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Mühlacker Tagblatt

Tiefste Trauer, zarte Hoffnung, helles Leuchten

Neue CD mit Konzertmitschnitten aus dem Uhlandbau erschienen.

Peter Wallinger leitet die Musikreihen „Musikalischer Sommer“ und „MühlackerConcerto“. Foto: Archiv

Enzkreis. Ein Konzert lebt von der mitreißenden Kraft der Musik und derer, die sie ausführen. Es lebt ganz im Moment und bleibt im besten Fall als angenehme Erinnerung im Gedächtnis haften. Oder es wird ein Konzertmitschnitt produziert, der diese Erinnerung klingend wachhält. Peter Wallinger, Leiter der Musikreihen „Musikalischer Sommer“ und „MühlackerConcerto“, beschreitet diesen Weg seit vielen Jahren – mit Erfolg, wie auch die 21. Ausgabe der Dokumentation „Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim live“ belegt.

Die jetzt erschienene CD enthält Höhepunkte aus drei Konzerten, die 2023 im Uhlandbau in Mühlacker stattgefunden haben. Am Dirigentenpult standen Peter Wallinger beziehungsweise sein Sohn Simon Wallinger, und ausgezeichnete Solisten gesellten sich zur wie gewohnt ausgewogen und auf hohem Niveau agierenden Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim hinzu. Die ausgewählten Werke decken rund 400 Jahre von Monteverdis „Orfeo“ bis zur „Musica adventus I“ des 1946 geborenen Komponisten Pēteris Vasks ab. Dabei zeigen sich Dirigenten und Orchester stilsicher und sattelfest, und technische Sicherheit, kombiniert mit Spielfreude, schlagen die Brücke zwischen den Epochen und Charakteren.

Tänzerisch und kraftvoll – die Adjektive treffen sowohl auf die am Beginn der CD stehenden „Orfeo“-Ausschnitte zu als auch auf die wesentlich jüngeren Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók. Ein auskomponiertes Warten auf die durch sphärische Höhen angedeutete Ankunft Jesu bringt die Kammersinfonie im Vasks-Werk zum Ausdruck – gekonnt kombiniert mit perkussiven Elementen. Auch als Begleiter überzeugt das Orchester und webt den vibratolosen Teppich, auf dem Countertenor Nils Wanderer in der Arie „When I am laid in earth“ aus der Purcell-Oper „Dido and Eneas“ in die tiefstmögliche Trauer – bis zum Tod – hinabsteigt. „Remember me“, singt Dido, und wer würde die warme, makellos geführte Stimme Wanderers vergessen, der auch einer so häufig gesungenen Arie wie „Lascia ch’io pianga“ aus Händels „Rinaldo“ noch neue Facetten entlocken kann?

Vielfach preisgekrönt wie Wanderer ist auch die junge Pianistin Annika Treutler, deren Interpretation des Mozart-Klavierkonzerts A-Dur KV 488 auf der CD enthalten ist. Eindrucksvoll gelingt der mit perlend leichtem Anschlag überzeugenden Solistin und dem Orchester besonders der langsame Satz, der jedem Klassikfreund bekannt sein dürfte. Doch keine Spur von Langeweile, stattdessen atmet die Musik ehrliche Trauer und Hoffnung gleichermaßen und geht ans Herz. Eine ganz andere Stimmungswelt erschließt Treutler in Jean Sibelius’ „Impromptu“, aus dessen bewegten Klangwolken sie die Melodie stets gut hörbar hervortreten lässt.

Die Konzertmitschnitte bieten neben häufig gespielten Fixpunkten im Repertoire klassischer Orchester auch Raritäten wie das nur als einsätziges Fragment erhaltene Violinkonzert C-Dur von Ludwig van Beethoven, das von Josef Hellmesberger vervollständigt wurde. Solist ist Tjeerd Top, Erster Konzertmeister des Königlichen Concertgebouw Orchesters Amsterdam. Im technisch anspruchsvollen, von Kraft und Dynamik geprägten gut 15-minütigen Allegro con brio beweist er sowohl Virtuosität als auch die Fähigkeit, seine Stradivari in allen Lagen zum Strahlen und Leuchten zu bringen.

Die CD ist zu beziehen über das Sekretariat „Musikalischer Sommer“, Telefon 07043/958393, E-Mail susanne@boekenheide.net. Verkaufsstellen sind außerdem Buch-Elser an der Bahnhofstraße 62 in Mühlacker und die Buchhandlung Krüger im Klosterhof in Maulbronn.

Autorin: Carolin Becker

Stilsicher in Klassik und Moderne

Die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ überzeugt bei ihrem Adventskonzert im Mühlacker Uhlandbau. Als Solistin glänzt die junge Pianistin Annika Treutler, die für ihre Mozart-Interpretation mit Beifall überschüttet wird.

Unter der künstlerischen Leitung von Peter Wallinger gestaltet die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ mit großer Spielfreude einen wunderbaren Konzertabend, der zu einem bereichernden Musikerlebnis wird. Foto: Filitz

Mühlacker. Vor vier Jahrzehnten hat Peter Wallinger die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim gegründet, die unter seiner künstlerischen Leitung zu einem hoch qualifizierten Klangkörper gereift ist. Zum Auftakt der Jubiläumssaison „40 Jahre Kammersinfonie“ fand am Sonntag im Uhlandbau das Adventskonzert statt.

Auf welch hohem Niveau das Ensemble heute musiziert, zeigten einmal mehr die klangprächtigen Interpretationen dieses Konzertabends in der Reihe „MühlackerConcerto“. Auf dem Programm standen Werke von Mozart und des lettischen Komponisten Peteris Vasks. Diese Kombination zwischen Klassik und Moderne fand großen Zuspruch bei den vielen Zuhörerinnen und Zuhörern, die den Saal fast füllten.

Der Beginn mit Mozarts Klavierkonzert Nummer 23 A-Dur KV 488 wurde ein berauschend schöner Höhepunkt. Schon die ersten Takte be- und verzauberten das Publikum. Am Steinway-Flügel saß Annika Treutler, eine der interessantesten jungen deutschen Pianistinnen. Nach ihrem erfolgreich absolvierten Musikstudium errang sie bei nationalen und internationalen Wettbewerben zahlreiche Preise, darunter 2020 den „Opus Klassik“ in der Kategorie „Konzerteinspielung des Jahres“. Gastspiele europaweit, die Zusammenarbeit auch mit internationalen Orchestern und seit 2018 eine Gastprofessur an der Hochschule für Musik in Berlin zeichnen ihre Laufbahn aus.

Von all diesen Meriten strahlte die Künstlerin auch etwas bei ihrem Auftritt im Mühlacker Uhlandbau aus, der dank seiner hervorragenden Akustik auch anspruchsvollem Musizieren genügt.

