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Opulentes Hörvergnügen entfaltet Süddeutsche Kammersinfonie gibt Neujahrskonzert im Uhlandbau – Heitere musikalische Reise führt nach Wien und Paris

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Ein heiter, unbeschwert und unterhaltsam klingendes Neujahrskonzert haben die Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger einstudiert. Am Sonntagvormittag war es im Saal des Uhlandbaus zu hören.

Das Konzert wurde von den zahlreich erschienenen Besuchern mit freudigem Beifall aufgenommen. In die Metropolen Wien und Paris entführte das dieses Mal nur mit Streichern besetzte Orchester seine Zuhörer musikalisch. Dazu konnte Peter Wallinger als Solisten die Flötistin Verena Guthy-Homolka und den Fagottisten Frank Lehmann gewinnen, die schon seit vielen Jahren mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim zusammenarbeiten und mit fabelhaft virtuosem Spiel begeisterten. Außerdem wirkte als launig plaudernde Moderatorin Nicole Raichle aus Sachsenheim mit, die seit dem Herbst vergangenen Jahres auch die Vorsitzende des Fördervereins des Orchesters ist.

Eingeleitet wurde das Programm des Neujahrskonzerts mit Drei Deutschen Tänzen von Franz Schubert. Mit dem hellen Klang der Violinen, der warmen Fülle der Bratschen und den tiefen Tönen der Celli sowie des Kontrabasses, mit denen vornehmlich die rhythmischen Elemente der Stücke ausgeführt wurden, entfaltete sich vom ersten Takt an ein überaus opulentes Hörvergnügen. Dazu trug einmal mehr auch die frische Akustik des Uhlandbausaales bei, die zusätzlich dadurch ausgenutzt wurde, dass das Orchester nicht auf der Bühne musizierte, sondern seine Plätze unmittelbar vor den ersten Reihen im Saal einnahm. Vergnügen verbreitete anschließend auch Frank Lehmann auf seinem Fagott bei der Aufführung der komischen Polka „Der alte Brummbär“ von Julius Fucik. Im geschmeidig leichten Ton eines Salonorchesters begleitete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim den Solisten, der mit Elan seinem Fagott die tiefschwarzen Klänge entlockte und am Ende des Werks mit einer furiosen, höchste Virtuosität verlangenden Kadenz bestach. Im schwungvollen Dreiviertel-Takt schloss der erste, ganz vom Wiener Charme geprägte Teil. „Neue Wiener Ländler“ war der Titel der unter Opus Nummer eins geführten Komposition von Josef Lanner, und genauso unbeschwert gestaltete das Orchester einen Walzer in A-Dur, Opus 54, von Antonín Dvorák.

Im zweiten Teil des Neujahrskonzerts, welcher der Seine-Metropole gewidmet war, erklang zunächst eine dreisätzige Ballettmusik von Gluck, die mit nuancenreichem, feinstimmigem Spiel vom Orchester dargeboten wurde. Gerade Paris war im 19. Jahrhundert gewissermaßen die Hauptstadt des klassischen Balletts, und auch der deutsche Komponist Gluck vermochte mit seinen Ballettmusiken dort große Begeisterung auszulösen. Besonders kunstvoll war dabei die Darbietung des dritten Satzes mit dem Titel „Pizzicato“, dessen letzte Takte bis fast zur Unhörbarkeit leise erklangen und im Raum entschwanden. Die Solistin Verena Guthy-Homolka (Flöte) beglückte mit der „Suite de trois morceaux“, Opus 116, von Benjamin Godard, der in Paris geboren wurde, die sie sehr zart und in duftiger Leichtigkeit, dabei jedoch herausragend virtuos interpretierte.

Im weiteren Verlauf des Neujahrskonzerts führte sie „Sicilienne“, Opus 78, des französischen spätimpressionistischen Komponisten Gabriel Fauré delikat und temporeich auf. In einem Satz aus einer Streicherserenade in C-Dur von Jacques Offenbach, dessen Name untrennbar mit der Stadt an der Seine verbunden ist, sowie einer „Barkarole“ aus der Suite „Die vier Jahreszeiten“, Opus 37 a, von Peter Iljitsch Tschaikowsky – auch er liebte Paris ganz besonders – wurde noch einmal die dichte und überaus erlesene Streicherpracht der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim ausgebreitet.

Als Zugabe spielten Verena Guthy-Homolka und Frank Lehmann, von der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim begleitet, eine Romanze von Oskar Klose.

Rudolf Wesner

Süddeutsche Kammersinfonie entführt nach Wien und Paris Neujahrskonzerte unter der Leitung von Peter Wallinger – Orchester dieses Mal nur mit Streichern besetzt – Gastsolisten begeistern mit virtuosem Spiel

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Ein heiter, unbeschwert und unterhaltsam klingendes Neujahrskonzert hatten die Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger einstudiert.

Am Samstagabend war es im Bürger- und Rathaus von Murr zu hören und wurde am gestrigen Nachmittag in der Kelter von Bietigheim-Bissingen erneut geboten. In die Metropolen Wien und Paris entführte das diesmal nur mit Streichern besetzte Orchester seine Zuhörer musikalisch. Dazu konnte Peter Wallinger als Solisten die Flötistin Verena Guthy-Homolka aus Oberstenfeld und den Fagottisten Frank Lehmann aus Vaihingen gewinnen, die mit virtuosem Spiel begeisterten. Beim Konzert in Bietigheim-Bissingen wirkte außerdem als launig plaudernde Moderatorin Nicole Raichle aus Sachsenheim mit, die seit dem Herbst vergangenen Jahres auch die Vorsitzende des Fördervereins des Orchesters ist.

