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Impressionen des Südens

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„Mediterrane Streifzüge“ versprachen Peter Wallinger und seine „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ beim „Musikalischen Sommer“ in Lienzingen. Tatsächlich waren (wegen drückender Hitze) nicht nur Dirigent und Instrumentalisten gekleidet, als stünde der Aufbruch in die Toskana kurz bevor. Auch die gebotene Musik leuchtete in sommersatten Farben.

Die einleitend musizierten Instrumentalstücke aus Claudio Monteverdis Bühnen-Märchen „Orfeo“ zelebrierten im Wechsel temperamentvoll aufgehellte und dunkel traurige Sätze, kamen gemessenen Schrittes daher oder tänzerisch leicht. Später gab es ein in manchen Passagen südländisch glühendes „Concerto per Archi“ (Streicherkonzert) des italienischen Komponisten Nino Rota, dessen Filmmusiken große Erfolge waren. Und Teile aus den populären, im alten Stil anmutig und musikantisch reizvoll vorgetragenen „Antiche Danze ed Arie“ von Ottorino Respighi. Im Zentrum der musikalischen Matinee aber standen zwei Solo-Konzerte mit der renommierten Marimba-Spielerin und polnischen Musikhochschul-Professorin Katarzyna Mycka, die als internationale Botschafterin ihres ursprünglich aus Guatemala stammenden Instrumentes gilt.

Foto: Fotomoment

Virtuose Technik

Die Wiedergabe des von ihr transponierten d-Moll-Konzerts „für Marimba und Orchester“ von Johann Sebastian Bach (nach dessen Cembalo-Konzert BWV 1052) gefiel nicht nur wegen des dunkel-verhangenen Resonatoren-Tons der benutzten Stabspiele. Vor allem begeisterte die Zuhörer die virtuose Handhabung der Triller-Ketten, Töne-Kaskaden und fein nachhallenden Akkord-Brechungen. Marimbaspieler brauchen an ihrem breit ausladenden Instrumententisch, mit je zwei Klöppeln in beiden Händen, athletische Kondition bei höchster Konzentration. Katarzyna Mycka verfügt zudem über eine Sensibilität, die jede dynamische Nuance beherrscht und schlafwandlerisch sicher Akzente setzt. Das zeigte sich nicht zuletzt in ihrer fulminanten Interpretation des Marimba-Konzertes von Emmanuel Séjourné (geboren 1961), das sich dank seiner aus tiefsten Regionen in lichte Höhen aufsteigenden, anscheinend von kosmischen Energien getragenen Sphärenmusik ganz neuartigen, sinnlich intensiv erfahrbaren Klangräumen öffnete. Blitzschnelle Reaktionen zeichneten den Wirbel der Schlegel aus, aber auch geschmeidige, jäh gebremste Geläufigkeit.

Solche Impulse wurden vom Orchester unter Wallingers Leitung weiter getragen und zu einem stimmungsvollen Musiktableau mediterraner Prägung gefügt.

Eckehard Uhlig

Vibrierende Marimba hebt die baroke Strenge auf Süddeutsche Kammersinfonie begleitet Katarzyna Mycka

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Großsachsenheims Schlosshof war ein lauschiger Ort, um vital leuchtenden Streicherklang zu erleben. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim gestaltete unter der Leitung von Peter Wallinger ein sommerlich heiteres Konzertprogramm mit dem Titel „Mediterrane Streifzüge“

Die zahlreichen Besucher konnten bei hochsommerlichen Temperaturen Musik aus drei Jahrhunderten genießen. Zum ausgewogenen und doch voluminösen Klang des Streicherorchesters fügten sich füllige und warme Töne, die Katarzyna Mycka der Marimba entlockte. Als zusätzliche, reizvolle Klangkulisse kam der muntere Gesang einer Amsel hinzu.

Doch zunächst entführte Peter Wallinger und die Musiker der Kammersinfonie zurück zu Claudio Monteverdi, der im Jahr 1607 mit „Orfeo“ die erste Oper überhaupt komponierte. Daraus waren vier Instrumentalsätze anmutig tänzerisch und in edler Streicherpracht zu hören.