Das Klavierkonzert Nummer 23 hat Wolfgang Amadeus Mozart neben seiner Arbeit an der Oper „Die Hochzeit des Figaro“ komponiert. Bei genauem Hinhören lassen sich auch taktweise kleine Anklänge daraus im Klavierkonzert entdecken. Mit versierter Technik, dennoch mit hoher Sensibilität und mit tiefer Hingabe an das Werk interpretierte Annika Treutler die in ihrem Aufbau und Inhalt sehr differenzierten drei Sätze Allegro, Adagio und Allegro und wurde auf höchst beeindruckende Weise den Intentionen des Komponisten gerecht.

Vom Publikum für diese Darbietung mit kaum endendem Applaus gefeiert, kündigte Treutler eine Zugabe „aus dem kühlen Norden an, ein Impromptu von Sibelius“. Doch mit viel Herzblut erwärmte sie auch dieses Stück, wie schwere Tropfen fielen die letzten Töne, ehe nach einem Moment der Stille die Künstlerin erneut mit Beifall überschüttet wurde.

Der lettische Komponist Peteris Vasks, geboren 1946, hat eine „Musica Adventus“ geschrieben. Daraus stimmte nun die Kammersinfonie das „Moderato“ an – ein wahres Kontrastprogramm zum eben Gehörten, das wie der Eintritt in eine andere musikalische Welt anmutete. Beginnend mit hauchzarten Flageolett-Tönen, gezupften und mit Bogenholz erzeugten Klängen, folgten wenige warme Basstöne, und erneut wurde gezupft und geklopft… Angespannt hatten die Zuhörer gelauscht und klatschten nun begeistert Beifall. „Die Wiedergabe war beeindruckend, das anfängliche Suchen war eine Hinführung zum Advent, drückte Hoffnung aus, wie auch einige eingefügte Takte eines Weihnachtsliedes deutlich machten“, umriss Zuhörer Ernst Fischer seine Empfindungen.

In der Pause wurde der Flügel beiseite geräumt, denn nun trat die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim in großer Besetzung auf und führte mit Mozarts Sinfonie Es-Dur KV 543 die Besucher mit Pauken und Trompeten zurück zur Klassik. Die 1788, drei Jahre vor seinem Tod komponierte Sinfonie ist in allen drei Sätzen ein Werk voller Gegensätze. Ein Adagio mit einem Paukenschlag als Auftakt, das nach etlichen markanten Klangfolgen in sanfte Gleise führte, um wenige Takte später erneut fortissimo aufzutrumpfen. Die Oboe hatte der Komponist gestrichen, Flöte und zwei Klarinetten dominierten wiederholt, ehe nach Paukenwirbeln die Streicher das Zepter übernahmen.

Wie in einem koketten Frage- und Antwortspiel agierten im zweiten Satz Andante con moto Bläser und Streicher miteinander in unerwartet derbem Stil, als gäbe es etwas zu verteidigen, ehe sich die Klarinetten mit heiteren Klängen Gehör verschafften. Den fulminanten Schlusspunkt setzte im dritten Satz das Menuetto mit einem virtuosen Finale, in dem sich alle Stimmen vereinten. Nur gelegentlich vermochten Moll-Klänge die lichte Es-Dur-Stimmung zu verdunkeln.

Hatten die Musikerinnen und Musiker schon durch ihre einfühlsame Begleitung der Pianistin den Zuhörern einen ersten Eindruck von dem breiten Spektrum ihrer Fähigkeiten vermittelt und mit der Vasks-Interpretation diesen Eindruck noch verstärkt, so schöpfte das Ensemble bei seiner Interpretation der Mozart-Sinfonie alle Facetten des kraft- und machtvollen Musizierens, aber auch des Innehaltens aus. Im Decrescendo ging es zurück zu den Quellen, hinab in emotionale Tiefen. Peter Wallinger wusste mit seinem Dirigat zielgenau die Vorgaben der beiden Komponisten zu vermitteln, und seine Kammersinfonie folgte ihm auch auf den geringsten Fingerzeig.

Der Uhlandbau bebte beinahe unter den Begeisterungsstürmen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Schöner und gelungener, aber auch vielversprechender hätte der Jubiläumsauftakt nicht sein können.

Autorin: Eva Filitz                                                                                                                    

Saisonabschluss bietet unerhörte Klangwelten

Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim spielt unter der Leitung von Simon Wallinger und mit Tjeerd Top als Solisten.

Beeindruckender Solist mit beeindruckendem Instrument: Tjeerd Top.
Foto: Fotomoment

Mühlacker. Musikalische Raritäten standen am Sonntag im Mittelpunkt des Frühjahrskonzerts der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim im Uhlandbau mit Simon Wallinger am Dirigentenpult.

Ludwig van Beethoven schuf als Zwanzigjähriger ein selten zu hörendes, erstes Violinkonzert in C-Dur, das nur als einsätziges Fragment erhalten ist, das aber als Frühwerk bereits alle charakteristischen Eigenschaften des Komponisten erkennen lässt. Eine brillante Interpretation des Soloparts lieferte Tjeerd Top, Erster Konzertmeister im renommierten Concertgebouw Orchester Amsterdam, auf seiner Stradivarius-Violine aus dem Jahre 1713. Insbesondere die Kantilenen in hoher Lage erklangen auf diesem edlen Instrument in vollendeter Schönheit.

Wie ein langsamer, intimer „Mittelsatz“ erklang im direkten Anschluss die Romanze in F-Dur opus 50 für Violine und Orchester von Beethoven. Ohne Unterbrechung durch Applaus, wie ein heiterer „Schlusssatz“ eines Violinkonzerts, folgte die Polonaise in B-Dur von Franz Schubert. Mit einem Wiegenlied der „Red Hot Chili Peppers“ bedankte sich Tjeerd Top für den reichen Beifall und verblüffte dabei das Publikum mit dem kunstvollen, gleichzeitigen Streichen und Zupfen der Saiten.

Eine weitere Besonderheit war nach der Pause, jetzt ohne Bläser, mit Mieczysław Weinbergs Kammersinfonie Nummer 3 von 1990 zu hören – einem faszinierenden Spätwerk von höchster Expressivität, in dem sich die bewegte Biografie des jüdischen Komponisten eindrucksvoll niederschlägt. Unerhörte Klangwelten eröffnen sich in dem 35-minütigen Werk in reiner Streicherbesetzung. Die Extreme reichen von leisesten Unisono-Passagen an der Hörschwelle bis zu gewaltigen, hochexpressiven Klanggebilden. Doch inmitten dieser bisweilen exzessiv bizarren Klangmassen offenbart sich immer wieder versöhnlicher Schönklang im reinen Streicherton.

Simon Wallinger hat sich mit spürbar großem Engagement dem anspruchsvollen Werk gewidmet und mit den hochmotiviert spielenden Musikern des Orchesters eine beeindruckende Interpretation gemeistert. Ein eher nachdenkliches Menuett von Schubert als Zugabe beschloss den eindrucksvollen Konzertabend. pm

Komprimierte Schätze der Klassik-Welt

„Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim live 2022“:

Neue CD fasst Höhepunkte zweier Konzertreihen zusammen.

