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Lauter strahlende Gesichter Jubel im Festkonzert der Süddeutschem Kammersinfonie Bietigheim

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Jubel beim Festkonzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Im ausverkauften Kronenzentrum feierte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihr 25-jähriges Bestehen mit einem außergewöhnlichen und umjubelten Konzertprogramm.

Werke von Mozart, Schumann und Hans Georg Pflüger erklangen mit einer solchen Frische und musikalischem Können, dass erneut deutlich wurde, welch hervorragender Klangkörper in der Stadt beheimatet ist.

Unter dem obligatorischen Applaus betraten die Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie die Bühne. Es folgte das ebenso bekannte Einstimmen, seltsam war nur, dass Dirigent Peter Wallinger dabei bereits seinen Taktstock schwenkte. Das sorgte für manch einen irritierten Blick ins Programmheft. Dort stand als erste Komposition des Abends Hans Georg Pflügers „Strahlende Pforte“ aus dem Jahre 1989. Anlässlich des zehnten Todestages des Künstlers, der in Bietigheim gelebt hat, erklang sein serielles Werk – und dieses beginnt tatsächlich bereits mit dem Einstimmvorgang.

Nahtlos setzte anschließend eine Geige nach der anderen ein, Töne wurden aufeinander gelagert, bis schließlich alle zwölf Halbtöne gleichzeitig erklangen. Frei atonal ist das Stück komponiert, Dissonanzen bestimmen es, der Instrumentenklang ist teils verfremdet. Das pathetische Hauptmotiv, an Filmmusik erinnernd, erscheint durch seine Wiederholung als verbindendes Element. Und der Titel „Strahlende Pforte“ ist laut Pflüger weder programmatisch noch apokalyptisch zu verstehen, sondern verweist auf die strahlenden Blechbläserklänge, die sich immer wieder über minimalistische Streicherrepetitionen erheben.

Nach diesem faszinierenden, klanggewaltigen Werk wurde es lieblich: Mozarts Violinkonzert Nummer 4 in D-Dur stand auf dem Programmzettel. Den Solopart hatte Ursula Schoch übernommen, eine Schülerin Peter Wallingers, die quase mit dem Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim aufgewachsen ist. Inzwischen spielt sie in Amsterdam im berühmten Concertgebouw-Orchester. Hingebungsvoll entlockte sie ihrer Geige die zauberhafte Mozartsche Leichtigkeit, die das Orchester gekonnt aufgriff. Beide sind langjährig vertraut und traten in einen fließenden Dialog. Bei ihren Solostellen ging Ursula Schoch recht energisch zur Sache, ohne an Virtuosität einzubüßen.

Nach der Pause präsentierte die Süddeutsche Kammersinfonie einen besonders frischen und temporeichen Schumann. Seine Sinfonie Nummer 4 in d-Moll ist eigentlich ein Jugendwerk. Schumann hat es später überarbeitet und geglättet, so Peter Wallinger, der die Urfassung mit ihren schnelleren Tempi genauestens studiert hat. Herausgekommen ist ein stürmischer, wilder, klangintensiver Schumann, eine entfesselte Musik von tiefem Ausdruck. Bekanntes immer wieder aufregend neu zu machen, lautet das Credo des Orchesters. Und das ist der Kammersinfonie mit ihrem Festkonzert erneut aufs Vortrefflichste gelungen.

Helga Spannhake

Sinfonisches Glück in vollen Zügen Peter Wallinger dirigierte das Festkonzert „25 Jahre Kammersinfonie“ in Mühlacker

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Auf ausgetretenen Pfaden wandelt Peter Wallingers „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“, die mit einem Festkonzert im Mühlacker Uhlandbau ihr 25-jähriges Bestehen feiern konnte, gewiss nicht. Das Eröffnungsstück des Bietigheimer Komponisten Hans Georg Pflüger (1944-1999) ist selten zu hören, bildete nicht nur wegen seines Titels „Strahlende Pforte“ einen sinnfälligen Konzert-Eingang und konfrontierte das überraschte Publikum mit freier Atonalität. Unmittelbar aus dem Stimmvorgang des Orchesters entwickelte sich über dissonant schrillen Streicherflächen assoziativ und aufwendig gestalteter Bläserklang. Trompeten-Akzente oder lärmende Tutti mündeten in ein mitreißendes Finale ein.

