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Alte Bekannte spielen „Die Jahreszeiten“

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Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim im Louis-Bührer-Saal. Nicht weit von Ludwigsburg entfernt, in Bietigheim, hat die Geschichte Ihren Anfang genommen. Seit 27 Jahren wird sie erzählt, oder besser, erzählt sich immer wieder selber, in der Sprache der Musik. Die Rede ist von der Entstehung des inzwischen weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten Orchesters Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim, das ihr Dirigent Peter Wallinger 1984 gründete und bis heute künstlerisch leitet.

Das tat er auch gestern Abend, im voll besetzten Louis-Bührer-Saal der Ludwigsburger Kreissparkasse. Beim betörenden Klassik-Konzert, „Die Jahreszeiten“, das Kompositionen aus vier Jahrhunderten zu Gehör brachte. „Wir sind heute Abend privilegiert“, begrüßte Dr. Heinz-Werner Schulte die 350 Zuhörer, „denn für uns spielt ein außergewöhnliches Orchester, unter der Leitung eines außergewöhnlichen Dirigenten, in Begleitung der nicht minder außergewöhnlichen und in Ludwigsburg geborenen Geigenvirtuosin Ursula Schoch.“ Er freue sich, so der Vorstandsvorsitzende, selber sehr auf das Konzert. „Wir werden uns von herausragenden Musikern durch die Jahreszeiten führen lassen.“ In seiner Begrüßung erzählte Schulte kurz die Entstehungsgeschichte der „alten Bekannten“, die sich alle einst am Bietigheimer Ellental-Gymnasium kennengelernt hatten. Dort arbeitete Pater Wallinger als Mathe- und Musiklehrer. Aus Wallingers Brotberuf wurde die berühmte Berufung und er Initiator und Dirigent der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Viele seiner ehemaligen Schüler sind Berufsmusiker geworden. Wollten aber weiterhin mit dem Maestro aus gemeinsamen Schultagen musizieren. Genau das taten sie auch, tun es noch, erfolgreich, hoch anerkannt. Viele Einspielungen dokumentieren das beeindruckend. Orchester, Dirigent und die international renommierte Geigen-Virtuosin Ursula Schoch haben zusammen schon zahlreiche Werke auf CD aufgenommen, sind im wahrsten Sinne gut aufeinander eingespielt. Die „alten Bekannten“ aus Bietigheimer Tagen faszinieren ihr Publikum mit Konzerten voller Hingabe. Und erspielen Interpretationen, die in vermeintlich gut bekannten Kompositionen dem Zuhörer das Neue entdecken. Das gelang auch gestern Abend. Zur Aufführung kamen Werke von Antonio Vivaldi, Edvard Grieg, Arvo Pärt und Peter Iljitsch Tschaikowsky. Vorgetragen mit hoher Werk-Empathie und der Fähigkeit, neue Akzente zu setzen. In der Tat, sie waren privilegiert, die vielen Klassikfreunde. Nicht nur wegen der Zugabe.

Helle Streicherpracht

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Ihren edlen, stets ausgewogenen Streicherklang breitete am Sonntagvormittag in der Frauenkirche von Lienzingen die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger aus. Damit wurde die Reihe „Musikalischer Sommer“ sehr klangvoll und qualitätsreich fortgeführt.

Der erste Teil stand unter dem Titel „Freundschaft mit Japan“, der an diesem Wochenende eine besonders aktuelle Bedeutung hatte. Zwei japanische Cellisten interpretierten meisterhaft die Solopartien in Werken von Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel. Die Cellistin Chihiro Saito und ihr Landsmann Gen Yokosaka entfalteten in Vivaldis Konzert g-moll für zwei Violoncelli und Orchester vom ersten Takt an kraftvolles Spiel und verströmten auf ihren Instrumenten warmen Wohlklang. Im Allegro boten sie dynamische Steigerungen der Intensität in ihrer interpretatorischen Gestaltung, beglückten mit delikater Ausführung der melodiösen Passagen des Largos und ließen ein spannungsreiches Allegro hören, das sie mit von Energie angetriebenem Tempo spielten. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim begleitete in anmutiger Klangfrische. Als Zwischenspiel führte das Orchester ein sakral wirkendes Werk von Arvo Pärt auf. Sehr besinnlich und voller Andacht dargeboten, konnte es als musikalisches Gebet empfunden werden.

