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Wie aus einem Breitwandfilm

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Die neue CD der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim liegt vor

Es ist die zehnte CD in der Reihe „Kammersinfonie live“ und sie ist eines kleinen Jubiläums mehr als würdig. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim spielt Musik wie aus einem Breitwandfilm. Wenn man die CD-Reihe der Kammersinfonie Bietigheim durchgeht, glänzt die zehnte Ausgabe wie eine Perle. Mit der Auswahl der Kompositionen, die alle eine ungewöhnliche Geschichte in sich tragen, hat Peter Wallinger, musikalischer Leiter der Kammersinfonie, ein überaus glückliches Händchen bewiesen. Der Hörer fühlt sich in einen Film versetzt.

Ein kleines Jubiläum: Die Süddeutsche Kammersinfonie unter Leitung von Peter Wallinger (links) hat in der Reihe „Kammersinfonie live“ ihre zehnte CD veröffentlicht. Foto: Martin Kalb

Vorspann: Die neue CD hat zwei Hauptrollen. Die aus Paris stammende Solo-Harfenistin Anne-Sophie Bertrand und die Pianistin Magdalena Müllerperth. Beide verfügen über ein hohes musikalisches Niveau, das live mit dem Orchester verwoben wird.

Szene 1: Schon der Auftakt mit der Suite für Streichorchester „Aus Holbergs Zeit“ von Edvard Grieg ist hoch emotional und greift den zierlichen und fein tänzerischen Stil des späteren Rokoko auf. Grieg schrieb dieses Stück für die Feiern zum 200. Geburtstag des norwegisch-dänischen Lustspieldichters Baron Ludvik von Holberg, die Uraufführung dirigierte er, „im Pelz und in Pelzstiefeln mit dito Mütze“. Er selbst glaubte allerdings, damit seine Persönlichkeit verleugnet zu haben. Daher empfand Grieg den großen Erfolg, den die Suite hatte, „als leider nicht sehr schmeichelhaft für meine Kunst“. Wie alles bei ihm ein Irrtum, besonders in der farbigen Interpretation der Kammersinfonie.

Szene 2: In der folgenden „Introduktion und Allegro“ von Maurice Ravel glänzen Anne-Sophie Bertrand an der Harfe, Verena Guthy-Homolka an der Flöte und Martin Nitschmann an der Klarinette. Ravel arbeitete sehr eilig an dem Werk, die Komposition musste vor Antritt einer Schiffsreise fertig werden. Eile wird auf der CD in Kontrastreichtum übersetzt, über weite Strecken, vor allem in der Verdichtung der einzelnen Instrumente mit der Fülle der Streicher, zaubert die Kammersinfonie hier ganz großes musikalisches Kino.

Szene 3: Drei Sätze Robert Schumann „Klavierkonzert a-moll op.54“. Eine kleine Fantasie, der Schumann ein Intermezzo und ein Rondo hinzufügte und damit das Klavierkonzert in a-Moll vollendete. Sehnsucht und herbeigesehntes Glück zweier sich liebender Menschen, das von Magdalena Müllerperth am Klavier bis zu einem musikalisch furiosen Ende getrieben wird. Übrigens: Schumann setzte mit dieser Komposition seinen Kampf um Clara Wieck musikalisch um. Mit Erfolg, er heiratete sie schließlich im Jahre 1840.

Szene 4: Robert Schumanns „Der Abend“ ist der erste Teil eines Zyklus von acht Klavierwerken, inspiriert von Schumanns Lieblingsdichter E. T. A. Hoffmann. Ein Kleinod – überaus elegant ausgeführt.

Szene 5: Wie ein Kontrastprogramm wirkt am Ende der CD die Symphonie Nr. 1 D-Dur von Sergej Prokofjew, die als „Symphonie classique“ in die Musikgeschichte einging. Höfische Tänze faszinierten Prokofjew besonders, und so bildet eine Gavotte, die an dritter Stelle der Symphonie steht, den Ausgangspunkt für eine Reise in die Musik. Ein feinsinnig ironisierendes Spiel mit klassischen Elementen. Im Larghetto werden Tanzbewegungen klar nachgezeichnet, in der Gavotta biegt die Melodie mitunter auf Abwege ab. Die Ecksätze wirbeln mit unbändiger Energie und münden mit pfiffigen Melodien ins Finale.

Abspann: Mit „Live 2012“ dokumentiert die Süddeutsche Kammersinfonie eine Bandbreite musikalischen Könnens und bringt dem Hörer auch Unbekanntes großer Komponisten näher. Wer sich an diese Musik wagt, wird reich belohnt. Die CD der Kammersinfonie Bietigheim kann im Internet bestellt werden.

