Mühlacker Tagblatt
Anmutig und kraftvoll Edle Streicherpracht verbindet sich mit zartem Marimbaklang
Zur Fortsetzung der Reihe „Musikalischer Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche gestaltete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger ein sommerlich heiteres Konzertprogramm mit dem Titel „Mediterrane Streifzüge“. Darin fügte sich der ausgewogene und doch auch voluminöse Klang des Streichorchesters mit den fülligen und warmen Tönen, wie sie die hervorragende Solistin Katarzyna Mycka der Marimba entlockte, zusammen.
Doch zunächst entführten Peter Wallinger und das Orchester die Zuhörer weit zurück in eine frühe Periode der Musikgeschichte zu Claudio Monteverdi, der im Jahr 1607 mit „Orfeo“ die erste Oper überhaupt komponierte. Daraus waren vier Instrumentalsätze zu hören. Anmutig tänzerisch erklang in edler Streicherpracht die Ouvertüre. Drei weitere Sätze wiesen unterschiedliche Charakteristiken auf, die transparent ausgebreitet wurden.
Katarzyna Mycka ist eine hoch dekorierte Könnerin auf dem Schlaginstrument Marimba. In der Frauenkirche interpretierte sie, feinstimmig begleitet, eine Bearbeitung des Concertos für Cembalo oder Violine solo von Johann Sebastian Bach für ihr Instrument, dessen vibrierender Klang die Strenge der Barockkomposition aufhob. Sehr nuanciert führte Katarzyna Mycka dieses ungewöhnliche Arrangement des Bach-Werks aus. Außerordentlich tempobetont und voller Musizierfreude spielte die Virtuosin zwei Sätze des zeitgenössischen Konzerts für Marimba und Streichorchester von Emmanuel Séjourné. Hier entfaltete sie ihre vollendete Virtuosität mit Bravour und voller Energie, ohne dabei auf einen samtweichen Anschlag mit den vier Schlegeln zu verzichten. Das war ein wahrer Musikgenuss. Katarzyna Mycka bedankte sich für den lebhaften Beifall mit einem zarten Schlaflied.
Auch im zweiten Teil des Konzerts bestachen die Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim mit unvergleichlich lebendigem und dichtem Streicherklang. Von Nino Rota, vor allem bekannt geworden mit seiner Musik zu den Filmen „Der Pate“, wurden aus seinem „Concerto per Archi“ Scherzo und Allegro als echtes Bravourstück aufgeführt, denn weite Melodiebögen und markante rhythmische Elemente bildeten darin vitale Ausdruckskontraste. Elegant, mal tänzerisch sehr leicht bewegt, mal auch langsam in elegischem Ton schreitend, bot das Orchester unter Peter Wallingers Leitung zum Abschluss die dritte Suite „Antiche Danze ed Arie“, einer populären Folge von Bearbeitungen alter Musik aus dem 16. und 17. Jahrhundert von Ottorino Respighi, die sich als weitere musikalische Delikatesse erwies.
Rudolf Wesner
Geschenk zum Jubiläum
Die CD-Sammlung der zahlreichen Fans der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim wird weiter anwachsen: Die auf einen Tonträger gebannten Höhepunkte der Jubiläumssaison des von Peter Wallinger aus Maulbronn-Zaisersweiher geleiteten Orchesters sind jetzt erschienen und käuflich zu erwerben. Die CD „Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim live 2009/2010“ stellt eine Retrospektive auf das Jubiläumsjahr „25 Jahre Kammersinfonie“ dar und enthält unter anderem „Zwei Deutsche Tänze“ von Franz Schubert, das Sinfonische Gedicht „Finlandia“ von Jean Sibelius und Sätze aus der „Peer-Gynt-Suite“ von Edvard Grieg.
Die beiden Hauptwerke, Robert Schumanns Sinfonie Nummer 4 in d-moll und Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert in D-Dur mit der Solistin Ursula Schoch, wurden im Mühlacker Uhlandbau mitgeschnitten. Auch alle anderen Werke erklangen im Uhlandbau, wurden dann aber tags darauf in Bietigheim aufgenommen.
Weder die Orchestermusiker noch die Violinsolistin verlassen sich allerdings auf die bewährt gute Akustik des historischen Uhlandbausaals. Mit ebenso transparentem wie differenziertem Klang gestalten die Instrumentalisten Mozarts D-Dur-Konzert und entlocken dem bekannten Werk neue Seiten – im akzentuiert-spielerischen Eröffnungsthema ebenso wie im weiteren Verlauf der drei Sätze. Der Geigerin Ursula Schoch wird der Boden bereitet für ihre virtuose Interpretation, für die die Künstlerin im Konzert so viel Applaus erhielt, dass sie sich mit dem Adagio aus Bachs g-moll-Violinsonate bedankte. Auch dieses Stück ist auf der CD enthalten.
