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admin

Jubiläumsedition 2014

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Konzertsaison der „sueddeutschen kammersinfonie“ auf Doppel-CD festgehalten

Mühlacker. Live-Mitschnitte von Konzerten haben einen besonderen, auch atmosphärischen Reiz – vor allem dann, wenn das eigene Erlebnis der auf Schallplatten festgehaltenen Ereignisse hinzu-kommt. Die vielen Besucher der Konzerte von Peter Wallingers sueddeutscher kammersinfonie bietigheim und natürlich auch andere Musikfreunde werden deshalb für die vorgelegte Doppel-CD dankbar sein, die Höhepunkte der Konzertsaison 2014 dokumentiert und gleichzeitig das Doppel-Jubiläum „30 Jahre Kammersinfonie“ und „10 Jahre MühlackerConcerto“ gebührend würdigt.

Zu hören sind auf den von Wallinger in Eigenregie produzierten Tonträgern Gioacchino Rossinis „Sonata per archi Nr.1 G-Dur“ mit Chihiro Saito (Solo-Cello) und Simon Wallinger (Kontrabass). Als Raritäten gibt es „Nordische Impressionen“ – ein Marsch aus Max Bruchs Serenade nach schwedischen Volksmelodien, Edvard Griegs „Nordische Weisen“ (op.63,2), eine „Humoreske“ (op. 89b) von Jan Sibelius für Solovioline und Orchester (mit Sachiko Kobayashi), Carl Nielsens „Suite für Streichorchester“ (op.1) und Pehr Henrik Nordgrens „Des Spielmanns Lieblingsmusik“ (op.26). Dieser Programmteil aus dem Neujahrskonzert 2014 spiegelt die Vorliebe der Interpreten für skandinavische Komponisten wieder. Freilich ist auch ein anderer Lieblingsautor, nämlich Antonín Dvorák, mit drei Sätzen aus seiner „Böhmischen Suite op.39“ (Adventskonzert) vertreten.

Die Highlights aber sind die Einspielungen von Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll (op.64) mit der Konzertmeisterin des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters Ursula Schoch sowie Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr.3 Es-Dur op.55 („Eroica“). Das Mendelssohn-Konzert wird in einer klangschönen, im Solo spieltechnisch makellosen Interpretation geboten, die mit jeder Star-Besetzung konkurrieren kann. Mit der „Eroica“ stemmen Wallingers Orchestermusiker ein klassisch-sinfonisches Meisterwerk in einer originell und frisch wirkenden Wiedergabe, die ihre Überzeugungskraft gerade aus der reduzierten, aber auch konzentrierten kammerphilharmonischen Besetzung des Orchesters bezieht.
Also eine empfehlenswerte Doppel-CD, die beim Hören rundum Freude bereitet.

Die CD ist für 15 EUR über cd@sueddeutsche-kammersinfonie.de oder Tel 07043-7512 erhältlich.

Eckehard Uhlig

Konzerterlebnis im Wohnzimmer

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Neue Doppel-CD erschienen

Mühlacker. Auch bei einem umjubelten Konzert sind irgendwann der letzte Ton und der begeisterte Beifall verklungen. Was im Optimalfall bleibt, ist die Erinnerung – und im allerbesten Fall wird diese auf eine silbern glänzende Scheibe gebannt. Freunde der Klassikreihen „Musikalischer Sommer“ und „MühlackerConcerto“ dürfen sich jetzt auf ein Wiederhören freuen, ist doch jüngst eine Doppel-CD mit Live-Mitschnitten entstanden.

Unter dem Titel „Jubiläumsedition 2014 live“ sind Werke von Rossini bis Beethoven vereint, die im vergangenen Jahr in der Lienzinger Frauenkirche, im Uhlandbau in Mühlacker und im Kronenzentrum Bietigheim-Bissingen erklungen sind. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger sowie die Solistinnen Ursula Schoch und Sachiko Kobayashi (Violine) haben bei den zwischen Januar und Dezember gegebenen Konzerten in stimmungsvoller Atmosphäre die Zuhörer begeistert. Sie halten aber auch auf das pure Hörerlebnis reduziert mit ihrer Leistung dem kritischen Urteil des Klassikliebhabers stand. Zu professionell ist der Klangkörper in allen Registern besetzt, zu souverän bewegt sich der Dirigent in den Epochen und Genres, um das ungeschminkte Abbilden durch das digitale Aufnahmegerät fürchten zu müssen.

