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Originelles Gesamtkunstwerk: Wallingers Neujahrskonzert

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Mühlacker. Eines muss man Peter Wallinger lassen: Seine Konzert-Ideen sind originell. Beim Neujahrskonzert der von ihm geleiteten sueddeutschen kammersinfonie am Sonntagvormittag im Mühlacker Uhlandbau, das mit „Nordische Impressionen“ überschrieben war, wurden Musikstücke hauptsächlich skandinavischer Komponisten aufgeführt, die kunstvoll rezitierte Gesänge (Runen) aus der „Kalevala“ sinnfällig umrahmten und begleiteten.

Das von Elias Lönnrot im 19. Jahrhundert aus nordischen Sagen und Mythen geformte finnische Volksepos handelt metaphernreich von den Helden Väinämöinen, Ilmarinen und Lemminkäinen sowie der Hexe Louhi und von ihrem Kampf um den Sampo, einem magischen Gegenstand, der dem Besitzer Macht und Reichtum verspricht.

Wallingers Ensemble musizierte dazu allerhand rhythmisch Akzentuiertes und Tänzerisches: Kuhreigen und Bauerntänze von Edvard Grieg, die Serenade auf schwedische Volksmelodien von Max Bruch, das Spielmannsporträt „Der Saitenzupfer“ von Pehr Henrik Nordgren, Carl Nielsens Suite für Streichorchester op. 1, die Humoreske Nr.IV (op. 89b) für Solovioline und Streicher von Sibelius und den 3.Satz aus Benjamin Brittens „Simple Symphonie“. Die interessante Zusammenstellung von Kompositionen, die man sonst kaum zu hören bekommt, rückte mit ihrem Charme und vielgestaltigen musikalischen Reichtum die Rezitation der Runen klangprächtig ins Rampenlicht.

Zu einem vergnüglichen Höhepunkt entwickelte sich die Kombination der Sibelius-Humoreske mit dem Vortrag von „Lemminkäinens schrägem Gesang“ (42.Rune). Dabei stehen sich der von Sachiko Kobayashi brillant ausgestaltete Violin-Solopart und Runen-Text gegenüber, der sich über Lemminkäinens „mit schief geschobenen Kiefern“ misslingende Singversuche mokiert. Sylvia Hartmann und Andreas Abendroth, die freiberuflich als Sprachgestalter tätig sind, statteten die stabreimenden Runen-Verse mit intensiver Betonung und feiner Sprachmelodie aus.

Eckehard Uhlig

Eine Mozart-Aufführung zum Jubeln

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Festlich freudige Musik zum Advent ließ die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim in einem sehr gut besuchten Konzert im Kronensaal erklingen.Das bravouräse Trompetenduo Saleem Khan und Eline Beumer sowie die ausdrucksstarke Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr überzeugten als Solisten.

Bereits mit der Aufführung des Konzerts in C-Dur für zwei Trompeten und Streichorchester, Opus 46, Nummer eins, von Antonio Vivaldi begeisterten Orchester unter der Leitung von Peter Wallinger die Besucher, zumal zwei junge, aber exzellente Solisten daran mitwirkten: Saleem Khan und Eline Beumer stammen aus der Meisterklasse von Reinhold Friedrich an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe. Sie beglückten vom ersten Takt an mit kristallklarer Intonation in den beiden. schnellen Sätzen. Zusammen mit dem vom Orchester entfalteten, edlen Streicherklang, der besonders warm und dicht im Largo zu hören war, verbreitete sich mit der Vivaldi-Komposition eine festlich freudige Stimmung im Saal.

Das Trompeten-Duo war noch einmal mit der weihevollen, ruhigen Komposition „Eternal source of light devine“ von Georg Friedrich Händel zu hören. Im Original war dies ein Stück für Sopran und Trompete. Der 24-jährige Saleem Khan hatte jedoch die Idee, die Sopranstimme auf der Trompete zu spielen. Begleitet von der Süddeutschen Kammersinfonie entstand damit eine musikalische Delikatesse.