Jörg Palitzsch

Überraschende Glücksmomente

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MühlackerConcerto wartet mit einem außergewöhnlichen Konzert der sueddeutschen kammersinfonie mit dem Alliage-Quartett auf.

Ein Konzert der Superlative: Peter Wallinger dirigiert das Alliage-Saxofon-Quartett und seine Kammersinfonie. FOTO: FOTOMOMENT

Mühlacker. In der Kategorie „Das besondere Konzert“ hätte Peter Wallingers Concerto-Reihe längst einen Preis verdient. Beim gemeinsamen Musizieren seiner sueddeutschen kammersinfonie bietigheim mit dem Echo-Klassik-preisgekrönten Alliage-Saxofon-Quartett im Mühlacker Uhlandbau ging es nicht nur um die außergewöhnliche Begegnung zweier verschiedenartiger Klangkörper, sondern um die wundersame Verschmelzung völlig gegen-sätzlicher musikalischer Farben und Stile. Dabei löste die prächtige Klang-Melange überraschende Glückserlebnisse aus.

Das gilt vor allem für den Höhepunkt des denkwürdigen Konzertabends, die im Auftrag beider Ensembles von Jun Nagao erstellte, uraufgeführte Fassung einer „Carmen“-Rhapsodie mit Melodien und Motiven aus George Bizets gleichnamiger Oper. Carmens Habanera und Tanzlieder leuchteten in den satten Farbtönen der von Daniel Gauthier und Eva Barthas gespielten Sopran- und Altsaxofone. Josés Blumenarie funkelte in der sonoren Stimmlage von Koryun Asatryans Tenorsaxofon, Torero Escamillo brillierte als Saxofon-Bass mit Sebastian Pottmeier. Die chorischen Stimmungen im Zigeunerlager wurden von sinfonischen Streichern atmosphärisch dicht eingefangen, die Kampf- und Tanzszenen von illustrem Schlagwerk begleitet. Punktgenau sorgte Wallinger am Dirigentenpult für die charakteristisch zackigen Rhythmen der Bizet’schen Vorlage, für schmissige Tempo-Steigerungen und Forteakzente von durchschlagender Wucht.

Auch bei der Wiedergabe einer arrangierten „Sonata pian e forte“ des Renaissance-Komponisten Giovanni Gabrieli glänzte das neue instrumentale Gewand in aufregendem Sound.

Selbstverständlich stellten Orchester und Quartett auch ihr Eigenleben in versierten Interpretationen vor. Die Kammersinfonie beeindruckte mit Mozarts „Serenata Notturna“ (KV 239) und der facettenreich fein ausgearbeiteten Suite für Streichorchester von Leos Janácek.

Und die vier Saxofonisten wurden mit ihren Zwitterinstrumenten aus Klarinetten-Mundstück, Oboen-Mechanik und Brass-Korpus dem Ruf gerecht, jazzig angehauchte Farbmischer der Träume zu sein. Jedenfalls dürfte das begeisterte Publikum „Summertime“, den Hit aus der gebotenen „Porgy and Bess“-Suite von George Gershwin, noch nie mit solch sanften oder elegant schrillen Schwingungen gehört haben.

Eckehard Uhlig

Zeitreise durch die Musikgeschichte

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Konzert mit dem Saxophonensemble Alliage und der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim.

Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger. Foto: Fotomoment

Mühlacker. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger und das Saxophonensemble Alliage nahmen die Zuhörer am Samstagabend mit auf eine packende Zeitreise durch fast 300 Jahre Musikgeschichte. Die aufgeführten Werke standen allesamt unter dem Thema „Neues in der Musik“.

Eröffnet wurde das Konzert von der Kammersinfonie mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Serenata Notturna“. Die beiden Orchestergruppen kamen in dem engagiert vorgetragenen Werk gut zur Geltung und nahmen das Publikum sofort gefangen. Die Solisten taten sich dabei durch feinfühlige, geschmeidige Finger hervor und spielten sich mit dem Tutti gekonnt die Bälle zu. Der erste Auftritt des Alliage-Quartetts erfolgte in Giovanni Gabrielis „Sonata pian e forte“, in der die Musiker die Rolle der von Gabrieli eigentlich vorgeschriebenen Soloinstrumente übernahmen. Es erhoben sich wunderbar volle Klänge, die ein erstes Mal die Möglichkeiten und die große Klasse von Musikern und Instrumenten aufzeigten. Obwohl das Ensemble räumlich nicht vom Orchester getrennt war, konnte man sich doch bei geschlossenen Augen in den Markusdom von Venedig, den Ausgangspunkt der Venezianischen Mehrchörigkeit, entführt fühlen.

