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Bietigheimer Zeitung

Ein französischer Abend

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„Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ zu Gast im Kronenzentrum. Schillernde Klangfarben erfreuten die Besucher des Konzerts der „Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim“ am Sonntagnachmittag im nur halbvollen Kronensaal. Der Titel lautete „à la francaise“.

So fröhlich und locker hörte man die „Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ noch nie musizieren. Schon mit „Valses nobles et sentimentales“ wurde dieser Eindruck vom ersten Takt an bestätigt. Acht in den Stimmungen unterschiedliche Stücke im Dreivierteltakt hatte der Komponist 1911 geschrieben. Auf einen furiosen Auftakt mit einem keineswegs gemütlichen Walzer folgten Episoden, die wie ein kurzes, hell flackernd aufleuchtendes Blitzlicht durch den Raum zuckten. Sie waren mal, wie der Titel besagt „nobel“, dann wieder vital beschwingt, aber auch überaus empfindungsreich oder sehnsuchtsvoll. Orchesterleiter Peter Wallinger hielt, entgegen sonst weitläufig verbreitetem Brauch, zwischen den Sätzen kurze Pausen ein. Damit erreichte er eine wundervolle Transparenz der Komposition, welche die „Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim“ mit enormem Schwung nuanciert und leichthin fließend ausführte.
Das Konzert für Klarinette und Orchester von Jean Francais erschien für den hinreißend musizierenden Solisten des Abends, den 25-jährigen Klarinetten-Virtuosen Sebastian Manz, wie auf den Leib geschrieben.
Im Jahr 1967 war das technisch sehr anspruchsvolle Werk uraufgeführt worden. In der Tat verlangte die Ausführung des Soloparts geradezu akrobatisches Können, und eben dies vermochte der junge Ausnahmemusiker auf faszinierende Weise hörbar zu machen. Auf ein keckes, burleskes Allegro, in welchem Sebastian Manz seine überragende Virtuosität erstmals glanzvoll ausbreiten konnte, folgte ein rhythmisch pointiertes Scherzando, in das Jean Francais allen erdenklichen musikalischen Witz verpackte. Verträumte Melodik prägte das Andantino, in dem auch der Solist mit zart intoniertem Spiel im Duett mit der Flöte empfindsame Lyrik verbreitete. Sprudelnde Klangkaskaden rissen im Allegrissimo den ohnehin mit pantomimischem Körpereinsatz musizierenden Sebastian Manz offensichtlich mit, so dass er ein bunt glitzerndes Brillantfeuerwerk auf der Klarinette mit unübertrefflicher Bravour ausführte. Das riss die Konzertbesucher förmlich von ihren Sitzen, wie der jubelnde Beifall bewies, für den sich der sympathische Musiker mit einem nicht minder virtuos dargebotenen Solostück für Klarinette von Igor Strawinsky bedankte.
Um den musikalischen Humor auf die Spitze zu treiben, entlockte Peter Wallinger seinen Musikern emotionale und lodernde Musizierfreude bei der Aufführung einer Komposition von Darius Milhaud mit dem Titel „Le Boeuf sur le Toit“ (Der Ochse auf dem Dach), Opus 58. Das nur etwa 20 Minuten dauernde, 1919 geschriebene, scherzoähnliche Stück basiert auf einem brasilianischen Volkslied. Südamerikanische Folklore und Rhythmik bestimmten das Werk, das die „Süddeutsche Kammersinfonie“ rasant, temperamentvoll und regelrecht übermütig ausführte. Darius Milhaud ließ es in seiner glutvollen Komposition manchmal auch reichlich schräg klingen, aber genau dies machte deren spezifischen Reiz für die Ohren der Zuhörer aus. Eine Tango-Passage aus dem Ochsen auf dem Dach erklang noch als Zugabe.

RUDOLF WESNER

Geträumte Reise in echter Kutsche

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Musiktheaterstück „Felix und Fanny auf Reisen“ wurde sechs Mal in der Kelter gespielt. Leben und Werke von bedeutenden Komponisten Kindern im Grundschulalter näher bringen, wollen das Kulturamt der Stadt und die Süddeutsche Kammersinfonie mit dem Musiktheaterstück „Felix und Fanny auf Reisen“. Von Montag bis gestern wurde das quicklebendig inszenierte Stück in der Bietigheimer Kelter gespielt. Zu jeder Vorstellung mit 200 Plätzen kamen Grundschulklassen aus dem gesamten Stadtgebiet.