Von glanzvoller Ausstrahlung der Interpretin, der Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr, waren die Gestaltungen von zwei Sätzen aus Mozarts weithin bekannter Solo-Motette „Exsultate-Jubilate“ sowie zweier Opernarien geprägt. Die in Tübingen geborene Künstlerin führte die beiden Mozart-Sätze mit ihrer überaus hel- len, geschmeidigen Stimme, die in tieferen Lagen auch ausgewogen warm klang, tem- poreich, zugleich sehr andachtsvoll auf. Tief berührend war die Wiedergabe der schmerzerfüllten Klage der Dido „When I am laid to earth“ aus Henry Purcells Oper „Dido and Äneas“. Im Gegensatz dazu stand die dramatische Arie „Grässliches Schicksal“ aus „Die Italienerin in Algier“ von Gioacchino Rossini, die Maria Rebekka Stöhr mit Bravour darbot. Das nun auch mit Bläsern besetzte Orchester musizierte unter Peter Wallingers Leitung transparent und farbenreich.

Ein Grund zum Jubeln war die Aufführung der 41. und damit letzten Sinfonie, C-Dur, KV 551, von Wolfgang Amadeus Mozart, die als „Jupitersinfonie“ bekannt wurde. Die Süddeutsche Kammersinfonie interpretierte sie sprühend und funkelnd musizierend. Das war eine Glanzleistung des Dirigenten Peter Wallinger, der zusammen mit seinen hochmotivierten Musikerinnen und Musikern all die leuchtend strahlenden, von vitaler Emotionalität getragenen und daher mächtige sinfonische Steigerungen entfaltenden Themen und Motive der Partitur in voluminöse Klangbilder verwandelte: Die Aufführung war ein unübertrefflicher Hörgenuss, für den es verdientermaßen anhaltenden Schlussbeifall im Kronensaal gab.

Rudolf Wesner

Musiker entfalten sinfonische Pracht

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Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim und Solisten begeistern ihr Publikum im Mühlacker Uhlandbau


Die jungen Trompeter und Solisten Eline Beumer und Saleem Khan bestechen im Uhlandbau mit ihrer kristallklaren Intonation. Foto: Fotomoment

Der Programmtitel „Jubilate“, mit dem die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihre Musik zum Advent überschrieben hatte, entsprach in vollem Umfang der Qualität der Aufführungen, die im fast voll besetzten Saal des Uhlandbaus von den ambitionierten Mitwirkenden geboten wurden.

Mühlacker. Bereits mit der Aufführung des Konzerts in C-Dur für zwei Trompeten und Streichorchester, Opus 46, Nummer eins, von Antonio Vivaldi begeisterten die Musiker unter der Leitung von Peter Wallinger die Besucher, zumal als Solisten zwei exzellente, noch recht junge Virtuosen aus der Meisterklasse von Reinhold Friedrich von der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe mitwirkten.

Die jungen Trompeter Saleem Khan und Eline Beumer, beide kommen aus den Niederlanden, beglückten in den beiden schnellen Sätzen vom ersten Takt an mit ihrer kristallklaren Intonation. Zusammen mit dem vom Orchester entfalteten edlen Streicherklang, der besonders warm und dicht im Mittelsatz, einem kurzen Largo, zu hören war, verbreitete sich mit der Vivaldi-Komposition eine festliche und freudige Stimmung im Saal, wie sie zum Advent nicht besser passen könnte. Das Trompeten-Duo trat später noch einmal mit der weihevollen, ruhigen Komposition „Eternal source of light devine“ auf, einer Ode zum Geburtstag der englischen Königin Anne aus dem 18. Jahrhundert von Georg Friedrich Händel. Im Original war das Werk als Stück für Sopran und Trompete angelegt. Der 24-jährige Saleem Khan hatte jedoch die Idee, die Sopranstimme auf der Trompete zu spielen. Begleitet von der Süddeutschen Kammersinfonie entstand eine musikalische Delikatesse.

Wallingers Orchester musiziert transparent und farbenreich

Von glanzvoller Ausstrahlung der Interpretin, der Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr, geprägt, waren die Gestaltungen sowohl des ersten und des letzten Satzes aus Mozarts weithin bekannter und beliebter Solo-Motette „Exsultate – Jubilate“ sowie zweier Opernarien.

Die in Tübingen geborene Künstlerin, die bereits auf eine beachtliche Karriere zurückblicken kann, führte die beiden Mozart-Sätze mit ihrer überaus hellen, biegsam geschmeidigen Stimme, die in tieferen Lagen auch ausgewogen warm klang, temporeich, zugleich auch sehr andachtsvoll auf. Tief berührend war die Wiedergabe der schmerzerfüllten Klage der Dido „When I am laid to earth“ aus der Oper „Dido and Äneas“ von Henry Purcell. Im Gegensatz dazu stand die dramatische, deshalb auch vitales Tempo verlangende Arie „Grässliches Schicksal“ aus der Oper „Die Italienerin in Algier“ von Gioacchino Rossini, die von Stöhr mit Bravour dargeboten wurde. Das nun auch mit Bläsern besetzte Orchester musizierte unter Peter Wallingers Leitung überaus transparent und farbenreich.