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Das Konzert g-moll für zwei Violoncelli und Orchester von Georg Friedrich Händel erlebte durch die beiden Cellisten aus Japan eine farbenreiche Ausführung. Dank des verhaltenen Tempos konnte das einleitende Grave seine meditative Wirkung ausbreiten. Im lebhaften Kontrast dazu musizierten Chihiro Saito und Gen Yokosaka, von der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim in heller Streicherpracht begleitet, das Allegro voller barocker Opulenz, wobei sie mit ihrer hochrangigen Virtuosität beeindruckten. Der Schlusssatz, eine Fuge, wurde von Solisten und Orchester transparent und klar gegliedert als brillantes Finale aufgeführt.

Von Wolfgang Amadeus Mozart stand mit Adagio und Fuge, KV 546, eine Komposition auf dem Programm, die in der Darbietung durch die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim von erhabenem Ausdruck in der langsamen Introduktion zu einem dichten Klanggeflecht emporwuchs. Die populäre Serenade in C-Dur, Opus 48, von Peter Iljitsch Tschaikowsky war jedoch der vollendete Höhepunkt des Konzerts, denn hier bewies Peter Wallinger, dass er im Lauf der Jahre seine Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim im Klangvolumen und in der Dichte ihrer Gestaltungskraft auf eine vergleichbare Ebene mit anderen in unserem Land hohes Ansehen genießenden Kammerorchestern emporheben konnte. Die vier Sätze erklangen voller Farbe, in wechselnden Stimmungen und doch immer wieder angereichert mit emotionaler Musizierfreude. Ganz besonders glutvoll und bravourös erklang dabei das Finale mit dem russischen Tanzthema.

Rudolf Wesner

Kraftvoll, dann wieder delikat

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Edlen Streicherklang breitete am Samstag im Kulturhaus die Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim aus. Der erste Teil stand unter dem Titel „Freundschaft mit Japan“, der an diesem Abend eine besondere Bedeutung hatte. Zwei japanische Cellisten interpretierten meisterhaft die Solopartien zunächst in einem Werk von Antonio Vivaldi, danach von Georg Friedrich Händel. Die Cellistin Chihiro Saito und ihr Landsmann Gen Yokosaka entfalteten im Konzert g-moll für zwei Violoncelli und Orchester von Antonio Vivaldi vom ersten Takt kraftvolles Spiel und verströmten auf ihren Instrumenten warmen Wohlklang. Im Allegro boten sie dynamische Steigerungen der Intensität in ihrer interpretatorischen Gestaltung, beglückten mit delikater Ausführung der kantablen Passagen des Largos und ließen ein spannungsreiches Allegro hören. Als Zwischenspiel führte das Orchester unter der Leitung von Peter Wallinger ein sakral wirkendes Werk von Arvo Pärt mit dem Titel „Silouans Song“ auf. Sehr besinnlich dargeboten konnte es als ein mit Streicherfülle ausgeführtes musikalisches Gebet empfunden werden.

Das Konzert g-moll für zwei Violoncelli und Orchester von Georg Friedrich Händel erlebte durch die beiden hochkarätigen Cellisten aus Japan eine überaus farbenreiche Ausführung. Das einleitende Grave konnte dank des zutreffend gewählten verhaltenen Tempos seine meditative Wirkung ausbreiten. Im lebhaften Kontrast dazu musizierten Chihiro Saito und Gen Yokosaka, von der Sueddeutschen Kammersinfonie in heller Streicherpracht begleitet, das Allegro voller barocker Opulenz, wobei sie mit ihrer hochrangigen Virtuosität einmal mehr beeindruckten. Der Schlusssatz, eine Fuge, wurde von Solisten und Orchester transparent und klar gegliedert als brillantes Finale aufgeführt

Von Wolfgang Amadeus Mozart stand mit Adagio und Fuge KV 546 eine Komposition auf dem Programm, die in der Darbietung zu einem dichten Klanggeflecht emporwuchs.