Die Jungen und Mädchen verfolgten stets beachtlich konzentriert die Handlung, in der es um eine geträumte Reise des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 bis 1847) und seiner ebenfalls inzwischen als Komponistin anerkannten Schwester Fanny (1805 bis 1847) ging. In Wirklichkeit waren die beiden niemals gemeinsam verreist. Ein Streichquartett, bestehend aus Mitgliedern der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim – Sachiko Kobayashi und Matthias Neundorf (Violinen), Tomoko Yamasaki (Viola) und Chihiro Saito (Violoncello) – musizierte klangprächtig die von Orchesterleiter Peter Wallinger sorgsam ausgewählten Werke von Mendelssohn-Bartholdy. Auch Lieder von Fanny Mendelssohn-Hensel waren zu hören, mit hellem, geschmeidigen Sopran von Jeanette Wernecke gesungen. In dem Stück „Felix und Fanny auf Reisen“, dessen Texte weitestgehend aus Briefen des Komponisten entnommen waren, wurde erzählt, dass der von seiner Tagesarbeit als Dirigent und Programmchef der Sonntagskonzerte in Leipzig völlig überlastete Felix Mendelssohn-Bartholdy beschloss, einfach zu verreisen, weil er zu Hause weder Ideen noch Zeit für das Komponieren fand. Dazu stand eine richtige Reisekutsche, von einem Kölner Bühnenbauer nach Originalvorlagen gebaut und für den Transport zu den verschiedenen Spielstätten auch vollständig zerlegbar konstruiert, auf der Bühne in der Kelter. Die Kinder sahen sich dieses historische Gefährt mit großem Erstaunen an und zwei von ihnen, Myriam und Alessandro, durften in einer Szene sogar darin einsteigen. Doch im Moment der Abreise erschienen noch die Quartettmitglieder und Schwester Fanny. Sie wurden kurz entschlossen mitgenommen. Reiseziel sollte eigentlich Konstantinopel in der Türkei sein, doch in Wirklichkeit führte die Kutschfahrt durch die Schweiz, durch Venedig und Paris, über London bis nach Schottland. Die ausgewählten Musikbeispiele illustrierten die Handlung eindrucksvoll, denn bei allen seinen Reisen nahm der Romantiker Felix Mendelsohn-Bartholdy vielfarbige Eindrücke auf, die sich in seinen Kompositionen wiederspiegeln. Die Kinder erfuhren beispielsweise etwas von dem „Schweizer Lied“, das in einer Sinfonie anklingt, oder von der geheimnisvollen Landschaft Schottlands. Auch Stücke aus der Musik zu Shakespeares „Sommernachtstraum“ wurden gespielt und von Schauspieler Jörg Schade, der mit viel Temperament und auch ausgesprochen komödiantisch den Komponisten verkörperte, für die Kinder klar verständlich erklärt. Sehr geschickt bezog er sie mit ein, indem er ihnen Fragen stellte, und dabei bewiesen die Sechs- bis Zehnjährigen erstaunlich gute geografische Kenntnisse. Die Entstehung des berühmten Liedes „Leise zieht durch mein Gemüt“ nach dem Gedicht von Heinrich Heine konnten die kleinen Zuschauer miterleben und gemeinsam die Melodie mitsingen. Dabei zeigte sich allerdings, dass die meisten Grundschulkinder das gemeinsame Singen offenbar kaum noch gewohnt sind, denn, so meinte jedenfalls Peter Wallinger, selbst viele Jahre lang als Musikerzieher am Ellental-Gymnasium tätig gewesen, in einigen Vorstellungen klang der Gesang eher dünn. Neben Jörg Schade war es die fantasievoll im Stil des frühen 19. Jahrhunderts gekleidete Schauspielerin und Sängerin Jeanette Wernecke, die ihre Rolle als Fanny fröhlich und immer auch ein wenig kapriziös gestaltete. Das Duo bot den Kindern und den begleitenden Erwachsenen eine spannungsreiche, unterhaltsame, selbstverständlich auch lehrreiche Handlung, mit der es gelang, die beiden historischen Figuren aus der Musikwelt sehr anschaulich vorzustellen.

Rudolf Wesner

Violinistin und Streichorchester entfalten Klangzauber

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Ursula Schoch musizierte im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse mit der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“. Einen musikalischen Streifzug durch die Jahreszeiten boten die „sueddeutsche kammersintonie bietigheim“ unter Leitung von Peter Wallinger und Geigerin Ursula Schoch bei einem Konzert im Louis-Bührer-Saal. In seiner Begrüßung bezeichnete der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ludwigsburg, Heinz-Werner Schulte, die beeindruckende Entwicklung der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ seit ihrer Gründung vor jetzt mehr als 25 Jahren bis in die Gegenwart als „eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen“. Auch die seit ihrer Zeit als Schülerin am Ellental-Gymnasium in Bietigheim-Bissingen bestehende enge künstlerische Verbindung der Sollstin des Abends, Ursula Schoch, mit ihrem einstigen Musikerzieher und Gründer des Orchesters Peter Wallinger sei einzigartig, meinte der Bankchef. Heute ist die in Ludwigsburg geborene und in Sachsenheim aufgewachsene Musikerin als Konzertmeisterin beim weltweit anerkannten Concertgebouw Orkestra Amsterdam tätig.