Ein Grund zum Jubeln war ohne Zweifel die Aufführung der 41. und damit letzten Sinfonie, C-Dur, KV 551, von Wolfgang Amadeus Mozart, die etliche Jahre später den Zusatz „Jupitersinfonie“ erhielt. Sprühend und funkelnd musizierte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim. Dirigent Wallinger bot mit seinen hoch motivierten Musikern eine Glanzleistung. Er verstand es, alle in der Partitur eingeschlossenen, von vitaler Emotionalität getragenen und daher mächtige sinfonische Steigerungen entfaltenden Motive, in voluminöse Klangbilder zu verwandeln.

Die im Jahr 1788 komponierte Jupitersinfonie stellte zweifellos den Höhepunkt des Konzertabends dar. Für den verdientermaßen freudigen Schlussbeifall erklang im Uhlandbau folgerichtig noch einmal eine kurze Passage aus dem Menuett-Satz der Komposition.

Rudolf Wesner

Eine musikalische Delikatesse nach der anderen

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Der Programmtitel „Jubilate“, mit dem die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihr Konzert zum Advent überschrieb, entsprach der Qualität der Aufführungen, die im fast voll besetzten Kronensaal am Sonntag geboten wurden.

Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr trat mit der Süddeutschen Kammersinfonie im Kronenzentrum auf. Foto: Helmut Pangerl

Bereits mit der Aufführung des Konzerts in C-Dur für zwei Trompeten und Streichorchester, Opus 46, Nummer eins, von Antonio Vivaldi begeisterten die Musikerinnen und Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie am Sonntag unter der Leitung von Peter Wallinger die Besucher. Zumal als Solisten zwei exzellente, noch recht junge Virtuosen aus der Meisterklasse von Reinhold Friedrich an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe daran mitwirkten.

Saleem Khan und Eline Beumer, beide kommen aus den Niederlanden, beglückten vom ersten Takt an mit ihrer kristallklaren Intonation in den beiden schnellen Sätzen. Zusammen mit dem vom Orchester entfalteten edlen Streicherklang, der besonders warm und dicht im Mittelsatz, einem kurzen Largo, zu hören war, verbreitete sich mit der Vivaldi-Komposition eine festlich freudige Stimmung im Saal, wie sie zum Advent nicht besser passen könnte.

Das Trompeten-Duo trat später noch einmal mit der weihevollen, ruhigen Komposition „Eternal source of light devine“ auf, einer Ode zum Geburtstag der englischen Königin Anne im 18. Jahrhundert von Georg Friedrich Händel. Im Original war dies ein Stück für Sopran und Trompete.

Der 24-jährige Saleem Khan hatte jedoch die Idee, die Sopranstimme auf der Trompete zu spielen. Begleitet von der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim entstand damit eine musikalische Delikatesse.

Von glanzvoller Ausstrahlung der Interpretin, der Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr, geprägt, waren die Gestaltungen sowohl des ersten als auch des letzten Satzes aus Mozarts weithin bekannter und beliebter Solo-Motette „Exsultate – Jubilate“ sowie zweier Opernarien. Die in Tübingen geborene Künstlerin, die bereits auf eine beachtlich umfängliche und erfolgreiche Karriere zurückblicken kann, führte die beiden Mozart-Sätze mit ihrer überaus hellen, biegsam geschmeidigen Stimme, die in tieferen Lagen auch ausgewogen warm klang, temporeich, zugleich auch sehr andachtsvoll auf. Tief berührend war die Wiedergabe der schmerzerfüllten Klage der Dido „When I am laid to earth“ aus der Oper „Dido and Äneas“ von Henry Purcell. Im Gegensatz dazu stand die dramatische, deshalb auch vitales Tempo verlangende Arie „Grässliches Schicksal“ aus der Oper „Die Italienerin in Algier“ von Gioacchino Rossini, die von Maria Rebekka Stöhr mit Bravour dargeboten wurde. Das nun auch mit Bläsern besetzte Orchester musizierte unter Peter Wallingers Leitung überaus transparent und farbenreich.