Überzeugt die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim beim Mozart-Konzert noch in der Rolle des stilsicheren, durchaus selbstbewussten Begleiters, so gelten in Silbelius‘ „Finlandia“ und in Griegs „Peer-Gynt-Suite“ keine dynamischen Beschränkungen mehr. Wenn das Orchester durch die „Halle des Bergkönigs“ fegt, fühlt sich der Zuhörer in mystische Welten versetzt – und bedauert, schon am Ende der CD angelangt zu sein.
Carolin Becker
Höhenflüge von Solisten und Orchester Glanzvoller Saisonabschluss für die Reihe „Mühlacker Concerto“ im Uhlandbau
Die vierte Saison der Konzertreihe „Mühlacker Concerto“ im Uhlandbau beendete dessen Gründer Peter Wallinger zusammen mit seinem vor mehr als 25 Jahren ins Leben gerufenen Orchester, das heute den Namen „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ trägt, am Samstagabend mit „klassisch-romantischen Höhenflügen“.
Die herausragenden Solisten Ursula Schoch (Violine) und Johan van Iersel (Violoncello) vom weltberühmten Concertgebouw-Orkestra Amsterdam verliehen dem Programm zusätzlichen Glanz.
Das nur sehr selten aufgeführte Werk von Maurice Ravel „Menuet antique“ war zu Beginn des gut besuchten Konzerts, das mit dem selben Programm am Abend zuvor auch in Bietigheim-Bissingen dargeboten wurde, zu hören. Farbenreich instrumentiert ist diese Komposition aus dem Jahr 1898. Durch die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ erlebte es eine hell schillernde, kontrastreiche Wiedergabe. Das Orchester breitete bereits mit diesem kurzen Stück vom ersten Takt an seine facettenreiche und lebendige Gestaltungskraft aus.
Prager Sinfonie von Mozart wird sehr expressiv interpretiert
Wahrhaft bravourös interpretierten Peter Wallinger und sein Orchester die Sinfonie Nummer 38 in D-Dur, KV 504, genannt die „Prager Sinfonie“, von Wolfgang Amadeus Mozart. Das feierlich wirkende, den ersten Satz einleitende Adagio, wurde in würdevoller Breite ausgeführt. Doch im anschließenden Allegro ließ Wallinger bereits erahnen, was er mit diesem oft gespielten Werk Mozarts noch vorhatte.
Ein frischer Wind wehte durch die Streicherregister, die darin von den Bläsern akzentreich gestützt wurden. Behutsam schreitend führte die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ die eingängigen Themen des Andantes aus, und damit erschloss sich die kompositorische Pracht des Werks mit seinen vielfarbigen Klangnuancen. Doch darauf folgte ein in forciertem Tempo aufgeführtes Finale Presto.
Diese vehement drängende, gleichwohl aber in strahlendem Orchesterglanz dargebotene Aufführung des dritten Satzes der Mozart-Sinfonie aus dem Jahr 1787 mag Puristen zumindest erstaunt, möglicherweise sogar verärgert haben, doch eigentlich kam mit solcher expressiven Gestaltung die mitreißende Energie der Komposition vollendet zur Geltung. Für die Orchestermitglieder galt allerdings, dass sie sich mit dieser glutvollen Interpretation bis an die Grenze des noch Realisierbaren vorwagten.
Äußerst farbenreich ist das Konzert für Violine, Violoncello und Orchester in a-moll, Opus 102, von Johannes Brahms. Es enthält eine enorme Fülle reizvoller gestalterischer Aufgaben für die beiden Solisten.
Wieder war es Peter Wallinger gelungen, seine einstige Schülerin und heutige Konzertmeisterin am Concertgebouw-Orkestra Amsterdam, Ursula Schoch, für die beiden Konzerte am Wochenende zu gewinnen, und sie brachte ihren Kollegen Johan van Iersel vom selben Klangkörper mit, der dort den Posten des Solocellisten bekleidet.
Diese beiden exzellenten Virtuosen begeisterten vom ersten Takt an mit ihrer vitalen Musizierkunst. Die sinfonische Opulenz der im Jahr 1887 entstandenen Komposition brachte die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ unter Peter Wallingers anregender Leitung in der Begleitung der Solisten im Uhlandbau vehement zum Ausdruck.
Deren impulsives, zugleich aber auch beglückend einfühlsames Spiel spiegelte die spätromantische Grundstimmung des dreisätzigen Werks wider. Vor allem im zweiten Satz, einem Andante, trat diese markant hervor. Liebliche Geigentöne vereinigten sich mit der fülligen Wärme des Violoncellos und ließen damit delikate Klanggebilde wachsen.
Am Beginn des dritten Satzes faszinierte ein energiegeladenes Zwiegespräch der beiden Soloinstrumente, das in kontrastreiches, farbiges, durchaus auch tänzerisch anmutendes Zusammenspiel mit der transparent und klangprächtig musizierenden „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“ überging. Ursula Schoch und Johan van Iersel wurden mit lang anhaltendem, freudigen Applaus verabschiedet.