Eingeleitet wurde das Programm der Neujahrskonzerte mit „Drei Deutsche Tänze“ von Franz Schubert. Mit dem hellen Klang der Violinen, der warmen Fülle der Bratschen und den tiefen Tönen der Celli sowie des Kontrabasses, mit denen vornehmlich die rhythmischen Elemente der Stücke ausgeführt wurden, entfaltete sich vom ersten Takt an ein überaus opulentes Hörvergnügen. Dafür sorgte anschließend auch Frank Lehmann auf seinem Fagott bei der Aufführung der komischen Polka „Der alte Brummbär“ von Julius Fucik. Im geschmeidig leichten Ton eines Salonorchesters begleitete die Süddeutsche Kammersinfonie den Solisten, der mit Elan seinem Instrument die tiefschwarzen Klänge entlockte und am Ende des Werks mit einer furiosen, höchste Virtuosität verlangenden Kadenz bestach.

Im schwungvollen Dreivierteltakt schloss der erste, ganz vom Wiener Charme geprägte Teil. „Neue Wiener Ländler“ war der Titel der unter Opus Nummer eins geführten Komposition von Josef Lanner und genauso unbeschwert gestaltete das Orchester einen Walzer in A-Dur, Opus 54, von Antonín Dvorák. Im zweiten Teil, der der Seine-Metropole gewidmet war, erklang zunächst eine dreisätzige Ballettmusik von Gluck, die mit nuancenreichem, feinstimmigem Spiel dargeboten wurde.

Besonders kunstvoll war dabei die Darbietung des dritten Satzes mit dem Titel „Pizzicato“, dessen letzte Takte fast unhörbar leise erklangen und im Raum entschwanden. Die Solistin Verena Guthy-Homolka (Flöte) beglücke mit der „Suite de trois morceaux“, Opus 116, von Benjamin Godard, die sie sehr zart und in duftiger Leichtigkeit interpretierte.

Im weiteren Verlauf der Neujahrskonzerte führte sie „Sicilienne“, Opus 78, des spätimpressionistischen Komponisten Gabriel Fauré delikat und temporeich auf. In einem Satz aus einer Streicherserenade in C-Dur von Jacques Offenbach sowie einer „Barkarole“ aus der Suite „Die vier Jahreszeiten“, Opus 37 a, von Peter Iljitsch Tschaikowsky, wurde noch einmal die dichte und ausgewogene Streicherpracht dieses seit 25 Jahren erfolgreich auftretenden Ensembles ausgebreitet.

Rudolf Wesner

Ein Konzert ohne Routine und Langeweile Murr Die Kammersinfonie Bietigheim ist in Murr zu Gast gewesen. Das Orchester spielte vor vollem Haus.

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Mit seinen Neujahrskonzerten hat das Kulturprisma Murr eine erfolgreiche Tradition geschaffen. Dies hat sich einmal mehr bei der 16. Veranstaltung mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim bestätigt, die am Samstag vor vollem Haus einmal mehr ihren Ruf als Erfolgsgarant bekräftigen konnte. Von Tradition „ohne Routine oder Langeweile“ sprach Kulturamtsleiter Matthias Bader, der dem Ensemble und seinem Leiter Peter Wallinger herzlichen Dank übermittelte.

Mit seinen vitalen Interpretationen hat sich das Bietigheimer Orchester unter seinem Gründer und Dirigenten Peter Wallinger in den 25 Jahren seines Bestehens einen außergewöhnlichen Ruf verschafft. Das Ensemble musiziert auf professionellem Niveau, begeistert durch Frische und Spielfreude und überrascht immer wieder mit Klangerlebnissen der besonderen Art.

Foto: Marbacher Zeitung

Beim diesjährigen Neujahrskonzert führte Peter Wallinger sein Publikum in diesem Jahr auf eine unterhaltsame Reise in die Salons von Wien, wo Johann Strauss und Josef Lanner um den Titel des Walzerkönigs wetteiferten, und nach Paris, wo Jacques Offenbach mit seinem berühmten „Cancan“ von sich reden machte. Aber es wären nicht Peter Wallinger und seine Süddeutsche Kammersinfonie, wenn er nicht etwas andere Akzente gesetzt hätte. Nicht Johann Strauss repräsentierte Wien und nicht der „Cancan“ Paris. Mit diversen Schmankerln klassischer Salonmusik wurden Wien und sein böhmisch geprägtes Hinterland musikalisch lebendig.

Josef Lanner wurde nicht als Walzerkönig präsentiert, sondern mit einem Neuen Ländler vorgestellt, während Antonín Dvorák mit einem Walzer brillierte und Franz Schubert mit drei Deutschen Tänzen auf seine Weise Wiener Schmäh vermittelte. „Der alte Brummbär“ – ein polkaähnliches Stück von Julius Fucik für Salonorchester und Solofagott – wurde zum äußerst unterhaltsamen Höhepunkt des Abends. Das Publikum genoss den pfiffigen Dialog zwischen dem Fagott in der Rolle des brummigen Bären, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt, und dem ebenso kapriziös agierenden Orchester.