Die Serenade in C-Dur Opus 48 von Peter Iljitsch Tschaikowsky war jedoch der Höhepunkt des Abends, denn hier bewies Peter Wallinger, dass er im Lauf der Jahre seine Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim im Klangvolumen und in der Dichte ihrer Gestaltungskraft auf eine vergleichbare Ebene mit anderen in unserem Land hohes Ansehen genießenden Kammerorchestern entwickeln konnte. Die vier Sätze erklangen voller Farbe, in wechselnden Stimmungen und doch immer wieder angereichert mit emotionaler Musizierfreude. Ganz besonders glutvoll und bravourös erklang dabei das Finale mit dem russischen Tanzthema.

Rudolf Wesner

Sensible Interpretationen

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Ein Auslese ihres musikalischen Schaffens hat jetzt die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter Leitung von Peter Wallinger auf CD veröffentlicht. Sensible Interpretationen von Gluck bis Brahms.

Im 26. Jahr ihres Bestehens konnte die Kammersinfonie mit ihrem künstlerischen Leiter Peter Wallinger während der Saison 2010 mit ausgezeichneten Solisten aufwarten. Die in Ludwigsburg geborene und in Sachsenheim aufgewachsene Geigerin Ursula Schoch, den holländischen Cellisten Johan van Iersel sowie den blinden Pianisten Bernard d“Ascoli, die alle auf der neuen CD zu hören sind.

Mutig, weil ungewöhnlich kurz, der Auftakt der Live-CD. Christoph Willibald Gluck gilt als Reformator der Oper des 18. Jahrhunderts, die Kammersinfonie gönnt ihm gerade mal eineinhalb Minuten mit der Sinfonia zum Ballett „Don Juan“

Dieses kurze Vergnügen wird mit Barkalore op. 37a aus „Die vier Jahreszeiten“ mehr als entschädigt. Peter Tschaikowskys Stück, über den Franz Liszt einmal polemisch meinte: „Seine Kompositionen lassen mich kalt; sie verraten mehr poetische Absichten als echte schöpferische Kraft, mehr Farbe als Form, mehr äußeren Glanz als inneren Gehalt“, präsentiert die Kammersinfonie genau so: poetisch, farbig und mit viel Glanz.

Dem schließt sich voller Dramatik Claude Debussys Prélude à „L‘après-midi d‘un faune“ an, eine sinfonische Dichtung, frei nach einem Gedicht von Stéphane Mallarmé. Ausgestattet mit hoher Farbigkeit und Leichtigkeit gelingt es der Kammersinfonie, in der Dosierung, dem Gleichgewicht und der Transparenz des Klanges das scheinbar musikalisch Neue im Bild des scheinbar Vertrauten erkennbar zu machen.

Mit einem der größten, wenn auch nicht bedeutendsten Lieblingswerke von Wolfgang Amadeus Mozart, dem Klavierkonzert A-Dur KV 488, setzen die Musiker um Peter Wallinger einen ersten Höhepunkt auf der neuen CD. Uraufgeführt im Jahre 1786, also dem Jahr, in dem Mozarts Karriere als Komponist und Musiker ihren Zenit erreichte, wird das Klavierkonzert mit Pianist Bernard d“Ascoli von der Kammersinfonie in heiterer und großer Anmut gespielt, die hinter allem Glanz die Wehmut erahnen lässt, die in diesem Werk ruhen – aufgenommen am 5. Dezember beim Adventskonzert im Bietigheimer Kronenzentrum. Angehängt wurde gleich die damalige Zugabe, Frédéric Chopins Walzer op. 68 Nr. 2 cis-Moll. Leicht, bekannt und gefällig für den großen Applaus gespielt.