Ein Grund zum Jubeln war ohne Zweifel die Aufführung der 41. und damit letzten Sinfonie, C-Dur, KV 551, von Wolfgang Amadeus Mozart, die etliche Jahre später den Zusatz „Jupitersinfonie“ erhielt, durch die sprühend und funkelnd musizierende Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim. Das war eine Glanzleistung des Dirigenten Peter Wallinger, der zusammen mit seinen hoch motivierten Musikerinnen und Musiker alle in der Partitur eingeschlossenen leuchtend strahlenden, von vitaler Emotionalität getragenen und daher mächtige sinfonische Steigerungen entfaltenden Themen und Motive in voluminöse Klangbilder verwandelte. Die im Jahr 1788 komponierte Sinfonie wurde damit zum unübertrefflichen Hörgenuss dieses Konzerts. Für den von Bravorufen durchzogenen Schlussbeifall erklang noch einmal eine kurze Passage aus dem Menuett-Satz.

Rudolf Wesner

Prüfstein für einen Dirigenten

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Konzert unter Leitung von Peter Wallinger erweist sich als Leckerbissen Weit weg vom üblichen Kaufhaus-Weihnachtslieder-Gedudel präsentierten Peter Wallinger und seine sueddeutsche kammersinfonie unter dem Motto „Jubilate“ ein Orchesterkonzert, das im Mühlacker Uhlandbau mit Musik zum Advent erfreute.

Mit Temperament musizierten Ensemble und die beiden jugendlichen Solisten Salem Khan und Eline Beumer das einleitende populäre C-Dur-Konzert für zwei Trompeten und Orchester (op.46, Nr.1) von Antonio Vivaldi: ein forsch angegangener musikantischer Jubel, spritzig und lustbetont, barockes Instrumental-Feuerwerk auf der Ebene von Glanz- und Schmetterparaden.

Dann folgte ein von Wolfgang Amadeus Mozarts Solo-Motette „Exsultate, jubilate“ (KV 165) um-rahmter Programmabschnitt, in dem sich die Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr mit dunkel tremolierendem Timbre in kontrastreichen Vokalkompositionen auszeichnete. Überlegt die Dosie-rung der virtuosen Koloraturen bei Mozart, festlich jubelnd der „Alleluja“-Satz. Mit Henry Purcells „When I am laid in earth“ (aus „Dido und Äneas“) fügte die Solistin der Jubel-Orgie melancholische Trauerstimmung hinzu.

Orchester wurde mitgerissen

Ihre spielerisch-mitreißende Wiedergabe der Kavatine „Cruda sorte“ („Grausames Schicksal“), in der Stöhr als die gefangen genommene, feurige Isabella (aus Gioacchino Rossinis „Die Italienerin in Algier“) äußerlich und belcantistisch überzeugte löste viel Beifall aus. Und auch das Orchester wurde förmlich von der Solisten mitgerissen.

Eine meisterliche Interpretation von Mozarts Sinfonie C-Dur KV551 („Jupiter-Sinfonie“) lieferte das Orchester unter der engagierten Leitung Wallingers im zweiten Programmteil des Adventskonzertes ab. Das in den Ohren der Musikfreunde ein wenig abgenutzte und dennoch großartige Werk ist ein Prüfstein für das Besondere, das der Akteur am Dirigentenpult zu leisten vermag. Mit Leidenschaft zelebrierte Wallinger den „Vivace“-Charakter des Eröffnungs-Allegros, mit unerhörtem Tempo das „Molto Allegro“ des Finalsatzes.

Zwischen diesen vielfarbig strahlenden Ecksätzen gab es in abgeklärter Ruhe zauberhafte Klangpoesie mit schönen Bläser-Anteilen im „Andante cantabile“ und ein graziös-schwereloses „Menuetto“. Insgesamt war das Konzert ein musikalischer Leckerbissen, ein Mozart-Geschenk zur Vorweihnachtszeit.

Eckehard Uhlig

Ein Mann und sein Orchester

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Vor 30 Jahren gründete Peter Wallinger die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“. 2014 gibt es die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim seit 30 Jahren. Peter Wallinger gründete sie mit ehemaligen Schülern aus den Ellental-Gymnasien. Heute besetzen 90 Prozent der Musiker des Orchesters Top-Positionen in europäischen Ensembles.

Foto privat. Peter Wallinger geht in der Arbeit mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim seit 30 Jahren auf.