Einer der Höhepunkte des Abends war Leos Janáceks „Suite für Streichorchester“. Hier entwickelten Wallinger und seine Kammersinfonie ein tiefes Verständnis für die Musik und schafften auf faszinierende Weise den Spagat zwischen Romantik und Schmalz. Die lyrischen Passagen erklangen farbig leuchtend und strahlend, in den kraftvollen fehlte es nicht an mitreißender Wirkung. Die in der Konzerteinführung von Dr. Christina Dollinger erwähnte Verwandtschaft zu Richard Wagners Musik, vor allem zum „Lohengrin“, trat deutlich zutage. Auch eine Hommage an den Jubilar dieses Jahres.

Das Paradestück des Abends für das Ensemble Alliage war die Fassung für Saxophonensemble von George Gershwins „Porgy and Bess“. Hier zeigten die vier Musiker ihre wahre Meisterklasse und entlockten ihren Instrumenten in blindem Verständnis füreinander die zartesten Flötenklänge bis hin zu fast schon aggressiven Blechbläserfarben. Dabei kam ihnen das gelungene Arrangement der Originalfassung entgegen, das auf kunstvolle Weise alle vier Musiker in das Erzählen des Musicals einbezog. Durch die fantastische Aufführung durch Alliage wurden Charaktere und Ereignisse fast greifbar.

Zum Abschluss erlebten die Zuhörer im Uhlandbau die erst zweite Aufführung des Arrangements der Oper „Carmen“ von Jun Nagao. Die Uraufführung fand einen Tag zuvor in Bietigheim statt. Die im Auftrag von Alliage und der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim entstandene Fassung unterstrich ein weiteres Mal den wandlungsfähigen Klang des Saxophons und verdeutlichte durch reichen Schlagwerkeinsatz den Charakter von Georges Bizets Original auf einmalige Weise. Alliage und die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim zauberten so unter der verständigen Leitung von Peter Wallinger Bizets komplette Oper nuancenreich auf die Bühne. Ein gelungener Abend, an dem einen die Extraklasse des Alliage-Ensembles gefangen nahm und es seine einmalige Stellung in den Konzertsälen dieser Welt unter gerne hörbaren Beweis stellte.

Irene Schallhorn

Streicher und Saxofonisten in Harmonie

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Bietigheimer Orcheser musiziert gemeinsam mit dem Ensemble „Alliage“ – Ungewöhnliches Arrangement und Besetzung im Kronenzentrum

Kr-Sk Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim/Alfred Drossel

Es war nicht das erste Mal, dass Peter Wallinger entweder kaum bekannte oder nur selten gespielte Werke aus den Tiefen seines Notenarchivs hervorzog und diese, mit der von ihm gegründete süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim aufführte.

In seinem Konzertprogramm „Begnung zweier Klangkörper“ verband Wallinger Streicherpracht mit dem warmen, satten Klang der vier Saxofone, virtuos vorgetragen vom Ensemble „Alliage“. Doch zunächst erklang die „Serenata notturna“ in D-Dur, KV 249, für Steicher und Pauken von Wolfgang Amadeus Mozart. Schon im ersten marschartigen Satz enstand ein markanter Kontrast aus elegantem, geschmeidigem Streicherklang und kraftvollen Paukenschlägen. Auch das in schreitendem Tempo dargebotene Menuetto wurde damit im Ausdruck fester, ohne dass dies den typischen Mozart-Melodiefluss beeinträchtigte. Das abschließende Rondo erfreute in seinem musikalischen Humor, den die süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim glanzvoll auslotete.

Eine Aufführung „In neuem Gewand“ stand auf dem Programm. Gemeint war ein neuzeitliches Arrangement der „Sonata piano e forte“ des italienischen frühbarocken Komponisten Giovanni Gabrieli, denn an Stelle von ursprünglich vorgesehenen „Zinken“, also Trompeten, übernahm das Saxofonquartett „Alliage“ dessen Aufgaben. In diesem Ensemble wirken Daniel Gauthier (Sopransaxofon), Eva Barthas (Altsaxafon), Koryun Asatryan (Tenorsaxofon) und Sebastian Pottmeier (Baritonsaxofon) mit. Bereits bei der Aufführung des barocken Werks brachten sie die farbenprächtige Klangfülle dieses Blasinstruments vollendet zur Geltung. Die Verbindung des feinstimmigen, aber auch opulenten Steicherklangs mit dem der vier Saxofone ließ ein anmutiges Hörvergnügen entstehen. Im Alter von 23 Jahren komponierte der Tscheche Leos Janácek (1854 bis 1928) eine Suite für Streicher mit sechs Sätzen. Für die süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim war die Komposition eine weitere anspruchsvolle Aufgabe, mit der sich ihr feiner Streicherglanz silbrig klar ausbreitete.

