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Die Herzen der Zuhörer im Sturm erobert

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Das Orchester der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim hat beim Neujahrskonzert überzeugt.

Wir wollen mit unseren Möglichkeiten dazu beitragen, den Jahresanfang freudig und fröhlich zu gestalten.“ Mit diesen Worten begrüßte der Kulturreferent der Gemeinde Murr, Matthias Bader, die zahlreich erschienenen Gäste des Neujahrskonzertes mit dem Orchester der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim im Bürgersaal des Murrer Rathauses. Für viele Besucher ist es mittlerweile ein angenehmes und liebgewordenes Muss, zu Beginn des Jahres die musikalische Begegnung mit den so eifrig und hochklassig spielenden Mitgliedern des Orchesters zu suchen. „Seit über 15 Jahren ist es schon gute Tradition geworden, die Musiker zu uns einzuladen und wir sind froh darüber, dass uns dies gelingt“, erklärte Matthias Bader, der immer wieder davon angetan ist, dass die Streicher unter der Leitung ihres Dirigenten Peter Wallinger das Repertoire nicht nur pflichtgemäß abspulen. „Ihnen ist anzusehen, dass sie es mit einer großen Leidenschaft tun.“

Dies machte auch der wunderbare Einstieg ins abendliche Programm „Venedig-Prag“, das ausschließlich italienische und tschechische Komponisten in den Fokus bringt, deutlich: Spritzig und leichtfüßig kam das Concerto G-Dur von Antonio Vivaldi daher und integrierte in beglückender Weise den feinen Klang des Cemballos in die nuancenreich herausgearbeitete Darbietung. Mit dem darauf folgenden Stück von Giuseppe Sammartini, dem Concerto F-Dur für Sopranblockflöte und Orchester wurde dem Publikum ein wahrer Ausnahmemusiker präsentiert: Daniel Koschitzki, dem 32-jährigen Blockflötisten gelang es im Sturm, die Herzen seiner Zuhörer zu erobern. Mit unfassbarer Intensität von Spielkunst und Körpersprache, die an die – von purer Lebenslust gekennzeichneten – Auftritte des Sängers und Geigers Angelo Branduardi erinnern, zeigte der Instrumentalist mit zwei Stücken einen virtuosen und beinahe atemlosen Hochgeschwindigkeitsritt auf der Flöte. Der völlig authentische und eigenwillig-virtuose Vortragsstil als auch die bezwingende Fähigkeit, sich in die Kompositionen geradezu körperlich hineinzudenken, setzten beim Betrachter und Zuhörer in Sekundenschnelle einen Superlativ-Katalog an Attributen frei, die helfen mögen, das Gehörte einzuordnen. Schließlich blieb dem Publikum lediglich übrig, sich von Ehrfurcht und Staunen gefangen nehmen zu lassen und sich mit viel Beifall von der faszinierenden Starre, die ihn eingefangen hatte, zu lösen. Daniel Koschitzki, der sich für die Begeisterung seiner Zuhörer mit einem dritten, unbegleiteten Stück als Zugabe bedankte, ist nicht umsonst einer der weltweit führenden Blockflötisten seiner Generation. Sein Allegro von Benoit Tranquille Berbiguier holte aus dem dritten Modell, einer ebenholzschwarzen Flöte, noch einmal alles heraus.

„Warum nach Stuttgart oder sonst wohin fahren, wenn wir hier in Murr ein so hochkarätiges Konzert bekommen?“, fragte sich beglückt einer der Besucher, der sich mit dem Gesamtverlauf des Konzertabends am Samstag im Murrer Bürgersaal mehr als zufrieden zeigte. Mit den Komponisten Dvorák, Janácek und Myslivecek wurde die beachtliche konzertante Aufführung nach der Pause fortgesetzt, welche zwar weniger lebhaft und pulsierend, dafür aber von getragener Harmonie und einer besonderen Klangtiefe der äußerst differenzierten Interpretationsweise der Streicher geprägt war und ebenfalls einen viel verdienten Applaus erhielt.

Cornelia Ohst

Funkensprühender Genuss nach Noten

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Blockflötist Daniel Koschitzki und die Süddeutsche Kammersinfonie überzeugen das Publikum beim Gastspiel in Ötisheim

Auf eine musikalische Reise nach Venedig und Prag hat die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim die Besucher des Neujahrskonzerts mitgenommen, das zum ersten Mal in der großzügig restaurierten Kelter in Ötisheim stattfand.

Foto: Fotomoment

Unter der Leitung von Peter Wallinger musizierte das Orchester in fülliger, hell leuchtender Klangpracht. Es versprühte regelrecht und in hohem Maß musikalische Funken. Durch das Programm führte sachkundig Edgar Wipf. Die Matinee am Sonntagvormittag stieß bei Musikfreunden aus nah und fern auf enormes Interesse, sodass noch in letzter Minute zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten.