Dann erlebten die Zuhörer als ausgleichenden, wohltuenden Ohrenschmaus Wolfgang Amadeus Mozarts D-Dur-Konzert (KV 218) für Violine und Orchester. Und zwar mit einer hochkonzentriert aufspielenden Sologeigerin Ursula Schoch, die 1990 am Beginn ihrer Karriere als Debütantin bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen schon einmal mit diesem Werk des Salzburger Musikgiganten reüssierte. Seinerzeit überhäuften die Kritiker „die junge Nachwuchskünstlerin“ mit überschwänglichem Lob und attestierten „eine großartige, im Dienst der Musikalität stehende Technik und hohes Gestaltungsvermögen“. Dem ist auch heute wenig hinzuzufügen. Der Dialog mit dem Orchester im „Allegro“ zeichnete sich durch geschmeidige Flexibilität aus. Mit samtig voller Klangpracht strömte im Mittelsatz („Andante cantabile“) die innige Melodie wie sinnlich weicher Gesang. Die tänzerisch temperamentvollen Abschnitte im „Rondeau“-Finale wirkten ungemein frisch. Bemerkenswert fein ausgearbeitete Kadenzen und Spieleleganz kamen hinzu. In der Zugabe erfreute Schoch mit einem melancholisch-wehmütigen, zart ausgeführten Satz von Johann Sebastian Bach („Adagio“ aus der g-Moll-Violinsonate BWV 1001).

Nach der Pause kam die Stunde des (sowohl im Bläser- als auch im Streicherbereich deutlich verstärkten) Orchesters. Robert Schumanns Sinfonie Nr.4 (in d-Moll, op.120) stand auf dem Programm und wurde mit Klangschönheit und Verve gemeistert. Wobei ergänzt werden muss, dass der schwerflüssige Eindruck, der Zuweilen bei Wiedergaben von Schumanns Orchestermusik mit großen Philharmonien entsteht, in der Mühlacker Interpretation völlig vermieden wurde. Wallingers Deutung beeindruckte durch musikalische Geschlossenheit, durch Binnenspannung und hoch-fliegenden Schwung, war erfüllt von drängender, wogender Heftigkeit.

R. Uhlig

Ein glanzvolles Festkonzert Ursula Schoch und die Sueddeutsche Kammersinfonie im Kronenzentrum

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Mozart, Schumann und Pflüger zum 25-jährigen Orchesterjubiläum: Peter Wallinger und seine glänzend aufgelegten Musiker beeindruckten am Freitag mit einer erlesenen Ensemblekultur im Kronenzentrum.

Sinnfälliger, als mit der im Jahr 1989 von der Stadt Bietigheim-Bissingen in Auftrag gegebenen Orchesterkomposition „Strahlende Pforte“ des vor zehn Jahren verstorbenen Hans Georg Pflüger, hätte das Fest- und Gedenkkonzert der Sueddeutschen Kammersinfonie kaum eröffnet werden können.

Einer Aufmerksamkeit heischenden Ouvertüre gleich führte der ungemein packend aus dem Stimmvorgang des Orchesters heraus entstehende Beginn zu strahlenden Bläserklängen, die wie ein gewaltiges Portal den Blick freigaben auf opulente und elektrisierende, durch ein schwelgerisches Thema immer wieder voneinander abgesetzte Klang- und Rhythmuscollagen. Und auf das gesamte Konzert, das Peter Wallinger als hochsensiblen Klangarchitekten zeigte, der es im anschließenden, dynamisch und atmosphärisch sorgsam ausgeloteten Violinkonzert Nr. 4 D-Dur KV 218 von Wolfgang Amadeus Mozart auf bewundernswerte Weise verstand, Ernstes und Heiteres sowie einen gewichtigen und leichten Tonfall miteinander zu verbinden.