Auf eine 30-jährige Geschichte blickt das Orchester zurück, seit zehn Jahren hat sich mit der Reihe „MühlackerConcerto“ ein weiteres Podium aufgetan, und beide Jubiläen werden dank der neuen CD das Jahr 2014 überdauern. Über einen Zeitraum von mehreren Hundert Jahren erstreckt sich der Entstehungszeitraum der enthaltenen Werke. Ludwig van Beethoven ist unter anderem mit seiner „Egmont“-Ouvertüre vertreten, Johann Sebastian Bach hat mit seiner Gavotte aus der E-Dur-Partita für Violine Eingang gefunden, und dazu gesellen sich Glanzstücke der Romantik wie das Violinkonzert in e-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy und die „Böhmische Suite“ von Antonín Dvorák. Die bunte Zusammenstellung der Höhepunkte aus verschiedenen Konzertprogrammen führt eine der großen Qualitäten der Kammersinfonie vor Ohren: die Fähigkeit, ganz unterschiedliche Stimmungen vom „Gebet des Toreros“ bis zur Spielmannsmusik fein auszuloten.

Geradezu gefeiert wurde die Interpretation von Beethovens dritter Sinfonie. Nicht zu Unrecht: Die vier Sätze der „Eroica“ erklingen in einer Gestaltungsvielfalt, die wie ein Versprechen auf die nächsten anspruchsvollen Konzertprogramme wirkt.

Verkaufsstellen sind Buch-Elser, die Buchhandlung Krüger in Maulbronn und das Büro Musikalischer Sommer, Telefon 07043/40410. Auch per E-Mail an cd@sueddeutsche-kammersinfonie.de können CDs bestellt werden.

Carolin Becker

Eine reise in Wort und Ton

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Beim Neujahrskonzert der „sueddeutschen kammersinfonie“ in der Bietigheimer Kelter standen am Sonntag sowohl französische Fabeln als auch ein norwegischer Klagegesang auf dem Programm.

Foto: Martin Kalb

Mit freudigem Applaus bedankten sich die Besucher des traditionellen Neujahrskonzerts der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ am Sonntag in der Bietigheimer Kelter für ein heiteres, im wahrsten Sinne fabelhaftes Programm, das Orchesterleiter Peter Wallinger arrangierte.

Musik und Wort, in diesem Fall waren es Fabeln aus der Feder des französischen Dichters Jean de la Fontaine, der bis 1695 lebte, verbanden sich darin zu einem Gesamtkunstwerk.

Nathalie Cellier und Peter Steiner vom Xenia-Theater in Karlsruhe rezitierten in deutscher und französischer Sprache die originellen, lehrreichen, aber auch amüsanten Fabeln des französischen Dichters. Sie verstanden es, die Texte lebendig vorzutragen.

Passend zur jeweilig dargebotenen Fabel hatte Peter Wallinger für das Konzert mit dem Titel „Voyage fabuleux – eine fabelhafte Reise in Wort und Ton“ Kompositionen aus verschiedenen Epochen ausgewählt, die von den Musikern der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ im gewohnt hell leuchtenden Streicherklang aufgeführt wurden. Auf die Fabel „Das Huhn mit den goldenen Eiern“ folgte zum Beispiel die Komposition „La Poule“, einem Konzert in g-moll von Jean Philippe Rameau, dem französischen Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach.

Sehr ernst war der Charakter des Tongedichts für Streichorchester mit dem Titel „Furuenes Sang“, zu Deutsch „Gesang der Tannen“, des 1952 geborenen norwegischen Komponisten Halvor Haug. Er schrieb das elegische, keineswegs leicht zu erfassende Werk im Jahr 1987, als er mit ansehen musste, wie vor den Fenstern seines Hauses ein ganzer Tannenwald gerodet wurde. „Es sind die im Sterben begriffenen Bäume, die den Gedanken hinter dem Werk bilden“, notierte Haug dazu. Das in äußerst verhaltenen Tempi musizierte, noch im tonalen Bereich angesiedelte Stück wirkte düster und weltentrückt und wurde vom Orchester geradezu andachtsvoll, jedoch in warmer, dichter Klangpracht ausgeführt. Davor hörten die Besucher die Fabel „Der Tod und der Holzfäller“.

Nach der heiteren, von dem Sprecherduo ungemein fröhlich und mit dem Gesang eines Chansons aus Paris umrahmten Rezitation der Fabel „Die Grille und die Ameise“ standen zwei Sätze aus „Die Jahreszeiten“, Opus 37a, von Peter Iljitsch Tschaikowsky auf dem Programm, die von der Kammersinfonie bewegt und in vollendetem Streicherglanz dargeboten wurden. Im „Lied der Lerche“ konnte sich Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi als feinstimmig musizierende Violinvirtuosin einbringen. Nach der szenischen Darstellung der Fabel „Der Rabe und der Fuchs“ erklang aus dem Tschaikowsky-Zyklus noch ein beschwingt und unbeschwert gespielter Walzer.