Mit dem Doppelkonzert für Violine und Violoncello a-Moll op. 102 von Johannes Brahms setzt die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim mit der Geigerin Ursula Schoch und dem Cellisten Johan van Iersel einen gelungenen Schlusspunkt auf ihrer neuen CD. Das Besondere des Werkes ist nicht die Virtuosität der einzelnen Solopartien, sondern die Verzahnung und klanglicher Homogenität. Vom kraftvollen Allegro bis zum rondoartigen Finale mit seinem von Pauken dominierten jubelnden Schluss zeichnet das Werk eine Gesamtidee aus, die die Kammersinfonie eindrucksvoll vermittelt. Das Doppelkonzert in a-Moll war Brahms‘ letztes großes Orchesterwerk – für die CD ist es, neben Mozarts Klavierkonzert, der alles überstrahlende musikalische Glanzpunkt.

Jörg Palitzsch

Farbig und differenziert Neue CD der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim

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Von Gluck bis Brahms, von Mozart bis Debussy reicht die Palette der Komponisten, derer sich die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung Peter Wallingers im Jahr 2010 angenommen hat. Nachzuhören ist dies nun auf einer neu erschienenen CD.

Das Publikum in der Lienzinger Frauenkirche, im Mühlacker Uhlandbau oder zuletzt während der Umbauphase im Mühlehof, der Ötisheimer Kelter und in der Pauluskirche weiß längst, was es von den engagierten Musikern der Süddeutschen Kammersinfonie zu erwarten hat: Spielfreude, die nichts an Disziplin vermissen lässt, Detailreichtum, der sich nicht im Akademischen verliert, und die Gabe, sich – und damit dem Publikum – Werke unterschiedlichster Stilrichtungen zu eigen zu machen. Garant dafür ist der Dirigent und Gründer des Ensembles, Peter Wallinger aus Zaisersweiher, der zudem immer wieder namhafte Solisten für seine Konzerte gewinnen kann. Davon legt die jetzt erschienene achte CD innerhalb der Dokumentationsreihe „Kammersinfonie live“ Zeugnis ab. Auf dem Silberling zusammengefasst sind Konzertmitschnitte aus dem Vorjahr, entstanden unter anderem im Uhlandbau Mühlacker, dessen Akustik der Dirigent besonders schätzt.

Die ebenso schwungvoll wie elegant vorgetragene Sinfonia aus der Ballettmusik zu „Don Juan“ von Christoph Willibald Gluck eröffnet den Reigen der Interpretationen, unter denen als besonders farbig und differenziert in der Tongebung Debussys „Prélude à l’après-midi d’un faune“ hervorsticht.

Als Solisten glänzen der Pianist Bernard d’Ascoli mit Mozarts Klavierkonzert A-Dur, KV 488, und einer ebenso auf der CD festgehaltenen Chopin-Zugabe sowie die aus Sachsenheim stammende Geigerin Ursula Schoch und der holländische Cellist Johan van Iersel, die gemeinsam mit dem Orchester Johannes Brahms‘ Doppelkonzert für Violine und Violoncello in spätromantischer Klangfülle erstrahlen lassen.

Carolin Becker

Unbeschwerter Ohrenschmaus

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Ein „Konzertantes Vergnügen“ kündigte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim in der Pauluskirche an – und dieses Versprechen löste das Orchester unter der Leitung von Peter Wallinger ohne Einschränkung ein. Dazu trugen auch die Solisten Ursula Schoch und Michael Gieler bei.

Ein eingespieltes „Tête-à-tête“ zweier Hochkaräter also, die in minutiöser gegenseitiger Feinabstimmung das Doppelkonzert als typischen Mozart ausgestalteten – heiter und fröhlich im Grundcharakter, mit eingeblendeten düsteren, abgründig dunklen Seiten.