Frank Lehmann, erster Solofagottist der Stuttgarter Philharmoniker, ließ den alten Brummbär galant geschwätzig musikalisch zu Wort kommen. Mit einer Ballettmusik von Christoph Willibald Gluck, einer Streicherserenade von Jacques Offenbach und einer Barkarole von Peter Iljitsch Tschaikowsky wurde Pariser Salonmusik mit viel Pizzicato pfiffig und galant serviert. Bei der „Sicilienne op. 78“ und der ausdrucksstarken „Suite de trois morceaux“ von Benjamin Godard konnte sich Verena Guthy-Homolka als Solistin (Querflöte) bravourös entfalten und den vielfältigen Stimmungen gerecht werden, die vom fantastisch musizierenden Ensemble ebenso mitgetragen wurden.

Neue Musik vertrauter und vertraute Musik neu erlebbar zu machen, hat sich Peter Wallinger zum Ziel gesetzt, als er 1984 die Süddeutsche Kammersinfonie gegründet hat. Dieser Zielsetzung ist das Ensemble auch beim jüngsten Auftritt treu geblieben, den es mit einer Romanze als Zugabe ausklingen ließ, bei der die beiden Solisten noch einmal großartig aufeinander abgestimmt virtuos gemeinsam musizierten.

Herzlicher Beifall dankte dem Ensemble und seinem Dirigenten – dankbare Kommentare der Besucher galten dem Veranstalter der Neujahrskonzerte im Murrer Bürgersaal, wo Jahr für Jahr – wie sich in der Zwischenzeit herumgesprochen und jetzt erneut bestätigt hat – so gute und großartig interpretierte Musik geboten wird.

Helmut Schwarz

Sinfonische Klangpracht Gerhard Vielhaber war Solist im Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie

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Das Jubiläumsjahr aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens beschloss die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim-Bissingen am Sonntag mit einem Konzert im Kronensaal mit dem Titel „Nordische Impressionen“.

Bekanntes und Beliebtes stand auf dem Programm, doch auch eine Komposition, die vermutlich ihre deutsche Erstaufführung erlebte.

Als ein sinfonisches Gedicht bezeichnete der finnische Komponist Jean Sibelius seine Komposition „Finlandia“, die vor 110 Jahren entstand. Sie gilt in dem nordischen Land als die geheime Nationalhymne. Mit diesem populären Stück begann das recht gut besuchte Konzert.

Breit legte Orchesterleiter Peter Wallinger, der auch der Gründer dieses Klangkörpers ist, die wuchtigen Einleitungsakkorde an. Aus einer zunächst ruhevoll fließenden Gestaltung des Werks erhob sich nach und nach jene dramatische Steigerung des Ausdrucks, der in dem machtvollen, stets tief berührenden großen Hymnus mündet, der den sehnsuchtsvollen und doch auch feierlichen Charakter von „Finlandia“ einzigartig prägt. Wieder einmal bestach mit dieser aufrüttelnden Aufführung die Süddeutsche Kammersinfonie mit ihrer großartigen Gestaltungsdichte.

Mit Spannung wurde der Auftritt des jungen Pianisten Gerhard Vielhaber erwartet. Obwohl noch jung an Jahren nahm er schon zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen entgegen und gilt als einer der hoffnungsvollsten Virtuosen der jungen Generation. Gerhard Vielhaber setzte sich mit einem hier zu Lande weithin unbekannten Werk des schwedischen Komponisten Wilhelm Stenhammar auseinander, dessen Name in Deutschland ebenfalls kaum in einem Konzertprogramm erscheint. Nach Peter Wallingers Ansicht dürfte das Klavierkonzert Nummer zwei in d-Moll, Opus 23, das zwischen 1904 und 1907 entstand, seine deutsche Erstaufführung erlebt haben.

Es ist eine zerklüftete Komposition, die trotz der darin auftretenden kraftvollen Kontraste eher spröde und herb wirkt. Die vier Sätze ließ der Komponist ineinander übergehen. Daraus wuchsen scharfe Gegensätze des Ausdrucks, die als expressiv stürmisch und gelegentlich als leicht lyrisch verbrämt wahrgenommen werden konnten. Für Gerhard Vielhaber ergaben sich daraus allerdings musikalisch herausfordernde Möglichkeiten, seinen Solopart mit differenziert eingesetzten Emotionen, auch mit nuancenreicher Auslotung der inneren Spannungen des Werks und überhaupt mit vollendeter Virtuosität energiegeladen und temperamentvoll auszuführen. Auch die Kammersinfonie Bietigheim-Bissingen trug mit Brillanz in der Auslotung der sinfonischen Pracht des Werks dazu bei, dass aus dem Wechselspiel zwischen ihm und dem Solisten eine vitale Wiedergabe zu hören war. Der Solist des Abends wurde dafür mit lang anhaltendem Beifall gefeiert, wofür sich Gerhard Vielhaber mit einen Intermezzo von Robert Schumann als Zugabe bedankte.