Katarzyna Mycka ist eine hochdekorierte Könnerin auf dem Schlaginstrument Marimba. Im Schlosshof interpretierte sie, feinstimmig vom Orchester begleitet, eine Bearbeitung des Concertos für Cembalo oder Violine Solo (BWV 1052) von Johann Sebastian Bach für ihr Instrument, dessen vibrierender Klang die Strenge der Barockkomposition aufhob. Sehr nuanciert führte Mycka dieses ungewöhnliche Arrangement aus.

Außerordentlich tempobetont und voller offenbarender Musizierfreude spielte die hervorragende Solistin zwei Sätze des zeitgenössischen Konzerts für Marimba und Streichorcherster von Emmanuel Séjourné. Hier entfaltete sie ihre vollendete Virtuosität mit Bravour und Energie, ohne auf einen samtweichen Anschlag mit den vier Schlegeln zu verzichten. Das war ein wahrer Musikgenuss.

Auch im zweiten Teil des Konzerts bestach die Süddeutsche Kammersinfonie mit lebendigem und dichten Streicherklang. Von Nino Rota, vor allem bekannt geworden mit seiner Musik zu den Filmen „Der Pate“, wurden aus dem „Concerto per Archi“ Scherzo und Allegro als echtes Bravourstück aufgeführt: Weite Melodiebögen und markante rhythmische Elemente bildeten vitale Ausdruckskontraste.

Elegant, mal tänzerisch leicht, mal in elegischem Ton schreitend, bot das Orchester zum Abschluss die dritte Suite „Antiche Danze ed Arie“, eine populäre Folge von Bearbeitungen alter Musik aus dem 16. und 17. Jahrhundert von Ottorio Respinghi, die sich als weitere musikalische Delikatesse erwies.

Rudolf Wesner

Anmutig und kraftvoll Edle Streicherpracht verbindet sich mit zartem Marimbaklang

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Zur Fortsetzung der Reihe „Musikalischer Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche gestaltete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger ein sommerlich heiteres Konzertprogramm mit dem Titel „Mediterrane Streifzüge“. Darin fügte sich der ausgewogene und doch auch voluminöse Klang des Streichorchesters mit den fülligen und warmen Tönen, wie sie die hervorragende Solistin Katarzyna Mycka der Marimba entlockte, zusammen.

Doch zunächst entführten Peter Wallinger und das Orchester die Zuhörer weit zurück in eine frühe Periode der Musikgeschichte zu Claudio Monteverdi, der im Jahr 1607 mit „Orfeo“ die erste Oper überhaupt komponierte. Daraus waren vier Instrumentalsätze zu hören. Anmutig tänzerisch erklang in edler Streicherpracht die Ouvertüre. Drei weitere Sätze wiesen unterschiedliche Charakteristiken auf, die transparent ausgebreitet wurden.

Katarzyna Mycka ist eine hoch dekorierte Könnerin auf dem Schlaginstrument Marimba. In der Frauenkirche interpretierte sie, feinstimmig begleitet, eine Bearbeitung des Concertos für Cembalo oder Violine solo von Johann Sebastian Bach für ihr Instrument, dessen vibrierender Klang die Strenge der Barockkomposition aufhob. Sehr nuanciert führte Katarzyna Mycka dieses ungewöhnliche Arrangement des Bach-Werks aus. Außerordentlich tempobetont und voller Musizierfreude spielte die Virtuosin zwei Sätze des zeitgenössischen Konzerts für Marimba und Streichorchester von Emmanuel Séjourné. Hier entfaltete sie ihre vollendete Virtuosität mit Bravour und voller Energie, ohne dabei auf einen samtweichen Anschlag mit den vier Schlegeln zu verzichten. Das war ein wahrer Musikgenuss. Katarzyna Mycka bedankte sich für den lebhaften Beifall mit einem zarten Schlaflied.