Rudolf Wesner
Opulentes Hörvergnügen entfaltet Süddeutsche Kammersinfonie gibt Neujahrskonzert im Uhlandbau – Heitere musikalische Reise führt nach Wien und Paris
Ein heiter, unbeschwert und unterhaltsam klingendes Neujahrskonzert haben die Mitglieder der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger einstudiert. Am Sonntagvormittag war es im Saal des Uhlandbaus zu hören.
Das Konzert wurde von den zahlreich erschienenen Besuchern mit freudigem Beifall aufgenommen. In die Metropolen Wien und Paris entführte das dieses Mal nur mit Streichern besetzte Orchester seine Zuhörer musikalisch. Dazu konnte Peter Wallinger als Solisten die Flötistin Verena Guthy-Homolka und den Fagottisten Frank Lehmann gewinnen, die schon seit vielen Jahren mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim zusammenarbeiten und mit fabelhaft virtuosem Spiel begeisterten. Außerdem wirkte als launig plaudernde Moderatorin Nicole Raichle aus Sachsenheim mit, die seit dem Herbst vergangenen Jahres auch die Vorsitzende des Fördervereins des Orchesters ist.
Eingeleitet wurde das Programm des Neujahrskonzerts mit Drei Deutschen Tänzen von Franz Schubert. Mit dem hellen Klang der Violinen, der warmen Fülle der Bratschen und den tiefen Tönen der Celli sowie des Kontrabasses, mit denen vornehmlich die rhythmischen Elemente der Stücke ausgeführt wurden, entfaltete sich vom ersten Takt an ein überaus opulentes Hörvergnügen. Dazu trug einmal mehr auch die frische Akustik des Uhlandbausaales bei, die zusätzlich dadurch ausgenutzt wurde, dass das Orchester nicht auf der Bühne musizierte, sondern seine Plätze unmittelbar vor den ersten Reihen im Saal einnahm. Vergnügen verbreitete anschließend auch Frank Lehmann auf seinem Fagott bei der Aufführung der komischen Polka „Der alte Brummbär“ von Julius Fucik. Im geschmeidig leichten Ton eines Salonorchesters begleitete die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim den Solisten, der mit Elan seinem Fagott die tiefschwarzen Klänge entlockte und am Ende des Werks mit einer furiosen, höchste Virtuosität verlangenden Kadenz bestach. Im schwungvollen Dreiviertel-Takt schloss der erste, ganz vom Wiener Charme geprägte Teil. „Neue Wiener Ländler“ war der Titel der unter Opus Nummer eins geführten Komposition von Josef Lanner, und genauso unbeschwert gestaltete das Orchester einen Walzer in A-Dur, Opus 54, von Antonín Dvorák.
Im zweiten Teil des Neujahrskonzerts, welcher der Seine-Metropole gewidmet war, erklang zunächst eine dreisätzige Ballettmusik von Gluck, die mit nuancenreichem, feinstimmigem Spiel vom Orchester dargeboten wurde. Gerade Paris war im 19. Jahrhundert gewissermaßen die Hauptstadt des klassischen Balletts, und auch der deutsche Komponist Gluck vermochte mit seinen Ballettmusiken dort große Begeisterung auszulösen. Besonders kunstvoll war dabei die Darbietung des dritten Satzes mit dem Titel „Pizzicato“, dessen letzte Takte bis fast zur Unhörbarkeit leise erklangen und im Raum entschwanden. Die Solistin Verena Guthy-Homolka (Flöte) beglückte mit der „Suite de trois morceaux“, Opus 116, von Benjamin Godard, der in Paris geboren wurde, die sie sehr zart und in duftiger Leichtigkeit, dabei jedoch herausragend virtuos interpretierte.
Im weiteren Verlauf des Neujahrskonzerts führte sie „Sicilienne“, Opus 78, des französischen spätimpressionistischen Komponisten Gabriel Fauré delikat und temporeich auf. In einem Satz aus einer Streicherserenade in C-Dur von Jacques Offenbach, dessen Name untrennbar mit der Stadt an der Seine verbunden ist, sowie einer „Barkarole“ aus der Suite „Die vier Jahreszeiten“, Opus 37 a, von Peter Iljitsch Tschaikowsky – auch er liebte Paris ganz besonders – wurde noch einmal die dichte und überaus erlesene Streicherpracht der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim ausgebreitet.
Als Zugabe spielten Verena Guthy-Homolka und Frank Lehmann, von der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim begleitet, eine Romanze von Oskar Klose.