Mit einer delikaten, beglückend nuancenreichen Interpretation der Serenade in G-Dur, KV 525, von Wolfgang Amadeus Mozart, weithin bekannt als „Eine kleine Nachtmusik“, schloss das Neujahrskonzert unter lang anhaltendem Beifall.

Dafür hörten die Besucher noch je eine musizierte und gesprochene Zugabe. Nathalie Cellier bekundete ihre Solidarität mit den Opfern des Terroranschlages auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris, indem sie erklärte, die Freude über diese kulturelle Veranstaltung widme sie ihnen. Der spontane Applaus ließ erkennen, dass sich die Besucher diesem Gedenken anschlossen.

Rudolf Wesner

„Voyage fabuleux“ – eine fabelhafte Reise

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Neujahrskonzert der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim im Mühlacker Uhlandbau

Mühlacker. Oft gleichen Neujahrskonzerte einem sich wiederholenden Ritual: Hier Strauß-Walzer-Träume samt Radetzky-Marsch, dort Beethovens „Neunte“. Etwas einfallsreicher präsentieren Peter Wallinger und seine sueddeutsche kammersinfonie ihrem Mühlacker Publikum Neujahrsgrüße – in Form einer spritzigen Melange aus Text und Musik. Zusammen mit den Schauspielern Nathalie Cellier & Peter Steiner vom deutsch-französischen Xenia-Theater servierten die Musiker heuer eine „Voyage fabuleux“, eine fabelhafte Reise in Wort und Ton.

In meisterlicher Deklamation, aufgelockert durch dialogisches Spiel, rezitierten die beiden Theater-leute teils in kristallklarem Französisch, teils in deutscher Übersetzung vier berühmte Fabeln von Jean de La Fontaine. Darunter „La Cigale et la Fourmi“ (Die Grille und die Ameise), wobei Cellier die Stimme der singenden Cigale im heiteren Stil französischer Chansons nachahmte, und „Le Corbeau et le renard“ (Der Rabe und der Fuchs). Hier setzte sich der Rabenvogel, der aus Eitelkeit seinen duftenden Käse verspielt, mit Glitzerschmuck, Perücke und Rüschenbluse verkleidet, charmant in Szene.

Mit Wallinger am Pult musizierte die Kammersinfonie zu der Fabel „Das Huhn mit den goldenen Eiern“ Jean-Philippe Rameaus barock-lautmalerisch sehr lustig auf das Hühnergegacker anspielen-des G-Moll-Konzert „La Poule“. Zur Fabel „Der Tod und der Holzfäller“ interpretierte das mit 16 Streichern besetzte Ensemble den zeitgenössischen, zuweilen schrill-dissonanten, in manchen Passagen aber auch klangschön mit feinem Violin-Gesang durchsetzten „Furuenes Sang“ (Gesang der Tannen) des norwegischen Komponisten Halvor Haug. Zu den beiden anderen Fontaine-Fabeln erklangen tänzerisch ausgefeilte Barkarolen und Walzer von Peter Tschaikowsky aus dessen „Jahreszeiten““ (op.37a).

Ein Ohrwurm-Rausschmeißer, Wolfgang Amadeus Mozarts „Kleine Nachtmusik“, rundete das Mühlacker Neujahrskonzert im ausverkauften Saal des Uhlandbaus musikalisch schwungvoll ab.

Eckehard Uhlig

Wort und Musik verbinden sich zu einem Gesamtkunstwerk

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Fabelhaftes Programm beim Neujahrskonzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim im Murrer Bürgersaal unter der Leitung von Peter Wallinger

Konzentriert und auf hohem Niveau bot die Süddeutsche Kammersinfonie in Murr ihr Neujahrskonzert dar. Foto: Holm Wolschendorf

Mit freudigem Applaus bedankten sich die Besucher des Neujahrskonzerts der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim am Samstagabend im Murrer Bürgersaal für ein wahrhaft fabelhaftes Programm, das Orchesterleiter Peter Wallinger arrangiert hatte.

Nathalie Cellier und Peter Steiner vom Xenia­Theater in Karlsruhe rezitierten in deutscher und französischer Sprache die lehrreichen und gleichzeitig sehr amüsanten Fabeln des französischen Dichters Jean de la Fontaine. Sie verstanden es eindrucksvoll, die Texte lebendig und akzentuiert vorzutragen, so dass sich Musik und Wort zu einem feinsinnigen Gesamtkunstwerk verbanden.

Passend zur jeweilig dargebotenen Fabel hatte Peter Wallinger Kompositionen aus Barock, Spätromantik und Gegenwart ausgewählt, die von den Musikern der Kammersinfonie im gewohnt hellleuchtenden Streicherklang zu Gehör gebracht wurden.