Interessante Perspektiven bietet nicht nur das Cover der neuen CD. Auch die enthaltenen Stücke ermöglichen einen spannenden Blick auf bekannte und unbekannte Werke.

Mühlacker. Nummer 20 ist da! Die Reihe der Live-Mitschnitte von Konzerten der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim ist um eine weitere CD gewachsen. Der Silberling „live 2022“ ist jetzt erhältlich und fasst Aufnahmen aus dem Uhlandbau in Mühlacker und der Frauenkirche Lienzingen zusammen. Beim Abspielen der CD kann der Musikfreund also eintauchen in die Höhepunkte der Konzertsaison 2022 des „Musikalischen Sommers“ und der Reihe „Mühlacker Concerto“. Wie immer werden die Darbietungen ungeschminkt dokumentiert. Ohne Netz und doppelten Boden agieren die engagierten Musiker im 1984 von Peter Wallinger gegründeten Orchester, und ihre stilistische und technische Sicherheit sorgen dafür, dass neben dem Live-Erlebnis auch das Nachhören im heimischen Wohnzimmer zur ungetrübten Freude wird.

Zumal auf der CD Werke enthalten sind, für die die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim mit renommierten Solisten wie der Geigerin Ursula Schoch und dem Klarinettisten Sebastian Manz zusammengearbeitet hat. Ursula Schoch begegnet dem Hörer gleich zu Beginn in Jean Sibelius’ Humoreske III g-moll für Solovioline und Orchester. Sie transportiert das im Kern schlichte Grundmotiv durch alle technischen Raffinessen mit Witz, Eleganz und Leichtigkeit.

Wie Schoch ist auch Sebastian Manz nicht zum ersten Mal Partner der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Der preisgekrönte Klarinettist zeigt auf der CD ganz unterschiedliche Aspekte seines Könnens. Da wäre das Klarinettenkonzert schlechthin – Mozarts Meisterwerk, in dem Sebastian Manz in Konkurrenz zu treten hat mit so vielen anderen Klarinettisten, die dem Hörer im Lauf der Zeit als Interpreten des Konzerts begegnet sein mögen. Er punktet nicht nur mit einem wunderbar wandlungsfähigen Ton, sondern auch mit der Fähigkeit, selbst in tiefen Lagen stets erkennbar zu bleiben, ohne forcieren zu müssen. Fast unwirklich leise schwebend lässt er die Melodie im langsamen Satz in die Seelen seiner Zuhörer dringen. So sanft sein Instrument hier klingt, so frech, so jubelnd, so wild setzt Sebastian Manz im die CD abschließenden Klezmer-Medley Akzente.

Das Orchester, dessen Leitung in den ausgewählten Stücken Peter und Simon Wallinger innehatten, ist stets mehr als nur Begleiter. Die Qualität des Klangkörpers zeigt sich deutlich in Joseph Haydns Sinfonie Nummer 81 in G-Dur. Akzentuiert, schwingend, fröhlich beginnt der Eingangssatz, doch wird in der Interpretation der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim schnell klar, dass Haydn weit mehr kann, als heiter daherzukommen. Emotional vielschichtig klingen die vier Sätze, in denen die Streicher mit gut koordinierten Läufen sowie perlenden Pizzicati und die Bläser mit exakten Einwürfen einerseits, gesanglichen Linien andererseits überzeugen.

Zählt Haydn zu den bekannten Namen, so ist der 1919 in Warschau geborene Komponist Mieczyslaw Weinberg sicher für viele Klassik-Freunde noch ein Geheimtipp. Das Moderato aus seiner Kammersinfonie Nummer 2 entfaltet einen magischen Sog, getrieben vom reizvollen Wechsel aus Dissonanzen und konventionelleren Harmonien.

Zu beziehen ist die neue CD über das Sekretariat „Mühlacker Concerto“, Telefon 07043/958393, E-Mail susanne@boekenheide.net, und bei Buch-Elser an der Bahnhofstraße in Mühlacker. Für Mitglieder des Fördervereins „Mühlacker Klassik e.V.“ ist sie als Jahresgabe kostenfrei. Hörbeispiele gibt es auf der Website des Orchesters www.sueddeutsche-kammersinfonie.de.

Autorin: Caroline Becker

Publikum feiert Künstler wie Popstars

Ein märchenhaftes Neujahrskonzert im Uhlandbau in Mühlacker: Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger begeistert erneut mit einem höchst fantasievollen Programm und herausragenden Solisten.

Mit einer außergewöhnlichen Stimme und einer bemerkenswerten Bühnenpräsenz punktet der Countertenor Nils Wanderer. Foto: Bastian

Mühlacker. Der Andrang zum diesjährigen Neujahrskonzert der Reihe „Mühlacker Concerto“ war – trotz des nasskalten Wetters – enorm. Dies ist aus mindestens zwei Gründen allerdings nicht weiter verwunderlich: Zum einen sind die Konzerte Anfang Januar längst im kulturellen Gedächtnis der Stadt verankert, und zum anderen wussten die Zuhörerinnen und Zuhörer, dass Peter Wallinger immer wieder für pfiffige Ideen und musikalische Überraschungen gut ist.

Gelungen war die Matinee ebenfalls in mehrfacher Hinsicht: Das Programm „…es wird einmal“ beinhaltete traumhaft schöne Musik aus Fantasieopern wie „Orfeo“ von Claudio Monteverdi, „The Fairy Queen“ und „Dido and Eneas“ von Henry Purcell und „Andromeda liberata“ von Antonio Vivaldi.

Die Ausführenden, die 13-köpfige Kammersinfonie, der umwerfende Altus/Countertenor Nils Wanderer und der großartige Cellist Arthur Cambreling, waren so glänzend disponiert und musizierten derart brillant, dass sie vom Publikum wie Popstars gefeiert wurden. Wer die Konzerte Wallingers schon eine Weile verfolgt, kennt den Sprecher Johann-Michael Schneider bereits, der in diesem Format schon öfter zu erleben war. Ihm oblag am Sonntag die angenehme und mit großem Erfolg gemeisterte Aufgabe, in das rätselhafte Motto des Konzerts „…es wird einmal“ einzuführen und zwischen den sechs gespielten musikalischen Werken sinnfällige Lyrik einzuflechten.

Die Musik und die ausgewählten Texte widmeten sich – so der gemeinsame Nenner – dem Mysterium der Natur und der Jahreszeiten und rückten Fantasiegeschichten und märchenhafte Musik in einen metaphorischen Zeithorizont des Seins, Vergehens und Werdens. Aus der Formel „…es war einmal“ wurde deshalb ein „…es wird einmal“, weil es ewige Muster sind, die der Musik, der Poesie und der Geschichte zugrunde liegen und den Fortlauf der Zeit gleichsam aufheben.