Bietigheim-Bissingen. 27 Jahre – bis 2005 – leitete Musiklehrer Peter Wallinger das Schulorchester des Ellental-Gymnasiums. Die jungen Musiker wollten aber nach dem Abitur das gemeinsame Musizieren mit Wallinger nicht missen. Denn die Arbeit mit ihm war für viele die Basis für ein Musikstudium. Die Idee zur Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim war geboren. 1984 waren die Mitglieder zum Großteil ehemalige Schülern, aber im Laufe der Jahre kamen noch andere begabte und namhafte Musiker hinzu, weil das Orchester mittlerweile als hervorragendes Profi-Orchester gilt.

Der gute Ruf des Sinfonieorchesters, das aus insgesamt 40 Musikern besteht, ist einerseits der anspruchsvollen Leitung von Peter Wallinger zu verdanken. Denn immer wieder fordert er die – zumeist – Profimusiker dazu auf, bis an ihre Grenzen zu gehen, auch ungewöhnliche Kompositionen zu spielen und diese einzuüben – und zwar in allerkürzester Zeit. Denn die Musiker, die vier bis sechsmal im Jahr zu Konzerten zusammen kommen, müssen in wenigen Probetagen das Programm einstudieren.

Auf der anderen Seite ist die Qualität des Orchesters so hoch, weil in ihm zu 90 Prozent Profimusiker spielen, die Top-Positionen in europäischen Orchestern inne haben. Viele der Musiker sind seit der Gründung vor 30 Jahren dabei. Geigerin Susanne Crawford beispielsweise. Da ist die Sachsenheimerin Ursula Schoch, die im Concertgebouw Orchester Amsterdam spielt. Oder Christina Dollinger, die Flötenlehrerin an der Musikschule Bietigheim ist. Reimer Kühn spielt mit, der erste Hornist der Staatsoper Stuttgart, oder der Solo-Fagottist Frank Lehmann, genauso wie die Bratschistin Angelika Wollmann, die in Antwerpen engagiert ist. Oder die Mitglieder des Lotus String Quartet, Sachiko Kobayashi, Mathias Neundorf, Tomoko Yamasaki und Chihiro Saito, die sich regelmäßig in die Orchesterreihen eingliedern.

So könnte die Liste namhafter Musiker weitergeführt werden. Sie alle kommen nach Bietigheim-Bissingen zurück, wenn Peter Wallinger sie ruft. „Es ist seine Art, außergewöhnliche Interpretationen von Kompositionen zu realisieren, es ist seine klare, schlanke Art zu dirigieren, die eine durchsichtige Musik ergibt, und das reizt uns“, sagt Christina Dollinger als Grund, dass alle gerne in der Süddeutschen Kammersinfonie spielen.

Von ihrem Leiter bekommen die Musiker „gut durchartikulierte Partituren“, so Dollinger, Partituren, die genau bezeichnen, wie und was jeder zu spielen hat. „Der Einzelne wird dadurch viel mehr gefordert“, sagt Peter Wallinger. „Ohne ihn“, so Christina Dollinger, „wäre wir nicht das, was wir heute sind und zwar als Musiker im Berufsleben als auch als Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“.

Gabriele Szczegulski

Sommerliche Serenade mit der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“

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Am Wochenende war die Süddeutsche Kammersinfonie im Großsachsenheimer Schlosshof zu Gast. Das Programm „Sommerliche Serenade“ begeisterte bei lauen Temperaturen mit musikalischen Delikatessen.

Rahmen und Temperaturen waren perfekt – so wie das Spiel der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“. Foto: Martin Kalb

Dieses Konzert unter freiem Himmel wurde als „Sommerliche Serenade“ seinem Namen gerecht. Bei milden Temperaturen musizierte die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim am Samstag im Schlosshof Großsachsenheim. Orchesterleiter Peter Wallinger hatte eine Auswahl mit Werken aus dem Barock, der böhmischen Romantik und des 20. Jahrhunderts getroffen. Schon das einleitende Concerto h-moll für Violoncello und Streicher, RV 424, von Antonio Vivaldi erklang als wundervolle Delikatesse, denn die Solistin Chihiro Saito beglückte nicht nur mit ihrer hochrangigen Virtuosität, sondern auch mit dem Nuancenreichtum, den sie bei der Ausführung ihrer Solopartien in den drei Sätzen auf dem Violoncello entfaltete. Die Süddeutsche Kammersinfonie begleitete die Solistin mit edlem Streicherklang.