Im zweiten Teil des Konzerts stand das Saxofonquartett „Alliage“ im Mittelpunkt. Aus der Oper „Porgy an Bess“ von George Gershwin musizierte das Ensemble eine Suite mit bekannten und beliebten Melodien des zwischen 1933 und 1935 entstandenden Bühnenwerks. Es klang fetzig und jazzig, aber auch, etwa bei der beseelten Intonierung des Blues „Summertime“, atmosphärisch verträumt.

Zum Abschluss spielte die süddeutsche Kammersinfonie und das Ensemble „Alliage“ unter der Leitung von Peter Wallinger bei der Aufführung einer „Carmen-Rhapsodie“ mit den Melodien von Georges Bizet, hier in einem für diese beiden Klangkörper von dem Japaner Nun Nagao geschaffenen Arrangements, das zudem noch umfangreiches Schlagwerk vorsah.

Solches mit Bravour und brodelnden Temperament ausgeführtes Musizieren hörte man bisher eher selten von dem Bietigheimer Streichorchester und die vier Saxofoninterpreten hatten kaum Zeit zum Atemholen, als sie in rasantem Tempo und viel Virtuosität spielten und dafür mit großem Beifall durch das Publikum bedacht wurden.

Rudolf Wesner

Streicher harmonieren mit Saxophonensemble Konzert der Sueddeutschen Kammersinfonie

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Ein Konzert mit großem Überraschungseffekt bot die Sueddeutsche Kammersinfonie unter der Leitung ihres Gründers Peter Wallinger am Freitagabend im Kronensaal. Gemeinsam mit dem Saxophonquartett „Alliage“ wurden musikalische Raritäten aufgeführt.

Dirigent Peter Wallinger hatte mit seiner Sueddeutschen Kammersinfonie ein überraschendes Konzertprogramm vorbereitet. Foto: Martin Kalb

Es war nicht das erste Mal, dass Peter Wallinger entweder kaum bekannte oder nur selten gespielte Werke aus den Tiefen eines Notenarchivs hervorzog. Für sein Konzertprogramm „Begegnung zweier Klangkörper“ wählte er zunächst die „Serenata notturna“ in D-Dur, KV 249, für Streicher und Pauken von Wolfgang Amadeus Mozart aus. Schon im ersten marschartigen Satz entstand ein markanter Kontrast aus elegantem, geschmeidigem Streicherklang und kraftvollen Paukenschlägen. Auch das in schreitendem Tempo dargebotene Menuetto wurde damit im Ausdruck fester, ohne dass dies den typischen Mozart-Melodiefluss beeinträchtigte. Das abschließende Rondo erfreute in seinem musikalischen Humor, den die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ glanzvoll auslotete.

Eine Aufführung „In neuem Gewand“ stand auf dem Programm. Gemeint war ein neuzeitliches Arrangement der „Sonata piano e forte“ des italienischen frühbarocken Komponisten Giovanni Gabrieli, denn an Stelle von ursprünglich vorgesehenen „Zinken“, also Trompeten, übernahm das Saxophonquartett „Alliage“ dessen Aufgaben. In diesem Ensemble wirken Daniel Gauthier (Sopransaxophon), Eva Barthas (Altsaxophon), Koryun Asatryan (Tenorsaxophon) und Sebastian Pottmeier (Baritonsaxophon) mit. Bereits bei der Aufführung des barocken Werks brachten sie die farbenprächtige Klangfülle dieses Blasinstruments vollendet zur Geltung. Die Verbindung des feinstimmigen, aber auch opulenten Streicherklangs mit dem der vier Saxophone ließ ein anmutiges Hörvergnügen entstehen.

Im Alter von 23 Jahren komponierte der Tscheche Leo Janácek (1854 bis 1928) eine Suite für Streicher mit sechs Sätzen. Für die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ war die Komposition eine weitere anspruchsvolle Aufgabe, mit der sich ihr edler Streicherglanz silbrig klar ausbreitete.

Im zweiten Teil des Konzerts stand das Saxophonquartett „Alliage“ im Mittelpunkt. Aus der Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin musizierte das Ensemble eine Suite mit bekannten und beliebten Melodien des zwischen 1933 und 1935 entstandenen Bühnenwerks. Es klang fetzig und jazzig, aber auch, etwa bei der beseelten Intonierung des Blues „Summertime“, atmosphärisch verträumt. Ein musikalisches Brillantfeuerwerk entfachten abschließend die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ und das Ensemble „Alliage“ unter der impulsiven Leitung von Peter Wallinger bei der Aufführung einer „Carmen-Rhapsodie“ mit den Melodien von Georges Bizet, hier in einem für diese beiden Klangkörper von dem Japaner Jun Nagao geschaffenen Arrangement, das zudem auch den Einsatz umfangreichen Schlagwerks vorsah.