Der große Raum im Erdgeschoss der Ötisheimer Kelter weist, wie schon von den ersten Takten des Konzerts erkennbar war, eine warme Akustik auf, die insbesondere einem Konzert mit erlesenem Streicherklang außerordentlich gut tut. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim gestaltete zur Einleitung ein Concerto in G-Dur, Opus 51, Nummer vier von Antonio Vivaldi, das den Zusatz „alle rustica“ trägt voller Schwung in wohl dosierten Tempi. Auch zwei Sätze der Streichersonate Nummer zwei in A-Dur, einem genialen Jugendwerk von Gioacchino Rossini, und schließlich das Konzertstück für Streicher mit dem Titel „Chrysanthemen“ von Giacomo Puccini wurden als musikalische Kostbarkeiten von den Musikern unter Peter Wallingers Leitung dargeboten.

Den Programmteil „Venedig“ bereicherte mit der Aufführung von Kompositionen von Giuseppe Sammartini und Antonio Vivaldi der exzellente Virtuose auf der Sopranblockflöte Daniel Koschitzki. Dieser junge Könner auf seinem Instrument interpretierte ein Concertino in F-Dur von Sammartini, einem jüngeren Zeitgenossen von Vivaldi, mit virtuoser Bravour. Die kompliziertesten, geradezu verwegen angelegten schnellen Passagen sowohl dieses Werks als auch im weiteren Verlauf des Neujahrskonzerts in Ötisheim erst recht des Concertos in C-Dur für Flöte und Streicher von Vivaldi führte Daniel Koschitzki in rasantem Tempo und in unvergleichlich präziser Intonation, dazu auch überaus nuanciert im Ausdruck aus. Er musizierte förmlich mit dem ganzen Körper und zuweilen schien es so, als wollte der sein Spiel noch mit tänzerisch anmutenden Bewegungen ergänzen. Für den frenetischen Beifall nach dem Vivaldi-Concerto bedankte sich Daniel Koschitzki noch mit einer brillant ausgeführten Zugabe. In ähnlicher Weise waren auch die Besucher des Neujahrskonzerts, das am Sonntagnachmittag noch einmal in der Kelter in Bietigheim-Bissingen zu hören war, von diesem temperamentvollen und energiegeladenen Feuerwerk nach Noten begeistert.

Im zweiten Programmteil waren Kompositionen der tschechischen Komponisten Josef Myslivecek, der im 18. Jahrhundert lebte, sowie Antonin Dvorák und Leo_ Janácek zu hören. Ein Quintetto in Es-Dur von Myslivecek ließ die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger sehr elegant und in der Melodik feinstimmig erklingen. Der Komponist lebte hauptsächlich in Italien, weshalb seine Kompositionen vom dortigen farbenreichen Stil geprägt sind. Zwei Walzer aus Opus 54 von Antonin Dvorák erlebten schwebend leichte und delikate Wiedergaben und auch drei Sätze des Zyklus „Idylle“ von Janácek waren in der Ausführung durch das in zart schimmernden Klangfarben musizierende Streichorchester ein Genuss. Nach anhaltendem, freudigen Schlussapplaus spielte die Süddeutsche Kammersinfonie noch eine kurze Zugabe. Nach dem Konzert meinte Peter Wallinger im Gespräch mit unserer Zeitung, er sei von dem Ambiente und der Akustik der Kelter so angetan, dass er beabsichtige, auch in Zukunft hier mit der Kammersinfonie aufzutreten.

Rudolf Wesner

Ein Feuerwerk nach Noten

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Auf eine musikalische Reise nach Venedig und Prag nahm die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim die Besucher ihrer Neujahrskonzerte im Murrer Bürgersaal und in der Bietigheimer Kelter mit. Unter der Leitung von Peter Wallinger musizierte das Orchester in fülliger und hell leuchtender Klangpracht.

Der Leiter des Kulturamtes von Murr, Matthias Bader, begrüßte am Samstagabend die Besucher, deren Zahl sich auch in diesem Jahr erfreulicherweise weiter erhöht hat, mit Glückwünschen zum neuen Jahr und verband diese mit nachdenklichen Worten. Außerdem versprach er ein Programm, in welchem musikalische Funken versprüht würden.