Auf die Fabel „Das Huhn mit den goldenen Eiern“ folgte zum Beispiel die Komposition „La Poule“, ein Konzert in g­ Moll von Jean Philippe Rameau, dem französischen Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach. Sehr ernst war der Charakter des Tongedichts für Streichorchester mit dem Titel „Furuenes Sang“, zu deutsch „Gesang der Tannen“, des 1952 geborenen norwegischen Komponisten Halvor Haug. Er schrieb das elegische, keineswegs leicht zu erfassende Werk 1987, als er mit ansehen musste, wie vor den Fenstern seines Hauses ein ganzer Tannenwald gerodet wurde.

„Es sind die im Sterben begriffenen Bäume, die den Gedanken hinter dem Werk bilden“, notierte Haug dazu. Das in äußerst verhaltenen Tempi musizierte und noch im tonalen Bereich angesiedelte Stück wirkte düster und weltentrückt und wurde vom Orchester geradezu andachtsvoll, jedoch in warmer, dichter Klangpracht ausgeführt. Davor hörten die Besucher die Fabel „Der Tod und der Holzfäller“.

Nach der heiteren Fabel „Die Grille und die Ameise“ standen zwei Sätze aus „Die Jahreszeiten“, Opus 37a, von Tschaikowsky auf dem Programm, die bewegt und in vollendetem Streicherglanz dargeboten wurden. Im „Lied der Lerche“ konnte sich Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi als virtuos musizierende Violinsolistin einbringen. Auf die szenische Darstellung der Fabel „Der Rabe und der Fuchs“, die gleichfalls eindrucksvoll humorig von Nathalie Cellier und Peter Steiner vorgeführt wurde, folgte aus dem Tschaikowsky­Zyklus noch ein beschwingt und unbeschwert gespielter Walzer.

Mit einer delikaten, nuancenreichen Interpretation von Mozarts kleiner Nachtmusik schloss das Neujahrskonzert unter lang anhaltendem Beifall. Gestern Nachmittag führte die Süddeutsche Kammersinfonie dieses abwechslungsreiche Programm auch in der Kelter in Bietigheim auf.

Rudolf Wesner

Streicher bringen die Saiten zum Singen

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Murr. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim hat zum Neujahrskonzert unter dem Motto „Voyage fabuleux“ – fabelhafte Reise – in den Bürgersaal geladen. Zwei Schauspieler haben dazu Fabeln des Dichters Jean de la Fontaine dargeboten.

Hier sitzen Profis auf der Bühne: Die Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim spielen in großen Orchestern wie der Staatsoper oder den Philharmonikern. Foto: avanti

Ein Konzert der Extraklasse hat rund 150 Gäste am Samstagabend im Bürgersaal in Murr erwartet. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim hatte zum Neujahrskonzert unter dem Motto „Voyage fabuleux“ – fabelhafte Reise – geladen. Und das war durchaus wörtlich zu nehmen. Zu fabelhafter Musik standen Fabeln des Dichters Jean de la Fontaine auf dem Programm, die die Schauspieler Nathalie Cellier und Peter Steiner vom Xenia-Theater in einer charmanten deutsch-französischen Mischung darboten – und dabei „die Musikalität der französischen Sprache“, wie es der Murrer Kulturreferent Matthias Bader in seiner Begrüßung formulierte, zu Gehör brachten. Musik und Wort gingen so eine inhaltlich wie akustisch harmonische Beziehung ein.

Im Hauptberuf spielen die Musiker um den Dirigenten und künstlerischen Leiter Peter Wallinger in großen Orchestern wie der Staatsoper oder den Philharmonikern. „Hier in diesem kleinen Rahmen aufzutreten, ist für sie etwas ganz Besonderes“, sagte Wallinger. Erst eine Woche vorher haben sie begonnen, intensiv gemeinsam zu proben.

Dass Profis auf der Bühne saßen, hörte man schon bei den ersten Tönen. Wie die Streicher, allen voran Konzertmeisterin und Solistin Sachiko Kobayashi, die Saiten nicht nur zum Klingen, sondern zum Singen brachten, war ein echter Hörgenuss. Vom vogelleichten Pianissimo bis hin zum fulminanten Fortissimo entstiegen die Töne scheinbar mühelos den Violinen, Bratschen, Celli und dem Kontrabass. Da wurde, passend zur zuvor rezitierten Fabel „Das Huhn mit den goldenen Eiern“, das Bild eines Huhns, „la poule“, des Komponisten Jean-Philippe Rameau mit Noten gemalt – mal eifrig pickend, mal aufgeregt flatternd. Auf „Der Tod und der Holzfäller“ folgte das schwermütige „Furuenes Sang“, Gesang der Tannen, des zeitgenössischen norwegischen Komponisten Halvor Haug, das durch seinen ständig wechselnden Rhythmus und die gewollten Dissonanzen das ganze Können der Musiker forderte.