Rudolf Wesner
Nordisches in sinfonischer Klangfülle Reihe Mühlacker Concerto fortgesetzt – Gerhard Vielhaber trat als Solist mit der Süddeutschen Kammersinfonie auf
Das Jubiläumsjahr aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens hat die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim am Samstag mit einem gut besuchten Konzert im Uhllandbau mit dem Titel „Nordische Impressionen“ beschlossen. Bekanntes und Beliebtes stand auf dem Programm, doch auch eine Komposition, die vermutlich ihre Erstaufführung erlebte.
Als ein sinfonisches Gedicht bezeichnete der finnische Komponist Jean Sibelius seine Komposition „Finlandia“, die vor 110 Jahren entstand. Sie gilt in dem nordischen Land als die geheime Nationalhymne. Mit diesem populären Stück begann das recht gut besuchte Konzert. Breit legte Orchesterleiter Peter Wallinger, der auch der Gründer dieses Klangkörpers ist, die wuchtigen Einleitungsakkorde an. Aus einer zunächst ruhevoll fließenden Gestaltung des Werks erhob sich nach und nach jene dramatische Steigerung des Ausdrucks, der in dem machtvollen, stets tief berührenden großen Hymnus mündet, der den sehnsuchtsvollen und doch auch feierlichen Charakter von „Finlandia“ einzigartig prägt. Wieder einmal bestach mit dieser aufrüttelnden Aufführung die Süddeutsche Kammersinfonie mit ihrer großartigen Gestaltungsdichte.
Mit Spannung wurde der Auftritt des jungen Pianisten Gerhard Vielhaber erwartet. Obwohl noch jung an Jahren nahm er schon zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen entgegen und gilt als einer der hoffnungsvollsten Virtuosen der jungen Generation. Gerhard Vielhaber setzte sich mit einem hier zu Lande weithin unbekannten Werk des schwedischen Komponisten Wilhelm Stenhammar auseinander, dessen Name in Deutschland ebenfalls kaum in einem Konzertprogramm erscheint. Nach Peter Wallingers Ansicht dürfte das Klavierkonzert Nummer zwei in d-Moll, Opus 23, das zwischen 1904 und 1907 entstand, seine deutsche Erstaufführung erlebt haben. Es ist eine zerklüftete Komposition, die trotz der darin auftretenden kraftvollen Kontraste eher spröde und herb wirkt. Die vier Sätze ließ der Komponist ineinander übergehen. Daraus wuchsen scharfe Gegensätze des Ausdrucks, die als expressiv stürmisch und gelegentlich als leicht lyrisch verbrämt wahrgenommen werden konnten.
Für Gerhard Vielhaber ergaben sich daraus allerdings musikalisch herausfordernde Möglichkeiten, seinen Solopart mit differenziert eingesetzten Emotionen, auch mit nuancenreicher Auslotung der inneren Spannungen des Werks und überhaupt mit vollendeter Virtuosität energiegeladen und temperamentvoll auszuführen. Auch die Kammersinfonie Bietigheim-Bissingen trug mit Brillanz in der Auslotung der sinfonischen Pracht des Werks dazu bei, dass aus dem Wechselspiel zwischen ihm und dem Solisten eine vitale Wiedergabe zu hören war. Der Solist des Abends wurde dafür mit lang anhaltendem Beifall gefeiert, wofür sich Gerhard Vielhaber mit einen Intermezzo von Robert Schumann als Zugabe bedankte.
Im zweiten Teil des Konzerts im Kronensaal standen mit der „Hebriden-Ouvertüre“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und der „Peer-Gynt-Suite“, Nummer eins, von Edvard Grieg zwei außerordentlich beliebte Kompositionen auf dem Programm.
Als ein farbenprächtiges, überaus lebendig und nuanciert gestaltetes Klanggemälde führte das Orchester die „Hebriden-Ouvertüre“ aus. In der Aufführung der vier Sätze aus der Musik zu Henrik Ibsens Dichtung „Peer Gynt“ entfaltete die Musiker unter der von lebhaftem Gestus geprägten Leitung von Peter Wallinger vielfältige Stimmungen. Die Lyrik und Verträumtheit der „Morgenstimmung“, der betörende warme Streicherklang in „Ases Tod“, die schwebend leichte Anmut von „Anitras Tanz“ und die ekstatische Wucht des Finales „In der Halle des Bergkönigs“ konnten mitreißender, klangfrischer und kontrastreicher nicht dargeboten werden.
Das waren wieder einmal Glanzstücke dieses auf hohem musikalische Niveau wirkenden Klangkörpers. Als Zugabe für den freudigen Schlussapplaus erklang noch einmal „Anitras Tanz“.
Rudolf Wesner
Leidenschaftlich umarmt Ohrenschmaus in der Frauenkirche – Kontrabassist begeistert
Der Sommerzeit angepasst, präsentierten Peter Wallinger und seine Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim am Sonntagvormittag im Rahmen des „Musikalischen Sommers“ in der Lienzinger Frauenkirche ein Programm mit farbenfrohen musikalischen Nuancen vom Barock bis ins 20. Jahrhundert, von Britannien bis Argentinien.