Das bewahrheitete sich schon mit den ersten Takten eines Concertos in G-Dur, Opus 51, Nummer vier, von Antonio Vivaldi, das den Zusatz „alle rustica“ trägt. Die drei Sätze des Werkes gestaltete die Süddeutsche Kammersinfonie voller Schwung in wohl dosierten Tempi. Zugleich bestach das Orchester unter Peter Wallingers Leitung einmal mehr mit seinem erlesenen Streicherklang.
Auch zwei Sätze der Streichersonate Nummer zwei in A-Dur, einem genialen Jugendwerk von Gioacchino Rossini, und schließlich das Konzertstück für Streicher mit dem Titel „Chrysanthemen“ von Giacomo Puccini wurden als musikalische Kostbarkeiten gestaltet.

Den Programmteil „Venedig“ bereicherte Daniel Koschitzki als exzellenter Virtuose auf der Sopranblockflöte. Dieser junge Könner interpretierte ein Concertino in F-Dur von Giuseppe Sammartini, einem jüngeren Zeitgenossen Vivaldis, mit virtuoser Bravour. Die kompliziertesten, geradezu verwegen angelegten schnellen Passagen dieses Werks und erst recht die des Concertos in C-Dur für Pikkoloflöte und Streicher von Vivaldi führte Daniel Koschitzki in rasantem Tempo und in unvergleichlich präziser Intonation, dazu überaus nuanciert im Ausdruck aus. Er musizierte förmlich mit dem ganzen Körper, und zuweilen schien es, als wolle er sein Spiel noch mit tänzerisch anmutenden Bewegungen ergänzen. Für den frenetischen Beifall nach dem Vivaldi-Concerto bedankte sich Daniel Koschitzki noch mit einer brillant dargebotenen Zugabe.

In ähnlicher Weise waren auch die Besucher des Neujahrskonzerts am Sonntagnachmittag in Bietigheim-Bissingen von diesem temperamentvollen und energiegeladenen Feuerwerk nach Noten begeistert.

Im zweiten Programmteil waren Kompositionen der tschechischen Komponisten Josef Mysliveček, der im 18. Jahrhundert lebte, sowie von Antonin Dvorák und Leoš Janáček zu hören. Ein Quintetto in Es-Dur von Mysliveček ließ die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger sehr elegant und in der Melodik feinstimmig erklingen. Der Komponist lebte hauptsächlich in Italien, weshalb seine Kompositionen vom dortigen farbenreichen Stil geprägt sind. Zwei Walzer aus Opus 54 von Antonin Dvorák erlebten schwebend leichte und delikate Wiedergaben, und auch drei Sätze des Zyklus „Idylle“ von Leoš Janáček waren in der Ausführung durch das in zart schimmernden Klangfarben musizierende Streichorchester ein Genuss. Nach anhaltendem, freudigem Schlussapplaus spielte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim noch eine kurze Zugabe.

Rudolf Wesner

Munter zwitschert die Blockflöte

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Kein aufwendiges Ritual, wie es sonst bei solchen Gelegenheiten gern zelebriert wird. Stattdessen fröhliche Leichtigkeit. Passend zum Vorfrühlings-Sonnenschein und zum lichtdurchfluteten Ambiente bereitete das Neujahrskonzert in Ötisheim eine helle Freude. Das lag vor allem an flink zwitschernden Töne-Kaskaden, zart ausgezogenen Klangbögen und virtuos sprühenden Cluster-Girlanden. Damit verzauberte Blockflötist Daniel Koschitzki die Zuhörer in der bis auf den letzten Winkel besetzten, erst kürzlich restaurierten und zum Konzertsaal umfunktionierten Historischen Kelter. Der alle Erwartungen übertreffende Erfolg war natürlich auch ein Verdienst der von Peter Wallinger geleiteten „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“, die dem Bläsersolisten einfühlsame Streicher-Grundierungen und mancherlei musikantische Impulse offerierte.

Foto: Fotomoment

In zwei Konzertstücken demonstrierte der preisgekrönte und von der Bundesregierung zum „Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands“ berufene Blockflöten-Virtuose seine glanzvolle Kunstfertigkeit. Das mit furioser Rasanz musizierte Allegro aus einem F-Dur-Concerto für Sopranblockflöte und Orchester des in Mailand geborenen und in London bei Händels Oratorienaufführungen mitwirkenden Oboisten Giuseppe Sammartini war eine Wucht: Glitzernde Trillerketten, hüpfende Arpeggien und brillant ausgeformte Akzente bestimmten die Komposition.