Auch im zweiten Teil des Konzerts bestachen die Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim mit unvergleichlich lebendigem und dichtem Streicherklang. Von Nino Rota, vor allem bekannt geworden mit seiner Musik zu den Filmen „Der Pate“, wurden aus seinem „Concerto per Archi“ Scherzo und Allegro als echtes Bravourstück aufgeführt, denn weite Melodiebögen und markante rhythmische Elemente bildeten darin vitale Ausdruckskontraste. Elegant, mal tänzerisch sehr leicht bewegt, mal auch langsam in elegischem Ton schreitend, bot das Orchester unter Peter Wallingers Leitung zum Abschluss die dritte Suite „Antiche Danze ed Arie“, einer populären Folge von Bearbeitungen alter Musik aus dem 16. und 17. Jahrhundert von Ottorino Respighi, die sich als weitere musikalische Delikatesse erwies.

Rudolf Wesner

Virtuosin im Schlosshof Peter Wallingers Kammersinfonie mit Katarzyna Micka

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Die Sommerserenade des Sachsenheimer Kulturamtes brachte am Samstag erneut ein exquisites Programm in hoch professioneller Darbietung durch das Orchester und eine Weltklasse-Solistin.

Im Mittelpunkt stand ein selten gehörtes und noch seltener gesehenes und beim Spiel beobachtetes großes Instrument, das vor der nur mit Streichern besetzten Kammersinfonie stand: ein modernes Marimbaphon.

Foto: Helmut Pangerl..

In Afrika war und ist eine Marimba ein beliebter Klangkörper, eine Abart des Xylophons (auch Balafon genannt), das durch Sklaven in Amerika verbreitet wurde, aus zwei Reihen in chromatischer und diatonischer Stimmung gebauten Klangstäben besteht, die mit Schlägeln zum Ertönen gebracht werden. Das moderne Marimbaphon umfasst heute vier Oktaven zum Spielen und ist, wie man in Sachsenheim nach Programm-Schluss erleben konnte, zusammenklappbar und leicht transportierbar.

Katarzyna Micka hat an Musikhochschulen in Deutschland und Österreich studiert und sich künstlerisch zur Spitzenkönnerin, Professorin und Weltklasse emporgearbeitet. Mit Peter Wallingers Kammersinfonie musizierte sie jetzt wie aus einem Guss, zeigte ihre virtuose Technik mit zwei und vier Schlägeln, interpretierte die Musik nach Vorgabe der Komponisten, aber auch in Übereinstimmung mit ihrer deutlichen Mimik und Körpersprache. Es war toll, die mediterranen und lateinamerikanischen Klänge des gewohnten Orchesterklanges durch die Solistin verstärkt oder auch variiert zu hören.

Monteverdis Auszüge aus seiner Ur-Oper „Orfeo“ flossen arios bis festlich-dramatisch ins Ohr. Bachs umgearbeitetes Violinkonzert d-Moll bot lange Punktklänge wie Violintöne, wechselnd im Solo-Tutti. Auch das Konzert Séjourné, das „Concerto per Archie“ des Namensabkömmlings Nino Rota (1912-1979) der italienischen Musikerfamilien Rota des Mittelalters, wurden trotz ihrer Eigenheiten ganz auf den Marimbaphon-Ton hin interpretiert.

Wer schon Marimbakonzerte bedeutender Könner gehört hat, war in Sachsenheim fasziniert von der ganzheitlichen Wiedergabe der Werke in Verbindung mit der ausgezeichneten Verknüpfung von Soloinstrument und dem Kammerorchester, das seinerseits so gelenkt wurde und aus sich heraus so musizierte, dass man manchmal fast meinte, die Kompositionen doppelt zu hören: als Orchesterstücke und zugleich als Marimbaphon-Soli. Doch es fiel nichts auseinander dank der Kunst aller Mitwirkenden.

Im Schlusswerk des Abends, der Suite „Antiche Danze ed Arie“ des 1936 gestorbenen italienischen Komponisten aller Musikgattungen, Ottorino Respighi, kamen die Formen mediterraner Tonstimmungen und die Wirkungen des Marimbaphons noch einmal voll zum Tragen. Nach dem anhaltenden Publikumsbeifall ließ die Solistin mit schelmischem Lächeln zu diesem „Fußballtag“ noch einen Tango des Argentiniers Piazzolla als Zugabe revanchelüstern aufklingen, während Peter Wallinger dankbar-galant nur eine Mini-Pizzikato-Folge dagegen setzte.