Solches mit Bravour und brodelndem Temperament ausgeführtes Musizieren hörte man bisher eher selten von dem Streichorchester und die vier Saxophoninterpreten hatten kaum Zeit zum Atemholen, als sie in rasanten Tempi und in exzellenter Virtuosität dazu beitrugen, dass diese Aufführung tosenden Beifall auslöste.

Rudolf Wesner

Komprimierte Spielfreude

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„Live 2012“: Neue CD mit Konzertmitschnitten der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim erschienen.

Die Konzertreihen „Musikalischer Sommer“ und „Mühlacker Concerto“ bescheren der Region regelmäßig kulturelle Highlights. Wer Ausschnitte der Konzerte bequem auf dem heimischen Sofa genießen möchte, kann sich jetzt über eine neue CD freuen.

Mühlacker. „Kammersinfonie Live“ heißt die Reihe der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim, die jetzt um den zehnten Silberling angewachsen ist und regelmäßig Zeugnis von der Qualität des von Peter Wallinger geleiteten Ensembles ablegt. Die neu erschienene CD „Live 2012“ enthält Mitschnitte, die im vergangenen Jahr bei Konzerten am 3. März im Mühlacker Uhlandbau und am 8. Juli in der Lienzinger Frauenkirche entstanden sind. Sie transportieren auf authentische, ehrliche und ungeschminkte Art das Konzerterlebnis, fast ohne merkliche Abstriche am hohen technischen und künstlerischen Anspruch des Produkts hinnehmen zu müssen. Dafür sorgen die immensen Fertigkeiten der Orchestermitglieder und Solisten sowie das Gespür des Dirigenten für die inneren Spannungsbögen der Werke.

Renommierte Solisten glänzen gemeinsam mit der Kammersinfonie

Edvard Griegs Suite „Aus Holbergs Zeit“ eröffnet den Reigen der für die CD ausgesuchten Kompositionen und gibt der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim reichlich Gelegenheit, mit Stilsicherheit, gut gewählten Tempi, warmem Streicherklang, rhythmischer Präzision und detailreichem Spiel zu überzeugen – besonders eindringlich gelungen im rasanten Tanz-Satz Rigaudon. Farben- und lebensfroh interpretiert Peter Wallinger Maurice Ravels Introduktion und Allegro für Harfe, Flöte, Klarinette und Streicher von Maurice Ravel. Die Harfenistin Anne-Sophie Bertrand, die Flötistin Verena Guthy-Homolka und der Klarinettist Martin Nitschmann sorgen hier für glitzernde Klangakzente.

Mit Magdalena Müllerperth tritt in Schumanns bekanntem a-moll-Klavierkonzert eine Solistin auf den Plan, die aus der Region stammt, mittlerweile aber weit darüber hinaus bekanntgeworden ist. In einem vielgespielten Klassiker der Klavierliteratur, an dem kein bedeutender Pianist vorbeikommt, gelingt es der jungen Frau aus Schmie, eigenständige interpretatorische Ansätze zu finden. Markant im Anschlag und vielfältig im Ausdruck, erliegt sie nicht der Versuchung, sich im romantischen Klangrausch zu verlieren, sondern arbeitet auch Details heraus – stets sprechend begleitet vom Orchester.

Sergej Prokofjews Symphonie Classique D-Dur komplettiert die CD. Die Spielfreude, mit der die Musiker die vier Sätze Allegro, Larghetto, Gavotta und Finale zu charaktervollen Klanggemälden werden lassen, macht Lust auf mehr. Lange warten müssen die Fans des Ensembles nicht: Am Samstag, 20. April, folgt im Uhlandbau das nächste Konzert der Reihe „Mühlacker Concerto“. Auf dem Programm steht dann eine spannende Begegnung der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim mit dem Alliage-Saxophonquartett.

Die CD ist für 12 Euro zu beziehen bei Buch-Elser (ab dem 8. April), über das Büro „Musikalischer Sommer“, Telefon 07043/40410 beziehungsweise per E-Mail an cd@sueddeutsche-kammersinfonie.de.

Carolin Becker

Paolo mit der Sonnenbrille

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Musiktheaterstück für Kinder nach Motiven der Rossini-Oper „Das Aschenputtel“ in der Bietigheimer KelterGestern hatte in der Bietigheimer Kelter „Aschenputtel räumt auf“, ein Musiktheaterstück speziell für junges Publikum, Premiere. Die Fassung verbindet Rossinis Musik aus „La Cenerentola“ mit dem bekannten Märchen.