Frappierend Koschitzkis schwebende Behändigkeit bei lupenreiner Intonation – blockflötenübliche Unsauberkeiten Fehlanzeige! Dasselbe Bild bei noch gesteigerter Virtuosität mit der kleinsten aller Blockflöten zeigte sich in Antonio Vivaldis dreisätzigem Concerto C-Dur für Sopranino und Streichorchester (RV 443). In spieltechnisch unglaubliche Höhen aufsteigende, atemberaubend endlose Tempoläufe zeichneten das orchestral abgefederte Einleitungs-Allegro aus. Largo-Schönheiten mit weichen Melodiebögen über kraftvollem Streichersound lösten im zweiten Satz Sehnsuchts-Stimmungen aus, wie man sie dem Flöten- und Hirtengott Pan zuschreibt. Nicht nur hier reagierte die zerbrechliche Miniaturblockföte empfindsam noch auf die feinsten Atemschübe. Schlackenfrei klar und temperamentvoll das abschließende Allegro molto, das der fulminanten Interpretation die Krone aufsetzte. Publikumsjubel und Bravorufe sowie eine Zugabe (Allegro molto für Blockflöte solo von Benoit Tranquille Berbignies) waren die Folge.

Das von Wallinger ausgelassen zupackend dirigierte, munter aufspielende Streicherensemble punktete freilich auch ohne Solisten. Mit barocker Klangpracht in Vivaldis Concerto G-Dur „Alla Rustica“ (op.51, Nr.4), heiter mit einer A-Dur-Streichersonate von Rossini oder romantisch schwelgend mit Puccinis Bravourstück „Chrysanthemen“ für Streicher. Überhaupt lebte das bunte, von Edgar Wipf kompetent moderierte und unter den Titel „Venedig-Prag“ gestellte Nummernprogramm vom atmosphärischen Kontrast der historischen Aufführungsorte und Epochen. Die böhmische Musik war mit Walzern von Dvorák, einer selten zu hörenden Streicher-„Idylle“ von Leos Janácek und einem arios galanten, für Orchester gefassten Quintetto in Es-Dur von Josef Myslivecek vertreten. Walzer-Takt und der süße Schmelzklang der Geigen werden als Nachhall bleiben. Aber das gehört zu einem richtigen Neujahrskonzert einfach dazu.

Eckehard Uhlig

Kleine Sinfonie ganz groß

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Zur Zeit der Entstehung waren es oft bahnbrechende Werke, heute gehören die am Sonntagabend von der Sueddeutschen Kammersinfonie gespielten Kompositionen zu den beliebten Teilen eines Konzertes.

Nach einer kompetenten Einführung durch Christina Dollinger, Musikwissenschaftlerin mit dem Augenmerk auf das musikalisch Besondere, eröffneten Peter Wallinger und die Sueddeutsche Kammersinfonie mit der „Pavane pour une infante défunte“ von Maurice Ravel das Programm im Bietigheimer Kronenzentrum. Schon als Klavierstück hatte das Werk des Komponisten höchstes Lob erfahren, seine Bearbeitung für Orchester scheint noch mehr die Würde der Stimmung wiederzugeben. Tiefe Bläser, große Bögen und wunderbare Klangteppiche schienen für das Orchester genau zu passen, die Interpretation vermittelte eine beeindruckende Stimmung.

Dann kam der Kontrast: Ein heiterer Mozart, der seine 30 Klavierkonzerte vor allem für sich selbst komponiert hat. Als erster freiberuflicher Musiker der Musikgeschichte war er darauf angewiesen, seine Werke selbst aufzuführen. Der Interpret des A-Dur Konzerts KV 488 ist kein Unbekannter in Bietigheim: Bernard d`Ascoli hat schon Beethoven mit der Kammersinfonie gespielt und spricht begeistert von der Zusammenarbeit mit dem Orchester. So unsicher, wie sich der blinde Pianist auf der Bühne bewegt, so sicher ist sein Spielen. Alle Sensoren dieses sensiblen Musikers scheinen auf Hören ausgerichtet zu sein. Während die schnellen Sätze des Werkes eher kraftvoll mit etwas Beethoventendenz erklangen, zauberten die Musiker ein wunderschönes Adagio, das von der Farbgebung schon ein wenig in die Romantik verwies. Besonders beglückend waren die beiden Zugaben des Pianisten, ein Schubert Impromptu und ein Walzer von Chopin, die außerordentlich virtuos und zugleich berührend von d‘Ascoli musiziert wurden.

Das bahnbrechendste Werk in der Geschichte der modernen Musik, „L´après-midi d´un faune“ von Claude Debussy, eröffnete den zweiten Teil des Programms. Was der Komponist unter dem Einfluss asiatischer Musik an neuen Klängen auf die Partitur übertrug, ist heute in seiner Unerhörtheit kaum noch nachvollziehbar. Musik und Malerei vereinigten sich zu Bildern in den schönsten Farben. Allein der Beginn, ein wunderschönes Flötensolo, impressionistische Orchesterbilder, die kaum der rhythmischen Struktur bedürfen, nehmen den Hörer mit auf eine Reise zu Farben, Bildern, Fantasien.