Helmut Müller

Eine Hommage an die Violine Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim legt eine neue Live-CD vor

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Die Solistin und Konzertmeisterin Ursula Schoch steht im Mittelpunkt einer neuen Live-CD der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Ein besonderes Klangerlebnis und großes Hörvergnügen.

Auf der neuen CD „live 2009/2010“ gibt es einen musikalischen Mittelpunkt, um den sich – ohne es abwerten zu wollen – alles andere gruppiert.

Mit der Interpretation des Violinenkonzerts Nr. 4 D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart (KV 218) verbeugt sich die Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger, als auch die Violinistin Ursula Schoch, vor dem musikalischen Genie aus Salzburg. Freilich hat sich Mozart mit seinen fünf Violin-Konzerten den Liebhabereien und Ansprüchen seiner Zeit angepasst – und gilt deshalb oft als zu gefällig. Die Interpretation der Kammersinfonie ist es nicht.

Während das Allegro durchaus straff und das Rondeau überaus leicht und spielerisch präsentiert wird, zeigt sich das innige Andante als wahrer Kristallisationspunkt dieser CD.

In einer tiefen Selbstvergessenheit holt Ursula Schoch die Violinentöne scheinbar aus einem nur ihr bekannten Musik-Universum, um sie in die ganze Klangpracht des Orchesters einzubetten.

Und die CD setzt weitere Gegenpunkte, die in ihrer musikalischen Schönheit und Anmut dem Andante von Mozart in nichts nachstehen.

Franz Schuberts „Deutsche Tänze“ bilden einen bodenständigen Auftakt, wogend und gleichzeitig schwungvoll. Johann Sebastian Bachs Partien für Violine solo zählen zu den berühmtesten Meisterwerken ihrer Art. Gerade wegen ihrer Beschränkung sind sie von einzigartigem Reichtum, so auch die Sonata für Violine solo Nr. 1 g-moll, durchaus ein Kleinod auf dieser CD. Ursula Schoch findet dabei mit sicherem Gespür stets das Gleichgewicht zwischen vitalem Elan und dem hohen Anspruch vertrackter Fugen.

Die Sinfonie Nr. 4 d-moll Op. 120 von Robert Schumann schwingt sich in vier, von großer musikalischen Geschlossenheit geprägten Sätzen zu einem lebhaften, fast schon entfesselnden Finale hin. Die Verträumtheit der Romanze und der Pulsschlag des Scherzo lösen sich zum Ende des vierten Satzes in einem Taumel auf, in dem sich die hohe musikalische Qualität der Kammersinfonie Bietigheim widerspiegelt.

Die letzten beiden Stücke auf der CD sind Klassiker. Jean Sibelius schuf mit „Finlandia“ die heimliche Nationalhymne seiner Heimat mit hoher patriotisch-emotionaler Bedeutung. Das „Sinfonische Gedicht“ ist eine musikalische Huldigung, die die Kammersinfonie in großer Klangbreite bietet – vom schwermütigen Beginn über die Leichtigkeit der Ebenen bis zum jubelnden Ende. Die CD schließt mit Edvard Griegs „Peer Gynt“-Suite ab, wie „Finlandia“, am 6. Dezember 2009 live im Kronenzentrum mitgeschnitten.

„Ases Tod“ zeigt sich hier mit seinen schmerzlichen Harmonien als Ausdruck lauter Klage, die im musikalischen Nichts ausgehaucht wird. „Anitras Tanz“ trägt jene leichte Lust in sich, die sich das Orchester mit Ursula Schoch völlig zu eigen machen.

Im Kanon verbinden sich, fast lauernd, Geige und Bratsche, getragen von den Bässen. Der glanzvolle Schlusspunkt wird mit dem vierten Satz „In der Halle des Bergkönigs“ gesetzt. Die Jagd der Trolle auf Peer gerät zum temporeichen CD-Finale, bei der die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim die Instrumente erst tanzend, dann drohend und schließlich peitschend spielt. Ein großes Hörvergnügen, das die Sinne anspricht.