Mühelos schafften es im Anschluss die beiden Schauspieler, die Zuhörer mit ihrer drolligen Interpretation von „Die Grille und die Ameise“ wieder zum Lachen zu bringen. Nathalie Cellier sang mit unbefangener Heiterkeit als Grille „Sous le ciel de Paris“ – unter dem Himmel von Paris –, während Peter Steiner als griesgrämige Ameise ihr riet, da sie im Sommer gesungen statt gearbeitet habe, möge sie nun tanzen, um sich ernähren zu können. Origineller Schluss, der erst nach Tschaikowskys „Barkarole“ folgte: „Die Grille tanzte so gut, dass sie sich ein Haus im Süden kaufen konnte.“ An den Gesang der Grille schloss sich Tschaikowskys „Lied der Lerche“ an. Bei einer modernen Interpretation von „Der Rabe und der Fuchs“ schwatzte Peter Steiner seiner Kollegin ganz beiläufig keinen Käse, aber ihren gesamten Schmuck ab. Der Walzer aus Tschaikowskys „Die Jahreszeiten“ und Mozarts „Kleine Nachtmusik“ bildeten den krönenden Abschluss. Als Zugabe gab es „Der Frosch, der so groß sein wollte wie ein Ochse“ und den Mittelteil des Menuettos aus der Kleinen Nachtmusik.

Ein berührender Moment kam noch ganz am Ende. Nathalie Cellier widmete das Lied „Sous le ciel de Paris“ und „die Freude, die wir heute Abend hier geteilt haben“ den Opfern der Pariser Attentate.

Sabine Armbruster

Ein künstlerischer Quantensprung

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Die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ ist im Bietigheimer Kronenzentrum aufgetreten. Mit Beethovens „Eroica“ verzauberte sie das Publikum musikalisch.

Peter Wallinger (links) und die „sueddeutsche kammersinfonie“ begeisterten am Sonntag im Kronenzentrum. Foto: Martin Kalb

Das Konzert der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ am Sonntag im Kronensaal trug den bescheidenen Titel „Musik zum Advent“. Was die zahlreichen Besucher jedoch erlebten, kann als künstlerischer Quantensprung dieses Klangkörpers unter der Leitung von Peter Wallinger bezeichnet werden. Die Aufführung der dritten Sinfonie, der „Eroica“, von Ludwig van Beethoven, war in seiner hoch ausgereiften Gestaltung eine neue Glanzleistung.

Das Programm enthielt darüber hinaus weitere musikalische Kostbarkeiten. Zunächst waren dies festlich stimmende Klänge, die sich im gut besetzten Kronensaal ausbreiteten. Zwei Schüler der Meisterklasse des Trompetenvirtuosen Reinhold Friedrich von der Hochschule für Musik in Karlsruhe, Saleem Khan und Eline Beumer, führten mit Bravour und in leuchtender Strahlkraft des Barock die Soli im Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Streichorchester des italienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts, Petronio Franceschini, aus. Die lupenrein intonierten Trompetenklänge verbanden sich in den vier recht kurzen Sätzen mit der beglückenden Streicherfülle. Überaus bewegt und in bestechender Virtuosität führten die beiden talentierten Könner auf ihren Instrumenten ihre solistischen Aufgaben aus.

Beliebt und bekannt ist das Konzertstück von Edvard Grieg, „Hochzeitstag auf Troldhaugen“. Ein heiteres, elegantes Musizieren setzte mit den ersten Takten des 1896 ursprünglich als Klavierstück veröffentlichten, vielfarbigen Werks ein. Kraftvoll kamen die tänzerischen Elemente zur Geltung, die nur kurz von einer lyrischen, verträumten Melodie unterbrochen wurden. Mit der „Böhmischen Suite“, Opus 39, von Antonín Dvorák breitete das Orchester Lebensgefühl und -freude der Menschen jener Landschaft mit Wäldern und romantischen Flussläufen aus. Warm und wohlig fließende Melodik mit schwärmerischem Ausdruck, schwelgerisch tänzerische Beschwingtheit, pure Romantik prägten die ersten vier Sätze der Suite. Doch der abschließende „Furiant“ war reich bestückt mit höchst vertrackten, anspruchsvollen Rhythmuswechseln und plötzlichen Generalpausen, die vom Dirigenten wie auch von den Musikerinnen und Musikern höchste Konzentration und präziseste Einsätze verlangten. Schon da zeigte sich, dass die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ künstlerische Reife hohen Grades erlangt hat.