Mit der Sinfonie Nummer sechs in D-Dur und dem Beinamen „Le Matin“ von Joseph Haydn eröffnete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim vor zahlreichen Zuhörern das Programm mit heiterem, unbeschwertem, in den Dialogen zwischen Streichern und Bläsern ungemein lebendigem und farbenfreudigem Musizieren. Das im Jahr 1761 entstandene viersätzige Werk beschreibt voller Lyrik einen Sonnenaufgang und wirkt insgesamt wie eine musikalische Huldigung der Natur. Doch auch heiter-ländliche, mithin tänzerische Motive klingen darin an, und immer wieder erhalten außer der Ersten Violine auch einzelne weitere Instrumente wie Flöte, Fagott oder Violincello reizvolle solistische Aufgaben. Unter der Leitung von Peter Wallinger entstand damit eine hell leuchtende, facettenreich und transparent gestaltete Aufführung der Komposition.

Den beiden exzellenten Solisten des Abends Ursula Schoch an der Violine und ihrem Kollegen aus dem Concertgebouw Orchestra Amsterdam Michael Gieler an der Viola zuzuhören, war ein weiteres konzertantes Vergnügen. Zusammen mit der glanzvoll und nuancenreich begleitenden Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim gestalteten sie die Sinfonia Concertante Es-Dur, KV 364, von Wolfgang Amadeus Mozart zu einem delikaten Ohrenschmaus. Das Orchester brillierte in dem markanten Auftakt des ersten Satzes, indem es eine dynamische Steigerung des Ausdrucks vollzog. Einmal mehr beglückte Ursula Schoch mit ihrem seidig-schimmernden Geigenspiel und ließ damit eine weitere künstlerische Reifung unüberhörbar erkennen. Ihr zur Seite entfaltete Michael Gieler auf der Viola warmen, wohl ausgewogenen Klang.

Das Solistenpaar bestach mit einem vital ausgeführten Dialog ihrer Instrumente. Das Andante breiteten Ursula Schoch und Michael Gieler beseelt aus und hoben einen stimmungsmäßigen Kontrast im Schlusssatz, einem Presto, hervor, indem sie sich bei straffen, keineswegs jedoch überzogenen Tempi kurze, prägnante Motive übermütig zuwarfen. In den Kadenzen des ersten und zweiten Satzes breiteten die Solisten darüber hinaus ihre überragende Virtuosität aus. Für den lebhaften, mit Bravorufen vermischten Applaus spielten sie noch voller Elan eine Paraphrase für Violine und Viola über die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“.

Von kammermusikalischen Delikatessen wird Igor Strawinskys Suite für Orchester „Pulcinella“ geprägt. Für die Musikerinnen und Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter Peter Wallingers stets die feinen Details einer Komposition auslotenden Leitung war die Aufführung des 1920 uraufgeführten Werks ganz offensichtlich ein künstlerisches Vergnügen. In den neun Sätzen, von denen einige auf den nächsten ohne Pause übergingen und die zum Teil auf Kompositionen des italienischen Barockmeisters Giovanni Battista Pergolesi basieren, konnte das Orchester seine glitzernde Klangpracht entwickeln. Lebhafte Kontraste aus kammermusikalischen Elementen und großem Orchesterunisono sowie rhythmisch akzentuierte Passagen ließen bunt schillernde Farbwirkungen wachsen.

Besonders vergnüglich war die Aufführung des von kompositorischem Witz getragenen Satzes „Vivo“, in welchem sich Posaune und Kontrabass zu einem unbeschwerten Duett miteinander verbanden. Dieser Satz wurde als Zugabe noch einmal wiederholt.

Rudolf Wesner

Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim mit zwei Solisten

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Ein „konzertantes Vergnügen“ versprach die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihren Zuhörern am Freitag im nur zur Hälfte besetzten Kronensaal und dies hielt das Orchester ohne Einschränkung ein.

Mit der Sinfonie Nummer sechs in D-Dur, die den Beinamen „Le Matin“ trägt, von Joseph Haydn eröffnete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim das Programm mit heiterem, unbeschwertem, in den Dialogen zwischen Streichern und Bläsern ungemein lebendigem und farbenfreudigem Musizieren.