Der zweite Solist des Abends war der exzellente Blockflötenspieler Daniel Koschitzki. Mit seinem durchaus als artistisch zu bezeichnendem Spiel auf dem zu Unrecht wenig beachteten Instrument begeisterte er die Besucher. Von einer kleinen Streicherbesetzung begleitet führte er auf der Sopranblockflöte ein Concerto in G-Dur von Leonarde Leo, einem jüngeren italienischen Zeitgenossen von Vivaldi, aus. Das Ensemble musizierte ohne Peter Wallinger am Dirigentenpult. Daniel Koschitzki ist der absolute Meister der Blockflöte, der mit größter Leichtigkeit und in rasanten Tempi jeden einzelnen Ton fein intoniert hörbar macht. Dabei entwickelt er noch brodelndes Musikertemperament, das ihn zur gelegentlichen Ausführung tänzerischer Schritte anzutreiben scheint.

War diese Darbietung schon ein als unübertrefflich zu bewertender Genuss, so steigerte der Ausnahmemusiker Daniel Koschitzki seine Virtuosität noch einmal, als er zusammen mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter Peter Wallingers Leitung eine Suite für Altblockflöte und Orchester von Gordon Jacob, die dieser im Jahr 1957 komponierte, interpretierte. In den sechs Sätzen sind es gegensätzliche Rhythmen und Stimmungen, die dem Werk einen mitreißenden Farbenreichtum schenken. Diese Kontraste gaben Daniel Koschitzki beste Möglichkeiten, noch einmal seine lebendige Gestaltungskraft auszubreiten und damit die Zuhörer im Schlosshof fast von den Stühlen zu reißen. Davon ließen sich auch die Orchestermitglieder animieren, die den Solisten mit impulsivem, brillantem Streicherklang begleiteten.

Die „Sommerliche Serenade“ konnte nicht glanzvoller und stimmungsreicher als mit der Serenade in E-Dur, Opus 22, von Antonín Dvorák abgeschlossen werden. Die wandlungsreiche Beschwingtheit der fünf Sätze, die weit gespannte, eingängige Melodik und überhaupt die in den schnellen Sätzen aufblitzende böhmische Lebensfreude vermochte der Dirigent mit seinem Orchester überaus unbeschwert, in blühendem Streicherglanz zum Ausdruck zu bringen. Der Walzer aus dieser Komposition wurde noch einmal als Zugabe kurz angestimmt.

Rudolf Wesner

Musikalische Delikatessen serviert

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„sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ gestaltet sommerliches Konzert in der Lienzinger Frauenkirche

Cellistin Chihiro Saito überzeugt mit Virtuosität und ihrer nuancenreichen Interpretation. Foto: Fotomoment

Mühlacker-Lienzingen. Für das Konzert mit der von ihm gegründeten „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ am Sonntagvormittag in der Lienzinger Frauenkirche traf Orchesterleiter Peter Wallinger eine geschickte Auswahl mit heiteren Werken aus dem Barock, der böhmischen Romantik und aus dem 20. Jahrhundert.

Die herausragenden Solisten des Programms, die Cellistin Chihiro Saito und der Meister des Blockflötenspiels, Daniel Koschitzki, bereicherten die sommerliche Matinee außerordentlich.

Schon das einleitende Concerto h-moll für Violoncello und Streicher, RV 424, von Antonio Vivaldi erklang als wundervolle Delikatesse, denn die Solistin Chihiro Saito beglückte nicht nur mit ihrer hochrangigen Virtuosität, sondern auch mit dem Nuancenreichtum, den sie bei der Ausführung ihrer Solopartien in den drei Sätzen auf dem Violoncello entfaltete.

Regelmäßigen Besuchern der Konzertreihe „Musikalischer Sommer“ in der Frauenkirche ist die Künstlerin auch als Mitglied des Lotus String Quartet bekannt. Die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ begleitete ihre sonst ihr angehörende Solocellistin mit edlem, wohl ausgewogenem Streicherklang.

Der zweite Solist war der exzellente Blockflötenvirtuose Daniel Koschitzki. Erst kürzlich trat er mit seinem Ensemble „Spark – Die klassische Band“ im Rahmen der Klosterkonzerte Maulbronn auf und bestach die Konzertbesucher mit seinem rasanten, durchaus als artistisch zu bezeichnenden Spiel auf dem zu Unrecht wenig beachteten Instrument.