Im zweiten Teil des Konzerts im Kronensaal standen mit der „Hebriden-Ouvertüre“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und der „Peer-Gynt-Suite“, Nummer eins, von Edvard Grieg zwei außerordentlich beliebte Kompositionen auf dem Programm. Als ein farbenprächtiges, überaus lebendig und nuanciert gestaltetes Klanggemälde führte das Orchester die „Hebriden-Ouvertüre“ aus. In der Aufführung der vier Sätze aus der Musik zu Henrik Ibsens Dichtung „Peer Gynt“ entfaltete die Musiker unter der von lebhaftem Gestus geprägten Leitung von Peter Wallinger vielfältige Stimmungen.

Die Lyrik und Verträumtheit der „Morgenstimmung“, der betörende warme Streicherklang in „Ases Tod“, die schwebend leichte Anmut von „Anitras Tanz“ und die ekstatische Wucht des Finales „In der Halle des Bergkönigs“ konnten mitreißender, klangfrischer und kontrastreicher nicht dargeboten werden. Das waren wieder einmal Glanzstücke dieses auf hohem musikalische Niveau wirkenden Klangkörpers.

Rudolf Wesner

Nordisches in sinfonischer Klangfülle Reihe Mühlacker Concerto fortgesetzt – Gerhard Vielhaber trat als Solist mit der Süddeutschen Kammersinfonie auf

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Das Jubiläumsjahr aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens hat die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim am Samstag mit einem gut besuchten Konzert im Uhllandbau mit dem Titel „Nordische Impressionen“ beschlossen. Bekanntes und Beliebtes stand auf dem Programm, doch auch eine Komposition, die vermutlich ihre Erstaufführung erlebte.

Als ein sinfonisches Gedicht bezeichnete der finnische Komponist Jean Sibelius seine Komposition „Finlandia“, die vor 110 Jahren entstand. Sie gilt in dem nordischen Land als die geheime Nationalhymne. Mit diesem populären Stück begann das recht gut besuchte Konzert. Breit legte Orchesterleiter Peter Wallinger, der auch der Gründer dieses Klangkörpers ist, die wuchtigen Einleitungsakkorde an. Aus einer zunächst ruhevoll fließenden Gestaltung des Werks erhob sich nach und nach jene dramatische Steigerung des Ausdrucks, der in dem machtvollen, stets tief berührenden großen Hymnus mündet, der den sehnsuchtsvollen und doch auch feierlichen Charakter von „Finlandia“ einzigartig prägt. Wieder einmal bestach mit dieser aufrüttelnden Aufführung die Süddeutsche Kammersinfonie mit ihrer großartigen Gestaltungsdichte.

Mit Spannung wurde der Auftritt des jungen Pianisten Gerhard Vielhaber erwartet. Obwohl noch jung an Jahren nahm er schon zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen entgegen und gilt als einer der hoffnungsvollsten Virtuosen der jungen Generation. Gerhard Vielhaber setzte sich mit einem hier zu Lande weithin unbekannten Werk des schwedischen Komponisten Wilhelm Stenhammar auseinander, dessen Name in Deutschland ebenfalls kaum in einem Konzertprogramm erscheint. Nach Peter Wallingers Ansicht dürfte das Klavierkonzert Nummer zwei in d-Moll, Opus 23, das zwischen 1904 und 1907 entstand, seine deutsche Erstaufführung erlebt haben. Es ist eine zerklüftete Komposition, die trotz der darin auftretenden kraftvollen Kontraste eher spröde und herb wirkt. Die vier Sätze ließ der Komponist ineinander übergehen. Daraus wuchsen scharfe Gegensätze des Ausdrucks, die als expressiv stürmisch und gelegentlich als leicht lyrisch verbrämt wahrgenommen werden konnten.

Für Gerhard Vielhaber ergaben sich daraus allerdings musikalisch herausfordernde Möglichkeiten, seinen Solopart mit differenziert eingesetzten Emotionen, auch mit nuancenreicher Auslotung der inneren Spannungen des Werks und überhaupt mit vollendeter Virtuosität energiegeladen und temperamentvoll auszuführen. Auch die Kammersinfonie Bietigheim-Bissingen trug mit Brillanz in der Auslotung der sinfonischen Pracht des Werks dazu bei, dass aus dem Wechselspiel zwischen ihm und dem Solisten eine vitale Wiedergabe zu hören war. Der Solist des Abends wurde dafür mit lang anhaltendem Beifall gefeiert, wofür sich Gerhard Vielhaber mit einen Intermezzo von Robert Schumann als Zugabe bedankte.

Im zweiten Teil des Konzerts im Kronensaal standen mit der „Hebriden-Ouvertüre“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und der „Peer-Gynt-Suite“, Nummer eins, von Edvard Grieg zwei außerordentlich beliebte Kompositionen auf dem Programm.

Als ein farbenprächtiges, überaus lebendig und nuanciert gestaltetes Klanggemälde führte das Orchester die „Hebriden-Ouvertüre“ aus. In der Aufführung der vier Sätze aus der Musik zu Henrik Ibsens Dichtung „Peer Gynt“ entfaltete die Musiker unter der von lebhaftem Gestus geprägten Leitung von Peter Wallinger vielfältige Stimmungen. Die Lyrik und Verträumtheit der „Morgenstimmung“, der betörende warme Streicherklang in „Ases Tod“, die schwebend leichte Anmut von „Anitras Tanz“ und die ekstatische Wucht des Finales „In der Halle des Bergkönigs“ konnten mitreißender, klangfrischer und kontrastreicher nicht dargeboten werden.