Aus dem Zyklus „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi gestalteten das Kammerorchester und Ursula Schoch zu Beginn und am Ende des Programms die Konzerte „Der Herbst“ und „Der Winter“. Von Anfang an bestach die Violinvirtuosin mit ihrem leichten, fließenden Bogenstrich, mit dem sie glitzernde Klangkaskaden hören ließ. Dabei wurde sie vom Orchester in wohliger Wärme begleitet. Doch auch die freudige Grundstimmung in den beiden Allegro-Sätzen des Konzerts „Der Herbst“ breitete sie mit Elan aus. Im Kontrast dazu stand das Adagio, dessen Soli von Ursula Schoch sensibel und beseelt ausgeführt wurden. Ähnlich bravourös und überaus delikat interpretierte sie auch ihren Solopart. Im Konzert „Der Winter“, welcher der Künstlerin in noch weitaus ausgedehnterem Maße Gelegenheit gab, den Farbenreichtum des Werks auszuloten. Eine anrührende nordische Sphärenmusik ist die Komposition „Vären“ (letzter Frühling), wie diese von Edvard Grieg geschrieben wurde und in seinem Zyklus „Elegische Melodien“, Opus 34, enthalten ist. Hier verzauberte das Streichorchester die Zuhörer mit silbrig hellem Klang und empfindungsreicher Gestaltung. Von dem zeitgenössischen Komponisten aus Estland, Arvo Pärt, den Peter Wallinger ganz besonders schätzt, führten Kammersinfonie und Ursula Schoch ein Werk mit dem Titel „Fratres“ auf. Das ist eine weltentrückt und verinnerlicht wirkende Komposition, in der die Solistin in besonderer Weise anspruchsvolles virtuoses Spiel darbieten konnte. Der Ausdruck des Stücks nahm stetig an Intensität zu, führte zu einem eindringlich gestalteten Höhepunkt und versank wieder in meditativer Stille. Das Orchester begeisterte in seiner Begleitung erneut mit seidigem Klangzauber. Auch Peter Iljitsch Tschaikowsky schrieb einen Zyklus „Die Jahreszeiten“, Opus 37 a, aus welchem die Kammersinfonie drei Sätze, welche die Monate April, Juni und Dezember charakterisierten, ausführte. Der Walzer erklang in elegant dahinschwebender Beschwingthelt, die Sätze „Schneeglücken“ oder „Barkarole“ wurden als kleine musikalische Köstlichkelten mit feinstimmiger Klangfülle gespielt. Für den anhaltenden Applaus bedankten sich Ursula Schoch und Peter Wallinger mit seinem Orchester mit einem Auszug aus dem Largo des Vivaldi-Konzerts „Der Winter“ als Zugabe.

Rudolf Wesner

Kraftvoll, dann wieder delikat

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Edlen Streicherklang breitete am Samstag im Kulturhaus die Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim aus. Der erste Teil stand unter dem Titel „Freundschaft mit Japan“, der an diesem Abend eine besondere Bedeutung hatte. Zwei japanische Cellisten interpretierten meisterhaft die Solopartien zunächst in einem Werk von Antonio Vivaldi, danach von Georg Friedrich Händel. Die Cellistin Chihiro Saito und ihr Landsmann Gen Yokosaka entfalteten im Konzert g-moll für zwei Violoncelli und Orchester von Antonio Vivaldi vom ersten Takt kraftvolles Spiel und verströmten auf ihren Instrumenten warmen Wohlklang. Im Allegro boten sie dynamische Steigerungen der Intensität in ihrer interpretatorischen Gestaltung, beglückten mit delikater Ausführung der kantablen Passagen des Largos und ließen ein spannungsreiches Allegro hören. Als Zwischenspiel führte das Orchester unter der Leitung von Peter Wallinger ein sakral wirkendes Werk von Arvo Pärt mit dem Titel „Silouans Song“ auf. Sehr besinnlich dargeboten konnte es als ein mit Streicherfülle ausgeführtes musikalisches Gebet empfunden werden.