Peter Wallinger und sein Orchester gaben mit ihrer Wiedergabe diesem besonderen Werk alle Ehre. Den Abschluss machte nicht ein romantisch-schwermütiger, sondern ein heiterer Franz Schubert mit seiner Sinfonie in B-Dur. Einige Bläser verließen die Bühne, und die sinfonische Besetzung verkleinerte sich, zumindest bei den Bläsern, auf Solistenformat. Das Werk wird die “kleine Sinfonie“ genannt, dennoch präsentiert sie sich in Klarheit und musikalischer Größe. Auch dieses Werk schien den Musikern unter Peter Wallinger auf den Leib geschrieben. Schwungvolles Musizieren und klare Interpretation der klassischen Form zeichnen das interpretatorische Konzept der Kammersinfonie und ihres Leiters aus.

Irene Schmidt-Makowiec

„Klangzauber“ im nur halb gefüllten Kronensaal

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Kompositionen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts verbanden sich in einem Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger mit solchen des Impressionismus zu ohrenschmeichelndem „Klangzauber“.

Im halb vollen Kronensaal hörten die Besucher delikate Aufführungen von Werken von Mozart, Schubert, Debussy und Ravel.

Dessen „Pavane pour une Infante défunte“ ist ein sanft dahinschreitendes Orchesterstück, in dem wehmütig und andachtsvoll an eine verstorbene Prinzessin erinnert wird. Die Süddeutsche Kammersinfonie leitete damit das Konzert ein und bestach mit einer lyrisch und verklärt gestalteten Aufführung der weit tragenden schlichten Melodik.

Vor drei Jahren beeindruckte der blinde Pianist Bernard d’Ascoli im Kronensaal mit einer ausgereiften Interpretation des dritten Klavierkonzerts von Beethoven. Jetzt war der außergewöhnliche Künstler erneut in Bietigheim zu hören. Mit der Süddeutschen Kammersinfonie führte er Mozarts Klavierkonzert

A-Dur, KV 488, auf. Bernard d’Ascolis schwebend leichter An- schlag ließ bereits im ersten Satz aufhorchen, die graziösen The- men in bewegtem Tempo breitete er transparent aus. Es erklang besinnliches, beseeltes Adagio; das Einleitungsmotivdesdritten Satzes spielte der Franzose mit erfrischendem Elan. Es war eine von sprühender Intensität getragene Interpretation zu erleben, zumal das Orchester ihn mit klangprächtiger Fülle begleitete.

Zauberisch und verträumt er- klang das Prélude „L’après-midi d’un faune“ von Debussy. Das Flirren und Flimmern der Luft an einem Sommernachmittag in der mythischen Landschaft Arkadiens ließ Peter Wallinger vom Orchester genüsslich musizieren. Besonders die Holzbläser führten die elegisch dahinfließende Melodik in sensibler Intonation aus. Ein wahrer Ohrenschmaus!

Beliebt ist Schuberts fünfte Sinfonie in B-Dur, deren anmutiger erster Satz noch von Mozart beeinflusst ist. Romantische Stimmungen und tänzerische Elemente artikulieren sich auch in den weiteren Sätzen. Drei Sätze musizierte das Orchester in forschen Tempi und entfaltete dabei seine in jedem Register glutvolle Fülle. Nur das Andante erklang geruhsam dahingleitend.

Rudolf Wesner

„sueddeutsche kammersinfonie“ im Mühlehof

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Weil der Uhlandbau gegenwärtig renoviert wird, mussten Peter Wallinger und die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim mit der Konzertreihe „MühlackerConcerto“ am Samstagabend in den deutlich größeren, deshalb leider nur schwach besetzten Gottlob-Frick-Saal im Mühlehof umziehen. Mit Werken aus zwei Jahrhunderten bot dieses brillante Ensemble den versprochenen Klangzauber in reichem Maße.

Foto: Fotomoment

Die „Pavane pour une Infante défunte“ von Maurice Ravel ist ein sanft dahin schreitendes Orchesterstück, in dem wehmütig und andachtsvoll an eine verstorbene Prinzessin erinnert wird. Die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim leitete damit das Konzert ein und bestach vom ersten Takt an mit einer lyrisch und verklärt gestalteten Aufführung der weit tragenden schlichten Melodik.