Von Henry Purcell, dem englischen Barockmeister, führte das bestechend rein und hell klingende Streichorchester, vor dem sich Orchesterleiter Peter Wallinger einmal mehr als sensibler Klangzauberer erwies, fünf Teile aus der Musik zu „The Fairy Queen“ (Die Feenkönigin) nach Shakespeares „Sommernachtstraum“ auf. Schwebend leichte, wohlige Streicherbrillanz breitete sich in der Frauenkirche aus, wobei die tänzerisch leichten, auch mal burlesken Elemente ebenso feinstimmig herausgehoben wurden wie die lyrischen. Auch für dieses Konzert war es Peter Wallinger gelungen, einen herausragenden Solisten zu gewinnen. An seinem Kontrabass, den er während seines Spiels geradezu leidenschaftlich zu umarmen schien, entfaltete Michinori Bunya träumerische, seelenvolle und warme Klangfülle. Damit dokumentierte der heute als Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik in Würzburg tätige gebürtige Japaner, dass dieses Instrument alles andere als nur ein sonor brummendes Streichinstrument ist.

Michinori Bunya ließ bei der Gestaltung der Melodie Nummer eins in e-moll von Giovanni Bottessini, einem italienischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, seinen Kontrabass förmlich singen. Auch im „Allegro di Concerto alla Mendelssohn“ von demselben Komponisten bestach der Solist mit samtweichem Bogenstrich. Die Kammersinfonie begleitete Michinori Bunya mit impulsivem und glutvollem Spiel.
Zum Abschluss des ersten Teils des Konzerts in der Frauenkirche erklang noch „Herzwunden“ aus den „Elegischen Melodien“, Opus 34, von Edvard Grieg, überaus zart und verklärt als eine wahre Delikatesse für die Ohren.
Von empfindungsreicher Melodik war auch die Komposition „Chrysanthemen“ für Streicher von Giacomo Puccini geprägt. Dieses eindrucksvolle Werk erlebte durch das hoch qualifizierte Streichorchester unter der Leitung von Peter Wallinger eine Aufführung in romantischer Stimmung.
Der argentinische Komponist Astor Piazzolla fügte in seinem Zyklus „Vier Jahreszeiten“ gelegentlich Zitate aus dem gleichnamigen Werk von Antonio Vivaldi ein, verwandelte aber derartige Motive nachdrücklich, indem er sie mit dem Klangkolorit seiner lateinamerikanischen Heimat vermengte. Die Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim führte daraus zwei Sätze auf. Dabei übernahm die Konzertmeisterin des Orchesters, Sachiko Kobayashi, den Solopart auf der Violine. Zunächst symbolisierte die quirlige Bewegtheit der Komposition die Lebensfreude in der sommerlichen Metropole. Dagegen traten im folgenden Satz „Herbst“ meditative Klänge auf, die eine eher gedämpfte Stimmung widerspiegelten. Doch stets war vibrierender Rhythmus das treibende Element, mit dem ein expressiver Ausdruck entstand. Die Solistin an der Violine, Sachiko Kobayashi, die auch Mitglied des erst kürzlich in Lienzingen aufgetretenen Lotos-Streichquartetts ist, führte ihre Soli mit Temperament und eindrucksvoller Virtuosität aus und wurde dabei vom Orchester unter der Leitung von Peter Wallinger bravourös begleitet.
Rudolf Wesner
Gigantische Herausforderung gemeistert Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim feiert ihr 25-jähriges Bestehen mit einem glanzvollen Konzert im Uhlandbau
Ein Festkonzert aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim wurde am Samstagabend im Uhlandbau von den sehr zahlreich erschienenen Besuchern mit großer Begeisterung aufgenommen. Drei Kompositionen aus unterschiedlichen Musikepochen von der Wiener Klassik bis zur Moderne standen auf dem Programm des von Orchestergründer Peter Wallinger geleiteten Konzerts, an dem auch die beliebte Violinvirtuosin Ursula Schoch mitwirkte.
Zur Aufführung der Komposition „Strahlende Pforte“ des vor zehn Jahren verstorbenen Komponisten Hans Georg Pflüger, der in Bietigheim-Bissingen lebte, war eine umfangreiche Besetzung vor allem in den Bläserstimmen erforderlich. Im Jahr 1989 entstand das Werk, das schon in seinem Anfang von erfrischender Originalität geprägt ist, denn eigentlich hörte sich alles an, als würden die Orchestermitglieder noch kurz vor dem ersten Einsatz ihre Instrumente stimmen. Tatsächlich aber war das bereits der Beginn der Komposition, die sich sehr schnell zu wuchtigen Klangkaskaden steigerte und verdichtete. Ein bekannt anmutendes Motiv trat hervor, das jedoch im weiteren Verlauf nachdrücklich verzerrt und regelrecht zerfasert wurde. Das Werk war ungemein farbenreich und wies eine Fülle schnell aufblitzender und wieder untergehender Klangfiguren auf. Für die unter der temperamentvollen und mitreißenden Leitung von Peter Wallinger bravourös und glutvoll musizierende Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim stellte die Komposition eine Herausforderung gigantischen Ausmaßes dar, die jedoch höchst beeindruckend gemeistert wurde. Pflügers „Strahlende Pforte“ konfrontierte die Konzertbesucher zwar mit einem hohen Maß an ungewohnten, gelegentlich auch machtvoll lauten Klangelementen, aber der lang anhaltende Applaus bewies deutlich, dass die Komposition noch dazu in dieser herausragenden Ausführung ansprach und faszinierte.