Das waren wieder einmal Glanzstücke dieses auf hohem musikalische Niveau wirkenden Klangkörpers. Als Zugabe für den freudigen Schlussapplaus erklang noch einmal „Anitras Tanz“.

Rudolf Wesner

Mit jugendlich-frischem Elan Peter Wallinger dirigierte in Mühlacker mit der sueddeutschen kammersinfonie bietigheim „Nordische Impressionen“

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Mit einem ebenso anspruchsvollen wie anregenden Programm unter dem Motto „Nordische Impressionen“ schlug Peter Wallinger mit seiner aus zumeist jungen Musikern bestehenden „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ im Uhlandbau in Mühlacker den Bogen von Bekanntem wie „Finlandia“ von Jean Sibelius und der „Hebriden“-Ouvertüre von Felix Mendelssohn Bartholdy über Populäres (Edvard Griegs erster „Peer Gynt“-Suite) zu einer Rarität, dem zweiten Klavierkonzert des schwedischen Pianisten, Dirigenten und Komponisten Wilhelm Stenhammar. Stenhammar (1871 bis 1927), der als Vaterfigur der schwedischen Musik gilt, genießt außerhalb seiner Heimat längst nicht jenes Ansehen, das ihm ob seiner musikalischen Leistungen gebühren würde. Neben der „Excelsior“-Ouvertüre tauchen seine weiteren sinfonischen Werke außerhalb Schwedens nur sehr selten in den Konzertprogrammen auf.

Foto: Fotomoment

Mit seinem zweiten, das ebenso wie das erste Klavierkonzert viersätzig, mit einem Sherzo als zweitem Satz angelegt ist, hat Stenhammar ein für den Solisten höchst anspruchsvolles, ohne dabei oberflächliche Virtuosität bedienendes Konzert geschrieben. Vom unbegleiteten Solobeginn des Pianisten an erhält das komplexe Werk seinen Reiz durch Verunklarung der „offiziellen“ Haupttonart d-Moll zwischen Solist und Orchester, die die ersten beiden Sätze an- hält. Im Uhlandbau konnte sich Gerhard Vielhaber als ein manuell ansprechender, dem dichten Klaviersatz manch anregendes Detail abgewinnender Interpret profilieren, der sich für den herzlichen Publikumsbeifall auf dem etwas sehr metallisch klingenden Flügel mit einem Intermezzo von Robert Schumann bedankte. Dass manche Passagen des d-Moll-Konzertes noch nicht konsequent genug ausgeformt erschienen, ist bei der ersten öffentlichen Interpretation eines ebenso schwierigen wie unbekannten Werkes verständlich. Nicht nur bei Stenhammar überzeugte die sueddeutsche kammersinfonie Bietigheim mit ihrer Spielfreude und dem bedingungslosen Engagement,das manche Probleme im Zusammenspiel, manches noch nicht überzeugende Detail in den Hintergrund treten ließ.

„Finlandia“ die heimliche Hymne Finnlands, die zur Zeit der russischen Okkupation das erwachsende Nationalgefühl widerspiegelte, wurde von Wallinger mit machtvollen, den Bläserapparat gegenüber den ausgedünnt klingenden hohen Strei- chern etwas zu sehr in den Vordergrund rückendem Pathos musiziert. Geschmeidig, mit ausgewogem Verhältnis des mit schönen Soli aufwartenden Holzbläserapparats und nuancierten Streichern erklang die „Hebriden“-Ouvertüre Mendelssohn-Bartholdys, ein würdiger Beitrag zum Mendelssohn-Jahr, der den Elan und das klangliche Vermögen des Ensembles ins beste Licht rückte. Mit fein ausgehörten Details präsentiere Wallinger auch die erste „Peer Gynt“-Suite Griegs, Musik, die etwas im Ruch von „Wunschkonzert“-Seligkeit steht.

Im Uhlandbau erklang die „Morgenstimmung“ fein austariert, „Ases Tod“ in lichte Streicherklänge ohne Sentimentalität getaucht, „Anitras Tanz“ rhythmisch entsprechend packend musiziert, um mit „In der Halle des Berglöwen“ einen ansprechend gesteigerten Abschluss zu finden.

Thomas Weiss

Mit Mozarts „Zaubertröte“ auf Safari Abenteuerliches Schülerkonzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim

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„Tarza(h)n hat Zahnweh – oder: Im Dschungel herrscht Musikverbot!“ Das Musiktheaterstück von Jörg Schade und Franz-Georg Stähling begeisterte in der Kelter Grundschüler aus dem Landkreis.

Wahrscheinlich interessieren sich Kinder heute nicht weniger für klassische Musik als früher. Nur sind heute wohl die Möglichkeiten gegrenzter, auch aufgrund eines nicht immer befriedigenden kulturellen Bildungshintergrunds, Kinder an Kultur heranzuführen. Diesem Umstand begegnen Jörg Schade sowie Peter Wallinger und seine Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim schon seit längerem erfolgreich mit ihren alljährlich im November stattfindenden Schülerkonzerten. Dass sie auf große Offenheit stoßen, zeigen schon die Anmeldungen zu diesen Konzerten, die bereits ein dreiviertel Jahr im Voraus eingehen. Dieses Mal stand etwas sehr Abendteuerliches auf dem Programm.