Jörg Palitzsch

Künstlerische Solidität Peter Wallinger dirigiert die Sueddeutsche Kammersinfonie

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Die Konzerte des Dirigenten Peter Wallinger und seiner „Sueddeutschen Kammersinfonie Bietigheim“ in Mühlacker und beim Musikalischen Sommer in Lienzingen sind seit Jahren fester Bestandteil des klassischen Musikangebots in der Region.

Auf einer jetzt erschienen CD werden aufnahmetechnisch solide Mitschnitte, die klanglich recht kompakt und etwas direkt geraten sind, aus der Saison 2009/2010 des Orchesters vorgestellt. Als Solistin in Wolfgang Amadeus Mozarts 4. Violinkonzert D-Dur KV 218 ist die Geigerin Ursula Schoch, Konzertmeisterin des Amsterdamer Concertgebouw Orchestra, vertreten, mit der Wallinger seit langer Zeit eine erfolgreiche Zusammenarbeit pflegt.

Sie musiziert das D-Dur Konzert mit klarem, aufblühenden Ton, sehr lebendig und rhythmisch pointiert. Eine Herangehensweise, die durch ihre Natürlichkeit und die Unverkrampftheit des Spiels besonders für sich einnehmen kann. Als Zugabe der Geigerin wird zudem das Adagio aus Johann Sebastian Bachs 1. Solosonate BWV 1001 präsentiert.

Neben zweier Schubert-Tänze, bei denen von Wallinger das Folkloristisch-Erdverbundene der Musik in den Vordergrund gerückt wird, kann besonders die 4. Sinfonie von Robert Schumann, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, überzeugen. Die „Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ präsentiert sich unter der vorantreibenden Stabführung Wallingers als sehr sicheres Orchester mit markanten Bläsern und klangschönen Streichern, die nur in den hohen Passagen gelegentlich etwas spitz und ausgedünnt wirken.

Die Spätfassung der d-Moll Sinfonie mit ihren zyklischen Verschränkungen erfährt hier eine profunde Wiedergabe. Etwas blechbläserlastig, aber dennoch sehr markant und wirkungsvoll erklingt Jean Sibelius „Finlandia“, feines Lokalkolorit prägt die Auszüge aus der ersten „Peer Gynt“-Suite von Edvard Grieg.

Alles in allem eine CD, die nicht nur den Freunden des Orchesters empfohlen werden kann.

Thomas Weiss

Geschenk zum Jubiläum

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Die CD-Sammlung der zahlreichen Fans der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim wird weiter anwachsen: Die auf einen Tonträger gebannten Höhepunkte der Jubiläumssaison des von Peter Wallinger aus Maulbronn-Zaisersweiher geleiteten Orchesters sind jetzt erschienen und käuflich zu erwerben. Die CD „Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim live 2009/2010“ stellt eine Retrospektive auf das Jubiläumsjahr „25 Jahre Kammersinfonie“ dar und enthält unter anderem „Zwei Deutsche Tänze“ von Franz Schubert, das Sinfonische Gedicht „Finlandia“ von Jean Sibelius und Sätze aus der „Peer-Gynt-Suite“ von Edvard Grieg.

Die beiden Hauptwerke, Robert Schumanns Sinfonie Nummer 4 in d-moll und Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert in D-Dur mit der Solistin Ursula Schoch, wurden im Mühlacker Uhlandbau mitgeschnitten. Auch alle anderen Werke erklangen im Uhlandbau, wurden dann aber tags darauf in Bietigheim aufgenommen.

Weder die Orchestermusiker noch die Violinsolistin verlassen sich allerdings auf die bewährt gute Akustik des historischen Uhlandbausaals. Mit ebenso transparentem wie differenziertem Klang gestalten die Instrumentalisten Mozarts D-Dur-Konzert und entlocken dem bekannten Werk neue Seiten – im akzentuiert-spielerischen Eröffnungsthema ebenso wie im weiteren Verlauf der drei Sätze. Der Geigerin Ursula Schoch wird der Boden bereitet für ihre virtuose Interpretation, für die die Künstlerin im Konzert so viel Applaus erhielt, dass sie sich mit dem Adagio aus Bachs g-moll-Violinsonate bedankte. Auch dieses Stück ist auf der CD enthalten.