Darin stand ihm die Solistin Ursula Schoch um nichts nach. Mit ihrer hervorragenden Grifftechnik, lupenreinen Intonation, mit ihrem klaren und schlanken, aber auch warmen und sehr empfindsamen Ton erwies sich die Geigerin bei ihrem Heimspiel als ernst zu nehmende Mozartspielerin. Erfreulich unprätentiös und sprachnah phrasierend ging sie das Werk an, ließ im Andante cantabile die weitgespannten Kantilenen in einem fein ausgehorchten Wechselspiel mit den Bläsern wunderschön fließend ausschwingen und überführte die Virtuosität der thematisch reichen Ecksätze in ein geschlossenes Gesamtbild voller Charme und Geschmeidigkeit. Es schien, als liebte sie jede Note dieser Musik, wenn auch die kompositorischen Finessen Mozarts im vielgliedrigen Finale – die wechselnden Tempi, Taktarten und Charaktere – von ihr und dem Orchester ein wenig mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten. Die direkt anschließenden Grußworte von Oberbürgermeister Jürgen Kessing waren leider unglücklich platziert, beraubten sie doch Ursula Schoch der Chance einer möglichen Zugabe.

Als einen einzigen großen, nie abreißenden Spannungsbogen gestalteten Peter Wallinger und die Sueddeutsche Kammersinfonie schließlich Robert Schumanns Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120. Tatsächlich vermittelte die höchst drängende Lesart dieses Werks den Eindruck, als handle es sich bei den motivisch auf das Engste miteinander verknüpften und trotz Generalpausen ineinander übergehenden vier Sätzen um eine Fantasie. Es war eine Ohrenweide, wie mitreißend – trotz oder gerade wegen Peter Wallingers Ordnungssinn – das Fantastische und rastlos Fließende formuliert wurde, wie Poesie und stürmisches Drängen zwingend ineinander flossen und somit absolut instinktsicher der spezifische Schumann-Ton getroffen wurde, gipfelnd in dem fast schon dämonischen, aber klar und durchsichtig genommenen Taumel des Schlusssatzes.

Zweifellos ein großes Konzert, das gebührend gefeiert wurde, auch wenn der Wiedergabe der Schumann-Sinfonie die durchaus angemessenen stehenden Ovationen verwehrt blieben.

Christof Jetzschke

Mozart und Pflüger zum Jubiläum

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Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim besteht seit 25 Jahren – und hat neue Pläne

Was als Studentenorchester begann, hat sich zu einem festen, hochwertigen Bestandteil der Kultur Baden-Württembergs entwickelt. Das Ziel der Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim, neue Musik vertrauter und vertraute Musik neu erlebbar zu machen, ist voll und ganz aufgegangen. Mit einem strahlenden Festprogramm feiern die Musiker gemeinsam mit dem Konzertpublikum ihr Jubiläum.

Begonnen hat alles mit einer Handvoll Studenten sowie guten Amateuren um Dirigent Peter Wallinger. Heute kann er mit Stolz zurückblicken: „Ja, das hat sich gemausert.“ Denn 25 Jahre später ist die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim weit über Bietigheim-Bissingen hinaus ein fester Begriff. „Die Vision war schon da, ein wirklich Profiorchester zu kreieren“, erinnert sich Wallinger. Dass sich dieser Traum erfüllt, war die große Hoffnung, und mit seinen vitalen Interpretationen hat sich das Orchester inzwischen einen außergewöhnlichen Ruf erworben. Bei der Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim handelt es sich um ein Projektorchester. Nur fünfmal im Jahr kommen die Instrumentalisten zu Proben und Auftritten zusammen. Was ein Manko sein könnte, wird hier zu Tugend: „Bei uns geht es gleich vom ersten Moment an zur Sache“, beschreibt Wallinger die Probensituation. Lediglich drei Proben sind vor einem Konzert angesetzt, da ist von jedem Einzelnen höchste Konzentration gefordert.