Taridius Zahn, der im Gegensatz zu seinem berühmten Bruder Tarzan so herrlich hilflose Biologe, ist in großer Not. Mitten im Urwald soll der Musikliebhaber Pflanzen für sein Museum sammeln, hat aber Angst vor Tieren, dazu auch noch entsetzliche Zahnschmerzen. Und so schmettert Jörg Schade in der Rolle des Taridius Zahn alias Tarza(h)n, bemitleidenswert seine Schmerzensarie „Dolor di denti“ („Schon seit gestern hab ich Zahnweh“) auf die Musik von Amilcare Ponchielli in der voll besetzten Alten Kelter. Und dann wäre da noch der fiese Mr. Blum (Dietmar Beese).

Musik ist für ihn nichts als Lärm, der seine Erholung suchenden Hotelgäste nur stört. Also verbietet er Musik und sammelt von sämtlichen Tieren deren Musikinstrumente ein. Ganz klar, nicht nur gegen das Zahnweh, sondern auch gegen Mr. Blum und die zu erwartenden lästigen Touristenströme muss etwas unternommen werden. Unerwartete Hilfe erhält Tarza(h)n von drei drolligen Urwaldmusikanten, dargestellt von Mitgliedern der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim: Corni (Gunilla Kühn, Horn), Trombi (Michael Peuser, Posaune) und Tröti (Daniel Szepesi, Trompete). Und von der nach Schokolade verrückten Dschungelfee Palmina (Judith Guntermann). Natürlich ist Tarza(h)n bald seinen kariösen Zahn los. Mit neu erwachten Kräften, List und Erfindungsreichtum gelingt es ihm un seinen zu allerlei Späßen aufgelegten Freunden schließlich, Mr. Blum zu übertölpeln, die Instrumente wiederzubeschaffen, den Dschungel mit neuem musikalischen Leben zu füllen und sogar Mr. Blum zur Musik zu bekehren.

Dass ein derartiges Stück funktioniert, hängt natürlich auch von der Aufmerksamkeit des Publikums ab. Mit enormem Spaß waren die Kinder dabei, halfen Taridius Zahn, wo sie nur konnten, imitierten Tiergeräusche, spendeten nach jedem Musikstück von Mozart, Rossini, Verdi, Grieg oder Joplin begeisterten Zwischenapplaus, waren auch auf dem kleinen Streifzug durch die Musikgeschichte und Instrumentenkunde ganz bei der Sache und stimmten am Ende – noch vor Verdis Triumphmarsch aus „Aida“ – nur allzu gerne in das Dschungellied mit ein: „Hier im Dschungel ist das Leben noch voller Glück. Hier im Dschungel verbindet alle die Musik.“ Fazit: Nach den Projekten der Vorjahre, „Papa Haydn“ und „Ritter Glück“ gelang es Jörg Schade, Peter Wallinger und den Mitgliedern der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim erneut, Kinder nicht nur in den Bann einer vergnüglichen Geschichte zu ziehen, sondern ebenso auf humorvolle, kindgerechte, bisweilen aber auch leicht kindische Weise – Mozarts „Zaubertröte“ musste nicht wirklich sein – in den Bann klassischer Musik.

Christof Jetschka

Feenzauber und Affensprünge Glanzvolles Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie im Sachsenheimer Kulturhaus

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Nach der Musikschulveranstaltung musste am vergangenen Samstag auch die jährliche Sommerserenade der Süddeutschen Kammersinfonie aus dem Schlosshof ins Kulturhaus verlegt werden.

Die Verlegung erwies sich nachträglich jedoch als Glücksfall. Das 17-köpfige Kammer-Streichorchester spielte nämlich ein so delikates Programm aus Werken vom Frühbarock bis zur Moderne, dass sich die Saiten der Instrumente in der feucht-warmen Abendluft wohl zu rasch verstimmt hätten. Besonders die beiden Hauptsolisten, der japanische Kontrabassist Michinori Bunya und die ebenfalls aus Japan stammende Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi mit ihrer kostbaren Violine, hätten ihre Vorträge nicht so lupenrein und virtuos meistern können, wie dies in nahezu phänomenaler Weise geschah.

Auch das technisch und musikalisch überzeugende, hervorragende Spiel des Orchesters auf Violinen, Bratschen, Celli und Kontrabass hätte in freier Lust wohl kaum so homogen und zugleich differenziert wirken können. Entsprechend positiv beeindruckte das Konzert unter Peter Wallingers präzisem und temperamentvollem Dirigat im Ausweichort, dem Großsachsenheimer Kulturhaus. Es war ein Hochgenuss, die melodiös, virtuos und stilgerecht dargebotenen Werke der vier gespielten Komponisten zu genießen und dabei zu verinnerlichen.