Die musikalisch-literarische Programmfolge begann mit Tänzen aus Monteverdis „L‘Orfeo“, der ersten Oper der Musikgeschichte überhaupt, und aus Purcells „The Fairy Queen“ nach Shakespeares Sommernachtstraum. Die Süddeutsche Kammersinfonie, diesmal als reiner Streicherapparat, spielte verheißungsvoll, mit einem wunderbar austarierten Klang. Die 13 Streicherstimmen gingen nicht in nebulösen Klangsümpfen unter, sondern gewährten einen glasklaren Durchblick. Peter Wallinger wagte extreme, besonders eindrucksvolle Pianostellen.

Wer den Altus/Countertenor Nils Wanderer auf der Bühne live erlebt hat, wird dies so schnell nicht wieder vergessen. Nicht nur seine Stimme ist einzigartig und technisch makellos, seine gesamte Bühnenpräsenz ist – fast möchte man sagen – magisch. Er versinkt geradezu in einer Rolle und wird eins mit ihr und der Musik. In berauschender Schönheit erklang der wundervolle Dialog zwischen der Solovioline (brillant gespielt von der Konzertmeisterin Rebecca Raimondi) und dem vielfach ausgezeichneten Nils Wanderer in Vivaldis „Sovente il Sole“. Auch der Todesgesang der Dido aus Purcells Oper gelang so großartig, dass Wanderer dem Publikum, das völlig aus dem Häuschen geraten war, Händels „Lascia ch’io pianga“ zugeben musste. Doch das war am Sonntag noch nicht alles. Als weitere handfeste Überraschung folgte nach der Pause der französische Cellist Arthur Cambreling, der einer Familie mit weltweit angesehenen Musikern entstammt, mit Joseph Haydns Cellokonzert in C-Dur. Der junge, ebenfalls vielfach ausgezeichnete Cellist spielte das dreisätzige Opus mit virtuos-anpackendem Zugriff, technisch tadellos und mit einer herrlichen Tongebung. Glänzende Solokadenzen mit gewagten Flageolett-Tönen ließen das Publikum den Atem anhalten. Begeisterte Bravorufe erhielt auch er. Zum Schluss gab es noch die rasanten Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók. Nicht nur die Natur war am Ende der Matinee glücklich wie in dem Gedicht von Rainer Maria Rilke „Natur ist glücklich“ – wunderbar rezitiert von Johann-Michael Schneider –, auch das Publikum war es.

Autor: Dr. Dietmar Bastian

Gäste genießen Juwel der Konzertliteratur

Das Adventskonzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim im Mühlacker Uhlandbau beschert Musikliebhabern ein Wiedersehen mit dem Ausnahme-Klarinettisten Sebastian Manz. Berühmte Mozart-Melodie und andere Werke begeistern das Publikum.

Ausnahmekönner: Klarinettist Sebastian Manz trägt entscheidend zu einem hochkarätigen Adventskonzert im Mühlacker Uhlandbau bei. Foto: Fotomoment

Mühlacker. Nur wenige Werke der Kunstmusik haben eine derartige Berühmtheit erlangt wie Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur KV 622. Um den 8. Oktober 1791 herum, kurz vor seinem frühen Tod, vollendete der geniale Österreicher diese durch und durch inspirierte Musik. Auf dem Programm des beliebten und sehr gut besuchten Adventskonzerts in der Reihe „Mühlacker Concerto“ stand neben Mozart ein Satz aus der Kammersinfonie Nr. 2 op. 147 von Mieczyslaw Weinberg sowie die jugendlich-frische Sinfonie Nr. 81 in G-Dur von Mozarts Vorbild, Gönner und engem Freund Joseph Haydn.

Freunde anspruchsvoller und interessanter Konzertprogramme freuen sich schon jetzt auf das Neujahrskonzert am 15. Januar im Uhlandbau. Seit einigen Jahren können die Besucherinnen und Besucher der Konzerte von Peter Wallinger beobachten, wie dieser seinen Sohn Simon, der inzwischen selbst zu einem hoch qualifizierten und versierten Musiker herangereift ist, zu seinem Stellvertreter (und irgendwann vielleicht Nachfolger?) aufbaut. So war es beim Konzert am zweiten Adventssonntag nur folgerichtig, dass der Kontrabassist, Pianist, Cembalist und Dirigent Simon Wallinger am Ende die Haydn-Sinfonie dirigierte.

Zu Beginn erklang also das vielleicht bekannteste Klarinettenkonzert der Konzertliteratur. Sebastian Manz bewältigte das dreisätzige Werk mit spielerischer Leichtigkeit und einer bis ins Letzte ausgereiften Technik. Der erste Satz begann schnell und mit einem dynamisch fein ausdifferenzierten Wechselspiel zwischen den Solo- und Tuttipassagen. Keine Details gingen verloren, auch in den gefürchteten Zweiunddreißigstel-Passagen nicht, und man konnte schöne Abstufungen der Dur- und Mollfarben genießen. Von unvergleichlicher Delikatesse und Anmut danach der zweite Satz Adagio. Nicht wenige Zuhörerinnen und Zuhörer mögen das Konzert besucht haben, nur um dieser unsterblichen, fast möchte man sagen: göttlich inspirierten, Musik zu lauschen. Zur weltweiten Bekanntheit dieser herrlichen Kantilenen dürfte zusätzlich beigetragen haben, dass in bekannten Kinofilmen – zum Beispiel „Jenseits von Afrika“ – genau diese Melodie mehrfach erscheint. Das abschließende Rondo Allegro, das noch immer einen Prüfstein für Soloklarinettisten darstellt, wurde virtuos wiedergegeben, mit logischem Formempfinden und in einem gewagt schnellen Tempo. Das Publikum war begeistert und ließ den Künstler nicht ohne Zugabe ziehen. Mit vier Solostreichern aus dem Orchester und Manz erklang das Adagio aus dem Klarinettenquintett KV 581, ebenfalls ein Spätwerk Mozarts.

Peter und Simon Wallinger möchten einen „projektübergreifenden Zyklus“ mit Werken des lange und völlig zu Unrecht vergessenen polnisch-jüdischen Komponisten Miesczyslaw Weinberg in Angriff nehmen. Als Einstimmung darauf spielte das Orchester gleich zweimal hintereinander einen Satz aus der 2. Kammersinfonie Weinbergs. Der Komponist, 1919 in Warschau geboren und 1996 in Moskau gestorben, hinterließ ein Mammutwerk, das es neu zu entdecken gilt. Der musikantische, rhythmisch-expressive Satz Moderato, der unmittelbar an die Klangsprache Schostakowitschs erinnerte, machte neugierig.

Als Finale erklang schließlich die Sinfonie Nr. 81 in G-Dur des fürstlichen Hofkapellmeisters zu Eisenstadt und Esterházy Joseph Haydn, ein frisches viersätziges Opus, das nicht geizt mit raffinierten, innovativen und virtuosen Impulsen für seine großen Nachfolger Mozart und Beethoven.