Ludwig van Beethoven hatte seine dritte Sinfonie in Es-Dur, Opus 55, ursprünglich Napoleon Bonaparte gewidmet, wovon er jedoch wutentbrannt Abstand nahm, als er erfuhr, dass dieser sich zum Kaiser hatte krönen lassen. Mit seinem Werk brachte er seinen Wunschtraum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Europa zum Ausdruck. Beethoven ging völlig neue Wege in seiner Sinfonie, denn allein schon deren Umfang – Aufführdauer: 50 Minuten -, übertraf 1817 alle bis dahin in dieser Gattung veröffentlichte Kompositionen.

Die „sueddeutsche kammersinfonie“ leitete den ersten Satz Allegro con brio mit vibrierender Spannung ein, die aber schon sehr schnell zu eruptivem Ausbruch drängt. Wallinger wählte ein straffes Tempo für die Aufführung, die vom glitzernden Spiel der Streicher und der brillanten Klangentfaltung der Bläser geprägt war. Der Satz „Marcia funèbre“ erklang elegisch, ohne jedoch in schmerzerfüllter Larmoyanz zu versinken. Urweltlich emotional führte das Orchester das Scherzo mit seinen aufregenden Kontrasten auf.

Das Finale fesselte mit seinem heroischen Klang, den Wallinger bei drängenden Tempi wachsen ließ, und in dem die dramatischen Verdichtungen und Verknüpfungen der beiden den Satz beherrschenden Themen transparent zum Ausdruck kamen. Diese Glanzleistung der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ wird bei Musikfreunden langfristig im Gedächtnis haften bleiben, wie der anhaltende Schlussbeifall belegte. Eine Zugabe wäre nach diesem Hörerlebnis geradezu unpassend gewesen.

Rudolf Wesner

Ein künstlerischer Quantensprung

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Reihe „MühlackerConcerto“: Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim bietet sinfonische Glanzleistung


Mühlacker. Das Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim am Samstag im Uhlandbau trug den bescheidenen Titel „Musik zum Advent“. Was die zahlreichen Besucher jedoch erlebten, kann als künstlerischer Quantensprung dieses Klangkörpers unter der Leitung seines Gründers Peter Wallinger bezeichnet werden. Die Aufführung der dritten Sinfonie, der „Eroica“, von Ludwig van Beethoven, war in seiner hoch ausgereiften Gestaltung eine neue Glanzleistung.


Die Trompetensolisten Eline Beumer und Saleem Khan. Foto: Fotomoment

Doch das Konzertprogramm enthielt darüber hinaus weitere musikalische Kostbarkeiten, mit denen die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihre Vielseitigkeit beweisen konnte und ihre Souveränität dokumentierte, mit der die Musiker Werke aus verschiedenen Musikepochen und mit unterschiedlichen landestypischen Charakteristiken glutvoll interpretieren können. Zunächst waren es festlich stimmende Klänge, die sich im gut besetzten Saal ausbreiteten. Zwei Schüler der Meisterklasse des Trompetenvirtuosen Reinhold Friedrich von der Hochschule für Musik in Karlsruhe, Saleem Khan und Eline Beumer, führten mit Bravour und in leuchtender Strahlkraft des Barock die Soli im Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Streichorchester des italienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts, Petronio Franceschini, aus. Die hell schimmernden, lupenrein intonierten Trompetenklänge verbanden sich in den vier recht kurzen Sätzen mit der beglückenden Streicherfülle der Streicher. Überaus bewegt und in bestechender Virtuosität führten die beiden jungen, hoch talentierten Könner auf ihren Instrumenten ihre solistischen Aufgaben aus. Sie wirkten bereits zum dritten Mal an Konzerten dieses Orchesters mit.

Beliebt und bekannt ist das Konzertstück von Edvard Grieg „Hochzeitstag auf Troldhaugen“. Ein heiteres, elegantes, beschwingtes Musizieren setzte mit den ersten Takten des 1896 ursprünglich als Klavierstück veröffentlichten, vielfarbigen Werks ein. Rhythmisch kraftvoll kamen die tänzerischen Elemente zur Geltung, die nur kurz von einer lyrischen, verträumten Melodie unterbrochen wurden. Mit der „Böhmischen Suite“, Opus 39, von Antonín Dvorák breitete das Orchester Lebensgefühl und Lebensfreude der Menschen jener Landschaft mit Wäldern und romantischen Flussläufen aus. Warm und wohlig fließende Melodik mit schwärmerischem Ausdruck, tänzerische Beschwingtheit, pure Romantik prägten die ersten vier Sätze der im Jahr 1879 komponierten Suite. Doch der abschließende „Furiant“ war reich bestückt mit höchst vertrackten, anspruchsvollen, unerwartet eintretenden Rhythmuswechseln und plötzlichen Generalpausen, die vom Dirigenten wie auch von den Musikern höchste Konzentration verlangten. Schon da zeigte sich, dass die Süddeutsche Kammersinfonie künstlerische Reife hohen Grades erlangt hat und mit Bravour zu musizieren versteht.