Damit begeisterte er auch am Sonntag die Besucher. Von einer kleinen Streicherbesetzung begleitet, führte er auf der Sopranblockflöte ein Concerto in G-Dur von Leonardo Leo, einem jüngeren italienischen Zeitgenossen von Vivaldi, aus. Dieses Ensemble musizierte ohne Peter Wallinger am Dirigentenpult.

Daniel Koschitzki ist der absolute Meister der Blockflöte, der mit größter Leichtigkeit und in rasanten Tempi jeden einzelnen Ton fein intoniert hörbar macht. Dabei entwickelt er noch brodelndes Musikertemperament, das ihn zur gelegentlichen Ausführung tänzerischer Schritte regelrecht anzutreiben scheint.

War diese Darbietung schon ein fast unübertrefflicher Genuss, so steigerte der Ausnahmemusiker Daniel Koschitzki seine einzigartige Virtuosität noch einmal, als er zusammen mit der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ unter Peter Wallingers Leitung eine Suite für Altblockflöte und Orchester von Gordon Jacob, die dieser im Jahr 1957 komponierte, interpretierte. In den sechs Sätzen sind es unterschiedliche, stets auch gegensätzliche Rhythmen und Stimmungen, die dem Werk einen mitreißenden Farbenreichtum schenken. Diese Kontraste und die expressive Rhythmik gaben Daniel Koschitzki beste Möglichkeiten, noch einmal seine lebendige Gestaltungskraft, verbunden mit von Energieströmen durchdrungener, vollkommener Virtuosität, auszubreiten und damit die Zuhörer fast von den Stühlen zu reißen. Davon ließen sich auch die Orchestermitglieder animieren, die den Solisten mit impulsivem, brillantem Streicherklang begleiteten.

Die sommerliche Matinee konnte nicht glanzvoller und stimmungsreicher als mit der Serenade in E-Dur, Opus 22, von Antonín Dvorák abgeschlossen werden. Dieses Werk nimmt im Repertoire der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ einen herausgehobenen Rang ein, denn Peter Wallinger fügte es häufig in ein Konzertprogramm ein.

Die wandlungsreiche Beschwingtheit der fünf Sätze, die weit gespannte, eingängige Melodik und überhaupt die in den schnellen Sätzen aufblitzende böhmische Lebensfreude vermochte der Dirigent mit seinem Orchester überaus unbeschwert, in blühendem Streicherglanz zum Ausdruck zu bringen. Der Walzer aus dieser Komposition wurde noch einmal als Zugabe kurz angestimmt.

Rudolf Wesner

Begeisternde Instrumentalsolisten

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Sommerfrische und Sonnenschein am idyllischen Spielort steigerten die Erwartungsfreude beim „Musikalischen Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche. Zudem wartete das Matinee-Konzert der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ am Sonntagvormittag mit Programm-Raritäten und Solisten auf, die ein musikalisches Stimmungshoch herbeizauberten.

Mitreißende Musizierlust demonstrierte Flötist Daniel Koschitzki. Foto: Fotomoment

Chihiro Saito, die Cellistin des „Lotus String Quartets“, interpretierte zusammen mit der Kammersinfonie unter Peter Wallingers Leitung Antonio Vivaldis Violoncello-„Concerto in h-Moll“, RV 424 und beeindruckte mit unerhört akkuratem, klangsattem Solospiel. Flüssig über die Saiten gleitend präsentierte sie das einleitende „Allegro non molto“, das sich im Satzzentrum zu einer chromatisch auf- und absteigenden Klanglinie verdichtete. Nur vom Basso continuo und Cembalo-Geglitzer begleitet, entfaltete sich im „Largo“ farbintensiv dunkler Cello-Gesang. Das abschließende „Allegro“ zeichnete sich nochmals durch barocken Concerto-Stil mit dynamischen Lautstärke-Abstufungen und temperamentvollem Wechselspiel zwischen Orchester und Soli aus.