Das im Jahr 1761 entstandene viersätzige Werk beschreibt voller Lyrik einen Sonnenaufgang und wirkt insgesamt wie eine musikalische Huldigung der Natur. Doch auch heiter-ländliche, mithin tänzerische Motive klingen darin an und immer wieder erhalten außer der ersten Violine auch einzelne weitere Instrumente, wie Flöte, Fagott oder Violincello reizvolle solistische Aufgaben. Unter der Leitung von Peter Wallinger entstand damit eine hell leuchtende, fassettenreich und transparent gestaltete Aufführung der Komposition.

Den beiden exzellenten Solisten des Abends, Ursula Schoch an der Violine und ihrem Kollegen aus dem Concertgebouw Orkestra Amsterdam Michael Gieler an der Viola, zuzuhören, war ein weiteres konzertantes Vergnügen. Zusammen mit der glanzvoll und nuancenreich begleitenden Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim gestalteten sie die Sinfonia Concertante Es-Dur, KV 364 von Wolfgang Amadeus Mozart zu einem delikaten Ohrenschmaus. Einmal mehr beglückte Ursula Schoch mit ihrem Spiel. Ihr zur Seite entfaltete Michael Gieler auf der Viola warmen, wohl ausgewogenen Klang. Das Solistenpaar bestach ein ums andere Mal mit einem vital ausgeführten Dialog ihrer Instrumente. Beim Andante hoben Ursula Schoch und Michael Gieler einen stimmungsmäßigen Kontrast im Schlusssatz, einem Presto, hervor, indem sie sich bei straffen, keineswegs jedoch überzogenen Tempi kurze, prägnante Motive übermütig zuwarfen. Für den lebhaften Applaus spielten sie noch eine Paraphrase für Violine und Viola über die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“. Von kammermusikalischen Delikatessen wird Igor Strawinskys Suite für Orchester „Pulcinella“ geprägt. Für die Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim war die Aufführung des 1920 uraufgeführten Werks ganz offensichtlich ein künstlerisches Vergnügen. In den neun Sätzen, die zum Teil auf Kompositionen des italienischen Barockmeisters Giovanni Battista Pergolesi basieren, konnte das Orchester seine Klangpracht entwickeln. Kontraste aus kammermusikalischen Elementen und Orchesterunisono sowie rhythmisch akzentuierte Passagen schillerten bunt. Besonders vergnüglich war die Aufführung des von kompositorischem Witz getragenen Satzes „Vivo“, in welchem sich Posaune und Kontrabass zu einem unbeschwertem Duett miteinander verbanden.

Rudolf Wesner

„Tête-à-tête“ zweier Hochkaräter

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„Leider finden sich im Konzertleben viel zu selten zwei gleichrangige, hochkarätige Solisten für dieses einzigartige Kabinettstück“, schreibt ein Konzertführer, doch Peter Wallinger und seine „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ präsentierten diese Rarität: Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonia Concertante Es-Dur (KV 364) für Violine, Viola und Orchester. Das Werk war als Haupt- und Mittelstück des Saison-Abschlusses der Konzertreihe „MühlackerConcerto“ am vergangenen Samstag in der Pauluskirche der Senderstadt zu hören – zusammen mit der Geigerin und Konzertmeisterin des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters, Ursula Schoch, und dem Viola-Spieler Michael Gieler, der als Solobratschist ebenfalls Mitglied des Concertgebouw ist.

Ein eingespieltes „Tête-à-tête“ zweier Hochkaräter also, die in minutiöser gegenseitiger Feinabstimmung das Doppelkonzert als typischen Mozart ausgestalteten – heiter und fröhlich im Grundcharakter, mit eingeblendeten düsteren, abgründig dunklen Seiten.