Überzeugt die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim beim Mozart-Konzert noch in der Rolle des stilsicheren, durchaus selbstbewussten Begleiters, so gelten in Silbelius‘ „Finlandia“ und in Griegs „Peer-Gynt-Suite“ keine dynamischen Beschränkungen mehr. Wenn das Orchester durch die „Halle des Bergkönigs“ fegt, fühlt sich der Zuhörer in mystische Welten versetzt – und bedauert, schon am Ende der CD angelangt zu sein.

Carolin Becker

Höhenflüge von Solisten und Orchester Glanzvoller Saisonabschluss für die Reihe „Mühlacker Concerto“ im Uhlandbau

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Die vierte Saison der Konzertreihe „Mühlacker Concerto“ im Uhlandbau beendete dessen Gründer Peter Wallinger zusammen mit seinem vor mehr als 25 Jahren ins Leben gerufenen Orchester, das heute den Namen „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ trägt, am Samstagabend mit „klassisch-romantischen Höhenflügen“.

Die herausragenden Solisten Ursula Schoch (Violine) und Johan van Iersel (Violoncello) vom weltberühmten Concertgebouw-Orkestra Amsterdam verliehen dem Programm zusätzlichen Glanz.

Das nur sehr selten aufgeführte Werk von Maurice Ravel „Menuet antique“ war zu Beginn des gut besuchten Konzerts, das mit dem selben Programm am Abend zuvor auch in Bietigheim-Bissingen dargeboten wurde, zu hören. Farbenreich instrumentiert ist diese Komposition aus dem Jahr 1898. Durch die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ erlebte es eine hell schillernde, kontrastreiche Wiedergabe. Das Orchester breitete bereits mit diesem kurzen Stück vom ersten Takt an seine facettenreiche und lebendige Gestaltungskraft aus.

Prager Sinfonie von Mozart wird sehr expressiv interpretiert

Wahrhaft bravourös interpretierten Peter Wallinger und sein Orchester die Sinfonie Nummer 38 in D-Dur, KV 504, genannt die „Prager Sinfonie“, von Wolfgang Amadeus Mozart. Das feierlich wirkende, den ersten Satz einleitende Adagio, wurde in würdevoller Breite ausgeführt. Doch im anschließenden Allegro ließ Wallinger bereits erahnen, was er mit diesem oft gespielten Werk Mozarts noch vorhatte.

Ein frischer Wind wehte durch die Streicherregister, die darin von den Bläsern akzentreich gestützt wurden. Behutsam schreitend führte die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ die eingängigen Themen des Andantes aus, und damit erschloss sich die kompositorische Pracht des Werks mit seinen vielfarbigen Klangnuancen. Doch darauf folgte ein in forciertem Tempo aufgeführtes Finale Presto.

Diese vehement drängende, gleichwohl aber in strahlendem Orchesterglanz dargebotene Aufführung des dritten Satzes der Mozart-Sinfonie aus dem Jahr 1787 mag Puristen zumindest erstaunt, möglicherweise sogar verärgert haben, doch eigentlich kam mit solcher expressiven Gestaltung die mitreißende Energie der Komposition vollendet zur Geltung. Für die Orchestermitglieder galt allerdings, dass sie sich mit dieser glutvollen Interpretation bis an die Grenze des noch Realisierbaren vorwagten.

Äußerst farbenreich ist das Konzert für Violine, Violoncello und Orchester in a-moll, Opus 102, von Johannes Brahms. Es enthält eine enorme Fülle reizvoller gestalterischer Aufgaben für die beiden Solisten.

Wieder war es Peter Wallinger gelungen, seine einstige Schülerin und heutige Konzertmeisterin am Concertgebouw-Orkestra Amsterdam, Ursula Schoch, für die beiden Konzerte am Wochenende zu gewinnen, und sie brachte ihren Kollegen Johan van Iersel vom selben Klangkörper mit, der dort den Posten des Solocellisten bekleidet.