Die Süddeutsche Kammersinfonie war am Sonntag in bester Spiellaune, agierte hochkonzentriert und folgte jedem kleinen Hinweis des Taktstockes. Beim Dirigat des Wallinger-Sohnes fielen schlagtechnische Details auf, die dieser vom Vater übernommen haben dürfte. Ob Simon Wallinger auch beim Neujahrskonzert dirigieren wird?

Autor: Dr. Dietmar Bastian

Vier Komponisten und ein Dichter

Beim Frühjahrskonzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim im Uhlandbau überzeugt Simon Wallinger als Dirigent.

Tomoko Yamasaki (Viola; re.) und Sachiko Kobayashi (Violine). 
Foto: Fotomoment

Mühlacker. „La Passione“ war der Titel des Frühjahrskonzerts 2022 der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim im Uhlandbau Mühlacker, bei dem Werke von vier Komponisten und einem Dichter vorgestellt wurden. Dabei nannte keiner von ihnen seine Arbeit „La Passione“.

Schwungvoll, geradezu feurig begann es mit dem „Prélude“ zur Oper „Carmen“, die heute zu den am meisten gespielten Werken des Genres gehört. Dabei hatte sie bei der Uraufführung 1875 nur geringen Erfolg, denn die Geschichte war ihrer Zeit voraus, und auch von der Musik waren nicht wenige überfordert und empfanden sie nur als lärmend. Dagegen bot jetzt in Mühlacker Simon Wallinger, der in diesem Konzert das „vollständige Dirigat übernahm, nachdem Peter Wallinger die Probenphase krankheitshalber nicht beginnen konnte“, mit seiner kongenialen Interpretation einen in jeder Beziehung gelungenen Einstieg in das diesjährige Frühjahrskonzert.

Dann kam Friedrich Schiller mit seinen neun vierzeiligen trochäischen Strophen in Kreuzform zu Wort. 1801 geschrieben, mit dem Blick auf den Kampf zweier Großmächte um die Weltherrschaft, ist dieses Gedicht auch heute noch oder wieder aktuell. Vorgetragen wurde es von dem 55-jährigen Johann Michael Schneider, der mit seiner Ausbildung, zum einen als Schauspieler, zum anderen als Musiker mit einem Violinstudium, geradezu die idealen Voraussetzungen für eine Mitwirkung in dem vorgegebenen Rahmen mitbrachte. Nach diesem „Antritt des neuen Jahrhunderts“ rezitierte er später noch „Die Worte des Wahns“ von Friedrich Schiller aus dem Jahr 1799.

Zuvor war jedoch Christoph Willibald Gluck an der Reihe, und zwar mit dem Larghetto „Der Geist ermahnt Don Juan“ und dem Allegro „Die Hölle öffnet sich“ aus der Ballettmusik zu „Don Juan“. Dabei handelt es sich um eine eigens für ein Ballett geschaffene Komposition, das 1761 in Wien, choreografiert von Gasparone Angiolini, uraufgeführt wurde. Zunächst langsam, behutsam, fordernd, dann furios, aufreizend, teils erschreckend erklangen die zwei Sätze der Ballett-Komposition.

Danach brachte die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim das Werk zur Aufführung, das dem ganzen Konzert den Titel gab und das auch in diesem Fall so bezeichnet wurde. Dabei nannte Joseph Haydn diese Arbeit, die er 1768 schrieb, während er als Kapellmeister beim Fürsten Nikolaus I. Esterházy angestellt war, lediglich „Sinfonia in F minor“. Der Titel „La Passione“ geht vielmehr auf einen Eintrag in der Abschrift eines Leipziger Kopisten um 1790 zurück. Im Haydn-Verzeichnis der Züricher Neujahrsblätter von 1831 wird das Werk als „La Passione oder Trauersinfonie“ aufgeführt. Später taucht dann auch noch der Titel „Il Quakero di bel’humore“ auf. Auf jeden Fall ist die Sinfonie Nummer 49 f-Moll die einzige Sinfonie Haydns in der für die damalige Zeit ungewöhnlichen „Passionstonart“ f-Moll, die sich dazu durch differenzierte Dynamik und Rhythmik sowie starke Intervallsprünge auszeichnet. Etwas traurig, dann lebhafter und freudiger werdend, erklang das Adagio, beschwingt, heiter, leichtfüßig das Allegro di molto. Beim spielerischen Menuett sah man die nur musikalisch vorhandenen Akteure geradezu in tänzerischen Bewegungen vor sich. Einer Sturmmusik glich das Presto-Finale der Sinfonie, deren Ausdruckshaltung der Musikhistoriker Ludwig Finscher als extrem dramatisch bezeichnete und die vielleicht sogar einmal als Bühnenmusik herhalten musste.

Nach der Pause hörte man die von Wolfgang Amadeus Mozart 1779 in Salzburg komponierte Sinfonia concertante Es-Dur KV 364, die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts weniger bekannt war. In seinem Bemühen, der Viola einen Platz als Soloinstrument zu schaffen, nahm der englische Bratschist Lionel Tertis das Werk in sein Programm auf und spielte es 1924 mit dem Geiger Fritz Kreisler.

Diese Parts übernahmen jetzt die Japanerinnen Tomoko Yamasaki (Viola) und Sachiko Kobayashi (Violine). Zusammen mit der Kammersinfonie interpretierten sie – unter der ebenso sensiblen wie ausdrucksstarken musikalischen Leitung von Simon Wallinger – die Komposition, von der nicht wenige Passagen als Filmmusik in verschiedenen Streifen verwendet wurden. Fröhlich, unterhaltsam, lustig und lebhaft erklang das Allegro maestoso, eher bedächtig, nachdenklich stimmend das Andante, bei dem vor allem die Solistinnen brillierten, und schließlich beschwingt heiter das Presto-Finale.

Autor: Dieter Schnabel

Der Saal für gehobene Ansprüche

In einem Vortrag von Dirigent und Festivalleiter Peter Wallinger steht die Wiederentdeckung des Mühlacker Uhlandbaus als Konzertsaal im Mittelpunkt. 55 Konzerte der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim hat es dort seit 2004 gegeben.

Freuen sich über einen gelungenen Vortragsabend (v.li.):
Rafael Wallinger, Peter und Maiken Wallinger, Susanne Bökenheide und Simon Wallinger. Foto: Müller

Mühlacker. Musikalische Höhenflüge und Ereignisse in und um den Uhlandbau seit 2004 ließ Peter Wallinger am Donnerstagabend bei einer VHS-Veranstaltung im Heimatmuseum Mühlacker Revue passieren. Der Konzertveranstalter und Dirigent der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim berichtete in einem kurzweiligen Vortrag über die Bedeutung des Uhlandbaus als Konzertsaal. Ergänzende Wortbeiträge von Maiken und Simon Wallinger sowie Susanne Bökenheide rundeten das Thema ab. Zwischendurch kam, passend zu den einzelnen Beiträgen, auch die Musik „zu Wort“.