Das Konzert g-moll für zwei Violoncelli und Orchester von Georg Friedrich Händel erlebte durch die beiden hochkarätigen Cellisten aus Japan eine überaus farbenreiche Ausführung. Das einleitende Grave konnte dank des zutreffend gewählten verhaltenen Tempos seine meditative Wirkung ausbreiten. Im lebhaften Kontrast dazu musizierten Chihiro Saito und Gen Yokosaka, von der Sueddeutschen Kammersinfonie in heller Streicherpracht begleitet, das Allegro voller barocker Opulenz, wobei sie mit ihrer hochrangigen Virtuosität einmal mehr beeindruckten. Der Schlusssatz, eine Fuge, wurde von Solisten und Orchester transparent und klar gegliedert als brillantes Finale aufgeführt

Von Wolfgang Amadeus Mozart stand mit Adagio und Fuge KV 546 eine Komposition auf dem Programm, die in der Darbietung zu einem dichten Klanggeflecht emporwuchs.

Die Serenade in C-Dur Opus 48 von Peter Iljitsch Tschaikowsky war jedoch der Höhepunkt des Abends, denn hier bewies Peter Wallinger, dass er im Lauf der Jahre seine Sueddeutsche Kammersinfonie Bietigheim im Klangvolumen und in der Dichte ihrer Gestaltungskraft auf eine vergleichbare Ebene mit anderen in unserem Land hohes Ansehen genießenden Kammerorchestern entwickeln konnte. Die vier Sätze erklangen voller Farbe, in wechselnden Stimmungen und doch immer wieder angereichert mit emotionaler Musizierfreude. Ganz besonders glutvoll und bravourös erklang dabei das Finale mit dem russischen Tanzthema.

Rudolf Wesner

Sensible Interpretationen

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Ein Auslese ihres musikalischen Schaffens hat jetzt die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter Leitung von Peter Wallinger auf CD veröffentlicht. Sensible Interpretationen von Gluck bis Brahms.

Im 26. Jahr ihres Bestehens konnte die Kammersinfonie mit ihrem künstlerischen Leiter Peter Wallinger während der Saison 2010 mit ausgezeichneten Solisten aufwarten. Die in Ludwigsburg geborene und in Sachsenheim aufgewachsene Geigerin Ursula Schoch, den holländischen Cellisten Johan van Iersel sowie den blinden Pianisten Bernard d“Ascoli, die alle auf der neuen CD zu hören sind.

Mutig, weil ungewöhnlich kurz, der Auftakt der Live-CD. Christoph Willibald Gluck gilt als Reformator der Oper des 18. Jahrhunderts, die Kammersinfonie gönnt ihm gerade mal eineinhalb Minuten mit der Sinfonia zum Ballett „Don Juan“

Dieses kurze Vergnügen wird mit Barkalore op. 37a aus „Die vier Jahreszeiten“ mehr als entschädigt. Peter Tschaikowskys Stück, über den Franz Liszt einmal polemisch meinte: „Seine Kompositionen lassen mich kalt; sie verraten mehr poetische Absichten als echte schöpferische Kraft, mehr Farbe als Form, mehr äußeren Glanz als inneren Gehalt“, präsentiert die Kammersinfonie genau so: poetisch, farbig und mit viel Glanz.

Dem schließt sich voller Dramatik Claude Debussys Prélude à „L‘après-midi d‘un faune“ an, eine sinfonische Dichtung, frei nach einem Gedicht von Stéphane Mallarmé. Ausgestattet mit hoher Farbigkeit und Leichtigkeit gelingt es der Kammersinfonie, in der Dosierung, dem Gleichgewicht und der Transparenz des Klanges das scheinbar musikalisch Neue im Bild des scheinbar Vertrauten erkennbar zu machen.

Mit einem der größten, wenn auch nicht bedeutendsten Lieblingswerke von Wolfgang Amadeus Mozart, dem Klavierkonzert A-Dur KV 488, setzen die Musiker um Peter Wallinger einen ersten Höhepunkt auf der neuen CD. Uraufgeführt im Jahre 1786, also dem Jahr, in dem Mozarts Karriere als Komponist und Musiker ihren Zenit erreichte, wird das Klavierkonzert mit Pianist Bernard d“Ascoli von der Kammersinfonie in heiterer und großer Anmut gespielt, die hinter allem Glanz die Wehmut erahnen lässt, die in diesem Werk ruhen – aufgenommen am 5. Dezember beim Adventskonzert im Bietigheimer Kronenzentrum. Angehängt wurde gleich die damalige Zugabe, Frédéric Chopins Walzer op. 68 Nr. 2 cis-Moll. Leicht, bekannt und gefällig für den großen Applaus gespielt.