Diese beiden exzellenten Virtuosen begeisterten vom ersten Takt an mit ihrer vitalen Musizierkunst. Die sinfonische Opulenz der im Jahr 1887 entstandenen Komposition brachte die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ unter Peter Wallingers anregender Leitung in der Begleitung der Solisten im Uhlandbau vehement zum Ausdruck.

Deren impulsives, zugleich aber auch beglückend einfühlsames Spiel spiegelte die spätromantische Grundstimmung des dreisätzigen Werks wider. Vor allem im zweiten Satz, einem Andante, trat diese markant hervor. Liebliche Geigentöne vereinigten sich mit der fülligen Wärme des Violoncellos und ließen damit delikate Klanggebilde wachsen.

Am Beginn des dritten Satzes faszinierte ein energiegeladenes Zwiegespräch der beiden Soloinstrumente, das in kontrastreiches, farbiges, durchaus auch tänzerisch anmutendes Zusammenspiel mit der transparent und klangprächtig musizierenden „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ überging. Ursula Schoch und Johan van Iersel wurden mit lang anhaltendem, freudigen Applaus verabschiedet.

Künstler bringen die Energie der Kompositionen zur Geltung: Die Solisten Ursula Schoch (Violine) und Johan van Iersel (Violoncello) brillieren gemeinsam mit der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ im Mühlacker Uhlandbau. Foto: Keller

Rudolf Wesner

Solistenkonzert im Mühlacker Uhlandbau: Sommerduft und Winterwetter

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Draußen Schneeflocken und Frost. Drinnen erwärmten beim letzten Mühlacker Uhlandbau-Winterkonzert dieser Saison Musikanten die Herzen der begeisterten Zuhörer. Und zwar mit der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim unter Peter Wallinger und den Solisten Ursula Schoch (Violine) und Johan van Iersel (Violoncello) – Instrumentalisten der Extraklasse.

Eingeleitet wurde der Abend mit der selten aufgeführten Orchesterfassung von Maurice Ravels „Menuet antique“, bei dem man sich als programmatische Vorgabe munteres Treiben der Hirten und Panflöter aus der griechischen Mythologie vorstellen könnte. Jedenfalls befeuerten schrill dissonante, heiße Bläserakzente eine untergründig schwelende Glut. In ruhigen Phasen leuchteten lyrisch pastorale Melodien. Farbintensive Musikornamente beflügelten mit Klang-Wolken und den ersehnten sommerlichen Düften die thematisch pendelnde Schlussbewegung. In ihrem ureigensten Element bewegten sich Wallinger und sein Kammersinfonieorchester mit der Wiedergabe von Wolfgang Amadeus Mozarts „Prager Sinfonie“ (Nr. 38 D-Dur, KV 504). Die gleichermaßen zügig und gezügelt interpretierte Komposition bot einen Mozart, wie er sein soll: abgründig dunkel und dabei heiter und fröhlich. Die innere Logik der – ungewohnt dreisätzigen – Sinfonie wurde mit transparenter Dynamik herausgearbeitet und ihr Gefüge mit struktureller Geschlossenheit ausgestattet.

Die vorangestellte gewichtige „Adagio“-Einleitung setzte die grüblerische, in Teilen an die Zauberflöten-Ouvertüre erinnernde Entwicklung des „Allegro“-Sonatensatzes mit machtvollen Forte- und zarten Pianissimo-Abschnitten in Gang. Auch dem langsamen zweiten Satz, dem komplexen „Andante“, fehlte es nicht an Dichte und Energie. Im finalen „Presto“ zogen die Interpreten alle Register übermütiger Lebendigkeit, wobei Wallinger vom Pult aus für den nie nachlassenden Spannungsbogen sorgte.

Nach der Pause setzten die Bietigheimer zusammen mit den beiden Solisten in Johannes Brahms‘ Doppelkonzert a-Moll op.102 für Violine, Violoncello und Orchester zum angekündigten „klassisch-romantischen Höhenflug“ an. Das Brahms’sche Spätwerk hat zwar nie ganz die Popularität seiner anderen Solokonzerte erreicht. Und ist dennoch, wie man sich in Mühlacker überzeugen konnte, ein mitreißendes Meisterwerk.