Vor allem, wenn – wie im Festkonzert – Modernes erklingt. Anlässlich des zehnten Todestags des Bietigheimer Komponisten Hans Georg Pflüger steht auf dem Konzertprogramm sein Werk „Strahlende Pforte“, eine Auftragskomposition der Stadt Bietigheim-Bissingen aus dem Jahr 1989. Der Titel verweist auf die strahlenden Klangfelder der Blechbläser: „Es sind überraschende Sachen drin. Es ist frei atonal gehalten und besteht aus dissonanten Klängen“, sagt Flötistin Christina Döllinger, und Peter Wallinger ergänzt: „Es ist sehr unorthodox zu spielen. Jeder ist gefordert.“ Ob Halbtonchromatik oder musikalische Cluster, der Komponist Hans Georg Pflüger hat die modernen musikalischen Techniken voll ausgeschöpft.

Das Stück macht neugierig. Die Kombination aus klassischem und modernen Repertoire an einem Konzertabend ist ebenfalls ein Markenzeichen der Süddeutschen Kammersinfonie: Neben dem Pflüger-Stück werden ein Violinkonzert Mozarts mit Ursula Schoch – der aus Sachsenheim stammenden und in der Kammersinfonie „groß“ gewordenen Konzertmeisterin des Amsterdamer Concertgebouw als Solistin – und Schumanns vierte Sinfonie erklingen.

Dirigent Peter Wallinger ist ein Mensch, der lieber in die Zukunft schaut, als Bilanz zu ziehen: „Ich wünsche mir eigentlich nur eine stete Entwicklung nach vorne“, so beschreibt er seine Hoffnung für die nächsten 25 Jahre der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Die großen romantischen Sinfonien sollen erarbeitet werden, zum Beispiel Mendelssohns Sinfonie Nummer drei, die sogenannte schottische Sinfonie. Dafür werden allerdings im Orchester, zusätzlich zu den regulären 35 Musikern, weiter 5 bis 15 Mitspieler gebraucht. Auch wenn diese kein allzu hohes Honorar verlangen, so summiert es sich doch. Daher ist man in Verhandlungen mit der Stadt Bietigheim-Bissingen – und Wallinger ist optimistisch, dass die Gespräche ein glückliches Ende nehmen.

Helga Spannhake

Ein gemachtes Bett

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Ursula Schoch immer wieder Solistin bei der Kammersinfonie Bietigheim

25-jähriges Bestehen der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim wird in diesem Jahr gefeiert. Ursula Schoch arbeitete schon vor der Gründung des Orchesters mit dessen Leiter Peter Wallinger.

Wie lange sie in einem von Peter Wallinger geführten Orchester mitspielt, weiß sie nicht. „Mehr als 25 Jahre sind es auf jeden Fall“, sagt die 38-jährige Ursula Schoch. „Das Gymnasium im Ellental war unter Musiklehrer Wallinger so was wie eine Kaderschmiede für Musiker“, erinnert sich die Sachsenheimerin, die heute zweite Konzertmeisterin im Amsterdamer Concertgebouw-Orchester ist. „Das Schulorchester unter Peter Wallinger hat mir die Schulzeit gerettet“, so die Geigerin.

Schon damals war die Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die die Liebe zur klassischen Musik teilten, wichtig für ihre Entwicklung. „Das Schulorchester war wie eine Insel, denn die Klassenkameraden konnten unser Hobby nicht verstehen“, sagt sie. Die Arbeit wurde später in der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim fortgeführt. Auch als Ursula Schoch in Trossingen ihr Vorstudium und später in Köln ihr Geigenstudium absolvierte – der Kammersinfonie und Peter Wallinger bleibt sie bis heute treu. Gründe, dass sie die Reise aus Amsterdam, „wo ich mich wirklich heimisch fühle“, so oft antritt, sind das Heimweh, aber auch das „hohe Niveau der Kammersinfonie und dass ich solistisch spielen kann“. Sie ist ein Teamplayer, am liebsten spielt sie im Orchester, ergreift aber gerne die Möglichkeit, unter Wallinger Soli zu gestalten. „Die Kammersinfonie ist wie ein gemachtes Bett für mich“, sagt sie. Nach so vielen Jahren, meint sie, da weiß man, was man aneinander hat.