Mit dem Doppelkonzert für Violine und Violoncello a-Moll op. 102 von Johannes Brahms setzt die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim mit der Geigerin Ursula Schoch und dem Cellisten Johan van Iersel einen gelungenen Schlusspunkt auf ihrer neuen CD. Das Besondere des Werkes ist nicht die Virtuosität der einzelnen Solopartien, sondern die Verzahnung und klanglicher Homogenität. Vom kraftvollen Allegro bis zum rondoartigen Finale mit seinem von Pauken dominierten jubelnden Schluss zeichnet das Werk eine Gesamtidee aus, die die Kammersinfonie eindrucksvoll vermittelt. Das Doppelkonzert in a-Moll war Brahms‘ letztes großes Orchesterwerk – für die CD ist es, neben Mozarts Klavierkonzert, der alles überstrahlende musikalische Glanzpunkt.

Jörg Palitzsch

Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim mit zwei Solisten

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Ein „konzertantes Vergnügen“ versprach die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim ihren Zuhörern am Freitag im nur zur Hälfte besetzten Kronensaal und dies hielt das Orchester ohne Einschränkung ein.

Mit der Sinfonie Nummer sechs in D-Dur, die den Beinamen „Le Matin“ trägt, von Joseph Haydn eröffnete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim das Programm mit heiterem, unbeschwertem, in den Dialogen zwischen Streichern und Bläsern ungemein lebendigem und farbenfreudigem Musizieren.

Das im Jahr 1761 entstandene viersätzige Werk beschreibt voller Lyrik einen Sonnenaufgang und wirkt insgesamt wie eine musikalische Huldigung der Natur. Doch auch heiter-ländliche, mithin tänzerische Motive klingen darin an und immer wieder erhalten außer der ersten Violine auch einzelne weitere Instrumente, wie Flöte, Fagott oder Violincello reizvolle solistische Aufgaben. Unter der Leitung von Peter Wallinger entstand damit eine hell leuchtende, fassettenreich und transparent gestaltete Aufführung der Komposition.

Den beiden exzellenten Solisten des Abends, Ursula Schoch an der Violine und ihrem Kollegen aus dem Concertgebouw Orkestra Amsterdam Michael Gieler an der Viola, zuzuhören, war ein weiteres konzertantes Vergnügen. Zusammen mit der glanzvoll und nuancenreich begleitenden Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim gestalteten sie die Sinfonia Concertante Es-Dur, KV 364 von Wolfgang Amadeus Mozart zu einem delikaten Ohrenschmaus. Einmal mehr beglückte Ursula Schoch mit ihrem Spiel. Ihr zur Seite entfaltete Michael Gieler auf der Viola warmen, wohl ausgewogenen Klang. Das Solistenpaar bestach ein ums andere Mal mit einem vital ausgeführten Dialog ihrer Instrumente. Beim Andante hoben Ursula Schoch und Michael Gieler einen stimmungsmäßigen Kontrast im Schlusssatz, einem Presto, hervor, indem sie sich bei straffen, keineswegs jedoch überzogenen Tempi kurze, prägnante Motive übermütig zuwarfen. Für den lebhaften Applaus spielten sie noch eine Paraphrase für Violine und Viola über die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“. Von kammermusikalischen Delikatessen wird Igor Strawinskys Suite für Orchester „Pulcinella“ geprägt. Für die Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim war die Aufführung des 1920 uraufgeführten Werks ganz offensichtlich ein künstlerisches Vergnügen. In den neun Sätzen, die zum Teil auf Kompositionen des italienischen Barockmeisters Giovanni Battista Pergolesi basieren, konnte das Orchester seine Klangpracht entwickeln. Kontraste aus kammermusikalischen Elementen und Orchesterunisono sowie rhythmisch akzentuierte Passagen schillerten bunt. Besonders vergnüglich war die Aufführung des von kompositorischem Witz getragenen Satzes „Vivo“, in welchem sich Posaune und Kontrabass zu einem unbeschwertem Duett miteinander verbanden.

Rudolf Wesner

Ein musikalisches Feuerwerk

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Beschwingt begrüßte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim das neue Jahr. Unter der Leitung von Peter Wallinger lud sie zum Konzert in der Kelter, für die Mitglieder des Fördervereins kostenlos.

Ihr Gründer Peter Wallinger lud die Zuhörer in der voll besetzten Kelter zu einer musikalischen Reise nach Venedig und Prag. Und wie es sich für eine sorgfältig geplante und lang ersehnte Reise gehört, mangelte es auch nicht an der nötigen Aufbruchstimmung. Frisch und voller Musizierfreude schwangen die Musiker den Bogen zu diesem Konzert, mit dem sie das noch junge Jahr begrüßten.

