Stunde spannendes Musiktheater vor kunstvoll gestalteter Dachkammerkulisse, mit exzellent vorgetragener auf die jungen Hörer fein abgestimmter Musik, gespickt mit vielen, ganz ungezwungenen pädagogischen Einfällen vergeht wie im Flug und hinterlässt hell begeisterte Kinderherzen.

Klassik bewegt und begeistert Kinder

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„Herr Buffo und der Notendieb“: Rund 500 Schüler verfolgen die neue musikalische Reihe im Mühlacker Uhlandbau Mühlacker (an). Peter Wallinger fühlt sich wohl im Uhlandbau. Der musikalische Leiter der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ zieht mit seiner Reihe „Mühlacker Concerto“ seit Jahren Musikliebhaber aus nah und fern an. Am gestrigen Donnerstag folgte nun ein deutlich jüngeres Publikum seiner Einladung, einen spannenden Musik-Krimi im Uhlandbau zu erleben. Insgesamt 500 Schüler aus Mühlacker und Diefenbach sahen und hörten das Stück „Herr Buffo und der Notendieb“, das Mitglieder der „kammersinfonie“ zusammen mit dem Autor und Darsteller Jörg Schade und Dorit Meyer-Gastell von der Pyrmonter Theater Companie auf die Bühne brachten.

„Die zwei Vorstellungen in Mühlacker waren schnell ausverkauft“, freut sich Peter Wallinger, der seit 2004 diese musikalische Kinder-Klassik-Reihe in Bietigheim anbietet. „Es ist wertvoll, Kinder an die klassische Musik heranzuführen“, so der „kammersinfonie“-Leiter, dessen Ensemble-Mitglieder Georg Mayer (Klarinette), Michael Makarov (Violine), Patrick Burkhardt (Violoncello) und Simon Wallinger (Klavier) den musikalischen Rahmen für den Musik-Krimi lieferten. Die Kinder, die nicht stumm in den Reihen sitzen mussten, sondern aktiv mit Bewegungen, Gesang und Beiträgen am Geschehen beteiligt wurden, begegneten in den je 50-minütigen Aufführungen Komponisten wie zum Beispiel Claude Debussy, Ludwig van Beethoven oder Robert Schumann.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Komponist und Musiktüftler Antonio Buffo, dem bei seiner Arbeit mysteriöse Dinge zustoßen. Noten geraten zunächst durcheinander, schließlich verschwindet ein von ihm komponiertes „Kuchenduett“, das er eigentlich schnell abliefern muss. Eine Detektivin wird engagiert, die dem Notendieb zusammen mit dem jungen Publikum auf die Schliche kommen soll. Und die Kinder sind natürlich mit Feuereifer dabei, den Täter zu finden.

„Mir hat die Musik sehr gut gefallen“, sagt der zehnjährige Paul von der Heidenwäldle-Schule, der daheim eher moderne Musik hört. Der gleichaltrigen Annabel wird ihr Auftritt auf der Uhlandbau-Bühne mit der Triangel in Erinnerung bleiben.

Die seltsamen Erlebnisse des Herrn Buffo in der Kelter

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Süddeutsche Kammersinfonie führt mit Pyrmonter Theater Companie Musik-Krimi für Kinder auf – Die süddeutsche Kammersinfonie führt in der Kelter noch bis Mittwoch das Stück „Herr Buffo und der Notendieb“ für Schüler auf – und die sind begeistert. Seit zehn Jahren besteht die Zusammenarbeit zwischen dem Kulturamt der Stadt und der süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim zur Veranstaltung von bunt gemischten Konzerten für Schüler. Aktuell auf dem Programm in der Kelter steht der Musik-Krimi „Herr Buffo und der Notendieb“.

Mitglieder der süddeutschen Kammersinfonie bei der Aufführung „Herr Buffo und der Notendieb“. Foto: Helmut Pangeri