Danach öffnete Daniel Koschitzki, der international renommierte Blockflöten-Solist, mit seinem Charme und seiner mitreißenden Musizierlust alle Schleusen der Fröhlichkeit. Welche Klangfülle, welchen Zierrat aus Trillern, Vorhalten, Ton-Hüpfern und wirbelnden Läufen vermochte er dem kleinen Holzblasinstrument zu entlocken! Die Wiedergabe des Concerto G-Dur für Sopranblockflöte und Violinen von Leonardo Leo, einem neapolitanischen Barockmeister, malte facettenreiche Klangbilder aus – rasant pulsierend im ersten, stimmungsvoll klagend im zweiten, mit Silberstift filigran gezeichnet im letzten Satz. Im Anschluss folgte die Aufführung einer Suite für Flöten und Orchester des bei uns nahezu unbekannten englischen Komponisten Gordon Jacob (1895–1984), die kontrastreiche tänzerische Genres aufzubieten hatte: Altblockflöten-Töne wie Ausrufezeichen im „English Dance“, bittersüße Melancholie im „Lament“, akzentuierte Rhythmen in „Burlesca alla Rumba“, Träumereien in der „Pavane“, schneidende Piccoloflöten-Kaskaden und höchste Spitzentöne in der „Tarantella“.

An dieser virtuosen Demonstration des Meister-Flötisten hätte sogar Hirtengott Pan seine Freude gehabt – das Publikum jedenfalls jubelte und applaudierte begeistert.

Frische, Transparenz und romantischer Klangsinn waren die Markenzeichen einer Interpretation von Antonín Dvoráks Serenade E-Dur op.22, mit der Peter Wallinger und sein Orchester-Ensemble die musikalische Matinee schwungvoll ausklingen ließen.

Eckehard Uhlig

Musik aus der Region: Peter Wallingers neueste Klassik-CD „live 2012“

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Mühlacker. Nach wie vor finden sich im überreichen Medien-Angebot der Sparte „klassische Musik“ Überraschungen und Kostbarkeiten, beispielsweise CD-Aufnahmen mit Peter Wallingers sueddeutscher kammersinfonie bietigheim. In ungeschminkten Konzert-Mitschnitten ist die origina-le Raumklang-Atmosphäre der Aufführungsorte zu erleben – des „Musikalischen Sommers“ in der Lienzinger Frauenkirche und der „Concerto“-Reihe im Mühlacker Uhlandbau. Auf Wallingers neuester Silberscheibe, die unter dem lapidaren Titel „live 2012“ Aufnahmen der Highlights seiner Konzertprogramme des letzten Jahres wiedergibt, wird zudem etwas ganz Besonderes dokumentiert – gewissermaßen der „Entwicklungsstand“ der 1992 in Pforzheim geborenen und inzwischen inter-national erfolgreichen Pianistin Magdalena Müllerperth aus Maulbronn-Schmie. Die Musikfreunde in der Region haben ihre erstaunliche Karriere von Kindesbeinen an miterlebt und begleitet.

„live 2012“ präsentiert Müllerperth als Solistin in Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll op.54, das sie unter Wallingers versierter Leitung mit der sueddeutschen kammersinfonie im Mühlacker Uhlandbau interpretierte. Eine ausgereifte Wiedergabe, die Schumann als Inbegriff romantischer Musik zur Geltung bringt: kraftvoll-zackig die Eröffnungskaskade, melodisch beseelt die eleganten Läufe und figurativen Verzweigungen des Passagenwerkes, alle Soli einfühlsam mit dem Orchester verwoben. Zauberhafte Klangpoesie bietet ihre Zugabe, Schumanns selten zu hörendes Fantasie-stück „Des Abends“ (aus op.12).

Auch eine andere Solistin spielt sich in die Herzen der Hörer: Anne-Sophie Bertrand, Solo-Harfenistin beim HR-Sinfonieorchester Frankfurt, musiziert mit Wallingers Kammersinfonie Maurice Ravels „Introduktion und Allegro“ für Harfe, Flöte, Klarinette und Streicher in der Lienzinger Frauenkirche. Die irisierende Farbigkeit ihres Saitenspiels findet sich aufgehoben im süchtig machenden Sound der naturhaft einstimmenden Bläser (Verena Guthy-Homolka, Flöte; Martin Nitschmann, Klarinette) und Streicher.

Und dann gibt es noch Edvard Griegs Suite für Streichorchester op.40 „Aus Holbergs Zeit“, die von Wallinger und seinem Ensemble mit feinem Erzählton, facettenreichem Kolorit und wohltuender Schwerelosigkeit ausgestattet wird. Sergej Prokofjews Symphonie Classique op.25 bildet den Abschluss der CD-Einspielung, die für zwölf Euro über das Büro „Musikalischer Sommer“, Graf Zaisolf Straße 20, 75433 Maulbronn (Tel 07043-40410) bzw. über cd@sueddeutsche-kammersinfonie.de zu beziehen ist.

Eckehard Uhlig für PZ-Kultur