Mit ins Boot hatte sich der Klangkörper den Blockflötisten Daniel Koschitzki geholt, der mit leidenschaftlichem Impetus und sinnlich-filigranem Spiel zum Steuermann des musikalischen Unternehmens wurde. Nur wenige Wochen ist es her, dass Raketenzauber unseren mitternächtlichen Himmel erleuchtete, da brennt der junge Virtuose ein wahres Feuerwerk musikalischer Art ab.

Es lag in der Natur der Sache, dass man sich um der Blockflöte willen im Repertoire auf Musik des Barock beschränkte – obwohl die Kammersinfonie laut Satzung nicht nur Vertrautes neu erlebbar, sondern auch gerne mal Neues vertrauter macht. Schade also, dass nicht auch eine zeitgenössische Blockflötenkomposition zu Gehör gebracht wurde. Doch Vivaldi und Sammartini erklingen in der Klanggebung des jungen Virtuosen hinreißend frisch und gar nicht angestaubt. Tonangebend führt er ein subtiles Zwiegespräch mit dem Orchester, während Peter Wallinger gewährend zurücktritt. Der Solist mit der Löwenmähne beweist nicht nur eine unerhörte Fingerfertigkeit, sondern auch langen Atem in den raffiniert gestalteten Kadenzen. Schlusstöne werden wohltuend mit sanftem Vibrato belebt. An Phrasenenden nimmt sich der gebürtige Güglinger die Freiheit, den Bewegungsfluss kurz zu stauen. Ein Mikrokosmos an Klangspektren tut sich damit auf und zwingt zu unbedingtem Zuhören.

Seinen dichten und doch schwebend-leichtfüßigen Vortrag beschließt der junge Mann, dessen gold funkelndes Shirt an barocken Brokat erinnern, mit einer Zugabe des Franzosen Benoit Tranquille Berbiguier – und kassiert dafür verdienten frenetischen Beifall.

Nachdem im ersten Teil venezianischen Komponisten nachgespürt wurde, führte die Reise im zweiten Part wie versprochen nach Prag. Die fein austarierte Dynamik, die Peter Wallinger seinem Orchester zu entlocken vermag, kam in den Werken der böhmischen Komponisten des 19. Jahrhunderts voll zum Ausdruck. Ein musikalischer Atem einte die Musiker in der „Idylle“ von Leo Janácek, deren Charakterstücke zu einem amüsanten Dialog zwischen Bassgruppe und hellen Violinen geriet, während Dvoráks Prager Walzer das Publikum wiegend und wogend in das neue Jahr trugen.

Clarissa Soder

Kleine Sinfonie ganz groß

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Zur Zeit der Entstehung waren es oft bahnbrechende Werke, heute gehören die am Sonntagabend von der Sueddeutschen Kammersinfonie gespielten Kompositionen zu den beliebten Teilen eines Konzertes.

Nach einer kompetenten Einführung durch Christina Dollinger, Musikwissenschaftlerin mit dem Augenmerk auf das musikalisch Besondere, eröffneten Peter Wallinger und die Sueddeutsche Kammersinfonie mit der „Pavane pour une infante défunte“ von Maurice Ravel das Programm im Bietigheimer Kronenzentrum. Schon als Klavierstück hatte das Werk des Komponisten höchstes Lob erfahren, seine Bearbeitung für Orchester scheint noch mehr die Würde der Stimmung wiederzugeben. Tiefe Bläser, große Bögen und wunderbare Klangteppiche schienen für das Orchester genau zu passen, die Interpretation vermittelte eine beeindruckende Stimmung.

Dann kam der Kontrast: Ein heiterer Mozart, der seine 30 Klavierkonzerte vor allem für sich selbst komponiert hat. Als erster freiberuflicher Musiker der Musikgeschichte war er darauf angewiesen, seine Werke selbst aufzuführen. Der Interpret des A-Dur Konzerts KV 488 ist kein Unbekannter in Bietigheim: Bernard d`Ascoli hat schon Beethoven mit der Kammersinfonie gespielt und spricht begeistert von der Zusammenarbeit mit dem Orchester. So unsicher, wie sich der blinde Pianist auf der Bühne bewegt, so sicher ist sein Spielen. Alle Sensoren dieses sensiblen Musikers scheinen auf Hören ausgerichtet zu sein. Während die schnellen Sätze des Werkes eher kraftvoll mit etwas Beethoventendenz erklangen, zauberten die Musiker ein wunderschönes Adagio, das von der Farbgebung schon ein wenig in die Romantik verwies. Besonders beglückend waren die beiden Zugaben des Pianisten, ein Schubert Impromptu und ein Walzer von Chopin, die außerordentlich virtuos und zugleich berührend von d‘Ascoli musiziert wurden.