Ludwig van Beethoven hatte seine dritte Sinfonie in Es-Dur, Opus 55, ursprünglich Napoleon Bonaparte gewidmet, wovon er jedoch wutentbrannt Abstand nahm, als er erfuhr, dass dieser sich zum Kaiser hatte krönen lassen. Mit seinem Werk brachte er seinen Wunschtraum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Europa zum Ausdruck, der sich nun nicht mehr erfüllen ließ. Beethoven ging völlig neue Wege in seiner Sinfonie, denn allein schon deren Umfang, die eine Aufführungsdauer von rund 50 Minuten erforderte, übertraf im Jahr 1817 alle bis dahin in dieser Gattung veröffentlichte Kompositionen.

Die Süddeutsche Kammersinfonie leitete den ersten Satz mit vibrierender Spannung ein, die aber schon sehr schnell zu eruptivem Ausbruch drängte. Peter Wallinger wählte ein straffes Tempo für die Aufführung, die vom glitzernden Spiel der Streicher und der brillanten Klangentfaltung der Bläser geprägt war. Der Satz „Marcia funèbre“ erklang elegisch, ohne jedoch in schmerzerfüllter Larmoyanz zu versinken. Urweltlich emotional führte das Orchester das Scherzo mit seinen aufregenden Kontrasten zwischen wirbelnden Staccatopassagen und tief romantisch wirkenden Klängen auf. Das Finale fesselte mit seinem heroischen Klang, den Peter Wallinger bei drängenden Tempi wachsen ließ, und in dem die dramatischen Verdichtungen und Verknüpfungen der beiden den Satz beherrschenden Themen transparent zum Ausdruck kamen. Diese Glanzleistung der Süddeutschen Kammersinfonie wird langfristig im Gedächtnis haften bleiben, wie der anhaltende Schlussbeifall belegte.

Rudolf Wesner

„Eroica“ krönt gelungenen Konzertabend

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Süddeutsche Kammersinfonie begeistert mit „Musik zum Advent“ im Kronenzentrum — Neben Beethoven auch Grieg und Dvorak auf dem Programm

Stets zum Jahresende spielen Peter Wallingerund seine Süddeutsche Kammersinfonie in Bietigheim. Foto: Alfred Drossel

Mit jungen, talentierten Musikern aus Bietigheim-Bissingen und dem Stuttgarter Raum gründete Peter Wallinger 1984 die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim. Bei der „Musik zum Advent“, die am Sonntagabend im nicht ganz ausverkauften Kronenzentrum aufgeführt wurde, stellte das Orchester mit fulminant gespielten Werken bedeutender Interpreten ihr großartiges Können unter Beweis.

Petronio Franceschinis (1651 bis 1680) Konzert D-Dur für zwei, Trompeten und Orchester bildete den Auftakt zu dem außergewöhnlichen Musikerlebnis. Bereits zum dritten Mal eröffneten Saleem Khan und Eline Beumer mit festlichen Trompetenklängen das Adventskonzert der Kammersinfonie. Die Meisterschüler von Reinhold Friedrich zeigten nach einer festlichen Einstimmung mit dem Grave bei den Allegrosätzen eine erstaunliche Klangfülle voll virtuoser Eleganz. Der italienische Komponist Franceschini, der im Alter von nur 29 Jahren starb, hat sich vor allem der Kirchenmusik gewidmet und ist bekannt für seine Vorliebe zu Trompeten, die er häufig auf unkonventionelle Weise einsetzte.

Von Edvard Grieg (1843 bis 1907) spielte die Süddeutsche Kammersinfonie den „Hochzeitstag auf Troldhaugen“. Grieg, der auch als „Chopin des Nordens“ bezeichnet wird, setzte mit dem Stück seinem südlich von Bergen gelegenen Landhaus Troldhaugen (Trollhügel) ein Denkmal. Das Orchester spielte das folkloristisch und fröhlich anmutende Werk mit viel Gefühl und eröffnete damit dem Publikum Einblick in lyrische Klangwelten der besonderen Art. Auch die „Böhmische Suite“ von Antonín Dvorák (1841 bis 1904) kam bei den Besuchern bestens an. Auch dieses Werk enthält volkstümliche Elemente. Die Polka wurde als heiterer Tanz dargeboten, in der Romance malten Holz- und Blechbläser idyllische Bilder aus Tönen, die Assoziationen an weite Landschaften, sanfte Hügel und zwitschernde Vögel aufkommen ließen. In der traditionellen Suite entpuppte sich Dvorák als Romantiker. Wieder feuriger wurde es beim Presto. Kraftvoll und doch elegant steigerten sich die Musiker zum Höhepunkt und stimmten mit viel Sinnesfreude auf die Adventszeit ein.