Große Faszination ging auch wieder vom Spiel der Violinvirtuosin Ursula Schoch aus. Die Künstlerin führte das Violinkonzert Nummer vier, D-Dur, KV 218, von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Schwerelos schwebend gestaltete sie elegant und beglückend nuancenreich den Solopart in den drei Sätzen. Im Allegro entstand auf diese Weise ein lebendiger Dialog mit dem glitzernd hell und transparent begleitenden Orchester, und doch breitete Ursula Schoch schon hier ihre vollendete Virtuosität aus. Die seelenvolle Melodik des Andante cantabile entfaltete die Solistin mit silbrig heller Klangzartheit.
Graziös und doch auch keck in der temporeichen Ausführung ihres Solos leitete Ursula Schoch den Schlusssatz ein, um sich vom tänzerischen Charakter der Komposition zu einer furiosen Ausführung förmlich mitreißen zu lassen. Mit einem Satz aus einer Sonate für Violine solo von Johann Sebastian Bach als Zugabe dankte die Musikerin für den freudigen Beifall.
Ähnlich wie am Freitagabend während des Konzerts der Süddeutschen Kammersinfonie im Kronenzentrum in Bietigheim-Bissingen, wo Oberbürgermeister Jürgen Kessing im Namen der Stadt seine Gratulation zum 25-Jahr-Jubiläum des Orchesters überbrachte, sprach auch im Uhlandbau in Mühlacker als hochrangige Vertreterin der Stadt Mühlacker die stellvertretende Bürgermeisterin Erika Gerlach Glückwünsche zu diesem Anlass aus.
Die Aufführung der vierten Sinfonie von Robert Schumann am Samstagabend im Uhlandbau ließ die lodernde Leuchtkraft dieses viersätzigen Werks erkennen. Mit eindringlicher Intensität steigerte sich der Ausdruck des Eingangssatzes von träumerischer Stimmung zu impulsiver Dichte. Peter Wallinger lotete die kontrastreichen Elemente der weiteren Sätze vital aus, ließ emotionale Aufbrüche machtvoll sich ausbreiten und achtete generell auf eine feurige, immer wieder auch auf eine von drängenden Tempi beherrschte Gestalung. Vor allem das freudige Hauptthema des Schlusssatzes trat hell strahlend und höchst beschwingt hervor.
Das stürmische Finale war einfach unübertrefflich. Als Zugabe hörten die begeisterten Besucher noch einmal den recht kurzen zweiten Satz mit der lieblich klingenden Romanze.
Rudolf Wesner
Spielfreudig und offen für Neues
Für einen Rückblick hat Peter Wallinger eigentlich gar keine Zeit. Zu sehr beschäftigt ihn die anstehende musikalische Herausforderung, die ständig neue Beschäftigung mit der Musik, die er auf seinem Instrument, dem Orchester, spielt. „Sprechend interpretieren“ will er die Werke – gene auch solche unbekannter Komponisten – und hat so eine eigene Klangsprache entwickelt. Dass diese in der Region offenbar verstanden wird, davon legt der Erfolg des „Musikalischen Sommers“ Zeugnis ab, jeden Konzertreihe, die der Dirigent und Musikpädagoge aus Zaisersweiher ins Leben gerufen hat. Mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim hat er einen Klangkörper geformt, der in der Frauenkirche Lienzingen, aber auch überregional auf sich aufmerksam gemacht hat. 2009 feiert das Ensemble, das aus einer Gruppe besonders begabter junger Musiker aus dem Raum Stuttgart heranwuchs, sein 25-jähriges Bestehen.
Am Anfang standen Idealismus und auch Wagemut. Von beidem brachte Peter Wallinger das nötige Maß auf, um das kleine, aber feine Orchester zu gründen. „Der Impuls kam von Ehemaligen des Bietigheimer Ellental-Schulorchesters, die in den 80er Jahren in relativ großer Zahl Musik studierten und zu zwei bis drei Projekten im Jahr zusammenkommen wollten“, erinnert sich der Musiker. Damals wie heute werde kompakt und konzentriert geprobt, das Ergebnis dann in Konzerten präsentiert. Statt der ursprünglich 25 Mitglieder zähle die Kammersinfonie heute bis zu 40 Instrumentalisten aus rund einem Dutzend Nationen, doch könne sich keiner verstecken: Gefordert sei jeder Einzelne, um dem Ideal von einem transparenten Klangbild nahe zu kommen.