Das bahnbrechendste Werk in der Geschichte der modernen Musik, „L´après-midi d´un faune“ von Claude Debussy, eröffnete den zweiten Teil des Programms. Was der Komponist unter dem Einfluss asiatischer Musik an neuen Klängen auf die Partitur übertrug, ist heute in seiner Unerhörtheit kaum noch nachvollziehbar. Musik und Malerei vereinigten sich zu Bildern in den schönsten Farben. Allein der Beginn, ein wunderschönes Flötensolo, impressionistische Orchesterbilder, die kaum der rhythmischen Struktur bedürfen, nehmen den Hörer mit auf eine Reise zu Farben, Bildern, Fantasien.

Peter Wallinger und sein Orchester gaben mit ihrer Wiedergabe diesem besonderen Werk alle Ehre. Den Abschluss machte nicht ein romantisch-schwermütiger, sondern ein heiterer Franz Schubert mit seiner Sinfonie in B-Dur. Einige Bläser verließen die Bühne, und die sinfonische Besetzung verkleinerte sich, zumindest bei den Bläsern, auf Solistenformat. Das Werk wird die “kleine Sinfonie“ genannt, dennoch präsentiert sie sich in Klarheit und musikalischer Größe. Auch dieses Werk schien den Musikern unter Peter Wallinger auf den Leib geschrieben. Schwungvolles Musizieren und klare Interpretation der klassischen Form zeichnen das interpretatorische Konzept der Kammersinfonie und ihres Leiters aus.

Irene Schmidt-Makowiec

Engel Angela rettet die Fagotte

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Schulkinder bekommen spielerisch klassische Musik und Instrumente nähergebracht. Gleich zweimal trieb der Teufel Lucius gestern Vormittag seine höllischen Späße mit vier Fagottisten der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Daran hatten Besucher und Schüler ihren Spaß.

Seit dem Jahr 2004 führen Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim diese Konzerte für Schüler in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Bietigheim-Bissingen durch. Auch am heutigen Dienstag-sowie am Mittwochvormittag sind jeweils zwei Vorstellungen vorgesehen.

Ziel ist es, wie Peter Wallinger, Gründer und Chefdirigent des Orchesters, betonte, Kinder schon frühzeitig an klassische Musik heranzuführen. Das ist zweifellos eine anspruchsvolle Aufgabe, aber die Begeisterung der kleinen Zuhörer, wie sie sich auch am Montagvormittag lautstark äußerte, belegte, dass so etwas gut angenommen wird. Voraussetzung ist allerdings eine kindgerechte Präsentation der ausgewählten Stücke.

Jörg Schade und Franz-Georg Stähling hatten hierfür genau das richtige Gefühl, als sie das Musiktheaterstück ,,Der Teufel mit den goldenen Löckchen“ schrieben und mit Musik von Giuseppe Verdi, Jacques Offenbach, Georg Friedrich Händel, Gioacchino Rossini und anderen umrahmten. In dem Zwei-Personen-Stück spielte Jörg Schade den Teufel Lucius mit lebhafter Gestik und viel Sinn für die Komik seiner Rolle. Außerdem sorgte der von Christiane Schoon überaus heiter und bewegt dargestellte Schutzengel Angela für den temperamentvollen Handlungsablauf.

Lucius bewachte in der Nebenrolle für Musiker seit zehn Jahren das einstmals auf Erden legendäre Fagottquartett „Geschwister Ohrentaub“. Eigentlich sollte nun seine Aufgabe abgeschlossen sein, denn falls sich nach dieser langen Zeit kein Mensch mehr an die in die Musikerhölle verbannten Künstler erinnert, würden diese endgültig in der tiefsten Hölle verschwinden und Lucius würde eine tolle Belohnung für seine treuen Dienste erhalten.

Doch da trifft in letzter Minute vom Chefteufel die Mitteilung ein, dass sich das Mädchen Paula sehnsüchtig an seine Tante Hermine und ihre Brüder erinnere. Der Engel Angela sei schon auf dem Weg, um die vier aus der Hölle wieder auf die Erde zurückzuholen. Aber so schnell wollte sich Lucius nicht geschlagen geben. Mit List und Tücke ersinnt er ein Ratespiel mit, wie er meint, höllisch schwierigen, unlösbaren Aufgaben und hofft, dass der blondgelockte Engel keine Chance haben würde, die richtigen Antworten zu finden. Aber Angela und die vier Fagottisten, Bernadette Glöckler, Frank Lehmann, Stephen Rex und Christof Baumbach, die seit vielen Jahren der Süddeutschen Kammersinfonie angehören, können alle Fragen mühelos richtig beantworten. Sie werden von den Ketten, an die sie gefesselt waren, befreit und verabschieden sich einer nach dem anderen von dem auf einmal schrecklich traurigen Teufel. Zum Trost gewährt ihm Angela einen Wunsch. Lucius schließt seine Augen und als er sie wieder öffnet, hat sich sein Wunsch erfüllt. Statt der zwei Hörnchen ziert sein Kopf nun eine wallende, blonde Lockenpracht.