Vor drei Jahren beeindruckte der in Südfrankreich geborene, blinde Pianist Bernard d’Ascoli damals im Uhlandbau mit einer unvergesslich ausgereiften Interpretation des Klavierkonzerts Nummer drei von Ludwig van Beethoven. Am Samstagabend war dieser außergewöhnliche Künstler erneut in Mühlacker zu hören. Zusammen mit der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger führte er das Klavierkonzert A-Dur, KV 488, von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Bernard d’Ascoli ließ bereits im ersten Satz wegen seines schwebend leichten Anschlags aufhorchen, mit dem er die graziösen Themen in bewegtem Tempo überaus transparent ausbreitete. Unter d’Ascolis Händen erklang ein besinnliches und beseeltes Adagio und das Einleitungsmotiv des dritten Satzes spielte er mit solch erfrischendem Elan, dass eine von sprühender Intensität getragene Interpretation zu erleben war, zumal auch die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim den Solisten mit klangprächtiger Fülle begleitete und ihren Begleitpart in gewohnt feiner Nuancierung farbenreich musizierte.

Zauberisch und verträumt erklang das Prélude à „L’après-midi d’un faune“ (Der Nachmittag eines Fauns), das Claude Debussy im Jahr 1892 komponierte. Es gilt als das erste impressionistische Orchesterwerk der Musikgeschichte. Das Flirren und Flimmern der Luft an einem warmen Sommernachmittag in der mythischen Landschaft Arkadiens ließ Peter Wallinger von seinem Orchester genüsslich musizieren. Insbesondere die Holzbläser führten die elegisch dahinfließende Melodik in sensibler Intonation aus. Ein wahrer Ohrenschmaus war dies Wiedergabe des Debussy-Werks.

Beliebt und gern gehört ist die Sinfonie Nummer fünf in B-Dur, von Franz Schubert 1816 in Noten gesetzt. Sie ist in ihrem anmutigen ersten Satz noch deutlich von Mozart beeinflusst. Romantische Stimmungen und tänzerische Elemente artikulieren sich auch in den weiteren vier Sätzen durch weitgespannte, eingängige Melodien. Drei Sätze musizierte das Orchester in forschen Tempi und entfaltete dabei seine in jedem Register glutvolle Klangfülle.

Nur das Andante erklang in geruhsam dahingleitendem Tempo Der beliebten Sinfonie wurde mit der unpathetischen Wiedergabe kraftvoll leuchtender Glanz verliehen.

Rudolf Wesner

Klangzauber schmeichelt Ohren

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Kompositionen aus der Zeit der Klassik im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert verbanden sich in einem Konzert der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger mit solchen des Impressionismus zu ohrenschmeichelndem Klangzauber.

Im nur schwach besetzten Gottlob-Frick-Saal des Mühlehofs erlebten die Besucher am Samstagabend delikate Aufführungen von Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Claude Debussy und Maurice Ravel.

Weil der Uhlandbau renoviert wird, mussten Peter Wallinger und sein Orchester mit der von ihm initiierten Konzertreihe „Mühlacker Concerto“ in den wesentlich größeren Gottlob-Frick-Saal umziehen. Von der musikalischen Qualität des Konzerts und der ausführenden sueddeutschen kammersinfonie bietigheim her gesehen hätte der Mühlehof-Saal eigentlich voll besetzt sein müssen, denn mit den ausgewählten Werken aus zwei Jahrhunderten bot dieses brillante Ensemble den versprochenen Klangzauber in vollem Maße.

Die „Pavane pour une Infante défunte“ von Maurice Ravel ist ein sanft dahinschreitendes Orchesterstück, in dem wehmütig und andachtsvoll an eine verstorbene Prinzessin erinnert wird, obwohl der Komponist das Werk nicht als Totenklage verstanden haben wollte. Die sueddeutsche kammersinfonie leitete damit das Konzert ein und bestach vom ersten Takt an mit sensibler Verschmelzung der einzelnen Orchesterstimmen. Lyrisch und verklärt breitete sich die schlichte Melodik aus.

Vor drei Jahren beeindruckte der in Südfrankreich geborene, blinde Pianist Bernard d’Ascoli im Uhlandbau mit einer einzigartigen Interpretation des Klavierkonzerts Nummer drei von Ludwig van Beethoven. Jetzt war dieser außergewöhnliche Künstler erneut in Mühlacker zu hören. Zusammen mit der sueddeutschen kammersinfonie unter Leitung von Peter Wallinger führte er das Klavierkonzert A-Dur, KV 488, von Mozart auf.

Bernard d’Ascoli bestach bereits im ersten Satz mit seinem schwebend leichten Anschlag, mit dem er die graziösen Themen in bewegtem Tempo überaus transparent gestaltete. Unter d’Ascolis Händen erklang ein besinnliches und beseeltes Adagio, und das Einleitungsmotiv des weithin bekannten dritten Satzes spielte er mit erfrischendem Elan, so dass eine von sprühender Intensität getragene Ausführung zu hören war, zumal auch die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim den Solisten mit klangprächtiger Fülle begleitete und ihren Begleitpart in gewohnter feiner Nuancierung farbenreich musizierte. Für den freudigen Applaus bedankte sich d’Ascoli mit einer Chopin-Komposition, die gleichfalls voller Energie dargeboten wurde.