Am Freitag, 3. April, 20.00 Uhr, spielt sie beim Jubiläumskonzert im Kronenzentrum Mozarts Violinkonzert D-Dur, KV 218. Ihre Idee der Umsetzung ist die einer leichten, spritzigen Fassung, so versteht sie „ihren“ Mozart. Ursula Schochs Art des Violinspiels ist ein gesanglich klarer, melodieverbundener Klang mit hohem Wiedererkennungswert. Schöner Nebeneffekt ihrer Zusammenarbeit mit Peter Wallinger ist auch, dass sie ihre Eltern, die in Sachsenheim leben, und andere Freunde oft sieht.

Neben dem Mozart-Werk führt die Kammersinfonie das 1989 im Auftrag der Stadt Bietigheim von Hans-Georg Pflüger komponierte Werk „Strahlende Pforte“ auf. Im Jahr des zehnten Todestages unterstützt die Stadt diese Aufführung, die eine fast doppelte Besetzung erfordert, finanziell. Das ermöglicht dem Orchester auch die Aufführung einer Schumann-Sinfonie, für die eine ähnliche Besetzung erforderlich ist.

Die Stuttgarter Philharmoniker brachten „Die strahlende Pforte“ 1989 im Kronenzentrum zur Uraufführung, erzählt Flötistin Christina Dollinger, die auch die Einführung vor dem Konzert um 19.45 Uhr macht. Auch sie wurde von Wallinger während ihrer Schulzeit im Ellental-Gymnasium rekrutiert. Das Werk, das zwar atonal komponiert wurde, ist dennoch publikumswirksam. Dies erreicht die Komposition durch ein Erkennungsmotiv und Überraschungseffekte. Trotz mancher schräger Töne und Dissonanzen klingt das Werk klar. Gigantisch viele Streicher und Bläser agieren fast solistisch in Blöcken. „Was Peter Wallinger da wieder auf die Füße stellt, ist einfach großartig“, sagen Schoch und Dollinger unisono.

Gabriele Szczegulski

Saisonabschluss im Uhlandbau Konzert der Kammersinfonie

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In der Jubiläumsspielzeit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim erwartet alle Klassik-Fans mit dem Festkonzert unter der Leitung von Peter Wallinger ein besonderes Musikalisches Ereignis.

Am Samstag, 4. April, beendet die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim im historischen Uhlandbau Mühlacker um 20 Uhr die die diesjährige Reihe Mühlacker Concerto. Dem Festkonzert zum 25-jährigen Bestehen des Ensembles geht um 19.15 Uhr eine Einführung durch die Musikwissenschaftlerin Christina Dollinger voraus.

Das Konzert, welches unter dem Motto des Eröffnungswerks „Strahlende Pforte“ des Komponisten Hans Georg Pflüger steht, stellt den musikalischen Höhepunkt der Jubiläumsspielzeit 2009 der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim das.

Der Komponist Hans Georg Pflüger (1944-1999) würde in Schwäbisch Gmünd geboren. Er lebte seit 1950 bis zu seinem Tod in Bietigheim-Bissingen. Pflüger war selbst Organist und Pianist und entdeckte seine Leidenschaft als Komponist. So hat er ein breites kompositorisches Repertoire geschaffen. Mit der Aufführung gedenkt die Kammersinfonie des zehnten Todesjahres des Komponisten. Die „Strahlende Pforte“ wurde als Auftragskomposition 1989 von den Stuttgarter Philharmonikern unter der Leitung von Wolf-Dieter Hausschild uraufgeführt und von Bayer-Records veröffentlicht.

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts virtuosem Violinkonzert Nummer 4 in D-Dur wird es dann klassisch. Solistin ist die bekannte Geigerin Ursula Schoch. Im zweiten Konzertteil präsentiert die Kammersinfonie unter der Leitung ihres Dirigenten Peter Wallinger in großer sinfonischer Besetzung Robert Schumanns Sinfonie Nummer 4 in d-moll.