Vier Musiker von der süddeutschen Kammersinfonie gestalteten zusammen mit Jörg Schade und Dorit Meyer-Gastell von der Pyrmonter Theater Companie das Stück, das der Darsteller auch selber schrieb. Während Georg Meyer (Klarinette), Michael Makarov (Violine), Patrick Burkhardt (Violoncello) und Simon Wallinger (Klavier) Teile aus bekannten Kompositionen etwa von Claude Debussy, Ludwig van Beethoven, Albert Lortzing, Antonin Dvorák oder Robert Schumann brillant musizierten, stellte sich Jörg Schade als sehr eifriger Musikerfinder und Notenreparierer Antonio Buffo den Kindern in der voll besetzten Kelter vor. Am Montagvormittag besuchten alle fünften Klassen der Ellental-Gymnasien eine der beiden Vorstellungen. Die Jungen und Mädchen hatten riesigen Spaß daran und machten auch freudig und lautstark mit. Immerhin ging es um merkwürdige Ereignisse im Haus des Herrn Buffo, denn da verschwanden plötzlich Noten, auch die Lackritzen des Cellisten. Die Lage wurde für Herrn Buffo sehr prekär, weil sogar die Noten für eine von ihm gerade fertiggestellte Auftragskomposition, die er als „Kuchenduett“ bezeichnete, des Bäckermeisters Krapfmeyer unauffindbar war. Deshalb entschlossen sich Herr Buffo und die vier Musiker die im Haus wohnende Privatdetektiv Mathilda Clearwater zu engagieren. Diese ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie mit Musik eigentlich nichts anfangen könne, dass sie beim Anhören sogar müde werde und einschlafe. Die Detektivin machte sich dennoch auf die Suche nach einem Täter. Dabei verdächtigte sie auch die Kinder in der Kelter, was auf deren heftigen Protest stieß. Als Mathilda Clearwater dann doch ein von dem Quartett feinstimmig gespieltes Musikstück anhören musste, schlief sie prompt ein. Und nun passierte Unerwartetes, denn es stellte sich heraus, dass die Frau während sie fest schlief aufstand, über die Bühne tappte und alles stibitzte, was ihr in die Finger kam – auch die Noten des „Kuchenduetts“.

Weil ihr diese Missetat aber niemand übel nehmen konnte, war sie sogar bereit, zusammen mit Herrn Buffo und den vier Musikern das „Kuchenduett“ aufzuführen, und die Kinder in der Kelter konnten sich daran kräftig beteiligen. Alle Vorstellungen waren für die kleinen Zuschauer außerordentlich unterhaltsam und wurde von den beiden Darstellern sehr spannend gestaltet. Die vier Musiker spielten nicht nur sehr klangschön auf ihren Instrumenten, sie erwiesen sich auch als versierte Schauspieler.

Rudolf Wesner

Nordische Klassik in Musik und Text

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Mit dem vielschichtigen Programm „Nordische Impressionen“ hat die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim unter Leitung ihres Gründers Peter Wallinger die Besucher des Neujahrskonzerts im voll besetzten Uhlandbau in den Norden Europas, nach Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark, entführt.

Abwechslungsreich: Zur Musik der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim rezitieren Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth aus dem finnischen Volksepos „Kalevala“. Foto: Fotomoment

Der besondere Reiz des Programms lag in dessen Erweiterung durch die Sprache. Aus dem finnischen Volksepos „Kalevala“ rezitierten Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth etliche Verse, sogenannte Runen.

Rhythmisch akzentuiert und tänzerisch bewegt erklangen zu Beginn des Konzerts „Kuhreigen und Bauerntanz“ aus Opus 63 von Edward Grieg. Diese heiteren, folkloristisch wirkenden Stücke gaben der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim erste beeindruckende Gelegenheiten, mit gewohnt klarem, dichtem und warmem Streicherklang zu erfreuen. Auch drei Sätze aus einer Serenade nach schwedischen Volksweisen von Max Bruch musizierte das Orchester beschwingt und in sehr fein nuancierter Ausführung.

Der finnische Komponist Pehr Henrik Nordgren lebte von 1944 bis 2008. Peter Wallinger hatte ihn noch selbst kennengelernt und deshalb in der Vergangenheit immer wieder einzelne Stücke des Künstlers aufgeführt. Aus seiner im Jahr 1976 entstandenen Suite „Pelimannimuotokuvia“, Opus 26, waren zwei lebhafte und regelrecht fröhlich wirkende Sätze zu hören.

Auch die bekannte „Sentimental Saraband“ aus der „Simple Symphonie“ von Benjamin Britten wurde zu einem musikalischen Glanzstück. Mit großer Einfühlsamkeit und Sensibilität interpretierte die Konzertmeisterin der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim, Sachiko Kobayashi, auf der Violine den Solopart von Sibelius‘ Humoreske op.89b.