Die fünf wichtigsten Sätze aus der Musik des englischen Barockmeisters Henry Purcell zu Shakespeares „Sommernachtstraum“ eröffneten das Konzert. Straff-dynamisch gestrichen, erklang das Prelude, im beschwingten Dreivierteltakt folgte das Rondeau und dann erfreuten drei Charaktertänze die Zuhörer: Flirrend huschten die Feen musikalisch vorüber, Affensprünge wurden punktiert nachgeahmt und im Stil einer Chaconne wurden Chinesen als damals beliebte Exoten angedeutet. Bereits der Vortrag dieser Musik zeigte die Korrektheit und zugleich Schönheit des Kammersinfonie-Spiels.

Danach strich, griff und zupfte als „Knüller“ des Abends Michinori Bunya seinen Kontrabass als Solist und Partner des Orchesterklangs. Tempo und Virtuosität der linken und rechten Hand, grandiose Dynamik, natürliche und künstliche Flageoletts bis zur Höhe des Klanges von Violinsaiten, Glissandi und vieles mehr erlebte man in zwei Werken des Italieners Giovanni Bottesini, der als Super-Kontrabassist wirkte und neue Techniken für dieses große Instrument erfand. Tosender, kaum endender Beifall regte den Solisten in Sachsenheim zu einer kontrastierenden Zugabe an.

Die elegische Melodie „Herzwunden“ des Norwegers Edvard Grieg war das orchestrale Gegenstück zum Bottesini-Wirbel und ließ alle Streichergruppen elegant erklingen. Auch Puccinis „Chrysanthemen“-Gesang mit Anklängen an dessen Opernstil blieb trotz vieler Besonderheiten des Spiels überwiegend zart.

So blieb es Konzertmeisterin Kobayashi vorbehalten, die südamerikanische Variante der „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi, die der argentinische Bandoneon-Virtuose Astor Piazzolla (1921-1992) mit folkloristischem Anklang komponierte, rasant in den Sätzen „Sommer in Buenos Aires“ und „Herbst“ explosionsartig und trotzdem edel als Solistin zu markieren. Das Orchester folgte ihr in allen Nuancen der Interpretation und ließ sich von Peter Wallinger zum glanzvollen Konzertfinale führen.

Helmut Müller

Leidenschaftlich umarmt Ohrenschmaus in der Frauenkirche – Kontrabassist begeistert

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Der Sommerzeit angepasst, präsentierten Peter Wallinger und seine Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim am Sonntagvormittag im Rahmen des „Musikalischen Sommers“ in der Lienzinger Frauenkirche ein Programm mit farbenfrohen musikalischen Nuancen vom Barock bis ins 20. Jahrhundert, von Britannien bis Argentinien.

Von Henry Purcell, dem englischen Barockmeister, führte das bestechend rein und hell klingende Streichorchester, vor dem sich Orchesterleiter Peter Wallinger einmal mehr als sensibler Klangzauberer erwies, fünf Teile aus der Musik zu „The Fairy Queen“ (Die Feenkönigin) nach Shakespeares „Sommernachtstraum“ auf. Schwebend leichte, wohlige Streicherbrillanz breitete sich in der Frauenkirche aus, wobei die tänzerisch leichten, auch mal burlesken Elemente ebenso feinstimmig herausgehoben wurden wie die lyrischen. Auch für dieses Konzert war es Peter Wallinger gelungen, einen herausragenden Solisten zu gewinnen. An seinem Kontrabass, den er während seines Spiels geradezu leidenschaftlich zu umarmen schien, entfaltete Michinori Bunya träumerische, seelenvolle und warme Klangfülle. Damit dokumentierte der heute als Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik in Würzburg tätige gebürtige Japaner, dass dieses Instrument alles andere als nur ein sonor brummendes Streichinstrument ist.

Foto: Fotomoment

Michinori Bunya ließ bei der Gestaltung der Melodie Nummer eins in e-moll von Giovanni Bottessini, einem italienischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, seinen Kontrabass förmlich singen. Auch im „Allegro di Concerto alla Mendelssohn“ von demselben Komponisten bestach der Solist mit samtweichem Bogenstrich. Die Kammersinfonie begleitete Michinori Bunya mit impulsivem und glutvollem Spiel.

Zum Abschluss des ersten Teils des Konzerts in der Frauenkirche erklang noch „Herzwunden“ aus den „Elegischen Melodien“, Opus 34, von Edvard Grieg, überaus zart und verklärt als eine wahre Delikatesse für die Ohren.

Von empfindungsreicher Melodik war auch die Komposition „Chrysanthemen“ für Streicher von Giacomo Puccini geprägt. Dieses eindrucksvolle Werk erlebte durch das hoch qualifizierte Streichorchester unter der Leitung von Peter Wallinger eine Aufführung in romantischer Stimmung.

Der argentinische Komponist Astor Piazzolla fügte in seinem Zyklus „Vier Jahreszeiten“ gelegentlich Zitate aus dem gleichnamigen Werk von Antonio Vivaldi ein, verwandelte aber derartige Motive nachdrücklich, indem er sie mit dem Klangkolorit seiner lateinamerikanischen Heimat vermengte. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim führte daraus zwei Sätze auf. Dabei übernahm die Konzertmeisterin des Orchesters, Sachiko Kobayashi, den Solopart auf der Violine. Zunächst symbolisierte die quirlige Bewegtheit der Komposition die Lebensfreude in der sommerlichen Metropole. Dagegen traten im folgenden Satz „Herbst“ meditative Klänge auf, die eine eher gedämpfte Stimmung widerspiegelten. Doch stets war vibrierender Rhythmus das treibende Element, mit dem ein expressiver Ausdruck entstand. Die Solistin an der Violine, Sachiko Kobayashi, die auch Mitglied des erst kürzlich in Lienzingen aufgetretenen Lotos-Streichquartetts ist, führte ihre Soli mit Temperament und eindrucksvoller Virtuosität aus und wurde dabei vom Orchester unter der Leitung von Peter Wallinger bravourös begleitet.