Im Uhlandbau aufgezeichnete Musikstücke der Kammersinfonie Bietigheim ließen lang vermisstes Konzertflair entstehen. Darunter waren bekannte Kompositionen wie Brahms’ „Ungarischer Tanz“ oder Schuberts „Menuett in d-moll“. Mit dem Vortrag und einer letzten Kuratoren-Führung durch die Sonderausstellung „Dennoch…“ endet die Veranstaltungsreihe zum 100-jährigen Bestehen des Uhlandbaus am Sonntag.

„Die Musik spielte bei der Errichtung des Uhlandbaus eine große Rolle“, sagte Peter Wallinger zu Beginn. Dafür spreche die Ausstattung mit damals modernster Bühnentechnik wie Rundhorizont oder Schnürboden, die Installation eines Orchestergrabens und das für eine gute Akustik richtige bauliche Verhältnis von Höhe, Breite und Tiefe. Auch scheinbare Kleinigkeiten wie die leichte Wölbung der Bühnenrückwand, die den nach außen dringenden Klang bündelt, seien bedacht worden.

Wallinger hat den Uhlandbau bereits in früher Jugend über die Musik kennengelernt. „Schlüsselerlebnisse waren Aufführungen des Schülerchors und Soloauftritte mit der Geige im Schulorchester“, sagte er. Durch die bewegte Geschichte des Uhlandbaus und der Familie Emrich sei er zu dem Entschluss gekommen, selbst Konzerte im Uhlandbau zu geben.

„Mit Brahms’ ‚Ungarischem Tanz‘ starteten wir im April 2004 unsere Konzerte, nachdem wir uns vorher von der hervorragenden Akustik des Saales überzeugt hatten. Nach weiteren Musikaufführungen etablierten wir drei Jahre später die Winterkonzertreihe ,Mühlacker Concerto‘ als Gegenstück zum ,Musikalischen Sommer‘ in der Lienzinger Frauenkirche“, so Wallinger. Ohne Schwierigkeit sei die Anfangszeit nicht abgelaufen: Herausforderungen bestanden bei der Sponsorensuche, beim Transportieren schwerer Konzertflügel oder bei den Verhandlungen über Mietzahlungen mit der Stadt Mühlacker. Ein wichtiger Schritt sei die Etablierung des Fördervereins „Mühlacker Klassik e.V.“ im Jahr 2011 gewesen.

„Uhlandbau und Kammersinfonie sind eine glückliche Symbiose“, sagte Wallinger. Es handle sich zwar um einen Konzertsaal im kleinen Format, der aber eine Intimität und Wärme des Klangs erziele, die die großen Konzertsäle von heute nicht erreichten. „Unser Orchester nennt sich ganz bewusst Kammersinfonie, ist also ein Orchester in reduzierter sinfonischer Besetzung. Das Musizieren im kleinen Format entspringt unserer Musizierhaltung, bei der jeder einzelne Spieler voll gefordert ist. Ein klangdifferenziertes, fein artikuliertes, schlankes Spiel ist so möglich und schafft eine besondere Frische und Vitalität der Darbietungen“, sagte der Orchesterleiter. Außerdem ermögliche die kleinformatige Besetzung entschlackte und transparente Interpretationen. Werke der Klassik und Romantik mit Kompositionen von Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann oder Mendelssohn seien für diese reduzierte Orchestergröße konzipiert, so Wallinger.

„Seit 2004 hat die Kammersinfonie 55 Konzerte im Uhlandbau gegeben. Im Zusammenhang mit dem Jubiläumsjahr war uns die Aufführung von Werken jüdischer Komponisten wichtig. Leider konnten wir diese teilweise nur als Video-Aufzeichnung darbieten“, erläuterte Wallinger. So habe man Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Gustav Mahler, Samuel Barber, Mieczyslaw Weinberg, George Gershwin und Gideon Klein, einem hochbegabten Komponisten, der 25-jährig im KZ Theresienstadt sein Leben lassen musste, aufgenommen.

Maiken Wallinger, Ehefrau des Orchesterleiters, erzählte einige Anekdoten, die sich in und um den Uhlandbau zugetragen haben, beispielsweise über Großputzaktionen der Bestuhlung, Schneeschippen auf dem Dachboden oder die oft waghalsigen Aktionen zur Verbesserung der Bühnenbeleuchtung. Simon Wallinger präsentierte dem Publikum mit seinem sperrigen Kontrabass eine kleine Sketch-Szene, die den Ablauf eines Uhlandbau-Konzerts aus Musikersicht eindrucksvoll darstellte.

Susanne Bökenheide, Office-Managerin der Bietigheimer Kammersinfonie, beleuchtete die 2014 im Uhlandbau gestartete Aktion „Schülerkonzerte“, die gemeinsam mit der Bad Pyrmonter Theaterkompanie angeboten werden. „Grundschulen aus allen Mühlacker Stadtteilen und der näheren Umgebung werden alljährlich im Frühjahr von in kleiner Besetzung spielenden Ensembles der Kammersinfonie spielerisch an die Musik herangeführt“, sagte Bökenheide. Ein Geschichtenerzähler schreibe dafür jedes Jahr ein neues Stück wie etwa „Krach mit Bach“ oder „Beethoven zieht um“, für das dann aus Originalmusikstücken ein sinnvolles Arrangement kreiert werde.

Mit einem nachdenklichen Beitrag von Maiken Wallinger zur Erinnerungskultur endete die Veranstaltung. „Was kann Erinnerungskultur sein? Nicht Schuldkultur, sondern ein Ringen um Wissen, ein Kennen und Anerkennen von Geschehenem in einer vergangenen Zeit, an einem noch jetzt hier bestehenden Ort“, gab sie zu bedenken und berichtete über ein zufälliges Erlebnis während eines Urlaubs mit ihrem Mann im Fischerdörfchen Sanary in der Nähe von Marseille. Dort fand im Herbst ein Forum der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft statt. „Sanary war zwischen 1933 und 1945 ein ‚Paradies auf Zeit‘ für einen großen Kreis dem Nazideutschland entflohener Künstler, die von dort aus ins Exil gingen oder teilweise doch noch deportiert wurden“, sagte sie. Ihnen sei bewusst geworden, dass immer, wenn der Uhlandbau mit seiner geschichtsträchtigen Bedeutung für Mühlacker beschrieben werde, voller Stolz von dem blühenden Musikleben der Anfangszeit die Rede sei. Leider werde dann über die Wege, welche diese „Größen“ aufgrund ihrer jüdischen Herkunft später gehen mussten, nicht weitergesprochen.

Autor: Manfred Müller

Jedes einzelne Konzert eine Kostbarkeit

Dass erneut eine CD der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim erscheinen konnte, ist in der Pandemie keine Selbstverständlichkeit.