In die prächtige, von Hörner- und Oboen-Klängen angereicherte Orchester-Einleitung mit den temperamentvollen Steigerungspassagen fügten sich die Solo-Streicher fast unmerklich ein und entfalteten, aus hoher Lage in ihre ersten Einzeleinsätze absteigend, ein farbenreich brillantes, sich einander ständig imitierendes Spiel. Bis dieser erste Satz („Allegro maestoso“) in eine technisch anspruchsvolle Solisten-Kadenz einmündete, die Mozart für beide Instrumente auskomponiert hat. Das folgende „Andante“ brachte tiefsinnig schwermütige Moll-Stimmungen in den zunächst vorherrschenden Optimismus ein, wobei die Solisten über einem durchdringenden Hörner-Halteton mit melodischer Intensität eine geradezu schmerzhafte Dissonanz ausformulierten. Das Finale bot die vergnüglich und virtuos musizierte, lebhafte „Presto“-Erlösung.

Eingerahmt wurde die bravouröse Mozart-Wiedergabe von Joseph Haydns Sinfonie Nr.6 D-Dur, genannt „Le Matin“, und von Igor Strawinskys „Pulcinella“-Suite für Orchester. Unter Wallingers motivierender Stabführung zeichnete Inspiration und Frische beide Interpretationen aus, so dass sich beim begeisterten Publikum konzertantes Vergnügen einstellte. Bei Haydn trumpfte das Ensemble insbesondere im Einleitungssatz mit munteren Bläser-Einwürfen auf und ließ den programmatischen morgendlichen Sonnenaufgang klangmalerisch nachempfinden, um im zweiten Satz der exzellenten Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi solistische Gelegenheiten für fein ausgearbeitete, getragene Melodiebögen zu bieten. In der lustigen Strawinsky-Komposition „Pulcinella“, die der zu allerhand Scherzen aufgelegten venezianischen Commedia dell’Arte-Figur alle Ehre macht, brillierten vor allem die ausgezeichneten Bläsergruppen und der Kontrabass des Bietigheimer Orchesters mit pfiffigen Brechungen, rhythmischen Sprüngen, burlesken Tänzen und brachial lärmenden Akzenten.

Eckehard Uhlig

Burlesker Spaß mit Mozart und Pulcinella

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Großer Orchesterklang gepaart mit glanzvollen Instrumental- soli von Ursula Schoch und Mi- chael Gieler prägten das Kon- zert der Süddeutschen Kam- mersinfonie Bietigheim. Das Publikum im Kronenzentrum war hingerissen von der mit eleganter Finesse interpretier- ten Sinfonia Concertante in Es-Dur von Mozart und ande- ren Werken.

Die zum Soundtrack des legendären Mozart-Filmes „Amadeus“ gehörende Sinfonia Concertante ist ein Werk mit vielen Facetten. Das von Peter Wallinger dirigierte Orchester erfüllte den Konzertsaal zunächst mit spannungsreichen, raumgreifenden Klängen, bevor die beiden Solisten eine intensiv-melancholische Note hinzufügten. Die in Ludwigsburg geborene und in Sachsenheim aufgewachsene Violinistin Ursula Schoch, die nach dem Abitur am Ellentalgymnasium in Köln Musik studierte und heute international gefragt ist, hatte an diesem Abend ein Heimspiel. Den Erwartungsdruck des Publikums erfüllte sie mühelos in einem hingebungsvollen Duett mit dem Österreicher Michael Gieler an der Viola. Den Mittelteil des berühmten Mozart- Werkes prägten die beiden Solisten mit Seelentiefe und treibender Virtuosität, bevor das Orchester mit einem übermütigen und rasanten Presto schloss.

Die Mozart-Komposition war aber nicht das einzige musikalische Erlebnis, das die renommierte Kammersinfonie unter dem Titel „Konzertantes Vergnügen“ kredenzte. Passend zu diesem sonnigen Wochenende beschrieb das Orchester in der Haydn-Sinfonie „Le Matin“ Morgenstimmung in vollendeter Schönheit. Getragen von den Streichern trillerten Flöten, Holzbläser und Hörner erwachten, die Natur präsentierte sich schließlich in ihrer ganzen Pracht. Besonders gefiel der fast schon intime Dialog von Fagott, Cello und Viola im Mittelteil.