Nach der Pause erwartete das Publikum Ludwig van Beethovens „Eroica“. Die dritte zählt zu den bedeutendsten Sinfonien Beethovens. Der Anekdote nach hatte der Komponist seine Heldensymphonie Napoleon gewidmet. Als ihn der Korse enttäuschte, soll Beethoven das Titelblatt wutentbrannt zerrissen haben. Die „Eroica“ ist ein Meisterwerk, das an die Musiker besondere Ansprüche stellt. Die hochbegabten Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie nahmen die Herausforderung mit großer Spielfreude und viel Leidenschaft an. Der erste Satz, das Allegro con brio, hat allein die Spieldauer einer Haydn-Sinfonie. Lebhafte und leisere Töne zeigten das großartige Können der Künstler, die hervorragend harmonisierten. Der dreiteilige Trauermarsch enthält melancholische und opulente Passagen. Im Scherzo brachten drei Hörner Naturklänge in das Kronenzentrum. Im Finale zeigt Beethoven seine große Variationskunst, denn zwei Themen liegen sechs Variationen zugrunde. Das grandiose und mächtige Finale bot einen gelungenen Abschluss zu einem Konzertabend der Extraklasse.

Dem künstlerischen Leiter der Süddeutschen Kammersinfonie, Peter Wallingerm ist es mal wieder gelungen, ein abwechslungsreiches Adventskonzert zu bieten, bei dem das klangdifferenzierte und vitale Spiel der Musiker besonders gut zum tragen kam

Angelika Tiefenbacher

Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim wartet mit fulminanter „Eroica“ auf

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Mühlacker. Peter Wallingers frei finanzierte sueddeutsche kammersinfonie bietigheim hat nichts mit dem üblichen Tarif-Orchesterbeamtentum gemein. Das erfordert auf der einen Seite viel Mut und Risikofreude, andererseits bietet sein Ensemble Chancen für junge Musiker sich zu profilieren.

Peter Wallinger dirigiert die sueddeutsche kammersinfonie. Foto: Fotomoment

So am Samstag im Mühlacker Uhlandbau, wo Trompetenprofessor Reinhold Friedrichs Meisterschüler Eline Beumer und Saleem Khan mit erfrischendem Elan aufspielten und Petronio Franceschinis Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Orchester mit metallisch gleißendem Bläserglanz ausstatteten. Das „Adagio“ leuchtete in sehr zarten Farben, in den „Allegro“-Sätzen pulsierte barock prächtiges Klanggepräge.

Folkloristisch ausgelassen kam dann Edvard Griegs „Hochzeitstag auf Troldhaugen“ (op.65, 6) daher. Passend dazu die im Programm folgende „Böhmische Suite op.39“ von Antonín Dvorák, deren „Polka“ einen munteren Tanz präsentierte, in der „Romance“ mit Holz- und Blechbläser-gesättigten Tonmalereien aufwartete und mit rauschhaften Paukenwirbeln in ein rhythmisch schwungvolles, fulminantes „Furiant-Finale“ einmündete.

Nach der Pause waren die Zuhörer Zeugen einer aufwühlenden musikalischen Großtat, die Wallinger am Dirigentenpult und seine Kammersinfonie mit Hingabe und Leidenschaft ins Werk setzten. Ludwig van Beethovens „Eroica“ (Sinfonie Nr.3 in Es-Dur, op.55) ist kein orchestraler Spaziergang, sondern fordert die Interpreten bis an ihre Grenzen. In Mühlacker erlebte man – trotz der kleinen (aber sehr ausgewogenen) kammerphilharmonischen Orchesterbesetzung – eine klare, neue Art, Beethovens Symphonik intelligent durchgeformt anzugehen, eine Wiedergabe, die bemerkenswerte Energien entfesselte, aber auch kraftvolle Sammlung und Ruhe ausstrahlte. Die Interpretation des einleitenden „Allegro con brio“ zeichnete sich durch dynamisch spannungsreich akzentuierte, straff durchgezogene Tempi aus. Der Trauermarsch („Marcia funebre. Adagio assai“) entfaltete sich mit singender Oboenstimme elementar und heroisch, im „Scherzo“ bereiteten verlangsamte Formteile auf triumphale Crescendi vor. Die zwingend entwickelten Final-Variationen im letzten Satz entfachten mit ihrer Kühnheit und Wucht „Feuer im Geiste“, wie es Beethoven selbst formulierte. Über dieses Konzert lässt sich sagen: Die Begeisterung höret nimmer auf.

Eckehard Uhlig