Einer der Solisten, mit denen die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim 2021 aufgetreten ist, heißt Michinori Bunya. Er ist ein gefragter Kontrabassist. Foto: Archiv

Mühlacker/Bietigheim. „Die Bedingungen waren nicht ganz einfach“, beschreibt Peter Wallinger, Künstlerischer Leiter der Konzertreihen „Musikalischer Sommer“ und „Mühlacker Concerto“, das Musizieren auf Abstand und deshalb in stark reduzierter Besetzung, das die Pandemie ihm und seinem Orchester, der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim, abverlangt hat. Dennoch sei es ein Musizieren mit leidenschaftlichem Engagement jedes Einzelnen und mit großartigen Solisten gewesen, blickt er auf die Konzertsaison 2021 zurück, deren Höhepunkte jetzt als CD erhältlich sind.

Dass eine neue CD erscheint, ist eine schöne Tradition und vermittelt ein Gefühl von Beständigkeit. Tatsächlich hat die Pandemie aber viele Planungen über den Haufen geworfen. Wie fällt Ihre musikalische Bilanz des Jahres 2021 aus?

Es wurde selten in solcher Intensität gespielt und gehört wie in diesem Pandemie-Jahr 2021. Das ist die erfreuliche Seite bei allem Kummer. Jedes einzelne Konzert wurde von dankbaren Hörern und Musikern wie eine Kostbarkeit wahrgenommen und geschätzt.

Können die nächsten Konzerte der Reihe Mühlacker Concerto als Präsenzveranstaltungen über die Bühne gehen?

Das hoffen wir sehr, denn ich bin kein großer Freund von Online-Konzerten.

Fragen Sie den Impfstatus Ihrer Musiker ab?

Unter aktiven Musikern wurde das Impfen fast durchweg zur Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus verlange ich vor allen Proben und Konzerten tagesaktuelles Testen.

Wie ist generell die Stimmung unter den Künstlern?

Vor allem für die Freischaffenden sind es extrem schwierige Zeiten. Aber auch die Musiker in festen Anstellungen leben in ständiger Unsicherheit durch ständige Umplanungen: kurzfristige Absagen von Konzerten oder Tourneen, kurzfristig angesetzte Nachhol- oder Ersatzkonzerte… Das bekomme natürlich auch ich bei meinen Planungen heftig zu spüren.

Wenn es Gewinner der Corona-Pandemie gibt, dann sind es beispielsweise die Nutzer neu geschaffener digitaler Angebote. Ihre Konzerte sind ebenfalls im Netz abrufbar. Wie ist das Echo auf diese Neuerung?

Wir geben uns zusammen mit unserem Video-Team alle Mühe für eine ordentliche, qualitätsvolle Präsentation – und das Echo ist erstaunlich gut. Eine Kompromiss-Lösung fanden wir in den zurückliegenden Konzerten, indem wir eine begrenzte Besucherzahl zuließen und gleichzeitig die Konzerte als Video aufzeichneten und ins Netz stellten. Positive Rückmeldungen erhielten wir daraufhin aus allen Himmelsrichtungen.

Die Corona-Regeln ändern sich ständig. Unter welchen Voraussetzungen planen Sie aktuell den Musikalischen Sommer 2022?

An Ideen für einen brillanten Musikalischen Sommer 2022 fehlt es nicht. Konkrete Planungen sind wegen vieler Unwägbarkeiten im Moment noch schwierig. Wir hoffen aber, das Programm Ende Februar/Anfang März herausgeben zu können.

Neue CD „live 2021“ mit Konzertmitschnitten der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim

Als Nummer 19 reiht sich die jetzt erschienene CD „live 2021“ in die Liste der Konzertmitschnitte ein, die das Wirken der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim dokumentieren. Auch unter deutlich erschwerten Bedingungen in der Pandemie ist es dem Dirigenten Peter Wallinger, Leiter der Klassikreihen „Musikalischer Sommer“ und „MühlackerConcerto“, gelungen, anspruchsvolle Werke zu erarbeiten. Live mitgeschnitten beim Gedenkkonzert „100 Jahre Uhlandbau“, beim Neujahrskonzert 2021 in der Kelter Bietigheim-Bissingen und beim Frühjahrskonzert an selber Stelle, enthält die CD Höhepunkte der letztjährigen Saison. Netz und doppelten Boden gibt es für alle Beteiligten bei dieser Art der Aufzeichnung nicht. Umso beachtlicher ist das Hörergebnis, das vom technisch und interpretatorisch hohen Niveau des Orchesters Zeugnis ablegt. Dazu geben namhafte Solisten ihre Visitenkarte ab.

Den Beginn der CD markiert ein Klassiker der Konzert- und Opernbühne: Wolfgang Amadeus Mozarts Ouvertüre zu „Die Hochzeit des Figaro“. So leicht und locker die oft unisono geführten Läufe klingen sollen, so gefürchtet sind sie bei Orchestermusikern, erlauben sie doch nicht die geringste Unaufmerksamkeit. Peter Wallinger wählt dennoch ein rasantes Tempo. Pulsierend fügen sich Läufe, gesangliche Linien und klug gesetzte Akzente zusammen und ergeben ein festlich-wohlklingendes Gesamtkunstwerk.

Im Kontrast zu dieser optimistischen, der Welt zugewandten Musik steht die Vertonung des Rückert-Liedes „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ von Gustav Mahler, bei der die Mezzosopranistin Maria Rebekka Stöhr ihre wandelbare Stimme einsetzt. Doch nicht nur sie singt in diesem elegischen, hochemotionalen Stück, auch das Orchester unter Wallingers feinfühliger Leitung tut es.

Dass Michinori Bunya weltweit zu den gefragtesten Kontrabassisten zählt, wundert niemanden mehr, der seine Interpretation des Adagio und Rondo von Johannes Matthias Sperger hört. Schon im melancholischen Adagio erreicht der Kontrabass Sphären einer Geige, um dann wieder abzutauchen in warm-unergründliche Tiefen, die nur diesem Streichinstrument vorbehalten sind. Da Bunya das Stilmittel Vibrato nur sparsam einsetzt, erreicht er einen klaren, unbestechlichen Klang, dem das Orchester ein sacht-wogendes Fundament hinzufügt. Das Rondo fordert dem Solisten enorme Virtuosität ab mit akrobatischen Läufen, die der CD-Hörer leider nur akustisch bewundern kann – mit Doppelgriffen, Flageolett-Tönen und einer großen Bandbreite an Bogen-Finessen.

Von Antonio Vivaldis zahlreichen Violinkonzerten sind die Jahreszeiten und darüber hinaus einige für Schüler geeignete Werke bekannt. Wesentlich mehr Aufmerksamkeit hätte das e-moll-Konzert RV 278 verdient, ein teilweise dramatisches, fast rätselhaftes Werk. Als Meister in Sachen Präzision und Artikulation erweist sich der Solist Tjeerd Top, der mit spielerischer Leichtigkeit alle technischen Schwierigkeiten meistert.