Wuchtige, mottoartig platzierte Orchester-Tutti eröffneten das monumentale Werk, um bald den Soloinstrumenten Gelegenheit zu geben, sich einzeln und gemeinsam zu präsentieren. Und wie dabei Schoch und van Iersel in markant punktierten Motiven zum konzentriert ausbalancierten Duett zusammenwuchsen, wie sie mit delikatem Klangsinn ihrer fein verschlungen Streicherlinien oder im spannungsvollen Gegeneinander von Achteln und Triolen vor dem Orchester-Hintergrund agierten und virtuos aufgeladene Klangpakete ablieferten, war mehr als hörenswert. Solch dichtes Musizieren bis hin zum effektvoll vibrierenden Finale erlebt man nicht alle Tage.

Eckehard Uhlig

Neujahrskonzert mit Süddeutscher Kammersinfonie

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Ein Neujahrskonzert ohne Johann Strauß-Walzer und finalen Radetzky-Marsch – ist das vorstellbar? In Mühlacker schon, und zwar mit überaus geglückter, unkonventioneller Programmauswahl und heiterer Musik, die das Publikum im sehr gut besuchten Uhlandbau- Saal reich beschenkte.

Natürlich war auch das von Peter Wallingers Süddeutscher Kammersinfonie Bietigheim gegebene Konzert zumindest im ersten Teil ganz von der Wiener Musiktradition bestimmt. Drei „Deutsche Tänze“ von Franz Schubert (aus D 89) leiteten die musikantische Matinee ein: Ein Tanz mit solistischen Geigen-Abschnitten, die von Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi nuanciert fein ausgeführt wurden. Dann ein dynamisch „gewienerter“ zweiter Satz mit einem herausgestellten Reigen im Mittelteil und ein dritter mit konturscharf betonten Rhythmus-Akzenten. Danach folgte ein Bravour-Stück für Salonorchester und Solofagott, die komische Polka „Der alte Brummbär“ des österreichischen Armee-Kapellmeisters Julius Fucik.

Foto: Baumgärtel

Foto: Baumgärtel

Wobei der exzellente Solofagottist Frank Lehman sein Holzblasinstrument nicht nur in abgründig tiefen Lagen virtuos und sonor brummen ließ, sondern auch mit klangschön sanglichen Passagen glänzte. „Neue Wiener Ländler“ von Josef Lanner stimmten auf gefällige Weise in den Dreier-Takt ein, der dann in Antonin Dvoráks „Walzer A-Dur op. 54“ verhaltener Melancholie Ausdruck verlieh. Nach der Konzertpause widmete sich das Bietigheimer Ensemble dem weltläufigen Pariser Flair. Frisch und französisch prickelnd kam die „Ballettmusik“ von Christoph Willibald Gluck daher, um in einem wunderbar zarten Pizzikato-Pianissimo-Ausklang ihre anfangs präsentierte Tanzleidenschaft gleichsam erschöpft auszuhauchen. Die Soloflötistin Verena Guthy-Homolka brillierte in Benjamin Godards „Suite de trois morceaux“ (op. 116) mit herrlich lyrischen Klangbögen einerseits („Idylle“), mit spritzig schäumenden Skalen-Sprüngen und Läufen auf der anderen Seite („Allegretto“ und „Valse“). Jacques Offenbachs „Streicherserenade C-Dur“, die „Sicilienne op. 78“ von Gabriel Fauré sowie Peter Tschaikowskys „Barkarole op. 37a“ steuerten weitere, in unterschiedlichsten Farben blitzende Klangfacetten bei, die Orchesterleiter Peter Wallinger vom Dirigentenpult aus mit lebendiger Interpretationskunst aufpolierte. Als Moderatorin erläuterte Nicole Raichle das Konzert-Motto „Wien – Paris“. Naturgemäß gab es heuer vielerlei Gelegenheiten, Neujahrskonzerte zu hören: Das im Mühlacker Uhlandbau war eines der Schönsten.

Eckehard Uhlig