25 Jahre sueddeutsche kammersinfonie bietigheim

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Im Jahr 1964 wurde die sueddeutsche kammersinfonie bietigheim von Peter Wallinger un einer Grupper junger, engagierter Musiker aus dem Stuttgarter Raum ins Leben gerufen. Heute, 25 Jahre später, ist die Kammersinfonie längst zu einem professionellen Klangkörper geworden und hat sich mit Rundfunkaufnahmen und zahlreichen Gastkonzerten, unter anderem bei den „Maulbronner Klosterkonzerten“, weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Die Jubiläums-Doppel-CD vermittelt aus der Fülle des über 200 Werke umfassenden Repertoires der Kammersinfonie einen konzertanten Querschnitt der zurückliegenden fünf Jahre mit Live-Ausnahmen aus der Bietigheimer Kelter, aus der spätgotischen Frauenkirche Lienzingen im Rahmen des Festivals „Musikalischer Sommer“ und aus dem historischen Uhlandbausaal im Rahmen der Konzertreihe „MühlackerConcerto“. Die Solisten stammen überwiegend aus den Reihen des Orchesters. Es erklingen u. a. Werke von Mahler, Dvorak, Sibelius, Mozart.

Die „Jubiläumsedition 2009 live“ ist ab sofort exklusiv über den Förderverein der skb unter Fon 07142.55812 oder cd@sueddeutsche-kammersinfonie.de zu beziehen.

Vielfalt mit Bach, Vivaldi und Mahler Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim legt Jubiläumsedition 2009 vor

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Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum hat die von Peter Wallinger gegründete Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim jetzt eine Doppel-CD vorgelegt, die von großer musikalischer Vielfalt geprägt ist.

Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim wurde 1984 von Peter Wallinger und einer Gruppe junger Musiker ins Leben gerufen. Im 25. Jahr ihres Bestehens ist die Kammersinfonie zu einem Klangkörper herangereift, der durch seine hohe Professionalität sowie einem breiten musikalischen Spektrum überzeugt. So vereint die jetzt erschienene Jubiläumsedition 2009 einen konzertanten Querschnitt der letzten fünf Jahren mit hörenswerten Live-Aufnahmen.

Die Auswahl auf der ersten CD folgt einer bewusst gepflegten Programm-Mischung, die dem Leiter und Dirigenten der Kammersinfonie, Peter Wallinger, besonders am Herzen liegt. Diese Mischung soll neue Musik vertrauter und vertraute Musik neu erlebbar machen.

Wohl vertraut ist Johann Sebastian Bachs Konzert A-Dur für Oboe d“Amore, gespielt von Nikola Stolz, und Orchester. Die sanfte Melancholie des Stückes, durch das die Oboe wie ein aufgeregter Vogel fliegt, ist Ausdruck höchster Musikalität und zeigt, dass ein großes Werk nicht immer mächtig interpretiert werden muss.

Als weiterer berühmter Name ist Antonio Vivaldi auf der CD vertreten. Während der dissonante Staccato-Septakkord aus dem ersten Satz von „Der Winter“ aus den „Vier Jahreszeiten“ auch Klassik-Fremdlingen geläufig ist, bietet die Kammersinfonie den dritten Satz mit dem Titel „Abenteuer auf dem Eis – heftige Winde“. Die Violine spielt Ursula Schoch auf höchstem Niveau, ein musikalischer Juwel, der einen anderen Blick auf Vivaldis Musik wirft und weiteres Interesse an dessen Werk weckt.

Darüber hinaus mag man das durchaus schnittig gespielte Rondo aus dem Hornkonzert Nr. 2 Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart mit Wolfgang Wipfler, als auch das völlig in sich aufgehende Klavierkonzert Nr. 1, Romanze, von Frédéric Chopin nennen. Am Klavier die hoch begabte, und erst 15 Jahre alte Pianistin Magdalena Müllerperth aus Schmie, die diesem Stück Virtuosität und eine eigene Eleganz verleiht.

Neben den berühmten Komponistennamen kann man sich auf der Jubiläumsedition auch unbekannteren Namen nähern.

An herausragender Stelle dem 1936 in Rom verstorbenen Ottorino Respighi, italienischer Komponist und führender Vertreter der neueren italienischen Instrumentalmusik. Dessen Bearbeitungen der Arien und Tänze aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind und bleiben kleine Meisterwerke. Die Kammersinfonie spielt seine „Antiche Danze ed Arie“ mit großer Sinnlichkeit, die den Streichern gleichzeitig Flexibilität und Rasanz abverlangt.