Zauberisch und verträumt erklang das Prélude „L’après-midi d’un faune“ (Der Nachmittag eines Fauns), das Claude Debussy im Jahr 1892 komponierte. Es gilt als das erste impressionistische Orchesterwerk der Musikgeschichte. Das Flirren und Flimmern der Luft an einem warmen Sommernachmittag in der mythischen Landschaft Arkadiens ließ Peter Wallinger seinem Orchester genüsslich musizieren. Insbesondere die Holzbläser führten die träge dahinfließende Melodik in sensibler Intonation aus.

Beliebt und gern gehört ist die Sinfonie Nummer fünf in B-Dur, von Franz Schubert 1816 in Noten gesetzt. Sie ist in ihrem anmutigen ersten Satz noch deutlich von Mozart beeinflusst. Romantische Stimmungen und tänzerische Elemente artikulieren sich in weit gespannten, eingängigen Melodien. Drei der vier Sätze musizierte das Orchester in forschen Tempi und entfaltete dabei seine in jedem Register glutvolle Fülle. Nur das Andante erklang in geruhsam dahingleitendem Tempo. Peter Wallinger verlieh der Sinfonie mit dieser unpathetischen Wiedergabe leuchtenden Glanz. Als Zugabe für den begeisterten Schlussapplaus wurde noch ein kurzer Ausschnitt aus dem Menuett-Satz gespielt.

Rudolf Wesner

Klassik: Ein höllischer Spaß für Schüler

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Gebannt verfolgen kleine Zuschauer in der Bietigheimer Kelter die musikalische Erzählung vom „Teufel mit den goldenen Löckchen“. Die Süddeutsche Kammersinfonie hatte in sechs Vorstellungen 1400 Grundschüler zu Gast. Musikunterricht der Extraklasse.

Qualm quillt aus dem Ofen in der Kelter. Es ist heiß und düster in der Nebenhölle 23, der Hölle für Musiker. Lucius der Siebente, eigentlich ein Fehlerteufel, soll das seit fast zehn Jahren von der Erde verschwundene Fagott-Ensemble, Geschwister Fago“ bewachen. Er bekommt eine Belohnung, wenn sich niemand auf der Erde an die Fagottisten erinnert. Natürlich kommt es anders: Auf der Erde erinnert sich die kleine Paula an das Quartett, und so macht sich Schutzengel Angela auf den Weg, um die Musiker zu befreien.

Die „Fago-Geschwister“ (das Fagott-Ensemble der Kammersinfonie mit Bernadette Glöckler, Frank Lehmann, Stephan Rex und Christof Baumbusch) war aus nicht näher erklärten Gründen nach ihrem Tod in die Hölle geraten und spielten dem Teufel Lucius (Jörg Schade) erst einmal den ,,Gefangenenchor“ aus Verdis ,,Nabucco“ vor. Nach teuflischen Ratespielen des rot beschwanzten Lucius mit dem Publikum („ist ein Fagott ein Blechblas-, ein Holzblas- oder ein Tasteninstrument?“) trat Schutzengel Angela (Christiane Schoon) auf den Plan. Die Befreiungsaktion leitete der Engel nicht alleine ein, sondern mit Hilfe der Kinder. Diese ließen sich weder von Rätseln in Gedichtform (,.Ich hab ’nen Kasten, mit vielen Tasten, die niemals rasten“) noch von Klatschrhythmen für eine Spontankomposition abschrecken.

Untermalt wurde das musikalische Programm von einem klug zusammengestellten Potpourri: Klassiker wie Jacques Offenbachs Höllenritt-Can-Can aus ,,Orpheus in der Unterwelt“ waren genauso wie Volks- oder Kinderlieder zu hören. Ein höllischer Spaß für kleine Musikfreunde: ,,Der Teufel mit den goldenen Löckchen“ bietet alles, was Kinderherzen höher schlagen lässt: Spannung, Witz und jede Menge Musik.

Kein Wunder. dass man danach nur zufriedene Zuhörer traf. ,,Sehr gut“ und ,,sehr witzig“, urteilten die Jungen und Mädchen verschiedener Schulen aus der Stadt und dem Umland.

Das Interesse an der Musikvermittlung war riesengroß. Darüber freut sich der Leiter der Kammersinfonie, Peter Wallinger. Sechsmal war die Kelter ausverkauft. Sechsmal gab es Beifall für klassische Musik.

Anliegen von Kammersinfonie und städtischem Kulturamt ist es. wie Projektkoordinator Ulas Aktas betont, Freude an der Musik zu wecken und den Kindern die Angst vor klassischer Musik zu nehmen.