Die Süddeutsche Kammersinfonie ist bekannt dafür, dass sie auch neue, ungewohnte Musik einem breiten Publikum näherbringt. Das gelang mit der Suite „Pulcinella“ von Igor Strawinsky, dessen eigenwillige Kompositionen in den 20er Jahren für Skandale sorgten. Die Suite begann mit kurzen Sequenzen von barocker Klarheit, entwickelte sich aber im weiteren Verlauf zu einem burlesken, theatralischen Geschehen. Kein Wunder, denn Pulcinella ist eine Figur aus der Commedia dell’Arte und so wurde die Suite immer mehr zum heiteren Spaß, der in einem komischen Dialog von Posaune und Kontrabass gipfelte. Die von Verfremdungen und Dissonanzen geprägte Suite setzte die Kammersinfonie der- art souverän und amüsant um, so dass deren Komplexität fast schon in den Hintergrund geriet.

Angelika Baumeister

Ein musikalisches Feuerwerk

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Beschwingt begrüßte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim das neue Jahr. Unter der Leitung von Peter Wallinger lud sie zum Konzert in der Kelter, für die Mitglieder des Fördervereins kostenlos.

Ihr Gründer Peter Wallinger lud die Zuhörer in der voll besetzten Kelter zu einer musikalischen Reise nach Venedig und Prag. Und wie es sich für eine sorgfältig geplante und lang ersehnte Reise gehört, mangelte es auch nicht an der nötigen Aufbruchstimmung. Frisch und voller Musizierfreude schwangen die Musiker den Bogen zu diesem Konzert, mit dem sie das noch junge Jahr begrüßten.

Mit ins Boot hatte sich der Klangkörper den Blockflötisten Daniel Koschitzki geholt, der mit leidenschaftlichem Impetus und sinnlich-filigranem Spiel zum Steuermann des musikalischen Unternehmens wurde. Nur wenige Wochen ist es her, dass Raketenzauber unseren mitternächtlichen Himmel erleuchtete, da brennt der junge Virtuose ein wahres Feuerwerk musikalischer Art ab.

Es lag in der Natur der Sache, dass man sich um der Blockflöte willen im Repertoire auf Musik des Barock beschränkte – obwohl die Kammersinfonie laut Satzung nicht nur Vertrautes neu erlebbar, sondern auch gerne mal Neues vertrauter macht. Schade also, dass nicht auch eine zeitgenössische Blockflötenkomposition zu Gehör gebracht wurde. Doch Vivaldi und Sammartini erklingen in der Klanggebung des jungen Virtuosen hinreißend frisch und gar nicht angestaubt. Tonangebend führt er ein subtiles Zwiegespräch mit dem Orchester, während Peter Wallinger gewährend zurücktritt. Der Solist mit der Löwenmähne beweist nicht nur eine unerhörte Fingerfertigkeit, sondern auch langen Atem in den raffiniert gestalteten Kadenzen. Schlusstöne werden wohltuend mit sanftem Vibrato belebt. An Phrasenenden nimmt sich der gebürtige Güglinger die Freiheit, den Bewegungsfluss kurz zu stauen. Ein Mikrokosmos an Klangspektren tut sich damit auf und zwingt zu unbedingtem Zuhören.

Seinen dichten und doch schwebend-leichtfüßigen Vortrag beschließt der junge Mann, dessen gold funkelndes Shirt an barocken Brokat erinnern, mit einer Zugabe des Franzosen Benoit Tranquille Berbiguier – und kassiert dafür verdienten frenetischen Beifall.

Nachdem im ersten Teil venezianischen Komponisten nachgespürt wurde, führte die Reise im zweiten Part wie versprochen nach Prag. Die fein austarierte Dynamik, die Peter Wallinger seinem Orchester zu entlocken vermag, kam in den Werken der böhmischen Komponisten des 19. Jahrhunderts voll zum Ausdruck. Ein musikalischer Atem einte die Musiker in der „Idylle“ von Leo Janácek, deren Charakterstücke zu einem amüsanten Dialog zwischen Bassgruppe und hellen Violinen geriet, während Dvoráks Prager Walzer das Publikum wiegend und wogend in das neue Jahr trugen.

Clarissa Soder