Auch die zweite CD der Edition ist geprägt von großer Vielfalt. Zu hören ist der Live-Mitschnitt des Konzertes am 7. Dezember 2008 im Kronenzentrum. Antonin Dvoráks „Slawischer Tanz“, Jean Sibelius“ Valse triste aus der Bühnenmusik „Kuolema“ (Der Tod) bis hin zu Gustav Mahlers „Abschied“ aus dem sinfonischen Liederzyklus „Lied von der Erde“ mit Bariton Konrad Jarnot, für den Sänger eine große Herausforderung und emotional bewegend.

Abgeschlossen wird die Sammlung mit Mozarts Sinfonie Nr. 40 g-moll. Die Themen bis ins Kleinste zerlegt, dramatische Steigerungen aus den geringsten Ansätzen, präsentiert sich hier eines der düstersten Werke Mozarts. Bereits um 1800 geschätzt, erfuhr diese Sinfonie zahlreiche Bearbeitungen, deren klassisch-tragische Grundstimmung auch von der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim beibehalten wird. Ein würdiger Abschluss der Jubiläumsedition.

Jörg Palitzsch

Bestechende Klangpracht Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim musiziert im Louis-Bührer-Saal

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Im 25. Jahr ihres Bestehens erhielt die Sueddeutschen Kammersinfonie Bietigheim die Einladung der Kreissparkasse Ludwigsburg, in deren Louis-Bührer-Saal zu spielen – vor ausverkauftem Haus.

Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Heinz-Werner Schulte, begrüßte zu Beginn die zahlreichen Konzertbesucher und würdigte die stetige Entwicklung der Sueddeutschen Kammersinfonie Bietigheim zu einem hoch geschätzten Klangkörper.

Neben zwei Werken von Richard Wagner standen mit einer Serenade von Johannes Brahms und den Rokoko-Variationen von Peter Tschaikowsky zwei nur sehr selten zu hörende Werke auf dem Programm. „Facetten der Romantik“ lautete der Titel des Konzertprogramms, und als ein beglückendes Beispiel hierfür wählte Dirigent Peter Wallinger zur Eröffnung des Konzerts das „Siegfried-Idyll“ nach der Oper „Siegfried“ von Richard Wagner aus.

In breit angelegtem, fast schon als elegisch zu empfindenden Tempo ließ Wallinger das Stück beginnen. Die Bläser setzten sehr zart und behutsam ein und verbanden sich überaus feinstimmig mit dem dichten warmen Klang der Streicher. Auf diese Weise gestaltete das Orchester das Werk in einer empfindungsreichen Wiedergabe, zugleich aber auch in einem stetig sich verdichtenden Spannungsbogen.

Die zweite Serenade in A-Dur, Opus 16, von Johannes Brahms im Jahr 1860 komponiert, weist in ihren fünf Sätzen ein breites Spektrum an unterschiedlichen Stimmungen auf, welche von der Sueddeutschen Kammersinfonie Bietigheim mit Elan und beeindruckender Klangpracht ausgelotet wurden. Für die Bläsergruppe des Orchesters enthält das Werk zudem eine Fülle von reizvollen melodiösen Passagen, die von den Musikern in feinster Intonation glanzvoll ausgeführt wurden. Auf eine tänzerisch bewegte und in heiterer Leichtigkeit sich darbietende Aufführung legte Peter Wallinger großen Wert, wobei der mittlere Satz, ein Adagio, in seiner gefühlvollen Melodik anrührend ausgeführt wurde.

Den zweiten Teil des Konzerts eröffneten die Musiker mit dem Vorspiel zum dritten Aufzug der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner. Der weit gespannte Melodiebogen wirkte verklärt und in sich gekehrt. Damit bewiesen Peter Wallinger und seine höchst ambitioniert mitwirkenden Musiker die immer wieder bestechende und mitreißende Klangreinheit, verbunden mit einem hohen Maß an sensibler Gestaltungskraft.

Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt eines Meisters am Violoncello: Francis Gouton. Höchste Begeisterung löste er aus, als er den Solopart in den Rokoko-Variationen, Opus 33, von Peter Iljitsch Tschaikowsky, gestaltete. Vom ersten Takt an ließ der französische Musiker sein Instrument förmlich singen. Nuancenreich, zeitweilig mit unirdisch erscheinender Zartheit führte er seinen Part aus und entwickelte damit eine Aufführung von delikater Schönheit. Dazu bereitete ihm das Orchester einen dichten und doch auch so überaus fein gewobenen Klangteppich aus. Für den nicht enden wollenden Beifall bedankten sich Francis Gouton und die Sueddeutsche Kammersinfonie mit einer Zugabe.

Rudolf Wesner

Tonmalerei der Romantik auf den Punkt gebracht Bietigheimer Kammersinfonie begeistert im Bührer-Saal

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Werke von Wagner, Brahms und Tschaikowsky: Mit dem Programm „Facetten der Romantik“ ist die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter Dirigent Peter Wallinger am Freitagabend im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse aufgetreten.

Richard Wagners „Siegfried- Idyll“ eröffnete den Abend. Das Werk wurde als sinfonischer Geburtstagsgruß des Komponisten an seine Frau Cosima geschrieben und zeigt den Meister der Musikdramen von seiner intimen Seite: Keine Klanggewalten brechen über den Hörer herein, stattdessen ist das Stück sanft, voll lyrischer Schönheit. Leichtfüssig und spielerisch perlend kamen die Töne beim Konzert daher, so wie der Titel verheißt: idyllisch der Gesamtklang.

Die Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim haben sich das Ziel gesetzt, neue Musik vertrauter und vertraute Musik neu erlebbar zu machen. Diesen Anspruch erfüllten sie zu 100 Prozent. Souverän und mit schwebenden, leichten Armbewegungen führte Dirigent Peter Wallinger sein Orchester zum strahlenden Höhepunkt der Wagnerschen Musik.

Sehr akzentuiert dagegen der Beginn von Brahms Serenade in A-Dur. In dem Stück für ein kleines Orchester hat der Komponist auf den Einsatz von Geigen verzichtet, was dem Ganzen einen dunkleren Ton verleiht. Dynamisch im entscheidenden Moment, gleich darauf wieder stimmungsvoll schwelgend; den Musikern gelang es stets perfekt, die Schönheit der Musik hervorzuheben. Der beseelte transparente Orchesterklang brachte die Tonmalerei der Romantik genau auf den Punkt, ein wahrer Hörgenuss.

Für die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ist dieses Jahr ein besonderes. Das Orchester feiert sein 25-jähriges Bestehen: „Wir haben bescheiden angefangen“, sagt Peter Wallinger. Er freut sich über die Spielfreude seiner Musiker und bemerkt, dass die Musiker sehr engagiert sind und das Orchester noch lebendiger geworden ist. Ein Eindruck, den man als Zuhörer beim Konzert sofort bestätigen konnte.

Nach der Pause erklang erneut ein lyrischer, fast schon lieblicher Wagner mit dem Vorspiel zum dritten Aufzug der Meistersinger. Auch hier gelang es den Musikern, das Innerste der Musik erlebbar zu machen.

Das Bonbon des Abends kam zum Schluss: Tschaikowskys „Rokoko-Variationen“ für Cello und Orchester. Der französische Cellist Francis Gouton übernahm den Solopart des äußerst schwierigen Stücks: „Da muss man durch“, meinte er zu den berüchtigten schnellen Läufen oder auch dem Spiel nah am Steg. Ausführlich geprobt haben sie, ergänzte Gouton, und das merkte man sofort: Fein abgestimmt war das Zusammenspiel zwischen Orchester und Solist.

Die Orchesterinstrumente waren mehr als einfach nur eine Begleitung der Solostimme: Sie spielten sich die musikalischen Bälle gekonnt zu. Solch ein frisches Spiel voller Virtuosität belohnte das Publikum mit lang anhaltendem Applaus und wiederholten Bravorufen.

Helga Spannhake