Vielleicht wollen die Profimusiker auch eine Lücke im Lehrplan schließen, weil es das Fach Musik in der Grundschule nicht mehr gibt. Die Begeisterung der Kinder gibt den Musikern recht. Mit Klatschen und Antworten aus vielen Kehlen waren sie voll und ganz dabei und unterstützten Handlung und Dialoge der Schauspieler mit Begeisterung.

Alfred Drossel

Engel Angela rettet die Fagotte

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Schulkinder bekommen spielerisch klassische Musik und Instrumente nähergebracht. Gleich zweimal trieb der Teufel Lucius gestern Vormittag seine höllischen Späße mit vier Fagottisten der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Daran hatten Besucher und Schüler ihren Spaß.

Seit dem Jahr 2004 führen Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim diese Konzerte für Schüler in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Bietigheim-Bissingen durch. Auch am heutigen Dienstag-sowie am Mittwochvormittag sind jeweils zwei Vorstellungen vorgesehen.

Ziel ist es, wie Peter Wallinger, Gründer und Chefdirigent des Orchesters, betonte, Kinder schon frühzeitig an klassische Musik heranzuführen. Das ist zweifellos eine anspruchsvolle Aufgabe, aber die Begeisterung der kleinen Zuhörer, wie sie sich auch am Montagvormittag lautstark äußerte, belegte, dass so etwas gut angenommen wird. Voraussetzung ist allerdings eine kindgerechte Präsentation der ausgewählten Stücke.

Jörg Schade und Franz-Georg Stähling hatten hierfür genau das richtige Gefühl, als sie das Musiktheaterstück ,,Der Teufel mit den goldenen Löckchen“ schrieben und mit Musik von Giuseppe Verdi, Jacques Offenbach, Georg Friedrich Händel, Gioacchino Rossini und anderen umrahmten. In dem Zwei-Personen-Stück spielte Jörg Schade den Teufel Lucius mit lebhafter Gestik und viel Sinn für die Komik seiner Rolle. Außerdem sorgte der von Christiane Schoon überaus heiter und bewegt dargestellte Schutzengel Angela für den temperamentvollen Handlungsablauf.

Lucius bewachte in der Nebenrolle für Musiker seit zehn Jahren das einstmals auf Erden legendäre Fagottquartett „Geschwister Ohrentaub“. Eigentlich sollte nun seine Aufgabe abgeschlossen sein, denn falls sich nach dieser langen Zeit kein Mensch mehr an die in die Musikerhölle verbannten Künstler erinnert, würden diese endgültig in der tiefsten Hölle verschwinden und Lucius würde eine tolle Belohnung für seine treuen Dienste erhalten.

Doch da trifft in letzter Minute vom Chefteufel die Mitteilung ein, dass sich das Mädchen Paula sehnsüchtig an seine Tante Hermine und ihre Brüder erinnere. Der Engel Angela sei schon auf dem Weg, um die vier aus der Hölle wieder auf die Erde zurückzuholen. Aber so schnell wollte sich Lucius nicht geschlagen geben. Mit List und Tücke ersinnt er ein Ratespiel mit, wie er meint, höllisch schwierigen, unlösbaren Aufgaben und hofft, dass der blondgelockte Engel keine Chance haben würde, die richtigen Antworten zu finden. Aber Angela und die vier Fagottisten, Bernadette Glöckler, Frank Lehmann, Stephen Rex und Christof Baumbach, die seit vielen Jahren der Süddeutschen Kammersinfonie angehören, können alle Fragen mühelos richtig beantworten. Sie werden von den Ketten, an die sie gefesselt waren, befreit und verabschieden sich einer nach dem anderen von dem auf einmal schrecklich traurigen Teufel. Zum Trost gewährt ihm Angela einen Wunsch. Lucius schließt seine Augen und als er sie wieder öffnet, hat sich sein Wunsch erfüllt. Statt der zwei Hörnchen ziert sein Kopf nun eine wallende, blonde Lockenpracht.

Die beiden Darsteller Jörg Schade und Christiane Schoon spielen ihre Rollen so lebendig und beziehen dabei die mit Spannung der Vorstellung folgenden Kinder in die flotte Handlung ein. Dazwischen erklingen für ein Fagottquartett arrangierte bekannte Kompositionen und natürlich wird auch das Holzblasinstrument in alle Einzelheiten den Zuschauern erklärt.

Wie deutlich zu hören war, ist das Fagott eben nicht bloß der „Brummbär“ in einem Orchester, sondern eignet sich vorzüglich auch zum Spiel schöner, auch beschwingter Melodien.

Das ist lebendiger und eindrucksvoller Musikunterricht, für den sich die Jungen und Mädchen in der Kelter mit lautem, freudigem Beifall bedankten.

Rudolf Wesner