Einmal im Jahr lädt das Kulturamt der Stadt Bietigheim-Bissingen in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim Grundschüler zu einem Kinderkonzert in die Kelter ein. An drei Tagen führen bei sechs Vorführungen professionelle Musiker, Sänger und Schauspieler kindgerecht und mit viel Spaß in die Welt der Musik ein.
Dieses Mal steht mit Gioachino Rossinis „La Cenerentola“ ein Klassiker der Opernliteratur auf dem Programm: Die Geschichte vom schönen Aschenputtel, das im Hause des geizigen Vaters von den eifersüchtigen Stiefschwestern Clorinda und Tispe gegängelt wird, hat Rossini dereinst für ein großes Orchester verfasst. Im Musiktheaterstück „Aschenputtel räumt auf“ sehen die sechs- bis zehnjährigen Konzertbesucher dieser Tage eine pfiffige, lehrreiche und sehr unterhaltsame Bearbeitung für Harfe, Flöte und Fagott von Ulf-Guido Schäfer.
Als Erzähler fungiert ein glänzend aufgelegter Jörg Schade: Er spielt nicht nur den treuen Schlossgärtner Paolo, der mittels übergroßer bunter Legosteine im Handumdrehen neue Schauplätze gestaltet und immer einen Rat parat hat, sondern auch den herrschsüchtigen Schlossherrn Don Magnifico, Aschenputtels Vater: Die Stimme sonorer, der Rücken gerader, die Kopfbedeckung aristokratischer – fertig ist der despotische Herr Papa. Genauso flugs mutiert der Schauspieler dann wieder zum schlauen Gärtner, der das bezaubernde Aschenputtel auf den Ball begleiten will: Unter der großen Anteilnahme der Besucherschar zieht er sich ein schickes Westchen über, klaut der Harfenistin Marlene Angerer den Schal, der Flötistin Verena Guthy-Homolka eine Sonnenbrille, lässt sich vom Fagottisten Frank Lehmann bewundern und setzt seine Mütze verkehrt herum auf.
Diese Agilität gefällt den Grundschülern ebenso wie die atemberaubende Verwandlung des unscheinbaren Aschenputtels zur Ballkönigin: Als sich Aschenputtel (gespielt und gesungen von der bezaubernden Mezzosopranistin Maria-Rebecca Stöhr) auf der Flucht vor dem strengen Vater in die Zuschauerreihen begibt, wollen alle das schöne Mädchen neben sich sitzen haben.
Ein tolles Angebot, das das Kulturamt der Stadt Bietigheim-Bissingen und die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger den Schulen des Kreises da machen: Grundschulkinder bekommen bei diesen Aufführungen nicht nur einen spielerischen und gleichzeitig sehr niveauvollen Zugang zu klassischen Werken, sondern dürfen sich aktiv in das Geschehen einbringen. Ein Konzept, das bei der ersten Aufführung am Montag Vormittag geradezu vorbildhaft aufging: Die Jungen und Mädchen der Grundschule Ludwigsburg-Pflugfelden erwiesen sich als konzentrierte und wache Zuhörer, die mit viel Spaß bei der Sache waren und mit Beifallsbekundungen nicht sparten.

Miriam Staudacher

Aschenputtel mit Lego und Arien

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Theaterstück von Jörg Schade und Franz-Georg Stähling begeistert mit Schlichtheit, Witz und klassischer Musik