Rudolf Wesner

Gigantische Herausforderung gemeistert Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim feiert ihr 25-jähriges Bestehen mit einem glanzvollen Konzert im Uhlandbau

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Ein Festkonzert aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim wurde am Samstagabend im Uhlandbau von den sehr zahlreich erschienenen Besuchern mit großer Begeisterung aufgenommen. Drei Kompositionen aus unterschiedlichen Musikepochen von der Wiener Klassik bis zur Moderne standen auf dem Programm des von Orchestergründer Peter Wallinger geleiteten Konzerts, an dem auch die beliebte Violinvirtuosin Ursula Schoch mitwirkte.

Zur Aufführung der Komposition „Strahlende Pforte“ des vor zehn Jahren verstorbenen Komponisten Hans Georg Pflüger, der in Bietigheim-Bissingen lebte, war eine umfangreiche Besetzung vor allem in den Bläserstimmen erforderlich. Im Jahr 1989 entstand das Werk, das schon in seinem Anfang von erfrischender Originalität geprägt ist, denn eigentlich hörte sich alles an, als würden die Orchestermitglieder noch kurz vor dem ersten Einsatz ihre Instrumente stimmen. Tatsächlich aber war das bereits der Beginn der Komposition, die sich sehr schnell zu wuchtigen Klangkaskaden steigerte und verdichtete. Ein bekannt anmutendes Motiv trat hervor, das jedoch im weiteren Verlauf nachdrücklich verzerrt und regelrecht zerfasert wurde. Das Werk war ungemein farbenreich und wies eine Fülle schnell aufblitzender und wieder untergehender Klangfiguren auf. Für die unter der temperamentvollen und mitreißenden Leitung von Peter Wallinger bravourös und glutvoll musizierende Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim stellte die Komposition eine Herausforderung gigantischen Ausmaßes dar, die jedoch höchst beeindruckend gemeistert wurde. Pflügers „Strahlende Pforte“ konfrontierte die Konzertbesucher zwar mit einem hohen Maß an ungewohnten, gelegentlich auch machtvoll lauten Klangelementen, aber der lang anhaltende Applaus bewies deutlich, dass die Komposition noch dazu in dieser herausragenden Ausführung ansprach und faszinierte.

Große Faszination ging auch wieder vom Spiel der Violinvirtuosin Ursula Schoch aus. Die Künstlerin führte das Violinkonzert Nummer vier, D-Dur, KV 218, von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Schwerelos schwebend gestaltete sie elegant und beglückend nuancenreich den Solopart in den drei Sätzen. Im Allegro entstand auf diese Weise ein lebendiger Dialog mit dem glitzernd hell und transparent begleitenden Orchester, und doch breitete Ursula Schoch schon hier ihre vollendete Virtuosität aus. Die seelenvolle Melodik des Andante cantabile entfaltete die Solistin mit silbrig heller Klangzartheit.

Graziös und doch auch keck in der temporeichen Ausführung ihres Solos leitete Ursula Schoch den Schlusssatz ein, um sich vom tänzerischen Charakter der Komposition zu einer furiosen Ausführung förmlich mitreißen zu lassen. Mit einem Satz aus einer Sonate für Violine solo von Johann Sebastian Bach als Zugabe dankte die Musikerin für den freudigen Beifall.

Ähnlich wie am Freitagabend während des Konzerts der Süddeutschen Kammersinfonie im Kronenzentrum in Bietigheim-Bissingen, wo Oberbürgermeister Jürgen Kessing im Namen der Stadt seine Gratulation zum 25-Jahr-Jubiläum des Orchesters überbrachte, sprach auch im Uhlandbau in Mühlacker als hochrangige Vertreterin der Stadt Mühlacker die stellvertretende Bürgermeisterin Erika Gerlach Glückwünsche zu diesem Anlass aus.

Die Aufführung der vierten Sinfonie von Robert Schumann am Samstagabend im Uhlandbau ließ die lodernde Leuchtkraft dieses viersätzigen Werks erkennen. Mit eindringlicher Intensität steigerte sich der Ausdruck des Eingangssatzes von träumerischer Stimmung zu impulsiver Dichte. Peter Wallinger lotete die kontrastreichen Elemente der weiteren Sätze vital aus, ließ emotionale Aufbrüche machtvoll sich ausbreiten und achtete generell auf eine feurige, immer wieder auch auf eine von drängenden Tempi beherrschte Gestalung. Vor allem das freudige Hauptthema des Schlusssatzes trat hell strahlend und höchst beschwingt hervor.

Das stürmische Finale war einfach unübertrefflich. Als Zugabe hörten die begeisterten Besucher noch einmal den recht kurzen zweiten Satz mit der lieblich klingenden Romanze.

Rudolf Wesner