Samuel Barbers Adagio für Streicher ist hinlänglich bekannt. Dennoch gelingt es Peter Wallinger und seinem Orchester, dem Werk neue Seiten abzugewinnen. Scheinbar endlos ist der Atem der Musiker. Der nie kitschig anmutende Aufstieg in höchste Höhen mündet in ein friedvolles Ausklingen in warmem Wohlklang.

Der Geiger Tjeerd Top kann sich auch in einem Stück des 20. Jahrhunderts beweisen. Das Concertino opus 42 von Mieczyslaw Weinberg ist ein ausdrucksstarker Dialog zwischen Solist und Orchester, in dem die Virtuosität nie aufgesetzt, sondern selbstverständlich und souverän wirkt.

Genüsslich kosten Peter Wallinger und die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim Antonin Dvořáks Walzer in A-Dur aus und machen mit ihrem beschwingten Vortrag dem CD-Hörer Lust auf neue Darbietungen.

Die CD „live 2021“ ist zu beziehen über Buch Elser und über das Sekretariat: susanne@boekenheide.net, Telefon 07043/958393. Für Mitglieder des Fördervereins „Mühlacker Klassik e.V.“ ist die CD als Jahresgabe kostenlos.

Autorin: Carolin Becker

Neujahrskonzert begeistert mit „unglaublichem“ Solisten

Klarinettist Sebastian Manz bietet im Uhlandbau gemeinsam mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim ein spannendes Programm.

Sebastian Manz (li.) spielt im Uhlandbau gemeinsam mit einer Formation der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger. Foto: Fotomoment

Mühlacker. Als vor ziemlich genau 100 Jahren der Mühlacker Uhlandbau eingeweiht wurde, war über der Bühne der Schriftzug „Dennoch“ angebracht, der sich auf eine Vorgeschichte mit diversen Unwägbarkeiten bezog. Heute ist man in Mühlacker froh über das in Rekordzeit von nur neunundneunzig Tagen errichtete Gebäude, in dem seit vielen Jahren auch die Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim mit ihrem Gründer und Leiter Peter Wallinger auftreten. Für das diesjährige Neujahrskonzert – das zweite unter Corona-Bedingungen – hatte er eben jenes „Dennoch“ als Motto ausgewählt.

Die Menschen sind nach zwei Jahren Pandemie ungeduldig und der unbequemen Einschränkungen müde geworden, viele sind auch verzweifelt, in ihrer beruflichen Existenz bedroht oder depressiv. Das trotzige „Dennoch! – Denn noch klingt die Musik“ wollte bewusst einen Kontrapunkt zur allgemeinen Stimmungslage setzen, mit einem an Überraschungen reichen, glänzenden und klug zusammengestellten Konzert, das vor knapp 100 Zuhörerinnen und Zuhörern gegeben und aufgezeichnet wurde. Ab Sonntag soll es über www.muehlacker-klassik.de/muehlacker-concerto oder www.sueddeutsche-kammersinfonie.de als Internet-Video einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden.

Das Überraschungspotenzial der Veranstaltung lag weniger an den Akteuren als an dem außergewöhnlichen musikalisch-literarischen Programm, das sich mit mehreren Crossover-Feldern deutlich von den üblichen Mainstream-Klassikveranstaltungen abhob, spannte es doch einen weiten Bogen von der Klassik bis hin zu Tango Argentino, Jazz und Klezmer. Piazzolla, Gershwin, Klein oder Eisel sind nicht eben jene Komponistennamen, die man in Programmheften häufig vorfindet.

Der unangefochtene Star des Neujahrskonzerts 2022 war ohne jeden Zweifel der sensationelle Klarinettist Sebastian Manz. Er ist Preisträger zahlloser Wettbewerbe und wurde 2010, erst 24-jährig, Solo-Klarinettist des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR. Bei der Süddeutschen Kammersinfonie war Manz bereits viermal zu Gast und spielte als Solist – unvergesslich für viele Konzertbesucherinnen und Besucher – die bekannten Klarinettenkonzerte von Françaix, Weber und Mozart. Ebenfalls zum wiederholten Male dabei war der Berliner Schauspieler, Musiker, Regisseur und Sprecher Johann-Michael Schneider, der zwischen den Musikstücken sinnfällige Texte von Hilde Domin und Mascha Kaléko rezitierte. Die musikalischen Partner Sebastian Manz’ waren zehn Musikerinnen und Musiker der Kammersinfonie.

Zu Beginn spielten Manz und die begleitenden Streicher das „Café 1930“ des Argentiniers Astor Piazzolla nach einem eigenen Arrangement des Klarinettisten. Piazzolla hat vor rund 100 Jahren den Tango in die Klassik geholt und damit auch künstlerisch geadelt. Das „Café 1930“ ist ein schwermütiger Gesang im Puls des Tango Argentino. Manz und die Streicher zelebrierten das Stück sensibel, hochemotional und reich an dynamischen und rhythmischen Impulsen. Manz braucht in kleiner Besetzung keinen Dirigenten, sein Rhythmusempfinden und seine Körpersprache sind so suggestiv und sicher, dass ihm das kleine Orchester nur zu gerne folgt, auch beim swingenden musikalischen Spaß „Walking the Dog“ von George Gershwin, einem lustigen Jazz-Klassik-Crossover.

Viel ernster danach – mit dem Dirigenten Peter Wallinger – die Variationen über ein mährisches Volkslied des hochbegabten jüdischen Komponisten Gideon Klein. Er hatte das Werk 1944 in Theresienstadt geschrieben und wurde 1945 mit 26 Jahren im KZ Auschwitz-Fürstengrube ermordet. Musikalischen Seufzerfiguren und Trauergesten stehen mit selbstbewussten Streicher-Unisoni trotzige „Dennochs“ gegenüber. Musik, die man nicht ohne innere Anteilnahme hören kann. Webers Sätze „Fantasia“ und Menuetto aus dem Klarinettenkonzert op. 34 evozieren Bilder aus dessen Oper „Der Freischütz“. Die elegische Fantasia erinnert an den verzweifelten Max und das lustige Menuetto an die übermütige Agathe.

Wie kann man auf der Klarinette nur so leise schnelle Läufe spielen? Unglaublich!

Ebenfalls im Eigenarrangement folgte ein Klezmer-Medley, die „Israeli-Suite“ von Helmut Eisel, in dem das Soloinstrument nicht etwa nur spielt, sondern spricht, singt, schreit, jammert oder lacht. Die Klarinette gerät bei Manz zum Ausdrucksmedium jeglicher menschlicher Befindlichkeiten. Dazwischen fein ausgewählte Lyrik, gekonnt und im ganzen Bühnenraum verteilt rezitiert von Johann-Michael Schneider. Als Schlusspunkt eine Klezmer-Zugabe, ein wilder Ritt auf dem schwarzen Rohrblattinstrument und begeisterte Zuhörer im ehrwürdigen Uhlandbau. Trotz Corona gilt das Motto: Dennoch – denn noch klingt die Musik!

Autor: Dr. Dietmar Bastian