Auf der Bühne sitzt ein schönes Fräulein im Ballkleid auf einer Kutsche aus überdimensionalen Legosteinen. 250 Kinder erzeugen im Publikum trommelnd laute Donnergeräusche und sorgen mit kleinen Wasserpistolen für Regenschauer. Auf Fagott, Harfe und Querflöte begleitet ein Musiktrio direkt neben dem ungewöhnlichen Bühnenbild das Geschehen mit klassischer Musik. Das Schauspiel in der Bietigheimer Kelter erinnert auf den ersten Blick kaum an einen Besuch in der Oper oder an das bekannte Märchen vom Aschenputtel.
Doch mit eben dieser Kombination aus Gioachino Rossinis „La Cenerentola“ und der bekannten Erzählung der Gebrüder Grimm begeistert das Musiktheaterstück „Aschenputtel räumt auf“ von Jörg Schade und Franz Georg Stähling nicht nur die kleinen Besucher. In Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger hat der Schauspieler, Autor und Regisseur Jörg Schade neben der Darbietung einer unterhaltsamen Show für Kinder ab sechs Jahren vor allem ein Ziel: „Ich möchte Kindern die Scheu vor der klassischen Musik nehmen, sie dafür begeistern“, so der Künstler aus Bad Pyrmont.
Und das gelingt dem Team seit 2004 mit so großem Erfolg, dass die Schülerkonzertreihe des Kulturamts Bietigheim-Bissingen dieses Jahr vom 4. bis 6. Februar sechsmal in der ausgebuchten Kelter vorgeführt wird. „Jörg Schade ist einfach ein kreativer Kopf und ein genialer Künstler“, so Peter Wallinger. In der Rolle des Schlossgärtners von Montefiasco führt Schade alias Paolo als Erzähler durch das Märchen und gestaltet die Kulisse mit nur zehn Legosteinen aus Schaumstoff immer wieder neu – so wird die Küche mit wenigen Handgriffen zum Schloss und dieses wiederum zur Kutsche. „Die Lego- steine kommen aus der Lebenswelt der Kinder und regen ihre Fantasie an“, kommentiert Schade seine ausgefallene Idee. Von Anfang an bezieht er das junge Theaterpublikum ins Geschehen ein, sorgt mit frechen Sprüchen und lustigen Kostümen für Lacher und führt die Kinder geschickt an die Musikwelt der Oper heran. So erfahren sie, dass der klare Klang des „Engelflügels“ von Harfenistin Marlene Angerer auf 47 Saiten und mit Pedalen erzeugt wird, die silberne Flöte von Verena Guthy-Homolka eine sogenannte Querflöte ist und das große Blasinstrument von Frank Lehmann nicht – wie in der Raterunde vermutet – als Trompete oder Saxofon, sondern als Fagott bezeichnet wird.
Schade schlüpft außerdem in die Rolle des geizigen Barons Don Magnifico, der gemeinsam mit seinen beiden verwöhnten Töchtern Clorinda und Tisbe zum Schloss des Fürsten Ramiro eingeladen wird. Einzig der dritten Tochter des Hauses wird der Gang zum Ball und damit die Chance auf eine Hochzeit mit dem Fürsten verwehrt. Nämlich dem Aschenputtel, gespielt von Mezzosopran-Sängerin Maria Rebekka Stöhr, die damit die harmonische Zwei-Mann-Show auf der Bühne komplettiert. „Es ist beeindruckend, wie einfach sie eine so fantasievolle Welt gestalten“, sagt Sabine Martz, die als Lehrerin der Grundschule Benningen jedes Jahr die Schülerkonzertreihe besucht. Mehr als zwei Akteure, das Musiktrio und die Lego-Kulisse braucht die Inszenierung auch nicht. Den Rest übernehmen die Schulkinder selbst. Sie sorgen für die gewünschte Wetterlage auf der Bühne und verstecken das Aschenputtel, nachdem dieses seinen Schuh auf dem Ball verloren hat. Sängerin Maria Rebekka Stöhr freut sich als Aschenputtel natürlich über ein glückliches Ende und sorgt mit einer finalen italienischen Arie für staunende Kinderaugen. „So einen Gesang habe ich noch nie gehört. Das war toll“, sagt die siebenjährige Mona strahlend.

Laura Wolf

Zu einer erlesenen Tradition geworden: Peter Wallingers Neujahrskonzerte

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Mühlacker. Die meist ein Feuerwerk geistreicher Laune versprühenden Konzerte zum Jahreswechsel – eine Erfindung der 1940er-Jahre in Wien – leben von Strauß’schen Walzern und Polka-Tänzen. Peter Wallingers inzwischen zur Tradition gewordene Neujahrskonzerte sind anders, besonders, ausgefallen, erlesen.

Peter Wallinger leitet das Konzert mit dem Gitarristen Santy Masciarò. Foto V. Henkel

Ein im Rahmen klassischer Musik eher selten zu hörendes Instrument steht im Mittelpunkt, vor allem bestimmen intime Klänge das Konzertgeschehen. In diesem Jahr präsentiert der Dirigent zusammen mit seiner sueddeutschen kammersinfonie bietigheim unter dem Motto „Passione italiana“ den sizilianischen Gitarristen Santy Masciarò. Eine exemplarische Interpretation des „Concerto D-Dur für Gitarre und Orchester“ (RV 93) von Vivaldi (1678-1741) eröffnet die musikalischen Neujahrsgrüße in Mühlacker. Masciarò zupft ganz zart die Saiten, wirbelt mit der linken Spielhand über das Griffbrett und erzeugte mit gleitenden Fingerkuppen lieblich silberhellen Gesang. Temperamentvoll im Ton oder mit den Solo-Passagen zärtlich verschlungen, umspielen die Streicher unter Wallingers einfühlsamer Leitung die Gitarre, geben Einsatzimpulse und sorgten für instrumentalen Farben-Glanz.
Noch venezianischer dann der Soloauftritt Masciaròs mit der Komposition „Carnevale di Venezia“ von Francisco Tárrega (1852-1909), einem Variationen-Stück über ein Thema von Nicolo Paganini, dessen Melodie auch als Gassenhauer „Mein Hut, der hat drei Ecken“ bekanntgeworden ist. Delikater Klangsinn und raffinierte Virtuosität kommen zum Vorschein, mit Sprüngen über mehrere Oktaven, lustvoll akzentuierten Skalen, Wehmutsklängen, die an zarte Lauten-Poesie erinnern, oder – im Kontrast dazu – Ton-Salven mit rauschenden Arpeggien-Folgen. Außerdem kam Dante Alighieri mit Gesängen aus seiner „Divina Commedia“ zu Wort, die Santy Masciarò italienisch-melodiös auswendig rezitierte. Konzertstücke von Rossini (1792-1868), Mauro Giuliani (1781-1829) und Nino Rota (1912-1979) runden die vom Publikum bejubelte Matinee im ausverkauften Uhlandbau-Saal ab.