Doch der Dirigent studiert nicht nur die Noten, die er den Instrumentalisten jeweils zwei Wochen vor Probenbeginn exakt bezeichnet zukommen lässt, sonden auch der Terminkalender. Mindestens ein Jahr im Voraus stehe die Planung der Konzerte, sagt Wallinger. So sei es möglich, die Fluktuation im Orchester gering zu halten und die Musiker – auch solche, die in Top-Orchestern tätig seien – könnten sich rechtzeitig freistellen lassen. Die Bläsergruppe sei seit Jahren stabil und bestens aufeinander eingespielt, und bei den Streichern bildeten etwas drei Viertel der Gruppe einen festen Stamm. „Eine Cellistin ist seit 20 Jahren dabei“, erzählt Peter Wallinger, die Geigerin Susanne Crawford, ehemals Konzertmeisterin im Ellentalorchester, sei von Anfang an mit von der Partie. Auch regional sei das Orchester verwurzelt, so komme der erste Cellist Bernhard Lörcher aus Maulbronn, der erste Fagottist Frank Lehmann aus Vaihingen. Weitere Mitspieler wohnten in Ensingen, Sachsenheim und Pforzheim. Allen gemeinsam sei die Spielfreude, die sie zu den mittlerweile fünf bis sechs Projekten pro Jahr mitbrächten. „Das ist das richtige Maß, um keinerlei eingefahrene Routine aufkommen zu lassen, die Motivation zu wahren und gleichzeitig ein gut eingespieltes Ensemble zu bleiben“, sagt der Dirigent.
Vom Ergebnis seiner Arbeit konnten sich die Besucher des „Musikalischen Sommers“ in der Frauenkirche und seit kurzem auch in der Reihe „Mühlacker Concerto“ im Uhlandbau überzeugen. „Wir hatten immer wieder Einladungen, zum Beispiel nach Genf, Stuttgart, zu den Klosterkonzerten und zu Produktionen des SWR“, beschreibt Wallinger den Aktionsradius des Orchesters. Bisher habe er sich weniger auf überregionale Publicity konzentrieren wollen. Den Auftritt bei Festivals sehe er als einen nächsten Schritt. Doch dafür gelte es das Orchestermanagement noch zu verbessern. „Mit Glück, dass heißt mit Geldern, schaffen wir es hoffentlich, einen qualifizierte Kraft einzustellen“, blickt der Dirigent voraus. Hören lassen, und das hätten bekannte Solisten bestätigt, könne sich die Kammersinfonie durchaus auch auf überregionaler Bühne. Dass sich das Orchester seinen guten Ruf zu Recht erworben hat, will es im Jubiläumsjahr gleich mehrfach beweisen.
Ein erstes Konzert findet heute um 20 Uhr im Mühlacker Uhlandbau statt. Unter dem Motto „Facetten der Romantik“ spielt die Kammersinfonie unter der Leitung von Peter Wallinger das „Siegfried-Idyll“ und das Vorspiel zum dritten Aufzug aus den „Meistersingern von Nürnberg“ von Richard Wagner, die Serenade A-Dur opus 16 von Johannes Brahms und die Rokoko-Variationen opus 33 für Violoncello solo und Orchester von Peter Tschaikowsky. Solist die der französische Cellist Francis Gouton.
Druckfrisch wird den Konzertbesuchern die Jubiläumsbroschüre „25 Jahre Kammersinfonie“ präsentiert. Erstmals vorgestellt wird auch die aktuelle Doppel-CD des Orchesters.
Carolin Becker
Mit Präzision und Freude am Spiel Neue Doppel-CD mit Live-Mitschnitten der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter der Leitung von Peter Wallinger
Bis die Konzertreihe Musikalischer Sommer am 8. Juni mit einem Auftritt des Lotus String Quartetts in ihre neue Saison startet und die Musikfreunde in der Lienzinger Frauenkirche wieder auf ihre Kosten kommen, vergehen noch ein paar Wochen. Eine jetzt erschienene, von Peter Wallinger, dem Initiator des Festivals, herausgegebene Doppel-CD kann dabei helfen, die Zwischenzeit zu überbrücken.
Der Dirigent und musikalische Leiter hat in den vergangenen Jahren den Mühlacker Uhlandbau als Konzertstätte wiederbelebt und dort mit der Reihe Mühlacker Concerto den von ihm installierten Lienzinger Sommerkonzerten ein reizvolles Pendant gegenübergestellt. Von der Qualität der auftretenden Künstler ebenso wie von der klaren Akustik des traditionsreichen Saals legt der neue Tonträger eindrucksvoll Zeugnis ab. Die Doppel-CD „Kammersinfonie live 2007“ enthält Live-Mitschnitte von Konzerten aus dem Vorjahr. Unter Peter Wallingers Leitung spielt die von ihm gegründete Süddeutsche Kammersinfonie Bietigheim Werke von Mozart, Ravel, Bruch und Beethoven.