Die beiden Darsteller Jörg Schade und Christiane Schoon spielen ihre Rollen so lebendig und beziehen dabei die mit Spannung der Vorstellung folgenden Kinder in die flotte Handlung ein. Dazwischen erklingen für ein Fagottquartett arrangierte bekannte Kompositionen und natürlich wird auch das Holzblasinstrument in alle Einzelheiten den Zuschauern erklärt.

Wie deutlich zu hören war, ist das Fagott eben nicht bloß der „Brummbär“ in einem Orchester, sondern eignet sich vorzüglich auch zum Spiel schöner, auch beschwingter Melodien.

Das ist lebendiger und eindrucksvoller Musikunterricht, für den sich die Jungen und Mädchen in der Kelter mit lautem, freudigem Beifall bedankten.

Rudolf Wesner

Virtuosin im Schlosshof Peter Wallingers Kammersinfonie mit Katarzyna Micka

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Die Sommerserenade des Sachsenheimer Kulturamtes brachte am Samstag erneut ein exquisites Programm in hoch professioneller Darbietung durch das Orchester und eine Weltklasse-Solistin.

Im Mittelpunkt stand ein selten gehörtes und noch seltener gesehenes und beim Spiel beobachtetes großes Instrument, das vor der nur mit Streichern besetzten Kammersinfonie stand: ein modernes Marimbaphon.

Foto: Helmut Pangerl..

In Afrika war und ist eine Marimba ein beliebter Klangkörper, eine Abart des Xylophons (auch Balafon genannt), das durch Sklaven in Amerika verbreitet wurde, aus zwei Reihen in chromatischer und diatonischer Stimmung gebauten Klangstäben besteht, die mit Schlägeln zum Ertönen gebracht werden. Das moderne Marimbaphon umfasst heute vier Oktaven zum Spielen und ist, wie man in Sachsenheim nach Programm-Schluss erleben konnte, zusammenklappbar und leicht transportierbar.

Katarzyna Micka hat an Musikhochschulen in Deutschland und Österreich studiert und sich künstlerisch zur Spitzenkönnerin, Professorin und Weltklasse emporgearbeitet. Mit Peter Wallingers Kammersinfonie musizierte sie jetzt wie aus einem Guss, zeigte ihre virtuose Technik mit zwei und vier Schlägeln, interpretierte die Musik nach Vorgabe der Komponisten, aber auch in Übereinstimmung mit ihrer deutlichen Mimik und Körpersprache. Es war toll, die mediterranen und lateinamerikanischen Klänge des gewohnten Orchesterklanges durch die Solistin verstärkt oder auch variiert zu hören.

Monteverdis Auszüge aus seiner Ur-Oper „Orfeo“ flossen arios bis festlich-dramatisch ins Ohr. Bachs umgearbeitetes Violinkonzert d-Moll bot lange Punktklänge wie Violintöne, wechselnd im Solo-Tutti. Auch das Konzert Séjourné, das „Concerto per Archie“ des Namensabkömmlings Nino Rota (1912-1979) der italienischen Musikerfamilien Rota des Mittelalters, wurden trotz ihrer Eigenheiten ganz auf den Marimbaphon-Ton hin interpretiert.

Wer schon Marimbakonzerte bedeutender Könner gehört hat, war in Sachsenheim fasziniert von der ganzheitlichen Wiedergabe der Werke in Verbindung mit der ausgezeichneten Verknüpfung von Soloinstrument und dem Kammerorchester, das seinerseits so gelenkt wurde und aus sich heraus so musizierte, dass man manchmal fast meinte, die Kompositionen doppelt zu hören: als Orchesterstücke und zugleich als Marimbaphon-Soli. Doch es fiel nichts auseinander dank der Kunst aller Mitwirkenden.

Im Schlusswerk des Abends, der Suite „Antiche Danze ed Arie“ des 1936 gestorbenen italienischen Komponisten aller Musikgattungen, Ottorino Respighi, kamen die Formen mediterraner Tonstimmungen und die Wirkungen des Marimbaphons noch einmal voll zum Tragen. Nach dem anhaltenden Publikumsbeifall ließ die Solistin mit schelmischem Lächeln zu diesem „Fußballtag“ noch einen Tango des Argentiniers Piazzolla als Zugabe revanchelüstern aufklingen, während Peter Wallinger dankbar-galant nur eine Mini-Pizzikato-Folge dagegen setzte.

Helmut Müller