Eckehard Uhlig

Gitarrist rezitiert die „Göttliche Komödie“

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Mühlacker. Seiner Leidenschaft für Italien gab Orchesterleiter Peter Wallinger während des Neujahrskonzerts am Sonntagvormittag im Uhlandsaal nach. Werke italienischer Komponisten waren zu hören und Rezitationen aus Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“.

Gitarrist Santy Masciarò sowie Peter Wallinger und die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim bieten ein besonderes Kulturereignis.Foto: Fotomoment

Das außerordentlich gut besuchte Konzert gewann seinen spezifischen Reiz durch die Mitwirkung von Santy Masciarò, einem herausragenden Virtuosen an der Gitarre, der sich zugleich auch als ausdrucksstarker Rezitator der 700 Jahre alten Dichtung erwies. Im ersten Teil des Programms sprach er Auszüge aus zwei Gesängen der „Göttlichen Komödie“, die insgesamt 33 Gesänge zu je 15000 Versen umfasst, und von denen er mehrere einstudierte, um sie in seinen Konzerten vorzutragen.

Die Konzertbesucher erhielten mit dem Programmzettel die Texte des fünften Gesangs „Von der Hölle von Dante“ sowie des 33. „Paradies von Dante“ sowohl in italienischer Sprache als auch in deutscher Übersetzung. Santy Masciarò sprach diese selbstverständlich in seiner Muttersprache Italienisch und überzeugte mit seiner in ruhigem Fluss ausgeführten, nicht von Pathos belasteten Rezitation.

Doch auch als Gitarrenvirtuose bestach Santy Masciarò – er wurde in Syrakus auf Sardinien geboren – nicht weniger. Im Concerto D-Dur für Gitarre und Streichorchester RV 93 von Antonio Vivaldi führte er die Soli mit Eleganz und Leichtigkeit überaus virtuos aus. Insbesondere im Largo beglückte Masciarò mit wie gehaucht und damit unvergleichlich seelenvoll dargebotenem Spiel. Unter der Leitung von Peter Wallinger begleitete die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim den Solisten in gewohnt feinstimmig und silbrig hell gestaltetem Streicherklang.

Seine vollendete Kunst in der Beherrschung der sechs Saiten seiner Gitarre breitete Santy Masciarò bei der Wiedergabe der von Franciso Tárrega zur Aufführung mit diesem Instrument bearbeiteten Variationen über ein weithin bekanntes Thema aus „Carneval in Venedig“ des Teufelsgeigers Nicolo Paganini aus. Mit perfekt angewandter, raffinierter Grifftechnik interpretierte der Solist scheinbar mühelos die kompliziertesten Passagen des ursprünglich für die Violine komponierten Werks. Es war geradezu atemberaubend, ihm dabei zuzuhören.

Die Streichersonate Nummer zwei in A-Dur, ein Jugendwerk von Gioacchino Rossini, erlebte eine spritzige, tempobetonte Aufführung voller Esprit durch die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim. Außerdem musizierten Santy Masciarò und das warm und füllig klingende Streichorchester ein Konzert für Gitarre und Orchester in A-Dur, Opus 30, von Mauro Giuliani, einem italienischen Zeitgenossen von Beethoven und Schubert. In den zwei Sätzen der Komposition betonten Solist und Orchester die deutlichen Kontraste zwischen der sanft dahinschreitenden Siciliana und dem graziös-heiteren Allegretto.

Das Neujahrskonzert schloss mit einem Streicherkonzert von Nino Rota. Dieser Komponist schuf unter anderem auch die Musik zu dem Kultfilm „Der Pate“, wie er überhaupt insgesamt 150 Filme mit seinen Kompositionen bereicherte. Sein „Concerto per Archi“ ist daher durchaus als konzertante Filmmusik zu empfinden, die allerdings auch von den Mitgliedern der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim ein hohes Maß an virtuoser, nuancierter und impulsiver Gestaltung verlangte. Sie führten unter der Leitung von Peter Wallinger die vier Sätze in leuchtendem und vitalem Streicherklang aus.

Rudolf Wesner