Obwohl unter Live-Bedingungen entstanden, belegen die Aufnahmen den hohen Stand der technischen Perfektion der Musiker fernab der Atmosphere steriler Studioproduktionen präsentiert sich hier ein Klangbild, das von der Freude am Musizieren und vom aufmerksamen Zusammenspiel geprägt ist. Deutlich wird dies schon im Eingangsstück, der Ouvertüre zur Mozart-Oper „Die Hochzeit des Figaro“, in der die präzise aufeinander abgestimmten Register die Partitur plastisch-dreidimensional durchhörbar werden lassen. Dies gilt in besonderem Maße auch für den Schlusssatz der Mozart-Sinfonie Nr. 39. Streicher und Bläser liefern sich hier im besten Sinn einen musikalischen Wettstreit, ohne dem Tempo Details der rasanten Sechzehntel-Läufe zu opfern.
Als Solisten sind auf den beiden CDs die Geigerin Ursula Schoch mit Max Bruchs berühmten g-moll-Violinkonzert und der Pianist Bernard d’Ascoli mit Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 in c-moll zu hören. Beide beeindrucken mit unangestrengter Virtuosität und bedanken sich für den Applaus des Publikums jeweils mit einer ebenfalls auf der Aufnahme festgehaltenen Zugabe.
Carolin Becker
Brillanter Geigenklang – markante Pauke sueddeutsche kammersinfonie bietigheim und Violinsolistin Ursula Schoch musizieren im Mühlacker Uhlandbau
Bereits im vergangenen Jahr veranstaltete die „sueddeutsche kammersinfonie bietigheim“ unter der Leitung von Peter Wallinger im traditionsreichen Uhlandbau ein Frühjahrskonzert. Von den Musikfreunden wurde dies sehr begrüßt, weshalb hier auch in diesem Jahr wieder ein eindrucksvolles, recht gut besuchtes Sinfoniekonzert dieses Orchesters stattfand.
Bevor Peter Wallinger den Taktstock zur Symphonie Classique von Sergej Prokofjew erhob, begrüßte Mühlackers Bürgermeister Hans-Jürgen Pisch die Besucher und erinnerte an die Entstehungsgeschichte des Uhlandbaus, der im Jahr 1921 auf Initiative von Alfred Emrich, einem sehr engagierten Unternehmer der Stadt, innerhalb von 99 Tagen entstand.
Namhafte Orchester und Opernensembles – unter anderem aus Stuttgart – und etliche musikalische Größen der Vergangenheit waren in diesem Saal mit seiner außerordentlich klaren Akustik zu hören. Der Bürgermeister dankte Peter Wallinger für dessen Bemühungen, den Uhlandbau wieder häufiger für Konzerte zu nutzen.
Am Samstag standen neben der Prokofjew-Komposition Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Josef Haydn auf dem Programm. Als Solistin wirkte die Violinvirtuosin Ursula Schoch, einst Schülerin von Peter Wallinger und jetzt Konzertmeisterin des Concertgebouw Orchesters Amsterdam, mit…
Eröffnet wurde das Konzert mit der Symphonie Classique, einer musikalischen Köstlichkeit, die Sergej Prokofjew selbst 1918 in St. Petersburg uraufführte. Das kurze Werk mit seinen sehr farbenreichen, fröhlichen Stimmungen wurde erfrischend und freudig musiziert. Peter Wallinger achtete auf lebhafte Tempi und führte das Orchester zu leuchtender Klangfülle…
Mit Bravour und hochkarätiger Virtuosität bewältigte Ursula Schoch die künstlerische Herausforderung des Violinkonzertes e-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Den Solopart des dreisätzigen Werkes gestaltete sie dynamisch, voller freudigem Esprit und mit einem hohen Maß an Empfindungsreichtum… Unter Peter Wallingers lebhafter und anfeuernder Leitung musizierte die Süddeutsche Kammersinfonie zur Begleitung der Geigerin…
Eines der bekanntesten Werke von Joseph Haydn ist seine Sinfonie Nr. 94 G-Dur, die den Zusatz „Mit dem Paukenschlag“ trägt. Diesem im Jahre 1791 entstandenen Werk entlockte Peter Wallinger zusammen mit seinen Musikerinnen und Musikern den ganzen kompositorischen Ideenreichtum….
Damit gestaltete das Orchester einen heiteren Schlussakkord in seinem Frühjahrskonzert im Uhlandbau, das unter anhaltendem Beifall und mit einer kurzen Wiederholung aus dem Menuett-Satz der Haydn-Sinfonie endete.
Rudolf Wesner