Den burlesken „Bauerntanz“ von Edward Grieg spielte das Orchester am Ende des Programms noch einmal in schnellem Tempo. Danach folgte noch eine Zugabe als Dank für den anhaltenden, freudigen Schlussapplaus im Uhlandsaal.

Hervorzuheben ist nicht zuletzt die Rezitation aus dem finnischen Epos „Kavelava“ durch die beiden fabelhaften Sprecher Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth. Mit einem vom Versrhythmus bestimmten, angemessenen Pathos und in überaus klarer Artikulation trugen sie die ausgewählten Runen vor. Darin wurde von den Abenteuern dreier Helden aus Kalevala-Land im Süden Finnlands berichtet, die sie bei ihrer Werbung um die schöne Nordlandjungfrau erleben. Außerdem spielt ein magisches Gefäß mit der Bezeichnung „Sampo“ eine wesentliche Rolle, um das es einen wilden Kampf gibt, bei dem es zerbricht. Doch seine geretteten Scherben bringen den Helden schließlich Glück.

Der Inhalt dieses Epos ist außerordentlich spannend und wirkte in der deutschen Übersetzung sehr authentisch und ursprünglich, wozu die Vortragskunst der beiden Sprecher wesentlich beitrug.

Rudolf Wesner

Genussreich ins neue Jahr

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Die Kammersinfonie hat das Neujahrskonzert in der Gemeinde gestaltet. Zu einer geschätzten und lieb gewonnen Tradition haben sich die vom Kulturprisma alljährlich zum Jahresbeginn veranstalteten Konzerte entwickelt, die inzwischen immer mehr Besucher aus der Umgebung anlockt.

Während sich viele Musikfreunde jährlich auf die aus Wien im Fernsehen am Neujahrstag übertragenen Polka- und Walzerrunden mit dem Radetzkymarsch zum Abschluss freu en, dürfen die Neujahrskonzert-Besucher in Murr stets Überraschendes und Neues erwarten: In diesem Jahr – beim 20. Konzert mit der Süddeutschen Kammersinfonie – hat der Dirigent Peter Wallinger einmal mehr mit seinem En- semble junger Musiker diesen Erwartungsanspruch erfüllt und mit seinen „Nordischen Impressionen“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie Sprache, in Verse gesetzt, zu Musik werden kann.

Von den 50 Runen (Gesänge mit insgesamt fast 23 000 Versen) aus dem finnischen Nationalepos „Kalevala“ hat Peter Wallinger einige Runen ausgewählt, die von Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth rezitiert wurden – und das so gekonnt, dass das gesprochene Wort und die vom Orchester gespielte Musik zu einer großartigen Einheit verschmolzen. Kalevala-Runen und die ausgewählten Stücke von Edvard Grieg, Max Bruch, Pehr Henrik Nordgren, Carl Nielsen, Jean Sibelius und Benjamin Britten ergänzten sich zu musikalischer Erzählkunst vom Feinsten, die ins dämmerdunkle Nordland führten, wo „alle Lauscher“ in Zauberschlaf fielen. Nicht so die Konzertbesucher im Murrer Bürgersaal, die sich vom Bauerntanz (Grieg), schwedischen Volksmelodien (Bruch), dem „Saitenzupfer“ (Nordgren), der „Humoreske“ (Sibelius) oder der „Simplen Symphonie“ (Britten) großartig unterhalten fühlten.

Sprachlich wunderschöne Rezitationen des Sprachgestalter-Duos auf der einen, filigran durchsichtig, elegant, ebenso engagiertwie brillant musizierend die Kammersinfonie auf der anderen Seite servierten der vom Publikum im voll besetzten Saal mit starkem Beifall aufgenommen wurde. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim zeichnet sich auch im 25. Jahr ihres Bestehens als ein faszinierend frischer Klangkörper aus, erfreute die Zuhörer durch ihr vitales klangdifferenziertes Spiel. Die Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi (Violine) gefiel auch mit ihrem fantastischen Soloeinsatz.

Kulturamtsleiter und Kulturprismagründer Matthias Bader erinnerte bei den Grußworten zum 20. Neujahrskonzert an das Motto „Wir probieren’s mal“, das beim ersten Konzert vor zwei Jahrzehnten Pate stand und dankte dem Dirigenten Peter Wallinger, der mit tollen Programmen zur erfolgreichen Entwicklung der Neujahrskonzerte beigetragen habe sowie den treuen Besuchern.

Helmut Schwarz